Arbeiten in Singapur

Am Tor zu Südostasien zu arbeiten, bedeutet Multi-Kulti-Gesellschaft, fast unbegrenzte Freizeitmöglichkeiten – und sehr viel Lernen.
November 13, 2015

die Skyline und die Marina Bay von Singapur bei NachtEinzigartig (engl.: „uniquely“) ist das Wort, das Singapur am besten beschreibt: eine dynamische Stadt, reich an Farben und Kontrasten, in der man eine harmonische Mischung aus Kultur, Küche, Kunst und Architektur findet. Es war Sir Stamford Raffles, ein britischer Staatsbeamter, der Singapur 1819 gründete. Als Raffles, Beamter der British East India Company, die Meerenge von Malakka nach einer kleinen Handelsstation durchkämmte, um den holländischen Einfluss in der Region entgegenzuwirken, war das kleine Fischerdorf Singapur perfekt, weil es genau an der Verbindungsstraße des Ostens mit dem Westen lag. Raffles entdeckte Singapur nicht nur, er legte buchstäblich den Grundstein der Stadt.

Nachdem er einen Handelsposten etabliert hatte, plante er, ein Geschäftsviertel auf einer Seite des Singapore River zu bauen. Weil dies zu niedrig lag, beauftragte er die Abtragung eines kleinen Hügels, um das Gebiet aufzufüllen und anzuheben. Heute ist dieses Land der Mittelpunkt der Stadt und das Herz des Shentonway, Singapurs Antwort auf die Wall Street. Nach Raffles war der nächste Mann, dem das moderne Singapur seinen Aufstieg verdankt, Lee Kuan Yew. Seine starke Formel für den Aufbau der Nation, die seit der Unabhängigkeit Singapurs 1965 initiiert wurde, sucht ihresgleichen weltweit.

Die Geographie spielte zwar durchaus eine entscheidende Rolle in Singapurs Geschichte, aber seine wichtigste Stütze ist dennoch die Bevölkerung. Singapur hat keine Bodenschätze, seine Stärke liegt in der hart arbeitenden, anpassungsfähigen und flexiblen Bevölkerung. Rund vier Millionen Einwohner (77 Prozent Chinesen, 14 Prozent Malaien, acht Prozent Inder und ein Prozent Eurasier sowie Angehörige sonstiger Nationen) leben friedlich nebeneinander. Malaiisch, Mandarin, Tamil und Englisch sind die Amtssprachen. Englisch ist Amts- und Geschäftssprache und wird von den meisten Einwohnern Singapurs neben ihrer Muttersprache gesprochen.

Ein ehrgeiziger Tourismusplan

Das Singapur Tourism Board (STB) will bis zum Jahr 2015 die Einnahmen aus dem Tourismus verdreifachen, die Besucherankünfte mehr als verdoppeln und 100.000 zusätzliche Jobs im Tourismussektor schaffen. Die besten Voraussetzungen also, um in den nächsten Jahren einen Job zu ergattern! Um Investitionen aus der Privatwirtschaft anzuregen, wurde ein Tourismus-Entwicklungsfond mit einer Milliarde Euro ausgestattet und ein neues Steuer-Incentive-System aufgelegt. Seit dem 1. April 2005 profitieren Veranstalter und Event-Agenturen von einer konzessionierten Einkommenssteuer in der Höhe von zehn Prozent, wenn sie anerkannte touristische Großveranstaltungen nach Singapur bringen und ausrichten. Die reduzierte Steuer soll einen zusätzlichen Anreiz schaffen.

Die einzigartige Mischung aus Modernität, asiatischen Kulturen, Weltklasse-Gourmeterlebnissen und fabelhaften Einkaufsmöglichkeiten erwies sich als Besuchermagnet. Kevin Leong, STB Acting Assistant Chief Executive International Group: „2004 war ein Rekordjahr für Singapur. Wir konnten 8,3 Millionen Besucher willkommen heißen, eine signifikante Erhöhung von 36 Prozent gegenüber 2003 und zehn Prozent gegenüber 2002. Diese Zahlen übertreffen die Zielsetzung von 7,6 Millionen Besuchern für 2004.“ Um sicherzustellen, dass der Tourismussektor weiterhin einen entscheidenden Beitrag zu Singapurs Wirtschaft leistet, hat das STB ein ganzheitliches Entwicklungsprogramm ins Leben gerufen, das drei zentrale Bereiche im Fokus hat:


Die Stärkung von Singapurs Position als führende Destination für Tagungen und Ausstellungen in Asien.

Die Entwicklung Singapurs als führende Freizeitdestination in Asien, die „Uniquely Singapore Erfahrungen“ bietet.

Die Etablierung Singapurs als das Servicezentrum Asiens mit exzellenten Dienstleistungen – einschließlich der Bereiche Gesundheitsvorsorge und Bildung.

eine Hotelanlage am Strand in Singapur Das STB wird die existierenden touristischen Angebote ausweiten und neue Natur-, Kultur- und Lifestyle-Angebote für Besucher schaffen, die einmalige kosmopolitische Erfahrungen in den Tropen suchen. Dies schließt Natur- und Abenteuerprojekte auf Pulau Ubin, einer malerischen rustikalen Insel im Nordosten Singapurs, und die Weiterentwicklung Sentosas, Singapurs Freizeitinsel, zu einem Lifstyle-Resort ein. Das Gebiet am Singapore River wird zu einem Kunst-, Lifestyle- und Entertainment-Zentrum. Die Orchard Road soll zu einer der attraktivsten Einkaufsstraßen der Welt werden. Schon heute ist Singapur eine bevorzugte Destination für Tagungen und Veranstaltungen von Großunternehmen. Die ausgezeichneten Business-Einrichtungen und -Dienstleistungen werden weiter ausgebaut, um noch mehr Top-Events und Meetings anzuziehen. Dazu gehören u. a. das Internationale Olympische Komitee, der Monetary Fund und die World Bank Group.

Ein Eldorado für Genießer

Singapur ist nicht nur ein Shopping-Paradies und die Metropole mit dem weltweit größten Wellness-Angebot – der Inselstaat vor der Südspitze der malaiischen Halbinsel hat auch für Naturliebhaber viel zu bieten. So ist Singapur eine von nur zwei Städten auf der ganzen Welt mit einem Regenwald innerhalb der Stadtgrenze!

Auch für Feinschmecker ist Singapur ein Paradies. Alle Küchen der Welt sind hier vertreten und inspirieren einander zu neuen Erlebnissen für den Gaumen. Es ist kaum möglich, in Singapur nicht gut zu essen. Die Straßenhändler bieten lokale Spezialitäten, deren Genuss genauso unbedenklich ist wie das Menü in einem Gourmettempel. Restaurants, die ebenso hervorragend wie originell sind, gibt es natürlich zuhauf: „My Humble House“ in der Esplanade Mall etwa geht völlig neue Wege in der chinesischen Küche. Das Restaurant „Straight Kitchen“ im Hotel Grand Hyatt Singapore in der Scotts Road bringt die hervorragende Straßenküche Südostasiens mit ihren malaiisch-chinesisch-indischen Wurzeln auf höchstem Niveau. Im Swissôtel The Stamford in der Stamford Road gibt es ein Restaurant namens „Jaan“, das eine äußerst interessante Mischung aus mediterraner und kambodschanischer Küche bietet. Nicht zu vergessen sind auch zwei tolle Restaurants im Raffles Hotel in der Beach Road: Der „Tiffin Room“ mit einer sehr stark indisch beeinflussten Küche und der sehr elegante „Raffles Grill“ mit exzellenter französischer Küche.

Die Liebe der Singapurer zum Essen ist der ideale Nährboden für die Entwicklung einer gastronomischen Hochkultur mit wegweisenden Küchenkonzepten, außergewöhnlichen Kochkursen und Aufsehen erregenden Schlemmerfestivals. Alljährlich treffen sich in Singapur Spitzenköche aus aller Welt zum World Gourmet Summit und entfalten zwei Wochen lang ein kulinarisches Feuerwerk, und jedes Jahr steht die Stadt beim Singapore Food Festival einen ganzen Monat lang im Zeichen des guten Geschmacks.

Ein Paradies für Nachtschwärmer

Singapur ist zudem Asiens Party-Hauptstadt: Es gibt es keine Sperrstunde mehr. Im Gegenteil: Um Mitternacht gewinnt das Nachtleben auf den diversen Party-Meilen erst richtig Schwung. Und die Szene bedient die unterschiedlichsten Vorlieben von Nachtschwärmern – fast jede Woche werden neue Lounges, Discos und Clubs eröffnet. Eine der angesagtesten neuen Adressen ist zum Beispiel „Attica & Attica Too“ an der Vergnügungsmeile am Clark Quay. Hier treffen sich die Nachtschwärmer in der Outdoor-Bar über dem Singapore River oder im balinesischen Courtyard mit tropischen Pflanzen, Brunnen und Liegen zum Relaxen bei Kerzenschein mit Jazz, Latino und Funk. Drinnen die Lounge mit bequemen Couchen, die Bar und der Dancefloor. „Baize & China One“ ist der neueste, orientalisch gestylte Treffpunkt für anspruchsvolle Pool-Spieler.

In der daran anschließenden „China One Lounge“ mit Möbeln in antikem chinesischen Design können sich auch Raucher, die es ja sonst in Singapur nicht gerade verwöhnt werden, auf Opiumbetten wohl fühlen. Für den richtigen Sound sorgt der hauseigene DJ, der bevorzugt House, Jazz und ethnische Musik auflegt. Das 7500 Quadratmeter große „Gotham Penthouse“ wartet mit besonderen Perspektiven auf: Wasserspiele an den Wänden, riesige Aquarien mit Quallen und Toiletten im Zen-Stil, mit exotischen Aromen beduftet. Vom erhöhten, mit üppigen Teppichen ausgestatteten „Zottel-Raum“ und der Liquid-Loft, einer Bar-Insel, lässt sich das Geschehen auf dem Showroom genannten Dance Floor und der Bühne beobachten. Internationale Gast-DJs legen vorwiegend House auf.

Ein gutes Beispiel für die Underground-Musikszene Singapurs ist das „Round Midnight“ an der Orchard Road. Hier treffen sich die professionellen Jazz-, Latin- und Blues-Musiker in den frühen Morgenstunden zu Jam-Sessions nach ihren Auftritten in anderen Bars. Kein Wunder, dass das Round Midnight bis sechs Uhr früh geöffnet hat! „Coastes“ auf Sentosa ist der neue Magnet für Beach-Fans und Romantiker. Tagsüber tummeln sich hier Familien und Badegäste, abends ist das Coastes ein Chill-out-Treffpunkt für Geschäftsleute. Es scheint, als seien in Singapurs Lokalszene der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Hier gibt es garantiert für jede Art von Nachtschwärmer das passende Angebot. Und wem das noch nicht genug ist, der kann nach der Arbeit seine Freizeit auf einem der unzähligen Festivals verbringen, die das ganze Jahr über in Singapur stattfinden.

Interview mit Wini Brugger

Der Österreicher Wini Brugger arbeitete nicht nur 13 Jahre lang in renommierten Hotels und Restaurants in Ost- und Südostasien, sondern war auch einer der populärsten Fernsehköche der Region. Heute zaubert er asiatische Köstlichkeiten in den Wiener Haubenlokalen „Yohm“ und „Indochine 21“ auf den Tisch. Dank regelmäßiger Aufenthalte vor Ort hält der erfolgreiche Kochbuchautor seine profunden Kenntnisse von der Arbeitswelt Südostasiens stets auf dem aktuellsten Stand:

RP:Herr Brugger, wie sieht die Jobsituation für Mitteleuropäer in der Hotel- und Tourismusbranche Singapurs aus?

WB: Generell ist es schwieriger geworden, in Singapur einen Job zu bekommen. Grundsätzlich gibt es derzeit vier mögliche Schwerpunkte: Zunächst ist da die obere Managementebene (Generaldirektoren), die meisten von den Ketten intern transferiert werden. Auch Küchenchefs sind nach wie vor gefragt, Sous Chefs dagegen nur noch in wenigen Häusern. Bei den Köchen haben die Patissiers die besten Chancen und Gehälter, vor allem in großen Hotels. Einen Job in niedrigeren Positionen zu bekommen, ist wesentlich schwieriger, da es genug Personal aus dem asiatischen Raum und Singapur gibt. Einzige Ausnahme: Da die Schweiz sehr stark vertreten ist, werden auch gerne Absolventen renommierter Schweizer Hotelfachschulen (Lausanne, Montreux etc.) genommen, wenn sie bereit sind, in unteren Rängen einzusteigen.

RP: Wie bekommt man eine Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung?

WB: Alle Hotels haben je nach Größe bestimmte Kontingente zugeteilt, die allerdings deutlich gekürzt wurden und vor allem Führungskräfte betreffen. Der Arbeitgeber fungiert quasi als Bürge und muss die Arbeitsbewilligung beantragen und die Unterkunft checken. Zuerst muss man also einen Job haben. Man sollte am besten im Vorfeld eine Stellung suchen – dazu kann man sich über das Personalbüro bewerben oder im Urlaub einmal vorstellig werden. Auf gut Glück nach Singapur zu ziehen und dann einen Job zu suchen, hat eigentlich keinen Sinn.

RP: Wie sieht es mit Sozialleistungen aus?

WB: Die Grundversicherungen (Kranken- und Unfallversicherung) sind gesetzlich vorgeschrieben und werden vom Arbeitgeber zugesichert. Eine gesetzliche Pensionsversicherung gibt es allerdings nicht. Darum muss sich der Arbeitnehmer selber kümmern.

RP: Was verdient man im Durchschnitt?

WB: Vom Gesetz wird ein Mindestgehalt für einen Ausländer von 2500 Singapur-Dollar (1250 Euro) gefordert, um einen Employment-Pass zu bekommen. Das ist fast mit unseren Kollektivverträgen vergleichbar. Dieses Lohn-Niveau entspricht allerdings schon einer lokalen Management-Position. Ein Junior Sous Chef aus Singapur verdient im Schnitt um die 2000 S$, ein Executive Sous Chef um die 2500 S$, der Executive Chef ab 3000 S$. Kellner bekommen etwas weniger, Management-Positionen gehen von 2500 S$ aufwärts.

RP: Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten?

WB: Das Leben ist in Singapur nicht billig. Die Mieten auf dem freien Wohnungsmarkt gehen von 2000 S$ aufwärts. 90 Prozent der Bevölkerung leben in Wohnungen des öffentlichen Wohnungsbaus, die für Ausländer aber kaum zugänglich sind. Viele Hotels übernehmen die Unterkunft von Expatriates ganz oder teilweise, das heißt dann „Living Allowance“. Sonst würde fast das gesamte Gehalt für die Wohnung draufgehen.

RP: Was würden Sie jungen Menschen raten, die in Singapur arbeiten möchten?

WB: Wichtig ist, dass man sich so darstellt, dass man etwas einzubringen hat. Man muss sich so verkaufen, dass man mit den eigenen Fähigkeiten etwas zur wirtschaftlichen Weiterentwicklung des Landes beitragen kann. Die Singapurer sind selbst sehr gut und auch sehr gut organisiert. Man sollte sich vielleicht am Anfang mit etwas weniger Geld zufrieden geben und Erfahrungen sammeln. Vor allem soll man aber den nötigen Respekt und die entsprechende Toleranz mitbringen.

eine Gruppe beim essen, während es eine Vorstellung eines traditionellen Tanzes gibt. Nützliche Adressen:

www.visitsingapore.com
www.gov.sg
www.stb.com.sg
www.singapore.com
www.new-asia-singapore.de
www.singapore-tourismus.de

Unbedingt zu beachten:

Bei der Einreise dürfen keine Waffen, Munition, kugelsichere Kleidung und Handschellen, Spielzeugwaffen, Kaugummi, Produkte von geschützten Tieren und Pflanzen sowie pornographische Artikel (dazu gehören auch pornographische Zeitschriften und Videofilme) eingeführt werden.
Auf die Einfuhr oder den Handel mit Drogen steht die Todesstrafe, und zwar zwingend (ohne richterlichen Spielraum) ab bestimmten Mengen!

Was kostet was:

Kaffee: Unter einen S$ im Local Coffeeshop bis zu zwölf S$ in manchen Hotels.
Bier: Zwischen vier und 14 S$ für lokales Bier. Importiertes ist im Generellen teurer.
Abendessen im Restaurant: Von 50 bis 150 S$.
Essen im Hawker Store: Drei bis 15 S$.
Disco-Eintritt: Ist meistens verbunden mit obskuren Promotions und kostet um die 20 S$.

Botschaften/konsulate:

Botschaft der Republik Singapur
Friedrichstr. 200
DE-10117 Berlin
Tel.: +49 (0)30-226343-0
E-Mail: info@singapore-embassy.de

German Embassy
40 Raffles Place
Singapore 048623
Tel.: +65 6533 6002
E-Mail: germany @singnet.com.sg
www.singapore.diplo.de

Consulate de la République de Singapou
Postfach 1910
CH-1215 Genève 15
Tel. : +41 (0)22 9296655
E-Mail : singpmp@planet.ch

Embassy of Switzerland
1, Swiss Club Link
Singapore 288 162
Tel.: +65 6468 5788
E-Mail: vertretung@sin.rep.admin.ch
www.eda.admin.ch/singapore

Austrian Embassy
P.O.B. 238
Singapore 912408
Tel.: +65 2354088-89

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