Arbeiten in Kopenhagen

Im Foodie-Mekka Kopenhagen sprießen gute Restaurants, Ideen und Jobs für talentierte Köche aus dem Boden wie Pilze im Herbst. Im Interview zur Stadt ohne Grenzen: der Österreicher Christian Gadient.
September 22, 2016 | Text: Kathrin Löffel | Fotos: Clas Bech Poulsen, René Riis 2015, Neel Munthe-Brun, Restaurant Spontan

arbeiten-in-kopenhagen-196-01-header

Das Kind im Mann

Der österreichische Koch Christian Gadient wohnt seit sechs Jahren in Kopenhagen und hat sich vor drei Monaten selbständig gemacht. Was der 27-Jährige über den Hotspot der Nordic Cuisine weiß und warum es immer gut ist, ein Stück weit Kind zu bleiben.

Wie kam es damals dazu, dass Sie nach Kopenhagen gezogen sind? 
Christian Gadient: Eigentlich wollte ich nach Stockholm, weil ich viele Tipps und nur Gutes über die schwedische Hauptstadt gehört hatte. Auch als Kind wollte ich schon immer mal nach Stockholm. Aber dann lernte ich meine Freundin kennen. Sie ist Dänin und so kam es, dass ich vor sechs Jahren und einem Monat nach Kopenhagen zog.

Und war es eine gute Entscheidung? 
Gadient: Absolut! Man ist hier als Koch einfach mittendrin in der boomenden Szene. Ich habe das Gefühl, dass jeden Monat die Qualität der Lebensmittel, der Restaurants und der Branche im Allgemeinen steigt. Ich bin umgeben von Küchengöttern. Und das Coolste: Jeder kennt jeden, die Köche sind untereinander befreundet. Wenn ich mal eine Tomate für mein Restaurant brauche, gehe ich über die Straße zum nächsten Restaurant und bekomme sicher eine. Es ist eine enge Freundschaft, die die Köche verbindet, und der Zusammenhalt ist stark.

arbeiten-in-kopenhagen-196-01-header

Das Kind im Mann

Der österreichische Koch Christian Gadient wohnt seit sechs Jahren in Kopenhagen und hat sich vor drei Monaten selbständig gemacht. Was der 27-Jährige über den Hotspot der Nordic Cuisine weiß und warum es immer gut ist, ein Stück weit Kind zu bleiben.

Wie kam es damals dazu, dass Sie nach Kopenhagen gezogen sind?
Christian Gadient: Eigentlich wollte ich nach Stockholm, weil ich viele Tipps und nur Gutes über die schwedische Hauptstadt gehört hatte. Auch als Kind wollte ich schon immer mal nach Stockholm. Aber dann lernte ich meine Freundin kennen. Sie ist Dänin und so kam es, dass ich vor sechs Jahren und einem Monat nach Kopenhagen zog.

Und war es eine gute Entscheidung?
Gadient: Absolut! Man ist hier als Koch einfach mittendrin in der boomenden Szene. Ich habe das Gefühl, dass jeden Monat die Qualität der Lebensmittel, der Restaurants und der Branche im Allgemeinen steigt. Ich bin umgeben von Küchengöttern. Und das Coolste: Jeder kennt jeden, die Köche sind untereinander befreundet. Wenn ich mal eine Tomate für mein Restaurant brauche, gehe ich über die Straße zum nächsten Restaurant und bekomme sicher eine. Es ist eine enge Freundschaft, die die Köche verbindet, und der Zusammenhalt ist stark.

arbeiten-in-kopenhagen-196-07-header

Dabei gibt es sehr viele Restaurants in Kopenhagen. Entsteht da kein Konkurrenzkampf?
Gadient: Nein. Das liegt vor allem daran, dass die Bevölkerung von Montag bis Sonntag jeden Abend essen geht. So viele Plätze gibt es gar nicht in den Restaurants. Also könnten ruhig noch mehr Lokale eröffnen, ohne dass wir es an unseren Reservierungen merken würden. Zu Mittag essen die meisten Dänen eine günstige Kleinigkeit, weshalb auch nur wenige Restaurants einen Mittagstisch anbieten. Vor drei Monaten haben Sie sich selbständig gemacht.

Wie haben Sie den Prozess als Ausländer empfunden?
Gadient: Als sehr schwierig. Das lag auf jeden Fall auch daran, dass die Verträge auf Dänisch verfasst sind. Außerdem waren so viele Behördengänge zu machen und im Vorhinein sehr viel zu beachten, dass ich froh war, eine dänische Freundin zur Sprachunterstützung an der Seite zu haben. Auch das Erstellen eines Businessplans war gar nicht so einfach. Aber es ist machbar und seit drei Monaten sind die Tore des Restaurants Spontan offen.

arbeiten-in-kopenhagen-196-03-header

Angestellt zu bleiben, war für Sie aber keine Option mehr?
Gadient: Nein. Ich habe mich als Küchenchef im Restaurant Marchal sehr überarbeitet. Da wollte ich unbedingt den einen Stern behalten, habe zusätzlich auch Bürotätigkeiten übernommen und das Catering organisiert. Irgendwann ist mir aufgefallen, dass ich gar nicht mehr zum Kochen komme. Also habe ich mich mit vier anderen zusammengetan und eine Art Shop in Shop geplant. Jeder von uns fünf ist selbständig mit dem eigenen Konzept – das Restaurant Spontan gehört mir, dann gibt es noch eine Bar, einen Feinkostladen und eine Brauerei im gleichen Gebäude –, aber wir teilen uns eine Finanzbüroangestellte, haben eine PR-Abteilung. So kann ich mich aufs Kochen konzentrieren, ohne dass andere wichtige Dinge liegen bleiben.

Wie würden Sie die Mentalität der Dänen beschreiben?
Gadient: Sie sind sehr offen, auch gegenüber Ausländern. Sie sprechen alle Englisch und sind einfach sehr cool und relaxt. Man merkt die 37-Stunden-Woche der Dänen in ihrem Gemüt. Hier lernt man, dass das Leben nicht nur aus Arbeit besteht. Sie zelebrieren das Glücklichsein sehr.

Also ist eine Bewerbung auf Englisch in Ordnung, um in Kopenhagen Fuß zu fassen?
Gadient: Na klar! Aber eigentlich wird gar nicht so viel Wert auf eine ordentliche Bewerbung oder einen supertollen Lebenslauf gelegt. Ich bin damals von Tür zu Tür gegangen und habe gefragt, ob ich Probearbeiten darf. Das funktioniert am besten. Der Bedarf an Köchen ist hier sehr hoch. Das noma braucht natürlich keine, weil es durch den Medienrummel viele Bewerbungen hat, aber all die guten oder 1-Stern-Restaurants sind immer auf der Suche nach guten Köchen.

arbeiten-in-kopenhagen-196-04-header

Ist der Wohnungsmarkt ähnlich einfach zu bestreiten?
Gadient: Leider nein. Die Wohnungsmieten sind sehr teuer. Das liegt daran, dass Dänen Wohnungen meist kaufen. Daher gibt es wenige Mietwohnungen. Außerdem sind die Mietverträge meist nur auf ein Jahr ausgelegt. Abhilfe können hier AirBnB oder andere Privatwohnungsvermietungsplattformen schaffen.

Wie war es für Sie, im Hotspot der nordischen Küche anzufangen?
Gadient: Ich habe jeden Tag etwas Neues gelernt und einen neuen Zugang zu Produkten und Gerichten gefunden. Die dänischen Köche sind immer auf der Jagd nach Qualität. Jedes Produkt wird wie ein Gott behandelt. Außerdem wird hier jedes Produkt mit seiner individuellen Saison berücksichtigt. Es geht nicht nur nach den Jahreszeiten und wenn etwas am Ende der Saison vom Lieferanten angeboten wird, dann überlegen sich alle Köche, was damit noch gemacht werden kann, wie es eingelegt oder weiterverarbeitet wird, um das Bestmögliche aus jeder Saison herauszuholen. Am einfachsten gelingt der Einstieg in einer dänischen Küche, wenn man lernt, schaut und aufmerksam ist wie ein Kind. Es warten unglaublich beeindruckende Methoden, Rezepte, Herangehensweisen auf interessierte Köche.

Wie ist die Community unter den Köchen?
Gadient: Der starke Zusammenhalt führt auch dazu, dass man sich oft am Abend trifft und so sehr schnell die Community kennenlernt. In der Cocktailbar Ruby oder im Moose sind viele Köche anzutreffen. Mein Tipp: Jeden Abend der Woche in eine Bar und in der nächsten Woche in die nächste. So trifft man viele Menschen aus der Branche und dann wird es auch einfacher mit der Wohnungs-suche. Kontakte sind das A und O.

Welchen Tipp würden Sie einem Freund geben?
Gadient: Komm nicht ganz mittellos nach Kopenhagen. Die Lebenshaltung und der Lebensstil sind teuer. Ich bin damals mit nichts gekommen und habe mich oft geärgert. Mit ein paar Tausend Euro auf der hohen Kante ist es um einiges entspannter.

arbeiten-in-kopenhagen-196-05-header

Karrierechancen

Immer gesucht: Es gibt unzählige Restaurants und alle suchen gute Köche. Also Rucksack packen, von Tür zu Tür laufen und um Probearbeit bitten. Das funktioniert sicher!

Mentalität

Offenherzig Expats sind immer willkommen und werden mit offenen Armen empfangen. Alle sprechen Englisch, sind hilfsbereit und gelassen. Hier ist ein gutes Leben wichtig!

arbeiten-in-kopenhagen-196-06-header

Wohnungsmarkt

Mieten wird schwierig Die Dänen kaufen Wohnungen. Daher sind Mietwohnungen rar. Für kurze Zeiten kann man Privat-wohnungen mieten. PrivatFotos und Topfpflanzen inklusive.

Lebensqualität

Hoch, höher, Dänemark Im dänischen Königreich steht das Glück an oberster Stelle. Genieße all die schönen Facetten, heißt das Motto. Allerdings ist die Lebenshaltung auch teuer.

arbeiten-in-kopenhagen-196-02-header

Die besten Jobadressen

www.rollingpin.com/jobs
www.radissonblu.com
www.marriott.com/careers
jobs.hiltonworldwide.com
www.tapperietbrus.dk/spontan
www.restaurantgeist.dk
www.konghans.dk
www.restaurant-taller.dk
www.restaurant-clou.dk
www.era-ora.dk
www.kadeau.dk
www.blackrock.com

Den ganzen Artikel kannst Du als ROLLING PIN-Member kostenlos lesen.

Werde jetzt Member. Kostenlos.

Als ROLLING PIN-Member genießt Du unzählige Vorteile.
  • Alle Onlineartikel lesen, die für normale User gesperrt sind
  • Einladungen zu unseren exklusiven Member-Events
  • 30% Rabatt auf Chefdays-Tickets
  • Per Mausklick an unseren Gewinnspielen teilnehmen und sensationelle Preise gewinnen
  • Kostenlose Nutzung unserer sensationellen Rezeptdatenbank
  • Die heißesten News aus der Gastronomie und Hotellerie vor allen anderen erfahren
  • Die ROLLING PIN-Membership ist vollkommen kostenlos und wird es auch bleiben
Vorteile einblenden

Top Jobs


KOSTENLOS MEMBER WERDEN
UND UNZÄHLIGE VORTEILE genießen

  • Insights aus der Gastro-Szene, ganz ohne Bullshit.
  • Personalisierte Jobvorschläge & die besten Jobs aus der ganzen Welt
  • Alle Online-Artikel lesen & Zugriff auf das Rolling Pin-Archiv
  • 33% Rabatt auf Chefdays-Ticketsund vieles mehr…