Deutschland: Immer mehr Länder streichen Ungeimpften Lohnersatz bei Quarantäne

Deutschlands Gesundheitsminister Jens Spahn will den Druck auf Ungeimpfte erhöhen. Ungeimpfte sollen den Anspruch auf Lohnerstattung bei Quarantäne verlieren. Zwei Bundesländer haben den Zahlungsstopp schon beschlossen.
September 10, 2021 | Fotos: Shutterstock/Billion Photos

In Deutschland kommt die Corona-Impfkampagne ins Stocken. Gleichzeitig steigen die Infektionszahlen. Nach dem Infektionsgesetz stehen Ersatzzahlungen allen zu, die wegen einer amtlich angeordneten Quarantäne Lohnabstriche einbüßen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will jetzt, dass ungeimpfte Arbeitnehmer keinen Lohnersatz mehr bekommen. Die ersten Bundesländer haben schon den Beschluss gefasst, dies durchzuziehen: Baden-Württemberg will ab 15. September und Rheinland-Pfalz ab 1. Oktober nicht mehr zahlen, wenn eine Quarantäne durch die Impfung hätte vermieden werden können.

Patient verweigert Impfung
Wer sich nicht impfen lassen will, muss mit immer mehr Einschränkungen und Nachteilen leben – als Nächstes fallen in mehreren Bundesländern Deutschlands die Lohnersatzzahlungen bei Quarantäne, wenn der Arbeitnehmer nicht geimpft ist

In Deutschland kommt die Corona-Impfkampagne ins Stocken. Gleichzeitig steigen die Infektionszahlen. Nach dem Infektionsgesetz stehen Ersatzzahlungen allen zu, die wegen einer amtlich angeordneten Quarantäne Lohnabstriche einbüßen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will jetzt, dass ungeimpfte Arbeitnehmer keinen Lohnersatz mehr bekommen. Die ersten Bundesländer haben schon den Beschluss gefasst, dies durchzuziehen: Baden-Württemberg will ab 15. September und Rheinland-Pfalz ab 1. Oktober nicht mehr zahlen, wenn eine Quarantäne durch die Impfung hätte vermieden werden können.

Patient verweigert Impfung
Wer sich nicht impfen lassen will, muss mit immer mehr Einschränkungen und Nachteilen leben – als Nächstes fallen in mehreren Bundesländern Deutschlands die Lohnersatzzahlungen bei Quarantäne, wenn der Arbeitnehmer nicht geimpft ist

Am Ende sind es die Steuerzahler, die die Lohnersatzleistung finanzieren – für jemanden, der sich hätte impfen lassen können
argumentiert Jens Spahn den Vorschlag, Lohnersatzzahlungen für Ungeimpfte zu kippen

Spahn sehe nicht ein, warum auf Dauer andere zahlen sollten, wenn sich jemand nicht für die kostenlose Impfung entscheide, wenn er könnte. Neben den beiden Bundesländern, die schon einen Termin für den Beginn der neuen Regelung festgelegt haben, wollen auch andere nachziehen: In Hessen, Bayern und Nordrhein-Westfahlen zeichne sich der Süddeutschen Zeitung zufolge schon entsprechende Entscheidungen ab. Andere setzen sich für eine bundesweit einheitliche Regelung ein.

Berlin bleibt bei Ersatzzahlungen für Ungeimpfte

Berlin hingegen stellt sich gegen die Streichung der Entschädigungen. Quarantänepflichten könnten derzeit auch für Geimpfte gelten, erklärte ein Sprecher der Berliner Senatsverwaltung für Finanzen gegenüber dem Tagesspiegel.

Auch in Österreich müssen Ungeimpfte nicht mit einem solchen Schritt rechnen, meint jedenfalls der Arbeitsrechtsexperte Philipp Brokes. “Wenn jemand in Quarantäne kommt, dann regelt das Epidemiegesetz, unabhängig vom Verschulden, dass der Lohn fortgezahlt wird”, zitiert ihn die Krone. Der Sinn dahinter: Angestellte sollen nicht in Versuchung kommen, eine Corona-Infektion zu verheimlichen und trotzdem arbeiten zu gehen.

Karl Lauterbach (SPD) sieht die Lohnabzüge als eine verfrühte Maßnahme an. “Nicht alle Ungeimpfte sind Querdenker, viele haben wir mit unserer Kampagne einfach noch nicht erreicht”, schrieb er auf Twitter. Mit Donnerstag wurden erst 62 Prozent der Deutschen vollständig geimpft.

Werde jetzt kostenlos Rolling Pin-Member.

Als Rolling Pin-Member kommst Du in den Genuss unzähliger Vorteile:
Zugriff auf alle Artikel, Videos & Masterclasses der besten Köche der Welt, 50 % Rabatt auf Rolling Pin.Convention Tickets, Exklusive Branchen-Insights & Inspiration u.v.m.
Und das vollkommen kostenlos.
Bereits über 120.000 Member.
Login für bestehende Member
Wähle deinen Zugang:

Top Arbeitgeber