Schatten über Noma: René Redzepi reagiert auf Gewaltvorwürfe
Derzeit bereitet sich das Noma-Team um René Redzepi auf sein exklusives Pop-up in Los Angeles vor. Anfang des Jahres hatte der Mitbegründer der “New Nordic Cuisine” das Projekt vorgestellt. Schlagzeilen machte vor allem der Preis pro Gast: satte 1500 US-Dollar. Das Pop-up ist umstritten, nicht nur wegen des Preises – seit seiner Ankündigung holen Redzepi die Geister seiner düsteren Vergangenheit wieder ein.

Derzeit bereitet sich das Noma-Team um René Redzepi auf sein exklusives Pop-up in Los Angeles vor. Anfang des Jahres hatte der Mitbegründer der “New Nordic Cuisine” das Projekt vorgestellt. Schlagzeilen machte vor allem der Preis pro Gast: satte 1500 US-Dollar. Das Pop-up ist umstritten, nicht nur wegen des Preises – seit seiner Ankündigung holen Redzepi die Geister seiner düsteren Vergangenheit wieder ein.

In einem umfassenden Bericht der New York Times berichten 35 ehemalige Mitarbeiter von physischer und psychischer Gewalt, die weit über den ohnehin harten Küchenalltag hinausgegangen sein soll.
Die Schilderungen reichen von öffentlichen Demütigungen – wie einer Episode aus dem Jahr 2014, in der das gesamte Team bei Eiseskälte zusehen musste, wie ein Sous-Chef drangsaliert wurde – bis hin zu Vorwürfen von Schlägen und Einschüchterungen. Ehemalige Angestellte beschreiben die Atmosphäre im Kopenhagener Spitzenrestaurant als einen Zustand permanenter Angst. „Zur Arbeit zu gehen fühlte sich an wie ein Kriegseinsatz“, zitiert die Zeitung eine ehemalige Köchin.
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Redzepis Entschuldigung: „Ich habe mich verändert“
René Redzepi, der bereits in der Vergangenheit offen über sein Temperament sprach und sich als „Bestie“ bezeichnete, reagierte gegenüber der Times mit einer persönlichen Stellungnahme. Er räumt ein, dass sein Führungsstil in der Vergangenheit zerstörerisch war:
„Obwohl ich nicht alle Details in diesen Geschichten wiedererkenne, sehe ich doch genug von meinem früheren Verhalten darin widergespiegelt, um zu verstehen, dass mein Handeln den Menschen, die mit mir zusammengearbeitet haben, geschadet hat. Denjenigen, die unter meiner Führung, meinem schlechten Urteilsvermögen oder meiner Wut gelitten haben, möchte ich mein tiefstes Bedauern aussprechen. Ich habe daran gearbeitet, mich zu ändern.“
Der Noma-Chef betont, dass er sich seit Jahren in Therapie befinde, um sein Aggressionsmanagement zu verbessern, und sich weitgehend aus dem operativen Tagesgeschäft der Küche zurückgezogen habe.
Ein Imperium im Wandel
Die Vorwürfe treffen Redzepi zu einem kritischen Zeitpunkt. Nachdem das Noma in seiner bisherigen Form als Restaurant Ende 2024 schloss, um sich als „Noma Projects“ neu zu erfinden, steht seine persönliche Marke mehr denn je im Fokus. Das Noma-Management verweist darauf, dass der Betrieb heute über moderne HR-Strukturen und deutlich verbesserte Arbeitsbedingungen verfüge.
Für die Branche bleibt die Frage: Kann die kreative Genialität, die das Noma fünfmal an die Spitze der „World’s 50 Best“ führte, die Schatten der Vergangenheit jemals ganz hinter sich lassen?