Otto Stehlik – Afrikas wichtigster Hotelmanager

Der Löwe aus Österreich - Zu seinen Unternehmen „Protea Hotels“ zählen 140 Hotels in ganz Afrika. Nun plant der Österreicher Otto Stehlik die Expansion nach Europa und an den Persischen Golf.
November 13, 2015

Fotos: Protea Hotels
Otto Stehliks Protea Hotels

Der Löwe aus Österreich – Zu seinen Unternehmen „Protea Hotels“ zählen 140 Hotels in ganz Afrika. Nun plant der Österreicher Otto Stehlik die Expansion nach Europa und an den Persischen Golf.

ROLLING PIN: Sie sind Gründer der mittlerweile größten Hotelkette Afrikas und wollen nun expandieren. Wohin genau?
Otto Stehlik: Neben den 14 Neuprojekten in dem Aufschwungsland Nigeria und den zusätzlichen Eröffnungen in Südafrika stehen wir im Moment mit London und Dubai in Verhandlung. Durch unsere 100.000 Procard-Holder wissen wir, dass es an diesen Standorten Bedarf gibt, den wir decken können.

RP: Nigeria spielt für Europäer und Amerikaner touristisch betrachtet kaum eine Rolle. Warum die immense Expansion in diesem Staat?
Stehlik: Wir haben bereits 12 Häuser in Nigeria, die alle sehr gut laufen. Die Entwicklungszahlen zeigen ein Wirtschaftswachstum von 7 bis 10 Prozent und es zeichnet sich eine immer größer werdende touristische Zielgruppe ab. Das Land selbst ist mit 150 Millionen Einwohnern und steigendem Lebensstandard zudem ein potenzieller Gästestamm.

RP: Dass Sie ein Gefühl dafür besitzen, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu investieren, haben Sie mit dem Erfolg der „Protea Hotels“ bewiesen. Wie kam es dazu?
Stehlik: Als ich 1970 nach Südafrika einreiste, war…

Fotos: Protea Hotels
Otto Stehliks Protea Hotels

Der Löwe aus Österreich – Zu seinen Unternehmen „Protea Hotels“ zählen 140 Hotels in ganz Afrika. Nun plant der Österreicher Otto Stehlik die Expansion nach Europa und an den Persischen Golf.

ROLLING PIN: Sie sind Gründer der mittlerweile größten Hotelkette Afrikas und wollen nun expandieren. Wohin genau?
Otto Stehlik: Neben den 14 Neuprojekten in dem Aufschwungsland Nigeria und den zusätzlichen Eröffnungen in Südafrika stehen wir im Moment mit London und Dubai in Verhandlung. Durch unsere 100.000 Procard-Holder wissen wir, dass es an diesen Standorten Bedarf gibt, den wir decken können.

RP: Nigeria spielt für Europäer und Amerikaner touristisch betrachtet kaum eine Rolle. Warum die immense Expansion in diesem Staat?
Stehlik: Wir haben bereits 12 Häuser in Nigeria, die alle sehr gut laufen. Die Entwicklungszahlen zeigen ein Wirtschaftswachstum von 7 bis 10 Prozent und es zeichnet sich eine immer größer werdende touristische Zielgruppe ab. Das Land selbst ist mit 150 Millionen Einwohnern und steigendem Lebensstandard zudem ein potenzieller Gästestamm.

RP: Dass Sie ein Gefühl dafür besitzen, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu investieren, haben Sie mit dem Erfolg der „Protea Hotels“ bewiesen. Wie kam es dazu?
Stehlik: Als ich 1970 nach Südafrika einreiste, war die ansässige Hotelindustrie eine der besten. Ein Zeugnis aus einem der hier ansässigen Luxushotels war in Europa viel wert, die Einwanderungsverhältnisse waren positiv und ich auf der Suche nach Herausforderungen. In der Eröffnung des „Herengracht Hotels“ in Johannesburg sah ich meine Chance, das Hotel stieg binnen zwei Jahren zu einem der Top-4-Häuser in der Welt auf und ich bis 1977 zum Managing Director. Diese Beförderung fiel genau auf den Zeitpunkt der Sanktionen gegen Südafrika, die den Tourismus zum Erliegen brachten.

„Man muss die Chancen erkennen, die in scheinbar unlösbaren Problemen stecken.“

 

RP: Warum sind Sie dann geblieben?
Stehlik: Der gesamte amerikanische Markt brach von heute auf morgen weg – und niemand wusste, was weiter passieren wird. Ich habe gerade das Hotel übernommen und damit eine Verantwortung. Viele meiner europäischen Kollegen sind gegangen. Ich aber hielt es mit Jean-Jacques Rousseau: „Man muss die Chancen erkennen, die in scheinbar unlösbaren Problemen stecken.“ Zudem blickte ich optimistisch in die Zukunft, denn, wie gesagt, niemand wusste, was passieren wird.

RP: Welche Chancen waren es, die Sie in dieser Situation erkannten?
Stehlik: Diese Sanktionen haben zu Beginn den Wirtschaftszweig Tourismus versanden lassen, doch durch sie kam es schließlich zu einer Reihe von Reformen. Eine davon führte dazu, dass Nelson Mandela freigelassen wurde. Und diese neue Situation brachte einen Tourismusboom mit Steigerungsraten von bis zu 50 Prozent, natürlich ausgehend von einer geringen Basis. Doch zu diesem Zeitpunkt war die Hotelindustrie Südafrikas in einer Sackgasse angelangt und die Banken saßen auf hohen Hotelinvestments für die ein Management gebraucht wurde.

RP: Und das brachte Sie auf die Idee der „Protea Hotels“?
Stehlik: Ja. 1984 gründete ich meine Betreiberfirma mit dem Grundsatz, Hotels mit Potenzial mit dem passenden Management wieder nach vorne zu bringen. Mit vier Hotels habe ich begonnen, im ersten Jahr erhöhte ich das Portfolio auf 26 und bis Jahresende 2010 werden es 150 sein, aufgeteilt auf die 3- bis 4-Sterne-Kategorien „Protea Hotel Fire & Ice“, „Protea Hotel“ und die Luxusmarke „African Pride“.

RP: Wenn Sie von passendem Potenzial sprechen, was meinen Sie damit?
Stehlik: Der Leitspruch, nach dem ich Hotels suche und verwalte, lautet: „To take hotels which could do better if they were managed and marketed better and to manage and market them better.“ Unser Corebusiness ist es, bankrotte Hotels, sei es nun aus finanzieller oder struktureller Sicht, von Banken oder Besitzen zu übernehmen. Diese Hotels führen wir dann auf Management- oder Franchisebasis gegen eine gewisse Gebühr. Die Hotels werden von uns kernsaniert und mit einem passenden Führungsteam ausgestattet. Dabei heben wir die verwalteten Hotels um jeweils eine Kategorie nach oben. Mittlerweile haben wir die Geschäftsstrategie aber weiterentwickelt und Greenfieldprojekte befinden sich auch in unserem Portfolio, also Hotels, deren Planung, Bau und Konzeption ebenso in unseren Händen liegen.

RP: Wie groß sind die Investmentsummen bei diesen Greenfieldprojekten?
Stehlik: Nachdem die Hotels von „African Pride“ den internationalen Standards für fünf Sterne entsprechen, liegen die Kosten bei etwa 150.000 bis 200.000 Euro pro Zimmer. Diese Summe werden wir auch für unsere Expansion in Europa und Dubai veranschlagen.

„Bis ende des Jahres 2010 wollen wir unser Portfolio auf 150 Häuser ausbauen.“

 

RP: Woher nehmen Sie die Manpower für die große Expansion der „Protea Hotels“?
Stehlik: Die Struktur der Mitarbeiter ist sehr einfach: Weniger als 10 Prozent der Angestellten sind Expats. Wir haben ein firmeneigenes Trainingsinstitut in Kapstadt, wo unsere Mitarbeiter genau nach unseren Brands geschult werden. Im Moment sind es über 300 Lernende, die das dreijährige Theorie- und Praxistrainingsprogramm absolvieren.

RP: Eine clevere Idee, bedenkt man, dass man so relativ günstiges Personal bekommt.
Stehlik: Durch diese Schulung weiß ich, was ich von meinem Personal erwarten kann und sie wissen, was das Unternehmen im Gegenzug von ihnen erwartet. Ein Großteil der Führungsebene durchlief das Programm. Ein Schwerpunkt unseres Managements ist das persönliche Service. Jeder Hotelmanager der „Protea Hotels“-Gruppe führt das Haus, als wäre es sein eigenes. Damit kristallisiert sich der USP der Gruppe heraus, für den wir bekannt werden wollen.

RP: Bekannt sind Sie auch durch Ihren Schachzug mit der australischen Konzerngruppe „Stella Hospitality Group“.
Stehlik: 2007 bekam ich ein fantastisches Angebot von „Stella“ (Anm. d. Red.: Laut Medienberichten handelte es sich um eine Summe von etwa 185 Millionen Euro), da diese sich zu einer Supergruppe formieren wollte. Die Übernahme fand während des Höhepunktes der Wirtschaftskrise statt und innerhalb der folgenden sechs Monate kam „Stella“ finanziell ins Trudeln. Auch, weil wir voll ausbezahlt worden sind. Schließlich musste sich „Stella“ zurückziehen und die Banken boten uns „Protea Hotels“ zum halben Verkaufspreis an. Und da kann man nicht „Nein“ sagen.

RP: Ihre Vision war es, Afrikas Nummer 1 in Sachen Hotel Operating Company zu werden. Das haben Sie bereits vor fünf Jahren erreicht – wohin geht der Weg?
Stehlik: Meine internationalen Ambitionen beginne ich zu verwirklichen. Was passieren wird, bleibt offen, die Chance werde ich aber nicht ungenützt lassen.

Herengracht Hotels

Mut ist der Motor

Der Österreicher Otto Stehlik ist der Kopf der Hotelindustrie Afrikas. Und begonnen hat er damit ohne einen Cent.

1970 betrat der Grieskirchner Otto Stehlik südafrikanischen Boden und die erste Sprosse auf der Leiter seiner fulminanten Karriere. Als Rezeptionist des Johannesburger „Herengracht Hotels“ arbeitete er sich binnen 7 Jahren zum Managing Director hoch. Doch sein wirklicher Aufstieg begann 1984. Er gründete ohne Startkapital die Betreiberorganisation „Protea Hotels“ mit dem Ziel, Hotels mit Potenzial aufzukaufen, upzugraden und besser zu managen. Heute unterstehen dem Unternehmen 140 Hotels der Marken „Protea Hotel Fire & Ice“, „Protea Hotel“ und der Luxusmarke „African Pride“, mittlerweile 30 davon im Eigenbesitz und bis Ende des Jahres sollen noch weitere 10 Hotels folgen. Das macht „Protea Hotels“ zu der größten Hotelkette Afrikas und Gründer und Chairman Stehlik zu einem der erfolgreichsten Auslandsösterreicher aller Zeiten.

www.proteahotels.com

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