EU warnt vor Fake-Olivenöl: Prüfer finden Lücken bei Kontrollen

Olivenöl unterliegt in der EU strengen Vorschriften und muss als einziges Lebensmittel auch auf Geschmack und Geruch geprüft werden. Nicht alle Länder kontrollieren aber gleich gewissenhaft.
Jänner 15, 2026 | Text: Redaktion | Fotos: Shutterstock

Olivenöl ist nicht nur Jamie Olivers Lieblingszutat, sondern auch Vorzeigeprodukt der Europäischen Union, die der weltweit größte Produzent, Exporteur und auch Verbraucher des flüssigen Goldes ist.

Immer wieder gibt es Berichte über gepanschtes, minderwertiges Olivenöl, das von Betrügern als hochwertiges Öl verkauft wird. Damit sich Verbraucher auf Bezeichnungen wie „natives Olivenöl extra“ verlassen können, unterliegen diese und andere Kategorien strengen Vorschriften. Prüfer des Europäischen Rechnungshof haben jetzt untersucht, ob diese Vorschriften auch eingehalten werden. Für die Kontrollen sind die EU-Länder selbst verantwortlich.

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Verbraucher sollten sich auf die Qualitätsstandards bei Olivenöl verlassen können, sagt der EU-Rechnungshof – Foto: Shutterstock

Olivenöl ist nicht nur Jamie Olivers Lieblingszutat, sondern auch Vorzeigeprodukt der Europäischen Union, die der weltweit größte Produzent, Exporteur und auch Verbraucher des flüssigen Goldes ist.

Immer wieder gibt es Berichte über gepanschtes, minderwertiges Olivenöl, das von Betrügern als hochwertiges Öl verkauft wird. Damit sich Verbraucher auf Bezeichnungen wie „natives Olivenöl extra“ verlassen können, unterliegen diese und andere Kategorien strengen Vorschriften. Prüfer des Europäischen Rechnungshof haben jetzt untersucht, ob diese Vorschriften auch eingehalten werden. Für die Kontrollen sind die EU-Länder selbst verantwortlich.

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Verbraucher sollten sich auf die Qualitätsstandards bei Olivenöl verlassen können, sagt der EU-Rechnungshof – Foto: Shutterstock

„Die Verbraucher müssen darauf vertrauen können, dass das Olivenöl, das sie kaufen, die Qualitätsstandards erfüllt und echt ist“, so Joëlle Elvinger, die als Mitglied des Rechnungshofs für die Prüfung zuständig war. „Die EU-Vorschriften sind zwar solide, werden aber nicht immer vollständig eingehalten. Die Verbesserung der Kontrollen und der Rückverfolgbarkeit sowie eine klare Rechtslage sind entscheidend, um nicht nur die Verbraucher, sondern auch den guten Ruf des europäischen Olivenöls zu schützen.“

Herkunft lässt sich nicht immer rückverfolgen

Die Prüfer haben Lücken im System festgestellt: Konformitätskontrollen seien bisweilen unvollständig und Stichproben würden Teile des Marktes manchmal nicht erfassen.

Die Kontrollen auf Pestizidrückstände funktionieren gut. Andere Verunreinigungen werden aber nicht einheitlich kontrolliert. In näher untersuchten EU-Ländern habe es entweder keine oder nur sporadische Kontrollen auf Pestizide und andere Verunreinigungen in Olivenöl gegeben, das aus Nicht-EU-Ländern eingeführt wird.

Auch bei der Rückverfolgbarkeit wurden Mängel festgestellt. Während Länder wie Spanien und Italien den Ursprung von Oliven und Olivenöl auf allen Stufen der Lieferkette verfolgen, sei insbesondere die grenzüberschreitende Rückverfolgung von Olivenöl-Mischungen aus mehreren Ländern oder aus EU- und Drittländern schwierig. Dazu gebe es auch noch nicht genügend umfassende Vorschriften.

Wann darf Olivenöl „extra virgin“ heißen?

In der EU darf Olivenöl „extra nativ“ oder „extra virgin“ heißen, wenn es die sowohl chemische Grenzwerte (Säuregehalt unter 0,8 Prozent) als auch die sensorische Prüfung nach den EU-Normen erfüllt; es muss fruchtig schmecken und keine wahrnehmbaren Fehler aufweisen. Für extra natives Olivenöl werden die Oliven ausschließlich mechanisch verarbeitet und kaum erhitzt. Das führt zu höherer Qualität im Vergleich zu nativem oder raffiniertem Öl.

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