Die richtigen Fragen am Ende des Bewerbungsgesprächs

Haben Sie noch Fragen? Und ob! Das Ende Ihres Bewerbungsgesprächs ist erst der Anfang. Nützen Sie Ihre Chance, Eindruck beim Personalchef zu machen, und stellen Sie die richtigen Fragen. Profitipps aus der Praxis.
November 13, 2015

Fotos: Werner Krug, beigestellt

ein Bewerbungsgespräch zwischen zwei FrauenDas ist Ihre Chance! Das Jobinterview beenden Personaler gerne mit einer Aufforderung: „Sie können nun Ihre Fragen stellen.“ Nützen Sie die Gelegenheit, um mehr über Ihre vielleicht künftige Stelle zu erfahren – was sind Erwartungen an Sie, was dürfen Sie erwarten. Und eines sollten Sie auch wissen: Das ist ein Test. Personalchefs wollen wissen, wie initiativ Sie sind. Gegenfragen des Bewerbers signalisieren schließlich Selbstbewusstsein und eine professionelle Einstellung. „Der Bewerber sollte proaktiv werden“, meint Andreas Hachmeister, General Manager im Westin Leipzig, „Ich brauche Mitdenker und -unternehmer. Der Bewerber sollte mir daher glaubhaft sein Interesse an diesem Job zeigen. ,Ist die Stelle neu geschaffen? Wenn ich der Nachfolger bin, was ist der Anlass?‘, wären gute Fragen.“ Karrierecoach Elfriede Gerdenits aus Wien empfiehlt Erkundigungen über die Einarbeitungsphase, das Team, Erwartungen und Aufstiegsmöglichkeiten. Weiterbildungen sollte man nicht als Forderung formulieren. Eher so: „Ich werde Zusatzausbildungen absolvieren. Könnten Sie sich ein Kosponsoring vorstellen?“ Wichtig ist für Ihre Entwicklung natürlich auch, wie leicht ein Wechsel in Partnerhotels im Ausland ist.

Marlene Piantanida, Personalchefin der Hilton Hotels in München, schätzt es auch, wenn ein Bewerber gerne seinen Arbeitsplatz sehen würde, sich für die Unternehmensstruktur und das Betriebsklima interessiert…

Fotos: Werner Krug, beigestellt

ein Bewerbungsgespräch zwischen zwei FrauenDas ist Ihre Chance! Das Jobinterview beenden Personaler gerne mit einer Aufforderung: „Sie können nun Ihre Fragen stellen.“ Nützen Sie die Gelegenheit, um mehr über Ihre vielleicht künftige Stelle zu erfahren – was sind Erwartungen an Sie, was dürfen Sie erwarten. Und eines sollten Sie auch wissen: Das ist ein Test. Personalchefs wollen wissen, wie initiativ Sie sind. Gegenfragen des Bewerbers signalisieren schließlich Selbstbewusstsein und eine professionelle Einstellung. „Der Bewerber sollte proaktiv werden“, meint Andreas Hachmeister, General Manager im Westin Leipzig, „Ich brauche Mitdenker und -unternehmer. Der Bewerber sollte mir daher glaubhaft sein Interesse an diesem Job zeigen. ,Ist die Stelle neu geschaffen? Wenn ich der Nachfolger bin, was ist der Anlass?‘, wären gute Fragen.“ Karrierecoach Elfriede Gerdenits aus Wien empfiehlt Erkundigungen über die Einarbeitungsphase, das Team, Erwartungen und Aufstiegsmöglichkeiten. Weiterbildungen sollte man nicht als Forderung formulieren. Eher so: „Ich werde Zusatzausbildungen absolvieren. Könnten Sie sich ein Kosponsoring vorstellen?“ Wichtig ist für Ihre Entwicklung natürlich auch, wie leicht ein Wechsel in Partnerhotels im Ausland ist.

Marlene Piantanida, Personalchefin der Hilton Hotels in München, schätzt es auch, wenn ein Bewerber gerne seinen Arbeitsplatz sehen würde, sich für die Unternehmensstruktur und das Betriebsklima interessiert: …

Berufsstrategie … Wer sind meine Kollegen? Wer ist mein direkter Vorgesetzter? Wie ist die Struktur? Erlaubt sind in größeren Betrieben auch Fragen nach Kinderbetreuung oder Arbeitszeitmodellen in Hotels, versichert das Büro für Berufsstrategie Hesse/Schrader in Berlin.

Ein echtes Killerfinish ist die Ablehnung von Überstunden. „Eine Bewerberin sagte mir einmal: ,Ich habe zwei Pferde, dass die vorgehen, ist verständlich, oder?‘ Natürlich habe ich die Kandidatin nicht genommen. Service am Gast heißt nun mal, dass man nicht immer auf Minute genau den Dienst beenden kann“, meint Marlene Piantanida. Auch Fragen, die eine Fixierung auf das Gehalt vermitteln, kommen schlecht an. „3000 Euro will ich verdienen, darunter ist die Stelle uninteressant.“ Mit solchen Statements treibt man den Personalchef in die Enge, keine günstige Ausgangsposition im Stellenrennen. Wenn die Gehaltsfrage nicht schon im Gespräch geklärt wurde, ist es besser, weichere Formulierungen zu nehmen und nur einen Circabetrag zu nennen: „Meine Vorstellung liegt bei ca. 2800 Euro. Wie passt das in Ihr Gehaltsschema?“

Ein No-go ist, wenn man bloß wissen will, wann man den nächsten Urlaub antreten kann. „Zumindest sollte man die Frage nach dem Urlaub nicht an den Anfang oder das Ende des Gesprächs stellen“, empfiehlt das Büro für Berufsstrategie. Zeigen Sie Interesse an einer kleinen Hausführung, das vermittelt Ihr Interesse. Am besten ist es, wenn Sie mit wachen Augen durch den Betrieb gehen und Erkundigungen zum Haus einholen. Zum Beispiel: Sie sehen, wie freundlich Kunden behandelt werden. Dann könnten Sie fragen: „Ich sehe, wie professionell hier mit den Gästen umgegangen wird. Bieten Sie Ihren Mitarbeitern dazu spezielle Schulungen an?“

Provozieren Sie auf jeden Fall keine Diskussionen. Schließlich wollen Sie sympathisch rüberkommen und gute Stimmung machen. Letztendlich entscheidend ist das Gesamtbild, dass Sie geradlinig und authentisch rüberkommen. Die größte Sünde wäre nur: Nicht zu fragen.

>> Don’ts

Wie lange gibt es Ihr Hotel schon?
Das sollten Sie aus Ihrer Vorbereitung wissen. Informieren Sie sich vor dem Bewerbungsgespräch auf der Homepage.

Warum sollte ich mich denn für Ihr Unternehmen entscheiden?
Tabufrage, wirkt sehr von oben herab.

Ich bin Montag um 16.00 Uhr immer beim Yoga. Habe ich dann frei?
Das Service am Gast fordert manchmal Engagement über Dienstschluss hinaus. Forderungen treiben den Arbeitgeber in die Enge.

Wie lange darf ich überlegen?
K. o.-Frage. Ihr Interesse an der Stelle kommt nicht sehr überzeugend rüber.

Zahlen Sie mir die Ausbildung XY?
Stellen Sie keine Forderungen. Besser: „Ich würde gerne die Ausbildung XY machen. Könnten Sie sich ein Kosponsoring vorstellen?“

Was werde ich verdienen?
Das Gehalt sollte während des Gesprächs behandelt werden, am Schluss hinterlässt die Frage einen negativen Eindruck.

Wann kann ich Urlaub nehmen?
Vermitteln Sie nicht den Eindruck, Sie seien mehr an der Freizeit interessiert. Demonstrieren Sie Ihre Motivation.

Habe ich Sie von mir überzeugen können?
Kein Personaler will sich aus der Reserve locken lassen. Setzen Sie ihn nicht unter Druck.

Welche Benefits bieten Sie?
Am Ende sollte man nicht panikartig versuchen, noch möglichst viele Vorteile herauszuholen.

>> Musts

Wie sieht die Struktur in meiner Abteilung aus?
Zeigen Sie Interesse daran, wie Ihre zukünftige Arbeitsstelle aussehen könnte.

Wie sehen Sie die Entwicklungs­möglichkeiten?
So vermitteln Sie starkes Interesse an der Firma und hohe Eigenmotivation, da Sie sich entwickeln wollen.

Was muss ich dafür tun, um Sie von mir zu überzeugen?
Ergreifen Sie die Initiative und zeigen Sie Engagement. Personaler wollen Mitdenker.

Funktioniert ein Wechsel zwischen Abteilungen, um mir noch mehr Kompetenzen anzueignen?
Wichtige Frage, die Ihre positive Einstellung zu mehr Leistung ausdrückt.

Wäre es möglich, dass ich meinen Arbeitsplatz sehe?
Kluger Schachzug. Ihr Arbeitgeber sieht sofort Ihr unbedingtes Interesse an der Stelle.

Welche Ziele sollten innerhalb eines Jahres erreicht werden?
Anschließend können Sie auch noch fragen, wie die Ziele gemessen werden.

Wie würden Sie Ihre Unternehmenskultur beschreiben?
Wie verläuft meine Einarbeitung?
Wer ist mein Vorgesetzter?
Wer sind meine Kollegen?
Wie sieht mein Verantwortungsbereich aus?
Wie sieht die Gewichtung meiner Arbeit aus?

Alle konkreten Fragen zu Ihrem Aufgabengebiet vermitteln, dass Sie sich ernsthaft mit Ihrer Stelle auseinandersetzen.

Andreas HachmeisterWelche Fragen Sie am Schluss des Jobgesprächs stellen sollten: Andreas Hachmeister, General Manager im Westin Leipzig, gibt Insidertipps aus der Praxis.

„Was kann ich noch tun, um Sie zu überzeugen?“

ROLLING PIN: Was erwarten Sie von einem Bewerber am Schluss des Gesprächs, wenn Sie ihn auffordern, seine eigenen Fragen zu stellen?
Andreas Hachmeister: Der Bewerber sollte sein starkes Interesse an seiner Stelle demonstrieren und mir nicht unterschwellig vermitteln: „Na gut, wenn es hier nichts wird, dann schaue ich eben woanders.“ Außerdem sollte der Bewerber proaktiv werden. Fragen wie „Könnten Sie mir vielleicht zwei, drei Zimmer zeigen oder dürfte ich einmal die Küche sehen?“ werte ich als sehr positiv. Auch Fragen über seine mögliche neue Stelle sollten dabei sein. Zum Beispiel: „Wie sieht die Struktur in der betreffenden Abteilung aus?“ Oder: „Ist die Stelle neu geschaffen worden? Wenn nicht, warum suchen Sie jetzt jemanden für diese Position?“

RP: Wie kann man besonders Eindruck bei Ihnen machen?
Andreas Hachmeister: Prinzipiell brauche ich Leute, die nicht in ihrer Position verharren und das Gespräch dahinplätschern lassen. Ein guter Bewerber sollte aus eigenem Antrieb für unser Haus aktiv werden. Ich brauche Mitdenker und Mitunternehmer. Sein besonderes Interesse zeigt man, wenn man am Schluss fragt: „Wie verbleiben wir?“ Ein sehr gelungener Abschluss wäre auch: „Was kann ich noch tun, um Sie von meiner Person zu überzeugen?“ Die gleiche Frage wäre auch in einer Mail nach dem Bewerbungsgespräch möglich. Will der Jobsuchende ein Resümee des Gesprächs, halte ich mich bedeckt. Ich muss mich erst mit meinem Abteilungsleiter besprechen, der beim Jobinterview natürlich auch anwesend ist.

RP: Mit welchen Fragen sammelt man Minuspunkte?
Andreas Hachmeister: „Welche Seminare bezahlen Sie mir?“, „Wie sind Ihre Bürozeiten? Länger als bis 16.30 Uhr kann ich leider nicht arbeiten und am Wochenende sowieso nicht.“ Wenig begeistert bin ich auch, wenn sich jemand erkundigt, ob er bei der Gewerkschaft arbeiten kann. No-go-Fragen sind auch solche, die man eigentlich durch Internetrecherche bereits geklärt haben sollte.

>> Kontakt
The Westin Leipzig
Andreas Hachmeister, General Manager
Gerberstraße 15,
04105 Leipzig
Tel.: +49 341 988-0
westin.com

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