There’s no biz like imbiss

Chris Töpperwien zog einst aus, um Los Angeles auf den Geschmack von Currywurst zu bringen. Heute gilt diese Mission als erfüllt. Und der Currywurst-König als Reality-TV-Star. Uns hat er verraten, wie er auf die Wurst kam.
November 13, 2015

Chris Töpperwien Foto: sven doornkaat photography

Wenn einer sagt, „Die Wurst in Amerika“, möchte ich, dass mein Gesicht daneben steht, das ist mein Ziel“, grinst Chris Töpperwien, der auch als die verbesserte Version von David Hasselhoff durchgehen könnte. Hehre Ziele, mögen manche nun denken. Aber es ist das Grinsen von einem, der weiß, dass er diesem Traum schon ein gutes Stück näher gekommen ist: Im Jahr 2013 verbuchte der 41-jährige Kölner 250.000 Euro Umsatz mit seinem No. 1 Currywurst Truck of Los Angeles. Dabei fing alles ganz unschuldig in einem Imbiss im Kaufhof an.

Würste für Amerika

Seit Anfang der 80er betrieben Töpperwiens Onkel und Tante in Köln eine Imbissbude. Den jungen Chris freut es – neben der Schule brutzelt er sich in die höheren Sphären der Currywurst und findet Gefallen daran. Deshalb lässt er den Brauch, im Imbiss auzuhelfen, auch während des Besuchs der Höheren Handelsschule und der Ausbildung zum Bürokommunikationskaufmann beim Deutschen Paketdienst nicht abreißen. Von 1984 bis 2004 ist es eine On-off-Brutzelei zwischen Chris und der Wurst. Der Traum vom Braten in Amerika setzt sich fest, aber erst mal kommt alles ganz anders: die esells Media Design Agentur in Köln wird gegründet. Dem Kreativgeist geht bei der PC-Arbeit jedoch schon bald die Lust ab … Das Jahr 2008 zieht ins Land und mit ihm Töpperwiens Hochzeitsreise nach L.A. Dort denkt sich der Selfmademan: „Eigentlich müsste man die Reichen aus Beverly Hills mit Luxuscurrywurst und Champagner versorgen …“ Im Gegensatz zur damaligen Ehefrau…

Chris Töpperwien Foto: sven doornkaat photography

Wenn einer sagt, „Die Wurst in Amerika“, möchte ich, dass mein Gesicht daneben steht, das ist mein Ziel“, grinst Chris Töpperwien, der auch als die verbesserte Version von David Hasselhoff durchgehen könnte. Hehre Ziele, mögen manche nun denken. Aber es ist das Grinsen von einem, der weiß, dass er diesem Traum schon ein gutes Stück näher gekommen ist: Im Jahr 2013 verbuchte der 41-jährige Kölner 250.000 Euro Umsatz mit seinem No. 1 Currywurst Truck of Los Angeles. Dabei fing alles ganz unschuldig in einem Imbiss im Kaufhof an.

Würste für Amerika

Seit Anfang der 80er betrieben Töpperwiens Onkel und Tante in Köln eine Imbissbude. Den jungen Chris freut es – neben der Schule brutzelt er sich in die höheren Sphären der Currywurst und findet Gefallen daran. Deshalb lässt er den Brauch, im Imbiss auzuhelfen, auch während des Besuchs der Höheren Handelsschule und der Ausbildung zum Bürokommunikationskaufmann beim Deutschen Paketdienst nicht abreißen. Von 1984 bis 2004 ist es eine On-off-Brutzelei zwischen Chris und der Wurst. Der Traum vom Braten in Amerika setzt sich fest, aber erst mal kommt alles ganz anders: die esells Media Design Agentur in Köln wird gegründet. Dem Kreativgeist geht bei der PC-Arbeit jedoch schon bald die Lust ab … Das Jahr 2008 zieht ins Land und mit ihm Töpperwiens Hochzeitsreise nach L.A.

Dort denkt sich der Selfmademan: „Eigentlich müsste man die Reichen aus Beverly Hills mit Luxuscurrywurst und Champagner versorgen …“ Im Gegensatz zur damaligen Ehefrau – mittlerweile ist er zum zweiten Mal verheiratet – ließ Töpperwien der Gedanke, zum Currywurst-König der USA zu werden, nicht mehr los. Er reist immer öfter an die Westküste und studiert die Food-Truck-Szene. 2011 entscheidet er, dass er es jetzt einfach mal macht. Die Krönung des Currywurst-Königs beginnt.

Wenn einer sagt „die Wurst in Amerika“, möchte ich,

dass mein Gesicht daneben steht.

Chris Töpperwien und sein designiertes Ziel

Mit deutschen Würsten an die Macht

Es ist Februar 2012 und Töpperwiens Voraussetzungen für den Start im hart umkämpften Food-Truck-Geschäft von L.A. sind gut – Erfahrung im Imbissgeschäft, betriebswirtschaftlicher Hintergrund, die nötige Portion Courage im Gepäck und den Sinn für ein umfassendes Konzept auf dem Reißbrett. „Von Anfang an hab ich alles hochprofessionell aufgezogen, inklusive komplett gebrandeten Produktportfolios, Social Media, Websites und des auffälligen Truckdesigns.“ Das aufwendige Marketingkonzept soll aber nicht über die mangelnde Qualität hinwegtäuschen. Im Gegenteil: Qualität ist im No. 1 Currywurst Truck das Nonplusultra. „Die Ware, die ich verkaufe, ist top. Tausende Trucks hier bieten nur Mist an. Ich hingegen bekomme meine acht verschiedenen handgemachten Würstchen von einem deutschen Metzger hier in der Stadt, ebenso wie die original deutschen Brötchen und das Sauerkraut. Die Holzpiekser, Currypulver und weißen Schälchen importiere ich aus Deutschland. Und die Sauce machen wir selbst, damit sie auch wirklich so schmeckt, wie sie soll.“

Der Unternehmer resümiert, dass die Leute das neue Streetfood anfangs nicht zu schätzen wussten. Über 50.000 Samples gab er über die Zeit raus. Das war nötig, um die Leute zu überzeugen. Und um gegenüber der Konkurrenz zu bestehen. Die formiert sich immerhin aus 6000 Food-Trucks, 300 davon sind Gourmet-Trucks wie der von Chris – hübsch beklebt und mit höherem Anspruch an die Qualität. Töpperwien: „Man muss das schon wirklich wollen, um davon leben zu können. Alles in allem komme ich auf monatliche Fixkosten von rund 10.000 Dollar, das muss man erst mal reinbekommen. Ich hab viele Neo-Food-Trucker kommen und gehen sehen.“ Bei der Unzahl von kulinarischen Varianten gilt es im Food-Truck-Geschäft, das eigene Produkt mit besonders viel Leidenschaft zu vermarkten. Seinen Miet-Truck hat er mittlerweile zurückgegeben und sich einen eigenen geleistet.

Töpperwiener im Onlineshop

In Töpperwiens Fall nimmt die Leidenschaft einen 15-Stunden-Arbeitstag in Anspruch. Aber nicht zuletzt darum kennt mittlerweile jeder – von Keanu Reeves bis Leonardo DiCaprio – den No. 1 Currywurst Truck of Los Angeles. „Das kann nur passieren, wenn du flexibel bist“, bestärkt Chris das Businessmodell Food-Truck. Töpperwien weiter: „Heute vergebe ich auch Franchiselizenzen und betreibe zwei Trucks in Südkalifornien – das ist ideal, mit mehr macht man sich gegenseitig kaputt. Darum setze ich jetzt auf feste Standorte – im Spätsommer 2015 wird es vielleicht so weit sein.“ Gerade jetzt läuft sein Team in Deutschland aber mit einem anderen Projekt auf Hochtouren. Der Bekanntheitsgrad, den der Chef in Deutschland durch Auftritte in verschiedenen TV-Formaten wie „Goodbye Deutschland“ erlangt hat, will genutzt werden und darum geht diesen März der Töpperwiener Onlineshop an den Start. „Es wird die Töpperwiener Würstchen geben, Bratwurst, Rostbratwurst – alles von mir, versteht sich, selbst das Currypulver. Man wird die Produkte aber nicht nur über das Internet kaufen können“, freut sich der Currywurst-König
über die nächsten Schritte.

22.727 überzeugte Kunden

Zugegeben, diese Story klingt bisher nach dem wahr gewordenen amerikanischen Traum. Das relativiert Christian Töpperwien aber ebenso wie naives Gerede über das Auswandern in die USA: „Wenn ich mein Startbudget von rund 150.000 Dollar nicht gehabt hätte, wäre ich wahrscheinlich nicht durch das erste halbe Jahr gekommen. Es ist eben einen Tag so und einen Tag so.“ Um kostendeckend zu arbeiten, bräuchte er nur 50 Gäste am Tag. „In einer normalen Mittagsschicht haben wir im Schnitt schon an die 60 Kunden, zusammen mit der Abendschicht sind es 80 bis 100 Gäste pro Tag. Aber gegen den Sommer ist das nichts – da kümmern wir uns täglich um 250 Currywurst-Hungrige.“ Wir, das sind mittlerweile drei Teilzeitmitarbeiter und ein Festangestellter. In der Hauptsaison sind sie sogar zu neunt, um der hungrigen Meute Herr zu werden. Der durchschnittliche Bon pro Person beläuft sich dabei auf 11 Euro, während eine Currywurst 5,50 Euro kostet.

Da kommt man nicht umhin, eine kleine Rechnung anzustellen: Wenn Töpper-wien im Jahr 2013 250.000 Euro Umsatz macht, dann bedeutet das, dass er im selben Zeitraum mindestens 22.727 Amerikaner von der Currywurst überzeugt haben könnte. Dass ihm das auch mit den übrigen 317.215.899 Amis gelingt, ist Töpperwien in jedem Fall zuzutrauen, auch wenn der lapidar meint: „Ich arbeite eben jeden einzelnen Tag hart, damit es weitergeht und auch mal mehr wird.“

www.currywurstmann.com

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