Arbeiten in Mexiko

Siesta war gestern, heute wird in Mexiko ordentlich angepackt. Lebt man hier wie die Made im Speck oder endet man doch wie der Wurm im Tequila? ROLLING PIN weiss Bescheid.
November 13, 2015 | Fotos: Shutterstock, Design Hotels, Velas Resorts, Leonardo Media, beigestellt.

Arbeiten in Mexiko

Da haben wir noch mal Schwein gehabt: Die Welt ist 2012 doch nicht untergegangen und alle Vertreter der Apokalypsen-Theorie können sich wieder entspannt zurücklehnen. Für den mexikanischen Tourismus hat die Maya-Prophezeiung aber nur Positives gebracht, denn schon seit 2006 hat die Besucherzahl im Land stark zugenommen: um 18,4 Prozent, um genau zu sein. Das Potenzial ist aber noch nicht ausgeschöpft, denn laut Tourismus-Staatssekretärin Gloria Guevara ist man auf dem besten Weg, sich bis 2018 als eines der fünf wichtigsten Reiseziele zu etablieren.

Es heißt also schon jetzt Koffer packen und Spanisch lernen. Der gebürtige Schweizer Reto Kade ist Spa Director der fünf Starwood-Haciendas in Yucatán und seit über 20 Jahren in Mexiko. Er macht vor allem jungen Menschen Mut, Mexiko als Arbeitsziel anzustreben: „Es ist nicht schwer, mit einer soliden Ausbildung wie Koch, Kellner oder als Absolvent einer Hotelfachschule einen Arbeitsplatz zu bekommen, wenn man dazu noch einen guten Eindruck hinterlässt. Ich habe meine Zeugnisse noch nie…

Arbeiten in Mexiko

Da haben wir noch mal Schwein gehabt: Die Welt ist 2012 doch nicht untergegangen und alle Vertreter der Apokalypsen-Theorie können sich wieder entspannt zurücklehnen. Für den mexikanischen Tourismus hat die Maya-Prophezeiung aber nur Positives gebracht, denn schon seit 2006 hat die Besucherzahl im Land stark zugenommen: um 18,4 Prozent, um genau zu sein. Das Potenzial ist aber noch nicht ausgeschöpft, denn laut Tourismus-Staatssekretärin Gloria Guevara ist man auf dem besten Weg, sich bis 2018 als eines der fünf wichtigsten Reiseziele zu etablieren.

Es heißt also schon jetzt Koffer packen und Spanisch lernen. Der gebürtige Schweizer Reto Kade ist Spa Director der fünf Starwood-Haciendas in Yucatán und seit über 20 Jahren in Mexiko. Er macht vor allem jungen Menschen Mut, Mexiko als Arbeitsziel anzustreben: „Es ist nicht schwer, mit einer soliden Ausbildung wie Koch, Kellner oder als Absolvent einer Hotelfachschule einen Arbeitsplatz zu bekommen, wenn man dazu noch einen guten Eindruck hinterlässt. Ich habe meine Zeugnisse noch nie gebraucht!“

Das Land des doppelten Standards

Mexiko ist ja bekannt dafür, dass man gerne Siesta hält. Wer sich hier aber einen lockeren Job mit viel Freizeit erwartet, bestellt auch Tequila ohne Wurm. „Da ich in einer höheren Position tätig bin, arbeite ich manchmal recht lang, aber man muss die eigenen Grenzen ziehen. Es wird erwartet, dass man sich mit Leib und Seele dem Betrieb verschreibt“, weiß Kade aus Erfahrung. Alex Theil, bis vor Kurzem noch Executive Chef im Restaurant Market im One&Only Palmilla Hotel, ist aber der Meinung, dass sich vor allem für Hoteliers die Arbeitszeiten in letzter Zeit verändert haben: „Die Anzahl der Urlaubstage wird von Jahr zu Jahr besser. Wenn man aber gerade erst angefangen hat, bekommt man nur zwischen einer und zwei Wochen Urlaub im Jahr. Da die Personalkosten jedoch sehr gering sind, ist meistens jede Position überbesetzt und die Arbeitsintensität ist nicht mit Europa zu vergleichen.“

Die steigende Konkurrenz und das Angebot
lassen nur die besten überleben.

Alex Theil, ehem. Executive Chef im One&Only Palmilla

Um in Mexiko aber richtig Fuß fassen zu können, muss man den Spagat zwischen Sich-selbst-treu-Bleiben und Sich-vollkommen-auf-das-Land-Einstellen schaffen, was offenbar nicht ganz einfach zu meistern ist. Theil als Ex-Expat kann davon ein Liedchen singen: „Ich finde es wichtig, dass man sich als Ausländer gut anpassen kann, ohne jedoch seine eigenen Wurzeln zu verlieren. Die eine oder andere österreichische Spezialität mit mexikanischem Touch, die wir angeboten haben, war immer sehr erfolgreich und ist sowohl bei den mexikanischen als auch bei unseren amerikanischen Gästen gut angekommen.“

Karrierecheck Mexiko
Dennoch bleibt Mexiko ein Land, das Auslandsaffine in Betracht ziehen sollten: 360 Tage Sonnenschein im Jahr, endlose, einsame Strände, warmherzige Menschen und ein guter Mix aus Idylle und Hotspots. Wo sich die Geister aber grundsätzlich scheiden, ist der Klassiker: das Geld. Mit bescheidenen 750 Euro kann man im mittleren Management rechnen, wenn man direkt von einheimischen Betrieben angestellt wird.

Je nach Lebensstil sollte man aber in der Lage sein, etwas zurückzulegen, denn immerhin sind die Lebenskosten sehr gering: Kost und Logis wird meist vom Betrieb gestellt und auch wenn man abends ausgeht, braucht man nicht einen ganzen Hosensack voll Peseten, um eine gute Zeit zu haben. Natürlich schwanken auch hier die Preise, aber ein Bier kann man schon um umgerechnet etwa 50 Cent bekommen.

Sollte man sich dazu entscheiden, außerhalb wohnen zu wollen, bekommt man Miethäuser mit drei Schlafzimmern schon um etwa 350 bis 500 Euro im Monat. Um Krankenversicherung muss man sich normalerweise auch keine Sorgen machen, da sich meistens der Betrieb zusammen mit der Arbeitsgenehmigung darum kümmert. Wer also auf der Suche nach einem spanischsprachigen Land außerhalb von Europa ist, kann auch schon mit wenig Berufserfahrung gute Erfolge erzielen und wird eventuell bald zu einer dortigen Führungskraft.

Der Karrierecheck

Die wichtigsten Kriterien im Check
Das sollten Sie wissen, bevor Sie zu arbeiten beginnen.

Karrierechancen

Schon mit wenig Berufserfahrung hat man hier gute Chancen, da die Ausbildung in Europa hochwertiger und daher gefragter ist. Das gilt auch für frischgebackene Absolventen einer Tourismusschule.

Benefits

Die komplizierte Bürokratie für die Arbeitsgenehmigung übernimmt meist die Firma. Kost und Logis wird außerdem in der Regel vom Betrieb gestellt.

Arbeitsumfeld

Mexikaner sind Fremden gegenüber in der Regel sehr aufgeschlossen und freundlich. Sie haben aber auch ihre Eigenarten, die man in Westeuropa als unfreundlich empfinden könnte.

Gehalt

Nach Mexiko sollte man nicht ausreisen, wenn man reich werden möchte. Wer Wert auf Luxus legt, wird am Monats-ende nicht mehr viel Geld übrig haben.

Jobangebot

Gut ausgebildete Arbeitskräfte werden immer gesucht. Allerdings muss die Firma belegen können, warum man für die Stelle einen Ausländer anstellen muss und keinen Local nehmen kann.

Sprachbarrieren

Um sich innerbetrieblich zu verständigen, ist Spanisch ein Muss. Nur mit Englisch als Fremdsprache wird man wahrscheinlich keinen Job bekommen.

Die besten Jobadressen

Hier finden Sie den Traumjob.

Tophäuser und Hotelketten

www.starwoodhotels.com
www.designhotels.com
www.oneandonlyresorts.com
www.hyatt.com
www.rivieramaya.grandvelas.com.mx
www.banyantree.com
www.hilton.com
www.epoquehotels.com
www.slh.com
www.blackrockcareers.com

Interview mit Henning Schaub

Henning SchaubBrand Experience Manager im Papaya Playa

www.papayaplayaproject.com

Deutscher Alleskönner

Henning Schaub ist gelernter Hotel-Fachmann, absolvierte in den USA Management-Trainings, studierte Marketingkommunikation und ist mit seinen 29 Jahren bereits dort angekommen, wo er sein will: in Mexiko.

ROLLING PIN: Es scheint in Mexiko nicht besonders leicht zu sein, als Ausländer überhaupt eine Arbeitsgenehmigung zu bekommen. Wie schwer ist es denn tatsächlich?

Henning Schaub: Zu einem gewissen Teil stimmt das, allerdings übernimmt meist die Firma den Papierkram, vor allem dann, wenn man sich für eine Management-Position bewirbt. Aber man braucht eindeutig den Arbeitgeber als Bestätigung, damit man überhaupt eine Genehmigung erhält.

Gibt es zudem noch weitere Benefits für Fachkräfte?

Schaub: Abgesehen von der Abwicklung der Formalitäten für die Arbeitsgenehmigung sind Unterbringung und Essen meist direkt im Betrieb und kostenlos.

Kostenlos wird ja auch das Klischee des Mexikaners vom etwas verschlafenen Sombrero-Träger weitergetragen – ist das wirklich so?

Schaub: Ja und nein. Die Mexikaner halten für gewöhnlich Siesta, allerdings nicht im Hotelgewerbe. Hier sind sechs Arbeitstage pro Woche die Regel, zu je acht Stunden, Overtime wird aber nicht bezahlt.

Wenn man so viel arbeitet, lernt man sicherlich schnell die Sprache – braucht man schon von Beginn an Spanischkenntnisse?

Schaub: Ja, weil vor allem das Servicepersonal fast ausschließlich aus ansässigen Mexikanern besteht, die so gut wie kein Englisch können. Ich selbst spreche nur kryptisches Spanisch, aber es reicht, um mich zu verständigen. Für das Service am Gast selbst ist aber Englisch sehr wichtig, da hier vor allem Leute aus den USA Urlaub machen. Vollkommen ohne Spanischkenntnisse wird man aber wohl keinen Job bekommen.

Warum sollte man nach Mexiko wechseln?

Schaub: Durch die exzellente Ausbildung, die wir in Europa genießen, haben auch Menschen ohne viel Berufserfahrung schon gute Chancen auf einen Job bei einer großen Kette.

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