Arbeiten in Venedig

Mit dem Wasserbus durch die Stadt cruisen oder mit der Gondel am Canal Grande entlangschippern: Auf welcher Überholspur Expats in der Stadt ohne Autos ihren Traumjob finden.
Oktober 13, 2016 | Text: Kathrin Löffel | Fotos: Aman, Luna Hotel Baglioni, Shutterstock

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Aus Niemals wird für immer

Die 52-jährige Deutsche Claudia Schwarze ist in Hongkong aufgewachsen und findet in den italienischen Gepflogenheiten Asien wieder – zwar ein bisschen weniger Chaotisch, aber genauso laut. Was sie an Venedig begeistert und wie aus „auf keinen Fall will ich Dort leben“ zu „am liebsten für immer“ wurde, erzählt sie im Interview.

Wie war Ihr erster Eindruck von Venedig? 
Claudia Schwarze: Ich war damals General Managerin in Bali im Aman Hotel und wurde eingeladen, mir das Hotel in Venedig 2013 anzuschauen. Ich hatte überhaupt keine Lust, in diese kleine Stadt zu reisen und das auch noch im trüben November an meinem Geburtstag. Sobald ich aber einen Fuß aus dem Boot heraussetzte, war ich verliebt in die Stadt. Als ich ein Jahr später angerufen wurde, sagte ich der angebotenen Stelle als General Managerin sofort zu. Heute, nach fast zwei Jahren, plane ich für immer hier zu bleiben.

Sie haben sehr viel international gearbeitet. Vermissen Sie nicht die weite Welt? 
Schwarze: Ich habe in Asien angefangen, habe viel gewechselt und gesehen, war zwischendurch im Eventbereich in London und zuletzt in Bali. Nein, ich liebe die Behaglichkeit und gleichzeitige Internationalität von Venedig. Allerdings würde ich jedem den Tipp geben, in der Welt herumzukommen und dabei so viel zu lernen wie möglich. Auch ich habe mich von meinem Einstiegsjob als Gouvernante Stück für Stück hochgearbeitet.

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Aus Niemals wird für immer

Die 52-jährige Deutsche Claudia Schwarze ist in Hongkong aufgewachsen und findet in den italienischen Gepflogenheiten Asien wieder – zwar ein bisschen weniger Chaotisch, aber genauso laut. Was sie an Venedig begeistert und wie aus „auf keinen Fall will ich Dort leben“ zu „am liebsten für immer“ wurde, erzählt sie im Interview.

Wie war Ihr erster Eindruck von Venedig?
Claudia Schwarze: Ich war damals General Managerin in Bali im Aman Hotel und wurde eingeladen, mir das Hotel in Venedig 2013 anzuschauen. Ich hatte überhaupt keine Lust, in diese kleine Stadt zu reisen und das auch noch im trüben November an meinem Geburtstag. Sobald ich aber einen Fuß aus dem Boot heraussetzte, war ich verliebt in die Stadt. Als ich ein Jahr später angerufen wurde, sagte ich der angebotenen Stelle als General Managerin sofort zu. Heute, nach fast zwei Jahren, plane ich für immer hier zu bleiben.

Sie haben sehr viel international gearbeitet. Vermissen Sie nicht die weite Welt?
Schwarze: Ich habe in Asien angefangen, habe viel gewechselt und gesehen, war zwischendurch im Eventbereich in London und zuletzt in Bali. Nein, ich liebe die Behaglichkeit und gleichzeitige Internationalität von Venedig. Allerdings würde ich jedem den Tipp geben, in der Welt herumzukommen und dabei so viel zu lernen wie möglich. Auch ich habe mich von meinem Einstiegsjob als Gouvernante Stück für Stück hochgearbeitet.

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Was ist für Sie das Besondere an Venedig?
Schwarze: Die Stadt ist sehr klein. In 45 Minuten hat man eigentlich alles gesehen, aber es dauert ein Leben lang, Venedig zu entdecken. Die Stadt ist mehr als der Markusplatz – die Hauptattraktion für Touristen. Durch die vielen Besucher ist die Stadt sehr international, eine der internationalsten Italiens. Jeder sollte einmal im Leben in Venedig Zeit verbringen. Bis auf die Taschendiebe ist es hier auch sehr sicher. Ich fühle mich als Frau sehr wohl in der Stadt, auch nachts.

Sie schwärmen sehr von der Stadt. Gibt es denn auch Nachteile?
Schwarze: Wenn du nicht in die Stadt verliebt bist, wirst du es nicht leicht haben und auch nicht glücklich werden. In der Stadt ist es sehr heiß und es ist immer feucht. Sie ist nicht modern und es gibt kein großes Nachtleben. Mein Tipp: Schau dir die Stadt auf jeden Fall vorher an.

Das Tourismusgeschäft prägt die Stadt hauptsächlich in den warmen Jahreszeiten. Wie erleben Sie die Stadt im Winter?
Schwarze: Venedig ist zu jeder Jahreszeit anders. Im Winter ist es mystischer, nebliger, ruhiger und für mich die beste Zeit. Die Venezianer kommen zurück in ihre Stadt und bringen Italien mit. Besonders an Karneval bekommt die Stadt ein tolles Flair: Der Karneval wird zehn Tage vor Aschermittwoch, sonntags ab 10.30 Uhr, mit dem Engelsflug eröffnet. Ab dem Zeitpunkt sitzt man in Lokalen wie dem Caffè Florian und wird in eine andere Welt entführt. Die Kostüme und die Stimmung sind unglaublich.

In Venedig sind Autos verboten. Was bedeutet das für das tägliche Leben?
Schwarze: Die Stadt ist dadurch sauber und ruhig. Außerdem gibt es viele Parks. Aber es ist auch gar nicht so einfach, da alle Strecken zu Fuß zurückgelegt werden müssen. Wer nicht gerne zu Fuß geht, ist hier falsch. Die Straßen sind sehr eng. Längere Strecken können mit Wasserbussen befahren werden. Das hat auch seinen Charme und ist auf seine Art unwirklich hier zu leben.

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Sie sind in Hongkong aufgewachsen und vergleichen Italien mit Asien. Wo sehen Sie genau Parallelen?
Schwarze: Grundsätzlich empfinde ich die Italiener als sehr warmherzig, aber auch chaotisch. Nichts funktioniert so, wie man es sich vorgestellt hat. Wenn man wie ich Asien kennt, ist es hier nicht halb so schlimm. Italien ist für mich der Inbegriff des Ausdrucks „Imperfectly perfect“. Es ist sehr einfach, hier zu leben.

Sprechen Sie Italienisch?
Schwarze: Ich lerne noch. Meine Mitarbeiter sprechen alle Italienisch und freuen sich, dass ich dabei bin, es zu lernen. Das Leben wird einfacher, wenn man die Sprache spricht – besonders in der Gastronomie. In der Hotellerie wird es auch bevorzugt, aber es ist meist ausreichend, wenn man Englisch spricht. Aber das Personal spricht hauptsächlich Italienisch untereinander. Um dazuzugehören, ist es also gar nicht schlecht, sich zumindest bemüht zu zeigen. Wenn man vorhat, länger zu bleiben, sollte man auch die Sprache auf jeden Fall lernen.

Ist eine Bewerbung auf Englisch trotzdem ausreichend?
Schwarze: In der Hotellerie ja. Die meisten hohen Positionen sind von internationalen Managern besetzt. Wie würden Sie den Wohnungsmarkt in Venedig beschreiben? Schwarze: Bewirbt man sich für hohe Posten, bekommt man meist eine Wohnung in der Stadt oder direkt im Hotel gestellt. So wie ich und die Führungspositionen im Aman Hotel. Für alle anderen ist Venedig leider sehr teuer und es ist gar nicht so leicht, eine schöne und bezahlbare Wohnung zu finden. Viele meiner Mitarbeiter wohnen deshalb in Mestre. Mestre ist ein Teil der Stadt Venedig, aber sehr groß und daher eigentlich schon eine eigene Stadt. Auf der vorgelagerten Insel Lido di Venezia wohnen zudem viele, die dann den Wasserbus in die Stadt nehmen.

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Sind die Lebenshaltungskosten grundsätzlich höher in Venedig?
Schwarze: Ja. Das liegt daran, dass alles vom Festland mit dem Boot auf die Insel transportiert werden muss. Im Supermarkt sind es allerdings dieselben Preise wie auf dem Festland. Außerdem gibt es beispielsweise beim Wasserbus andere Preise für Einwohner und Touristen. Sobald man eine offizielle Bestätigung hat, dass man Einwohner (und Steuerzahler) in Venedig ist, kostet der Bus statt sieben nur noch einen Euro.

Welche Berufszweige sind für Expats vielversprechend?
Schwarze: In der Gastronomie arbeiten hauptsächlich Einheimische. Da ist es eher schwieriger, Fuß zu fassen. In der Hotellerie ist es hingegen viel einfacher. Also, ran an den Schreibtisch und Bewerbungen schreiben. Aber vorher: einen Kurztrip nach Venedig einplanen, um zu testen, ob die Liebe überspringt.

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Karrierechancen

Hotels immer, Küche weniger: Wer sich in Venedig einen Job suchen möchte, ist besser beraten, in Hotels zu suchen. Restaurants stellen häufig ihre eigenen Landsmänner und -frauen ein.

Mentalität

Liebenswert chaotisch: Italiener sind Expats gegenüber sehr aufgeschlossen. Im Winter kommen viele Einheimische zurück in die Stadt, weil dann die Touristenzahlen sinken.

Wohnungsmarkt

Im Umland suchen: Wer nicht das Glück hat, von seinem Arbeitgeber eine Wohnung gestellt zu bekommen, wohnt in Mestre (am Festland) am besten und günstiger als auf der Insel.

Lebensqualität

Man liebt oder hasst es: Venedig ist klein, die luftfeuchtigkeit ist hoch, alle Strecken müssen zu Fuß zurückgelegt werden – Wem die Liebe zur Stadt fehlt, der wird hier unglücklich.

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Die besten Jobadressen

www.rollingpin.com/jobs
www.aman.com
www.londrapalace.com
www.kempinski.com
www.westineuropareginavenice.com
www.baglionihotels.com
www.osteriacera.it
www.jwvenice.com
www.danielihotelvenice.com
www.belmond.com
www.alajmo.it
www.blackrockcareers.com

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