Jahrzehnte im Michelin-Olymp: Die längstgedienten 3-Sterne-Restaurants
Drei Michelin-Sterne sind das Maximum. Ein Ritterschlag für eine Küche, die eine eigene Reise wert ist. Noch seltener: diesen Status über Jahrzehnte zu halten. Die fünf längsten Drei-Sterne-Serien führen allesamt – wenig überraschend – in das Land, in dem der Guide Michelin erfunden wurde.
Drei Michelin-Sterne sind das Maximum. Ein Ritterschlag für eine Küche, die eine eigene Reise wert ist. Noch seltener: diesen Status über Jahrzehnte zu halten. Die fünf längsten Drei-Sterne-Serien führen allesamt – wenig überraschend – in das Land, in dem der Guide Michelin erfunden wurde.
Platz 5: Les Prés d’Eugénie – seit 1977
Michel Guérard machte Les Prés d’Eugénie in Eugénie-les-Bains zu einer der großen Adressen der Nouvelle Cuisine. Er verband französische Grande Cuisine mit Leichtigkeit, Eleganz und seiner berühmten „Cuisine minceur“. Der dritte Stern kam 1977. Seitdem hält das Restaurant die höchste Michelin-Auszeichnung durchgehend.

Nach Guérards Tod im Jahr 2024 steht das Haus weiter unter besonderer Beobachtung. In der Küche führt Hugo Souchet das Erbe fort, getragen von einer Familie, die aus dem Restaurant ein kulinarisches Gesamtkunstwerk gemacht hat. Der Stil: klassisch, poetisch, luxuriös, stark in der französischen Tradition verwurzelt. Les Prés d’Eugénie ist damit einer der letzten großen Zeugen jener Zeit, in der Frankreich die Regeln der modernen Hochküche neu schrieb.
Platz 4: L’Auberge de l’Ill – 1967 bis 2019, 51 Jahre
Die L’Auberge de l’Ill in Illhaeusern war über ein halbes Jahrhundert lang eine der großen Konstanten des Guide Michelin. Die Familie Haeberlin holte 1952 den ersten Stern, 1957 den zweiten und 1967 schließlich den dritten. Danach blieb das elsässische Haus 51 Jahre lang in der höchsten Michelin-Kategorie. Erst im Guide 2019 fiel die Bewertung auf zwei Sterne.

Das Restaurant steht für eine Form von Luxus, die nie laut werden musste. Fluss, Fachwerk, Elsass, große Saucen, berühmte Klassiker wie die Froschschenkel-Mousseline und eine Küche, die Marc Haeberlin über Jahrzehnte weiterentwickelte.
Platz 3: L’Auberge du Pont de Collonges / Restaurant Paul Bocuse – 1965 bis 2020, 55 Jahre
Paul Bocuse ist einer der ganz großen Namen in der Welt der Haute Cuisine. Sein Restaurant in Collonges-au-Mont-d’Or bei Lyon bekam 1965 den dritten Stern und hielt ihn bis 2020. 55 Jahre lang stand das Haus ganz oben im Guide Michelin.

Bocuse machte aus seinem Stammhaus einen Wallfahrtsort der französischen Küche. Hier ging es um Trüffelsuppe, Bresse-Huhn, große Gesten, viel Butter, viel Geschichte und ein Selbstverständnis, das nur wenige Restaurants weltweit entwickeln. Als Michelin den dritten Stern 2020 entzog, war es ein Einschnitt in die französische Gastronomiegeschichte. Das Restaurant blieb exzellent, verlor jedoch den Status als längstdienender Drei-Sterne-Tempel seiner Zeit.
Platz 2: Maison Troisgros – seit 1968
Maison Troisgros ist der aktive Rekordhalter unter den großen Drei-Sterne-Häusern der Nachkriegszeit. Die Höchstwertung kam 1968. Damit hält die Familie Troisgros die Höchstwertung inzwischen bald 60 Jahre lang.
Die Geschichte begann in Roanne und wurde zur Legende der Nouvelle Cuisine. Pierre und Jean Troisgros prägten eine neue Leichtigkeit, ihr Lachs mit Sauerampfer wurde zu einem der berühmtesten Gerichte des 20. Jahrhunderts. Später führte Michel Troisgros das Haus weiter, verlegte es nach Ouches und öffnete die Küche stärker Richtung Natur, Säure, Gemüse, Klarheit und Reduktion. Heute steht César Troisgros für die nächste Generation am Herd.
Platz 1: La Tour d’Argent – 1933 bis 1996, 63 Jahre
Streng historisch führt an La Tour d’Argent kein Weg vorbei. Das Pariser Traditionsrestaurant erhielt 1933 drei Michelin-Sterne, im ersten Jahr, in dem Michelin diese höchste Auszeichnung für Pariser Restaurants vergab. 1996 entzog der Guide dem Haus den dritten Stern. Das ergibt rund 63 Jahre an der Spitze.
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Der Blick auf Notre-Dame, die legendäre Entenpresse, die nummerierten Enten, die gigantische Weinkarte – all das machte das Restaurant zu einem der bekanntesten kulinarischen Orte der Welt. Heute wird La Tour d’Argent unter Chefkoch Yannick Franques im Guide Michelin Frankreich mit einem Stern geführt. Der Drei-Sterne-Rekord bleibt trotzdem ein Kapitel für sich. Denn kaum ein anderes Restaurant zeigt so deutlich, wie stark Michelin-Geschichte, französische Grandeur und gastronomische Folklore miteinander verwoben sind.