Wie Hans Kilger mit Walter Polz seine Domaines Kilger an die Spitze seines Genussimperiums bringen will

Der bayrische Quereinsteiger Hans Kilger machte sich als Steuerexperte und Wirtschaftsprüfer einen Namen. jetzt will der Neo-Entrepreneur und Weinliebhaber sein eigenes Genuss-Imperium gründen.
Oktober 1, 2020 | Text: Bernhard Leitner | Fotos: Monika Reiter, Edwin Hooper, beigestellt

Wenn ein Deutscher in der weinverrückten Weststeiermark ein kleines, aber feines Wein- und Kulinarik-Imperium aus dem Boden stampft, rümpft für gewöhnlich eine ganze Region die Nase. Wer ist denn dieser Typ mit der Vision, hochwertigste Produkte aus den schönsten Regionen Europas zu produzieren? Gestatten, Kilger, Hans Kilger. Der gebürtige Bayer ist radikaler Quereinsteiger und trotzdem oder vielleicht sogar deshalb Qualitätsfanat in Reinkultur.

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Ozapft is: Der gebürtige Bayer Hans Kilger tauscht das Nationalgetränk seiner Heimat gegen die steirischen Weinreben und will die Domaines Kilger zum internationalen Wein-Hotspot machen.

Und dass dieser Kilger weiß, wie man ein Unternehmen finanziell stabilisiert und in eine erfolgreiche Ära führt, bewies er in den letzten Jahrzehnten als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater zur Genüge. Warum also nicht etwas ganz anderes versuchen? 2015 gründet der Genuss-Entrepreneur in der Steiermark das Weingut Domaines Kilger und holt sich dafür den Weinmacher Christian Reiterer an Bord. Bereits zwei Jahre später legt der Bayer nach und gründet gemeinsam mit Ausnahmewinzer Uwe Schiefer das Weingut Schiefer & Domaines Kilger im Südburgenland.

Wenn ein Deutscher in der weinverrückten Weststeiermark ein kleines, aber feines Wein- und Kulinarik-Imperium aus dem Boden stampft, rümpft für gewöhnlich eine ganze Region die Nase. Wer ist denn dieser Typ mit der Vision, hochwertigste Produkte aus den schönsten Regionen Europas zu produzieren? Gestatten, Kilger, Hans Kilger. Der gebürtige Bayer ist radikaler Quereinsteiger und trotzdem oder vielleicht sogar deshalb Qualitätsfanat in Reinkultur.

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Ozapft is: Der gebürtige Bayer Hans Kilger tauscht das Nationalgetränk seiner Heimat gegen die steirischen Weinreben und will die Domaines Kilger zum internationalen Wein-Hotspot machen.

Und dass dieser Kilger weiß, wie man ein Unternehmen finanziell stabilisiert und in eine erfolgreiche Ära führt, bewies er in den letzten Jahrzehnten als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater zur Genüge. Warum also nicht etwas ganz anderes versuchen? 2015 gründet der Genuss-Entrepreneur in der Steiermark das Weingut Domaines Kilger und holt sich dafür den Weinmacher Christian Reiterer an Bord. Bereits zwei Jahre später legt der Bayer nach und gründet gemeinsam mit Ausnahmewinzer Uwe Schiefer das Weingut Schiefer & Domaines Kilger im Südburgenland. 

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Zwei Männer, eine Philosophie: Genuss-Entrepreneur Hans Kilger und Weingott Walter Polz wollen die Domaines Kilger als internationalen Reben-Hotspot etablieren.

Als Homebase für sein noch junges Genuss-Imperium hat Kilger das Schloss Gamlitz in der Südsteiermark auserkoren, das dank seiner traditionsreichen Weingeschichte ein wahrhaftiges Schmuckstück ist. In den kommenden Monaten wird das Schloss dafür noch renoviert, es soll ab 2021 das Aushängeschild der Domaines Kilger werden. Seine Fähigkeit, die passenden Mitarbeiter zu finden, die seine Philosophie teilen, bewies Kilger in der Verganenheit des Öfteren. Kaum verwunderlich also, dass er auch für sein Weingut in der Steiermark einen erfahrenen Weinguru verpflichten konnte. 

Zwei wie Reb und Stock

Niemand Geringeres als der steirische Reben-Pionier Walter Polz soll als Chef-Winzer das Weingut als international renommierte Top-Lage etablieren. „Ich bin außerordentlich glücklich, dass ich mit Walter Polz einen der erfahrensten und bekanntesten österreichischen Winzer als Leiter des Weinguts gewinnen konnte“, kommentiert Hans Kilger den Neuzugang. „Walter war maßgeblich am Aufbau des südsteirischen Weinlandes beteiligt und ist ein enormer Zugewinn für die Domaines Kilger.“ In puncto gemeinsame Ziele sind sich die beiden einig: „Ich will die Domaines Kilger dorthin bringen, wo sie meiner Meinung nach hingehören – nach oben!“, gibt Polz die ambitionierte Marschrichtung vor. Dass der österreichische Wein in den letzten Jahren im internationalen Vergleich auf der Überholspur fließt, ist für Polz keine große Überraschung. „Der Weinausbaustil hat sich verändert und die Weine gehen in eine schlankere Linie, die stark vom Terroir geprägt ist. Darum sind speziell die steirischen Böden bei Weinliebhabern sehr gefragt.“

Unser Ziel ist es, etwas zu machen, das über Generationen hinweg andauert.

Hans Kilger über seine Genuss-Vision 

Dass so ein Winzer-Kaliber wie Walter Polz überhaupt am freien Markt zur Verfügung steht, liegt einzig daran, dass am Weingut Polz der Generationenwechsel stattgefunden hat. „Meine Neffen haben dieses Jahr das Weingut übernommen und kurze Zeit später hat mich auch schon der Hans angerufen und micht gefragt, ob ich das nicht mit ihm machen will“, erklärt Polz. Schnellschuss war es dennoch keiner. „Für so ein Projekt braucht man Zeit, man muss sich mit den Lagen und Böden vertraut machen, um wirklich erstklassigen Wein produzieren zu können, und genau darin liegen derzeit meine Hauptaufgaben.“ Mit Top-Lagen wie dem Kranachberg oder Ried Königsberg stehen Kilger und Polz ausgezeichnete Böden zur Verfügung. So reicht die flüssige Produktpalette von Weißweinklassikern wie Sauvignon blanc oder Welschriesling über rote Verführer wie Blaufränkisch bis hin zu Rosé- und Schaumweinen. 

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Genuss-Homebase: Das Schloss Gamlitz in der Südsteiermark soll das prunkvolle Epizentrum der Domaines Kilger werden

Doch nur Wein allein wäre dem bayrischen Tausendsassa nicht genug. Hans Kilger versteht sich als Genuss-Entrepreneur, der mit seinen Betrieben und Produkten in die Champions League will. Im rumänischen Siebenbürgen besitzt Kilger unfassbare 27 Quadratkilometer Land, wo sich von Bisons, Wasserbüffeln, Rothirschen, Mufflons, Wildschafen über tibetanische Yaks, Himalaya-Tahrs bis hin zu einigen afrikanischen Watussi-Rindern prächtige Zuchttiere in freier Laufbahn tummeln. Die Landschaft erinnert an die weite Prärie Colorados und auch in Siebenbürgen wird den Tieren der enorme Platzluxus von rund zwei Hektar pro Exemplar gegönnt. Für Kilger eine Normalität, sieht er für seinen hohen Qualitätsanspruch Nachhaltigkeit und artgerechte Haltung als Voraussetzung dafür. Seine Metzger veredeln die exotischen Fleischspezialitäten zu Bisonsalami, Büffelrohschinken oder Hirschwürsten. 

Gut Ding braucht Weile

Die größte Herausforderung für den bayrischen Visionär ist es, seine Ansprüche und Philosophie in den vielen Betrieben zu gewährleisten. „Das ist definitiv ein Unterfangen, das nicht von Anfang an gelingen kann. Wir sind ja nicht nur in Österreich, sondern eben auch in Siebenbürgen, wo es noch mal etwas schieriger ist, die Mitarbeiter entsprechend zu motivieren. Vor allem wenn man selbst nicht immer vor Ort sein kann“, erklärt Kilger. Den Schlüssel zum Erfolg hat der Kreativkopf in Mitarbeitern gefunden, die seine Vision in den unterschiedlichen Betrieben leben und weitergeben. 

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Exotischer Genuss: Auf seinen Ländereien im rumänischen Siebenbürgen züchtet Kilger Wasserbüffel und Bisons, die zu hochwertigen Fleischprodukten veredelt werden.

In Sachen Betriebswirtschaft hat der Steuerexperte und Wirtschaftsprüfer immer den Überblick. „Man braucht schon ein gewisses Controlling und da meine Kernkompetenz darin liegt, sind bei uns sämtliche Zahlenspiele vereinheitlicht. Wir haben überall das gleiche Kassensystem, einheitliche Buchführung, sodass ich eigentlich jeden Tag den Überblick habe und immer genau weiß, wo wir gerade stehen.“  Das Thema Personalentwicklung begleitet den Wirtschaftszampano bereits sein ganzes Leben lang. „Es macht mir einfach Spaß, gute Leute zu entwickeln. Und dafür braucht man Geduld.“

 

Geduld, die so manche Quereinsteiger an den Rand der Verzweiflung brachte. Nicht aber im Fall Hans Kilger. Der abgebrühte Unternehmer weiß genau, was er will, und ist dafür bereit, alles zu geben. Zeit spielt dabei keine Rolle. „Das ist für mich meine letzte große Lebensaufgabe. Und ich sehe mich da schon als Langzeitunternehmer, der weit darüber hinaus tätig sein will, als meine Schaffenskraft ausreicht. Aber 20 Jahre trau ich mir immer noch zu. Dann bin ich immer noch jung. Unser Ziel ist es, etwas zu machen, das über Generationen hinweg andauert“, bringt es Kilger auf den Punkt. 

www.domaines-kilger.com

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