“Wichtig, neue Wege zu gehen” – Widakovich und Grossauer beleben Mehlplatz neu
Der Mehlplatz zählt zu den ältesten Plätzen von Graz. Einst standen hier die sogenannten Gäubänke, später prägten Fleischhauer, Mehlhändler und Käseverkäufer das Bild. Genau an diese Geschichte will die Grossauer Unternehmensgruppe nun andocken: Am Mehlplatz 3, jener Adresse, die einst das legendäre Eckstein beheimatete, entsteht ein neues Stadtgasthaus.

Der Mehlplatz zählt zu den ältesten Plätzen von Graz. Einst standen hier die sogenannten Gäubänke, später prägten Fleischhauer, Mehlhändler und Käseverkäufer das Bild. Genau an diese Geschichte will die Grossauer Unternehmensgruppe nun andocken: Am Mehlplatz 3, jener Adresse, die einst das legendäre Eckstein beheimatete, entsteht ein neues Stadtgasthaus.

Seit einiger Zeit wurde in Graz gemunkelt, nun ist klar: Die Gastro-Familie Grossauer übernimmt die Räumlichkeiten am Mehlplatz 3 und arbeitet an einem neuen Konzept. „Ja, es stimmt. Es wurde bereits ein bisserl gemunkelt und nun können wir es endlich bestätigen: Wir machen wieder etwas Neues auf und übernehmen die Räumlichkeiten am Mehlplatz 3“, sagt Patron Franz Grossauer.
Die Geschäftsführung übernimmt Isabella Edler, Hausherrin des Glöckl Bräu am benachbarten Glockenspielplatz. Für Grossauer schließt sich damit auch räumlich ein Kreis: Das Haus am Mehlplatz 3 sei historisch stets der Übergang zwischen Glockenspielplatz und Mehlplatz gewesen.
Widakovich macht Geschichte essbar
Kulinarisch wird das neue Haus vor allem von Christof Widakovich geprägt. Der Koch, der innerhalb der Grossauer-Gruppe immer wieder Konzepte schärft und Küchenideen entwickelt – zuletzt die kürzlich mit Michelin-Stern prämierte Genießerei am Markt –, nimmt die Geschichte des Platzes als Ausgangspunkt.

„Wir haben in den vergangenen Jahren viel über den Tellerrand geschaut und uns international inspirieren lassen. Es ist immer gut, neue Wege zu gehen. Traditionen und kulinarische Klassiker in Ehren zu halten, ist ebenso unsere Aufgabe“, sagt Widakovich.
Das klingt nach einem ziemlich klaren Auftrag: österreichische Küche, mit Respekt vor dem Erbe, handwerklich stark, zeitgemäß inszeniert. Im Mittelpunkt stehen die gekochte steirische Rindfleischküche aus dem Kupferkessel, klassische Beilagen und österreichische Salonküche – also jene feinen heimischen Klassiker, die Widakovich auf ein neues Niveau heben will.
Tafelspitz, Kupferkessel, Tisch-Show
Von den historischen Gäubänken spannt das Konzept den Bogen zu Tafelspitz, geschmorten Rindfleischspezialitäten und traditionellen Gerichten, die seit Generationen zur heimischen Esskultur zählen. Die Geschichte des Mehlplatzes soll nicht nur als hübsche Erzählung an der Wand hängen. Sie soll im Teller landen.
Geplant ist ein Stadtgasthaus für Graz, das Stammgäste genauso abholen soll wie junge Genießer, Touristen und Geschäftsleute. Klassische Gerichte treffen auf handwerkliche Raffinesse und Service-Erlebnis: Speisen sollen direkt am Tisch vollendet, eingegossen, geräuchert oder flambiert werden.
„Wir möchten einen Ort schaffen, an dem sich jeder kulinarisch wiederfindet, und der gleichzeitig neue Akzente setzt“, sagt Edler.
Auch architektonisch wird sich am Mehlplatz 3 einiges tun. Die Räumlichkeiten werden derzeit umfassend neugestaltet. Gemeinsam mit einem der schönsten Gastgärten der Grazer Altstadt soll ein Haus entstehen, das Geschichte, Atmosphäre und Kulinarik zusammenbringt.
Die Eröffnung ist für Herbst 2026 geplant.