Stress mit dem Boss

Lautstark die Meinung geigen oder für immer schweigen? Beide varianten führen nicht ans Ziel. Wir zeigen wie sie als Mauerblümchen oder Draufgänger den richtigen Ton finden, um ihrem Boss den Marsch zu blasen.
November 13, 2015

Fotos: Shutterstock, Pöhm Seminarfactory
Stress mit dem Boss

Knallroter Kopf, schwitzende Hände, Herzrasen und dann doch wieder vor dem Chef die Klappe halten. Sie erkennen sich wieder? Aber hin und wieder sollten Sie den Boss auf etwaige Knautschzonen des Berufsalltags ansprechen. Ja, auch die leiseste Arbeitnehmer-Ameise!

Matthias Pöhm gilt als Deutschlands bester Rhetorik- und Schlagfertigkeitstrainer und rät allen, die bisher vielleicht noch nie den Mumm gehabt haben sollten Kritik am Boss zu üben, einmal richtig Tacheles zu reden: "Wer gegenüber seinem Chef von Zeit zu Zeit ordentlich Dampf ablässt, tut nicht nur etwas Gutes für sich und seine Gesundheit, sondern auch für das Unternehmen." Aus Angst um den Job wird offene Kritik meist nämlich lieber geschluckt. Dabei gilt im Arbeitsleben wie im Privaten: Wenn das Schweigen zu groß wird, ist die Beziehung am Kippen. Das vergiftete Betriebsklima drückt auf die Stimmung und schmälert dadurch die Arbeitsleistung.

Darum: Nehmen Sie allen Mut zusammen und auf geht’s in die Höhle des Löwen. Wenn Sie es dann letztendlich geschafft haben sollten und vor Ihrem Chef stehen, um ihm die Meinung zu geigen, achten Sie unbedingt darauf, Ihre Forderungen nicht als Vorwürfe zu formulieren. Ihr Vorgesetzter wird dies immer als Angriff gegen sich verstehen und mit einem Gegenangriff kontern. Formulieren Sie Ihr Problem deshalb sachlich, ruhig und präzise.

"Entweder Sie lernen, zu kritisieren oder Sie sagen und ändern lieber nichts."

Falls Sie Ihrem Chef Ihr derzeitiges Befinden mitteilen wollen, sprechen Sie immer in der Ich-Form. Schlagfertigkeitscoach Pöhm empfiehlt hier Sätze wie "Ich bin enttäuscht" anstatt "Sie enttäuschen mich" zu verwenden. Wenn Sie nämlich ständig in der Du-Form sprechen, bombardieren Sie Ihren Vorgesetzen regelrecht mit Vorwürfen. Bei der Ich-Form hingegen zeigen Sie direkt, was Sie sich wünschen, dass Sie aber auch Ihr eigenes Verhalten analysieren. Ihr Chef fühlt sich so nicht von vornherein angegriffen.

Wenig hilfreich ist es auch, wenn Sie versuchen, Ihren Vorgesetzten mundtot zu reden. Lassen Sie auch ihn zu Wort kommen. Verallgemeinerungen und Worte wie „immer“ und „nie“ gilt es ebenfalls zu vermeiden. Ziel sollte sein, dass Ihr Vorgesetzter einen sachlichen Einblick in Ihre Sichtweise bekommt. Ein heißer Tipp: Bedenken Sie immer, dass die Gestaltungsspielräume Ihres Vorgesetzten meist auch begrenzt sind, da er sich eventuell in einer sogenannten Sandwichposition befindet und selbst Druck von einer höheren Stelle bekommt.

Kurz zusammengefasst: Sind die Argumente gut, ist Moral nicht nötig. Sind sie es nicht, helfen Appelle auch nicht weiter. Sätze wie „Ich bin nicht der einzige, der das so sieht“ gehen in den meisten Fällen nach hinten los. Ein schlauer Chef fragt Sie jetzt nach Namen. Dann werden Sie entweder zur Petze oder Ihr Argument verpufft. Und damit haben Sie den den ultimativen Kritik-Fight auch schon verloren.

Fotos: Shutterstock, Pöhm Seminarfactory
Stress mit dem Boss

Knallroter Kopf, schwitzende Hände, Herzrasen und dann doch wieder vor dem Chef die Klappe halten. Sie erkennen sich wieder? Aber hin und wieder sollten Sie den Boss auf etwaige Knautschzonen des Berufsalltags ansprechen. Ja, auch die leiseste Arbeitnehmer-Ameise!

Matthias Pöhm gilt als Deutschlands bester Rhetorik- und Schlagfertigkeitstrainer und rät allen, die bisher vielleicht noch nie den Mumm gehabt haben sollten Kritik am Boss zu üben, einmal richtig Tacheles zu reden: "Wer gegenüber seinem Chef von Zeit zu Zeit ordentlich Dampf ablässt, tut nicht nur etwas Gutes für sich und seine Gesundheit, sondern auch für das Unternehmen." Aus Angst um den Job wird offene Kritik meist nämlich lieber geschluckt. Dabei gilt im Arbeitsleben wie im Privaten: Wenn das Schweigen zu groß wird, ist die Beziehung am Kippen. Das vergiftete Betriebsklima drückt auf die Stimmung und schmälert dadurch die Arbeitsleistung.

Darum: Nehmen Sie allen Mut zusammen und auf geht’s in die Höhle des Löwen. Wenn Sie es dann letztendlich geschafft haben sollten und vor Ihrem Chef stehen, um ihm die Meinung zu geigen, achten Sie unbedingt darauf, Ihre Forderungen nicht als Vorwürfe zu formulieren. Ihr Vorgesetzter wird dies immer als Angriff gegen sich verstehen und mit einem Gegenangriff kontern. Formulieren Sie Ihr Problem deshalb sachlich, ruhig und präzise.

"Entweder Sie lernen, zu kritisieren oder Sie sagen und ändern lieber nichts."

Falls Sie Ihrem Chef Ihr derzeitiges Befinden mitteilen wollen, sprechen Sie immer in der Ich-Form. Schlagfertigkeitscoach Pöhm empfiehlt hier Sätze wie "Ich bin enttäuscht" anstatt "Sie enttäuschen mich" zu verwenden. Wenn Sie nämlich ständig in der Du-Form sprechen, bombardieren Sie Ihren Vorgesetzen regelrecht mit Vorwürfen. Bei der Ich-Form hingegen zeigen Sie direkt, was Sie sich wünschen, dass Sie aber auch Ihr eigenes Verhalten analysieren. Ihr Chef fühlt sich so nicht von vornherein angegriffen.

Wenig hilfreich ist es auch, wenn Sie versuchen, Ihren Vorgesetzten mundtot zu reden. Lassen Sie auch ihn zu Wort kommen. Verallgemeinerungen und Worte wie „immer“ und „nie“ gilt es ebenfalls zu vermeiden. Ziel sollte sein, dass Ihr Vorgesetzter einen sachlichen Einblick in Ihre Sichtweise bekommt. Ein heißer Tipp: Bedenken Sie immer, dass die Gestaltungsspielräume Ihres Vorgesetzten meist auch begrenzt sind, da er sich eventuell in einer sogenannten Sandwichposition befindet und selbst Druck von einer höheren Stelle bekommt.

Kurz zusammengefasst: Sind die Argumente gut, ist Moral nicht nötig. Sind sie es nicht, helfen Appelle auch nicht weiter. Sätze wie „Ich bin nicht der einzige, der das so sieht“ gehen in den meisten Fällen nach hinten los. Ein schlauer Chef fragt Sie jetzt nach Namen. Dann werden Sie entweder zur Petze oder Ihr Argument verpufft. Und damit haben Sie den den ultimativen Kritik-Fight auch schon verloren.

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Reinkommen, Notizblock zücken und dem Boss 48 Vorwürfe à la „Warum haben Sie nicht …?!“ vor die Füße kübeln. Das macht jeden Gesprächspartner aggressiv. Sollten Sie tatsächlich dem ignoranten Despoten am liebsten die Nadelstreifen langziehen wollen, dann warten Sie besser einen Moment, bevor Sie ins Chefzimmer stürmen! Sie könnten am Mein-Boss-ist-doof-Syndrom leiden.

Diese Geisteshaltung eines Arbeitnehmer-Rambos ist nämlich gefährlich. Natürlich begegnet man im Berufsleben ab und an Menschen, die Mist bauen und schlechte Einfälle haben. Vielleicht ist sogar Ihr Chef so jemand. Dass Sie ihn deswegen für einen unfähigen Dilettanten halten, ist verständlich, spricht aber gegen Sie. Mag der Alle-sind-doof-außer-mir-Blickwinkel noch so realistisch sein: Wer so denkt, betrachtet sich früher oder später als edles Opfer einer Sippe aus Versagern. Solche Menschen werden unfähig, den Wert anderer Kollegen mit all ihren Macken und Fehlern anzuerkennen, ganz besonders dann, wenn diese hierarchisch über ihnen stehen. Sie werden arrogant, bitter und sind schließlich für kein Team mehr tragbar.

"Emotional gesteuerte Spontanangriffe sind immer gefährlich. nicht nur bei Kollegen, vor allem auch beim Boss."
Matthias Pöhm, Schlagfertigkeitscoach

Schlagfertigkeitscoach Matthias Pöhm rät allen, die unzufrieden sind, sich vor der Aussprache wenigstens die Mühe zu machen, seiner Kritik konkrete Konturen zu geben: "Auch sollte man zu Beginn des Gesprächs seinem Chef sagen, was man an ihm schätzt. Selbst wenn das heißt, dass man sich erst selbst disziplinieren muss, um wieder auf normales Blutdruckniveau zu kommen." Weiters sollte man laut Pöhm das Wort "Aber" nicht verwenden. Viel besser ist: "Ich habe eine Idee." Allgemeines Herumnörgeln disqualifiziert einen nämlich, ein überlegter Auftritt mit konkreten Vorschlägen dagegen vermittelt Souveränität. Es ist nun einmal so: Wer ohne eine Strategie bei seinem Chef anklopft, um ihn zu kritisieren, blitzt in der Regel sofort ab. Die meisten Führungspersönlichkeiten assoziieren Kritik mit Schwäche und reagieren deshalb dünnhäutig.

Für Pöhm ist es auch essenziell wichtig, Klartext zu reden. Allerdings sollte man dabei seine Gefühle immer unter Kontrolle haben: "Emotional gesteuerte Spontanangriffe sind zudem immer gefährlich, selbst gegenüber Kollegen." Denn wer sich dabei persönlich gekränkt fühlt, sinnt meist auf Rache. Außerdem wirken solche emotionalen Eruptionen auch nicht gerade souverän. Dennoch macht es Sinn, später bei aller sachlichen Kritik auch Gefühle zum Thema zu machen, damit der Chef weiß, wie seine Poltereien ankommen. Gegenseitige Wertschätzung ist schließlich die Grundvoraussetzung für eine gute Zusammenarbeit. Wer den Häuptling dann auch noch ausreden lässt, obwohl sein scheinbares Gelaber jeden halbwegs vernünftigen Menschen vor Wut kochen lässt, bekommt eine Taktikmedaille.

Das Wichtigste zum Schluss: Zeigen Sie zu jeder Zeit Respekt! Der Typ ist nämlich nach wie vor Ihr Boss.

So lässt man beim Chef Dampf abSo lässt man beim Chef Dampf ab
Mit perfekter Vorbereitung und dem richtigen Feeling kann man dem Chef ruhig die Leviten lesen. Doch es kommt darauf an, die Kritik richtig zu verpacken.

01 Mündlich kritisieren
Kritik sollte in jedem Fall immer mündlich vorgebracht werden. Ein verbreiteter Fehler ist, dass schriftlich kritisiert wird. Das Kritikgespräch sollte auch immer unter vier Augen und wenn möglich im Büro des Vorgesetzten stattfinden. Sammeln Sie zuerst Argumente, mit denen die Kritik untermauert werden kann.

02 Zeitpunkt
Nicht zu lange mit der Kritik warten. Der beste Zeitpunkt zu einem Gespräch ist kurz nach dem Vorfall, wenn die Betroffenen Zeit haben und niemand unter Druck steht. Reagieren Sie nie spontan auf kritikwürdige Vorfälle. Der innere Abstand ist wichtig, damit Emotionen nicht dominieren.

03 Die Vorbereitung
Sie sollten Ihrem Vorgesetzten gut vorbereitet entgegentreten. Sammeln Sie erst Argumente, mit denen die Kritik untermauert werden kann. Stimmen Sie sich vor dem Gespräch positiv ein und halten Sie Blickkontakt. Sie können zum Beispiel alle zusätzlichen Aktivitäten aufführen, die Sie beruflich unternommen haben.

04 Das Gespräch
Das Konfliktgespräch nicht mit Vorwürfen beginnen. Zeigen Sie, dass es Ihnen um die Verbesserung einer Situation geht. Nie rechthaberisch, überheblich, verallgemeinernd, interpretierend oder drohend argumentieren. Menschen, die sich persönlich angegriffen fühlen, reagieren auf Kritik negativ.

05 Fakten vs. Emotion
Beschreiben Sie die Fakten konkret, indem Sie das Beispiel genau schildern. Die Sache und nicht die Person ist wichtig. Bleiben Sie objektiv und sachlich. Gefühlsausbrüche sind tabu. Bieten Sie auch flexible Lösungen zum Problem an. Zeigen Sie auf, dass auch Ihr Gegenüber Vorteile von diesen vorgeschlagenen Lösungen hat.

06 Kurz und Bündig
Man sollte sein Anliegen so kurz und prägnant formulieren, dass dieses in einer Aufzugfahrt untergebracht werden kann. Durchschnittlich dauert so eine Fahrt 30 Sekunden, sodass man schnell zum Punkt kommen muss. Kritik in so kurzer Zeit zu formulieren, muss jedoch erst ausführlich geübt werden.

07 Zuhören
Fragen Sie nach, wie der Kritisierte die Sache sieht. Gehen Sie auf die Argumente des Gesprächspartners ein. Hören Sie zu. Nie rechthaberisch, überheblich, verallgemeinernd oder drohend argumentieren. Menschen, die sich persönlich angegriffen fühlen, reagieren auf Kritik in den meisten Fällen nämlich negativ.

08 Taktvoll bleiben
Sollten Sie Kritik äußern, seien Sie vorsichtig, dass der Chef diese nicht missversteht oder dadurch gekränkt wird. Auch Chefs sind Menschen und haben Gefühle. Es ist zwar wichtig, Missstimmungen zu äußern, aber es kommt darauf an, wie Sie das tun. Versuchen Sie es erst einmal durch die Blume zu sagen.

09 Nachhaken
Nicht immer können Chefs im Gespräch konkrete Antworten geben. Dann können Sie Ihre Bitte zum Beispiel so formulieren: "Ich verstehe, wenn Sie derzeit zu diesem Thema noch nichts sagen können. Wann darf ich Sie diesbezüglich wieder ansprechen, da mich Ihre Einschätzung sehr interessiert?"

10 Positiv beenden
Beenden Sie das Gespräch positiv und mit einer freundlichen Geste, zum Beispiel mit einem Dank für das Verständnis. Wenn Sie zufrieden sind und alles nach Ihren Vorstellungen gelaufen ist, können Sie das Ihrem Chef mitteilen. Er wird sich dann gut fühlen und wissen, dass er das Mitarbeitergespräch erfolgreich geführt hat.

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