Hotel-Office statt Homeoffice: Hotels werben in Corona-Krise um Tagesgäste

Wem im Homeoffice die Decke auf den Kopf fällt, der soll gerne ins Hotel umziehen. Mit diesem Vorschlag werben jetzt mehrere Hotels. Platz genug haben sie - denn "normale" Gäste gibt es wegen der anhaltenden Coronavirus-Pandemie kaum noch.
März 31, 2020

 

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Weil wegen der Corona-Pandemie Übernachtungsgäste ausbleiben, bieten zahlreiche Hotels inzwischen tagsüber Arbeitszimmer für Home-Office-Geplagte an.

„Raus aus dem Home-Office und rein in das Hotel-Office“

„Raus aus dem Home-Office und rein in das Hotel-Office“ wirbt beispielsweise das Hotel am „Düsseldorfer Platz“ in Ratingen für Zimmer mit großzügigem Arbeitsbereich – auch frisch gepresster Orangensaft für das Immunsystem werde gereicht. Das Lüdenscheider Mercure Hotel preist auf Facebook Tageszimmer für alle an, „die stressfrei arbeiten möchten“. Nachgefragt werde das Angebot bislang jedoch nicht, wie es aus Lüdenscheid heißt.

Auch der Mülheimer Hotelier Moncef Mahmoudi setzt in der Corona-Krise auf Tagesgäste, die zum Arbeiten einen Schreibtisch, Wlan und Ruhe von der Familie brauchen: „Ich höre immer wieder, dass zuhause das Arbeiten gar nicht so leicht ist, wenn vielleicht die Kinder auch zuhause sind oder es einfach an Rückzugsmöglichkeiten fehlt“, sagte der Hoteldirektor des Best Western Hotels im Forum Mülheim.

„Nicht jeder hat optimale Bedingungen für das Arbeiten in den eigenen vier Wänden“

Da viele Unternehmen aufgrund der Corona-Krise ihre Mitarbeiter ins Homeoffice schicken haben müssen, allerdings nicht alle Mitarbeiter über optimale Gegebenheiten für ein Arbeiten von Zuhause verfügen, stellen viele Hotels der BWH Hotel Group Central Europe derzeit ihre Hotelzimmer als Homeoffices zur Verfügung.

Die meisten Hotels der Gruppe haben ihren Betrieb weiterhin geöffnet und bieten das Angebot „Homeoffice im Hotelzimmer“ an. Die angebotenen Räumlichkeiten verfügen über großzügige Schreibtische, komfortable Sitzmöglichkeiten sowie eine schnelle, stabile Internetverbindung, um einen Arbeitstag bequem und ungestört für jedermann zu ermöglichen. Die Vermietung findet dabei tages- und wochenweise statt und die Preise sind je nach Hotel unterschiedlich.

Hotels bieten Übernachtungen für Corona-Hilfskräfte an

„Hotels, die in der aktuellen Krise die Stellung halten, gebührt mein voller Respekt. Denn auch wenn derzeit private Übernachtungen untersagt sind, helfen diese Hotels in der Krise mit Übernachtungsangeboten jenen Menschen, die jetzt unterwegs übernachten müssen, wie Außendienstmitarbeiter, LKW-Fahrer, Hilfskräfte, Pflegepersonal, Ärzte in Bereitschaft, Polizei oder Feuerwehr – alle Menschen, die das ganze Land in diesen Zeiten so großartig unterstützen. Aber auch das Angebot von Hotels, Zimmer als Homeoffices zur Verfügung zu stellen, gehört zu den positiven Beispielen, wie Hotels in der Krise unterstützen können“, erklärt Marcus Smola, Geschäftsführer der BWH Hotel Group Central Europe GmbH.

Auch die Frankfurter Achat Hotelgruppe bietet seit kurzem individuelle Angebote für das Arbeiten im „Hotel-Office“ an.
„Seit touristische Übernachtungen aufgrund der Corona-Krise von der Regierung verboten wurden, stehen die Hotels so gut wie leer“, verdeutlicht Tabea Schalkowsky, Marketingmanagerin der Achat-Hotelgruppe, das Problem.

Viele Firmen würden ihre Mitarbeiter anweisen, ins Homeoffice zu gehen und dabei laut Schalkowsky nicht berücksichtigen, dass die dafür notwendigen Voraussetzungen, wie eine gute Internetverbindung oder die nötige Ruhe, zuhause oft nicht gegeben wären. Außerdem sei das Führen von vertraulichen Gesprächen zu Hause auch nicht möglich.

„Not-Konzepte“ nicht mehr als ein Strohhalm für die Branche

„Jede kreative Idee, die in der derzeitigen Situation noch für Umsätze sorgt, ist natürlich gut“, sagt Thorsten Hellwig, Sprecher der Branchenverbandes Dehoga. „Aber mehr als ein Strohhalm kann das für die meisten nicht sein.“

Das Geschäftsmodell der Gastronomie und des Hotelgewerbes basiere auf Austausch, gemeinsamem Genuss und dem Zusammenkommen von Menschen. „Konzepte wie Hotel-Offices oder auch Bring- und Lieferdienste der Gastronomie können die Branche nicht dauerhaft retten“, so Hellwig.

 

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