Bar Misera, Antwerpen: Komm für Wein, bleib fürs Essen
Es wäre schön, wenn die Bar Misera noch ein Geheimtipp wäre. Einer dieser Orte, den man nach dem ersten Besuch nur jenen Freunden weitersagt, die ihn wirklich zu schätzen wissen. Wer aber schon dort war, weiß, dass man sich ein bisschen bemühen muss, um einen Platz zu bekommen.

Es wäre schön, wenn die Bar Misera noch ein Geheimtipp wäre. Einer dieser Orte, den man nach dem ersten Besuch nur jenen Freunden weitersagt, die ihn wirklich zu schätzen wissen. Wer aber schon dort war, weiß, dass man sich ein bisschen bemühen muss, um einen Platz zu bekommen.


Zu Recht: Die Bar Misera gehört zum kleinen Kosmos von Nicolas Misera, also zu jenem Umfeld, in dem nebenan auch das Restaurant Misera läuft, das in der „50 Best Discovery“-Liste und mit einem Stern im Guide Michelin geführt wird.
Dass der Namenspatron weiß, was er tut, erkennt man schon am Lebenslauf. Nicolas Misera ist nicht nur der Sohn des einst jüngsten Sternekochs Belgiens, sondern hat vor seinem eigenen Projekt jeweils einen Stern für das Carcasse und das AirRepublic erkocht. Was er gemeinsam mit Co-Eigentümerin Yasmin Weyn hier geschaffen hat, ist nicht etwa ein Ableger des Schwesterrestaurants, der Fine Dining auf Barhocker schrumpft.


Kulinarisch bewegt sich das Lokal zwischen Weinbar und Marktküche. Vorhänge sorgen für Intimität, Vintagestühle um kleine Marmortische für den Bistro-Vibe. Interessanter ist aber, womit sich die Tische füllen: Gerichte, die beeindrucken, ohne sich aufdrängen zu wollen: Sardinen als Snack zu Beginn, oder Wulken mit feiner Aioli, Steinbutt auf der Gräte, Pommes Dauphines, später vielleicht eine Dame Blanche mit Vanille und salzigem Crunch.
Wichtig ist dabei auch das Glas. Sommelier Trésor Vets, zuvor unter anderem im The Jane, sorgt für eine Weinauswahl, die dem kulinarischen Niveau alle Ehre macht.