Herkunftskennzeichnung: Kommt jetzt das Schnitzel-Etikett in der Gastro?

Österreich plant mehr Herkunftstransparenz in der Gastronomie. Fleisch, Milch und Eier stehen im Fokus.
Juni 29, 2026 | Text: Redaktion | Fotos: Shutterstock

Die Herkunftskennzeichnung in Österreichs Gastronomie bekommt neuen politischen Schub. Nach Jahren der Debatte soll bei Fleisch, Milch und Eiern künftig für Gäste klarer sichtbar werden, ob die Produkte aus Österreich, der EU oder aus Drittstaaten stammen. In der Gemeinschaftsverpflegung war eine solche Regelung bereits 2023 in Kraft getreten.

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Die Herkunftskennzeichnung in Österreichs Gastronomie bekommt neuen politischen Schub. Nach Jahren der Debatte soll bei Fleisch, Milch und Eiern künftig für Gäste klarer sichtbar werden, ob die Produkte aus Österreich, der EU oder aus Drittstaaten stammen. In der Gemeinschaftsverpflegung war eine solche Regelung bereits 2023 in Kraft getreten.

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Vorgesehen ist eine schrittweise Umsetzung. Basis dafür sollen bestehende Initiativen wie “Gut zu Wissen” sein. Das von der Landwirtschaftskammer Österreich initiierte Projekt wird bereits in Gemeinschaftsverpflegung, Hotellerie und Gastronomie genutzt. Laut LKÖ werden darüber mittlerweile 94,5 Millionen Essensportionen bei 1.280 teilnehmenden Unternehmen und Standorten mit Herkunftsangaben zu Milch, Fleisch und Eiern versehen.

Moosbrugger: “Mehr Herkunftstransparenz auf unseren Speisekarten”

Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger sieht in der Einführung einen wichtigen Schritt. Landwirtschaftskammer und Wirtschaftskammer hätten seit dem Frühjahr ein gemeinsames Projekt initiiert, um Grundlagen für eine einfache, praxistaugliche, transparente und flächendeckende Herkunftskennzeichnung zu erarbeiten.

“Alles, was mehr Herkunftstransparenz auf unseren Speisekarten und Tellern bringt, wird von uns befürwortet”, heißt es von Moosbrugger. Entscheidend sei ein automatisiertes System, das für die Gastronomie praktikabel bleibt und trotzdem eindeutig zeigt, woher die tierischen Primärprodukte kommen.

Bauernbund spricht von “neuer Zeit” für Transparenz

Auch der Bauernbund drängt auf mehr Klarheit. Präsident Georg Strasser spricht von einer “neuen Zeit für die Transparenz von Lebensmitteln in der Gastronomie”. Bestehende Modelle sollen nun gemeinsam mit Gastronomie, Landwirtschaft, Verarbeitung, Lebensmittelhandel, Gemeinschaftsverpflegung und Gastro-Großhandel weiterentwickelt werden. Strasser formuliert das Ziel deutlich: ein System, das “in der Gastronomie funktioniert” und Herkunft in der Breite sichtbar macht.

Gastro pocht auf Freiwilligkeit

Aus Sicht der Wirtschaftskammer bleibt der entscheidende Punkt die Umsetzbarkeit. Der Fachverband Gastronomie unterstützt Herkunftskennzeichnung auf freiwilliger Basis, lehnt eine Verpflichtung aber ab. Die Argumentation: EU-Recht sieht Herkunftsangaben bei Lebensmitteln grundsätzlich als freiwillig an. Verpflichtende nationale Zusatzregeln müssten besonders begründet werden.

Im Landwirtschaftsausschuss wurde das Thema am 26. Juni erneut heftig diskutiert. Anträge von Grünen und FPÖ zur verpflichtenden Herkunftskennzeichnung wurden wieder vertagt. ÖVP-Mandatar Georg Strasser kündigte an, seiner Fraktion zufolge solle zunächst ein freiwilliges System aus der Praxis heraus entstehen, das später in einen einheitlichen Rahmen überführt werden kann.

Kritik kommt von jenen, denen dieser Weg zu langsam geht. Der Verein Land schafft Leben fordert, aus den Ankündigungen verbindliche Regeln zu machen. Herkunftskennzeichnung dürfe “kein Lippenbekenntnis bleiben”, heißt es dort. Transparenz brauche klare Vorgaben und Kontrolle.

Parallel dazu zeigt der Blick ins Regal, wie weit Kennzeichnung gehen kann. Seit 14. Juni müssen Honigmischungen ihre Ursprungsländer samt Prozentanteilen ausweisen. Sammelbezeichnungen wie “Mischung von Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern” gehören damit der Vergangenheit an.

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