Corona-Krise: Tipps fürs Home Office

Die Corona-Krise hat unser Leben ordentlich umgekrempelt, viele hat die Krise ins Home Office verfrachtet. Wie das neue Arbeitsleben gelingen kann:
März 26, 2020 | Fotos: Shutterstock

Home Office ist das neue Wort für das größte Arbeits- und Sozialexperiment der Menschheitsgeschichte. Natürlich gibt es dafür mit der Corona-Krise einen sehr tragischen Grund. Aber nun heißt es, das Beste aus der Situation zu machen. Und wollten einige von uns nicht schon immer einen flexibleren Arbeitsort? Dann ist es nun an der Zeit, ein wenig umzukrempeln, sich einzurichten und durchzustarten. Wir verraten euch Tipps, mit denen das Home Office zum Erfolg werden kann.

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Wie kann das Home Office gelingen?

Routinen beibehalten

Wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Deswegen brauchen wir auch zuhause unsere Routine. Die meisten haben im Laufe ihres Arbeitslebens ja ohnehin gewisse Rituale entwickelt. Experten raten, so gut wie möglich den normalen Arbeitsalltag zu simulieren und so gut wie möglich aufrechtzuerhalten. Wer bis jetzt morgens Sport gemacht hat, soll das auch weiterhin tun. Genauso wenig Grund zur Änderung besteht bei Weck- oder Frühstück- oder festen Arbeitszeiten. Wiederkehrende Besprechungstermine finden nach Möglichkeit weiterhin statt – nur eben online. Und die Pause um 11 Uhr gibt es ab sofort am Balkon. Natürlich kann man in diesen Pausen auch Freunde und Familie anrufen. Generell sollte man während der Arbeitszeit aber diszipliniert bleiben und Ablenkungen so gut wie möglich vermeiden.

Einen festen Arbeitsplatz schaffen

Dabei hilft zum Beispiel ein fester Arbeitsplatz. Denn auch zuhause gilt: Wer den halben Tag seine Arbeitsunterlagen sucht oder ständig den Arbeitsort wechselt, kommt mit der Arbeit selbst nicht weiter. Das Home Office braucht einen eigenen Platz – und möge er noch so klein sein. Wichtig ist, sich einen ruhigen Ort zu suchen, der künftig nur zum Arbeiten genutzt wird. Dort richtet man sich am besten gleich mitsamt benötigten Utensilien ein. Dass Ordnung das halbe Leben ist, bekommt in der neuen Umgebung noch einmal eine ganz neue Bedeutung.

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Das Pop-up-Home-Office muss zwar kein eigenes Büro sein – ein fest eingerichteter Ort im Haus empfiehlt sich aber.

Richtig kommunizieren

Ins Home Office wurden viele von uns über Nacht geschickt. Aber: Wir wurden damit keineswegs verbannt, wir sind einfach örtlich expandiert. Damit trotz der räumlichen Trennung alle in Kontakt und up to date bleiben, verwenden viele Firmen Online-Programme. Die meisten nutzen Zoom, Skype oder Slack. Auch WhatsApp-Gruppen und einfache Telefonkonferenzen funktionieren. Das richtige Tool für jede Aufgabe zu finden und jeden damit zu verbinden, kann zwar manchmal etwas dauern, zahlt sich aber definitiv aus. Ist erstmal alles eingerichtet, steht der Produktivität nichts mehr im Wege. Und damit später auch niemand warten muss, sollte gleich morgens sichergestellt werden, dass auch wirklich alles funktioniert.

Struktur schaffen

Nach dem Kick-off kommt die Planung: Wer was bis wann macht, muss auch zuhause klar sein. Sind die Aufgaben verteilt, helfen To-Do-Listen und Projektmanagement. Was ist heute schaffbar? Wann mache ich was? Das gleich zu anfangs festzulegen, gibt dem Alltag mehr Struktur und der Ablenkung weniger Chancen. Und wer den Überblick behält, gerät auch nicht in Gefahr, etwas zu vergessen, wenn einen die Kollegen nicht ständig daran erinnern. „Im Arbeitsalltag ist es wichtig, sich Fristen und Ziele zu setzen. Das ist sehr, sehr wichtig, weil die Zeit zu Hause ziemlich schnell vergeht. Wer zum ersten Mal von daheim arbeitet, benötigt am Anfang ein wenig Disziplin und Planung, um effektiv arbeiten zu können“, sagt etwa Organisationspsychologin Jennifer Chatman im Interview mit der Tagesschau.

Und auch Selbstreflektion: Am Ende eines Arbeitstages lohnt es sich durchaus, sich anzusehen, was man geschafft hat – und wo es mehr Konzentration braucht oder womöglich Verbesserungsbedarf gibt. Das kann dann am nächsten Tag gleich umgesetzt werden. Weil Arbeit und Privatleben nun nicht mehr ganz so klar getrennt sind, sind auch Routinen zum Beenden des Tages ratsam. Optionen wären etwa, nach Dienstschluss zu kochen oder Sport zu machen.

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Die Kalender-Agenda: Im Home Office sollte sie auf dem Pflichtprogramm stehen.

Die ultimativen Bullet Points für das Arbeiten von Zuhause

Welche Methoden am besten funktionieren, muss jeder für sich herausfinden. Aber die oben genannten Ideen helfen dabei, sich schnell mit dem Arbeitsplatz in den eigenen vier Wänden zu arrangieren. Hier noch einmal alles Schritt für Schritt:

  • Richte dir deinen eigenen Arbeitsplatz ein
  • Behalte deine Morgenroutine bei
  • Lege fixe Arbeitszeiten fest
  • Strukturiere deinen Arbeitsalltag
  • Mache regelmäßige Pausen, halte auch die Mittagspause ein
  • Verschaffe dir regelmäßig einen Überblick über die Aufgaben für den Tag
  • Reflektiere am Ende des Tages, was gut gelaufen ist und was du verbessern kannst, bis du deinen eigenen Rhythmus gefunden hast

Mit den Kindern im Home Office?

Eltern stehen nun vor der zusätzlichen Herausforderung, dass sie zuhause auch die Kinder betreuen müssen. Wie das gelingen kann? Noch mehr Struktur und noch mehr Disziplin, darin sind sich Experten einig. Man brauche Zeitpläne und müsse eventuell festlegen, wie viel Internet- und Computer-Zeit für alle zur Verfügung steht. Und: „Man muss sich Gedanken machen, wie man Haus oder Wohnung aufteilt, damit jeder das tun kann, was er tun muss“, erklärt Organisationspsychologin Chatman.

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Baby Boss: Damit das Home Office mit Kind nicht zur Zerreißprobe wird, ist auch hier Struktur gefragt.

Ist das Home Office die Zukunft?

Fest steht: Das Experiment Home Office kann gelingen. Dass die Krise die Digitalisierung beschleunigen wird, steht außer Frage. Und vielleicht ist dieser Umschwung ja auch eine sehr große Chance für unser Arbeitsleben. So schreibt beispielsweise der Zukunftsforscher Matthias Horx in seiner Kolumne zur Welt nach Corona: „Wir werden uns wundern, wie schnell sich plötzlich Kulturtechniken des Digitalen in der Praxis bewährten. Tele- und Videokonferenzen, gegen die sich die meisten Kollegen immer gewehrt hatten (der Business-Flieger war besser) stellten sich als durchaus praktikabel und produktiv heraus. Lehrer lernten eine Menge über Internet-Teaching. Das Homeoffice wurde für viele zu einer Selbstverständlichkeit – einschließlich des Improvisierens und Zeit-Jonglierens, das damit verbunden ist.“

Zur gesamten Kolumne von Matthias Horx geht’s hier entlang

Alle Entwicklungen rund um das Corona-Virus gibt es hier in unserem Gastro-Live-Ticker!

 

 

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