Der Weinpate

Wenn es in Österreich eine vinophile Eminenz gibt, dann ist das Adi Schmid. Der Steirereck-Sommelier ist nach wie vor innovativer Impulsgeber.
November 13, 2015

 Adi Schmid der Steirereck-SommelierFoto: Helge O. Sommer

Er ist der Keith Richards unter den Weinjunkies. Seit bald 39 Jahren spielt Adi Schmid mit Heinz Reitbauers Steirereck nun schon in der kulinarischen Champions League und hat auch mit über 60 Jahren noch nichts von seinem revolutionären und vor Entdeckungsneugier strotzenden Wesen verloren. Wenn er von Wein spricht, ist das purer Rock ’n’ Roll. Seine Jünger hängen ihm wie gefesselt an den Lippen. Und darum verwundert es auch kaum, dass einer der größten Weinexperten des Landes gleich zu Beginn des Interviews von Bier zu schwärmen beginnt: „Aktuell natürlich auch ein ganz großes Thema bei uns im Steirereck. Schön, dass sich die Craft-Bier-Szene in den letzten Jahren so entwickelt hat!“

Geht es nach Schmid, ist das ein Trend, den auch die großen Champagnerhäuser nicht verschlafen sollten: „Die sind schon seit einiger Zeit nicht mehr auf den Karten der besten Häuser Europas zu finden. Viel mehr Spaß machen da schon individuelle Lagenchampagner kleinerer Weingüter.“

Schmid glüht nach wie vor für die Branche und kann sich einen Tag ohne Rebensaft nicht vorstellen. „Noch vor der Körperpflege in der Früh richte ich mir schon die Verkostungsweine für den Abend her.“ Zu Hause, nach dem Tagesgeschäft, da hat er dann die nötige Ruhe, um sich den Testflaschen mit größter Aufmerksamkeit zu widmen. „Ich verkoste nicht so gern mit den Weinbauern gemeinsam. Ich bin zu höflich, um dem Winzer ins Gesicht zu sagen, dass der Wein schlichtweg abscheulich schmeckt.“

Die Leidenschaft für Wein entfachte Heinz Reitbauer sen. beim damals noch jungen Kellner. Als Schmid nämlich nach der Lehre im Restaurant zum Hochstrahlbrunnen im Steirereck landete…

 Adi Schmid der Steirereck-SommelierFoto: Helge O. Sommer

Er ist der Keith Richards unter den Weinjunkies. Seit bald 39 Jahren spielt Adi Schmid mit Heinz Reitbauers Steirereck nun schon in der kulinarischen Champions League und hat auch mit über 60 Jahren noch nichts von seinem revolutionären und vor Entdeckungsneugier strotzenden Wesen verloren. Wenn er von Wein spricht, ist das purer Rock ’n’ Roll. Seine Jünger hängen ihm wie gefesselt an den Lippen. Und darum verwundert es auch kaum, dass einer der größten Weinexperten des Landes gleich zu Beginn des Interviews von Bier zu schwärmen beginnt: „Aktuell natürlich auch ein ganz großes Thema bei uns im Steirereck. Schön, dass sich die Craft-Bier-Szene in den letzten Jahren so entwickelt hat!“

Geht es nach Schmid, ist das ein Trend, den auch die großen Champagnerhäuser nicht verschlafen sollten: „Die sind schon seit einiger Zeit nicht mehr auf den Karten der besten Häuser Europas zu finden. Viel mehr Spaß machen da schon individuelle Lagenchampagner kleinerer Weingüter.“

Schmid glüht nach wie vor für die Branche und kann sich einen Tag ohne Rebensaft nicht vorstellen. „Noch vor der Körperpflege in der Früh richte ich mir schon die Verkostungsweine für den Abend her.“ Zu Hause, nach dem Tagesgeschäft, da hat er dann die nötige Ruhe, um sich den Testflaschen mit größter Aufmerksamkeit zu widmen. „Ich verkoste nicht so gern mit den Weinbauern gemeinsam. Ich bin zu höflich, um dem Winzer ins Gesicht zu sagen, dass der Wein schlichtweg abscheulich schmeckt.“

Die Leidenschaft für Wein entfachte Heinz Reitbauer sen. beim damals noch jungen Kellner. Als Schmid nämlich nach der Lehre im Restaurant zum Hochstrahlbrunnen im Steirereck landete, war es Reitbauer sen., der von seinen kulinarischen Frankreichreisen oft eine spannende Flasche im Gepäck hatte. Somit war Schmid mit dem Virus infiziert und entwickelte sich durch das große Vertrauen des heutigen Steirereck-Seniorchefs zur önologischen Institution Österreichs: „Und das alles ohne Ausbildung. Damals hat man ja noch nicht einmal gewusst, wie man das Wort Sommelier ausspricht“, lacht Schmid mit einem Augenzwinkern.

Dass er dabei in seiner Entwicklung nie stehen geblieben ist, erklärt er durch sein rekordverdächtiges Engagement im besten Haus Österreichs: „Ehrlich gesagt wäre ein Wechsel in ein anderes Haus nur ein Rückschritt gewesen und ich hätte mich verschlechtert!“ So genießt der 60-Jährige auch heute noch das vollste Vertrauen seiner Chefs und empfiehlt mit traumwandlerischer Sicherheit spannende Weinbegleitungen der unterschiedlichsten Couleur. Dabei muss immer ein Naturwein im Menü sein. „Man kann gewisse Entwicklungen und Trends doch nicht verleugnen. Wenn man sich überlegt, wie viel von der Molekularküchenbewegung im heutigen Kochalltag gelandet ist, sollte man auch Prozessen im Weinbau immer offen gegenüberstehen!“

Mit offenen Armen empfängt Schmid auch die oft diskutierten gereiften österreichischen Weine wie Jamek, Hirtzberger oder F.X. Pichler. „Es sollte jedoch nur mehr davon in entsprechender Qualität geben.“ Und auch wenn man laut Schmid als Sommelier stets mehr Wissen haben sollte als seine Gäste, fordert er für diese auch größeres Verständnis ein: „Wir beschäftigen uns tagtäglich mit der Materie. Gäste sind da oft Jahre hinterher.“ Wie groß sein Verständnis jedoch war, als einst Jerry Lewis zu einem 71er Château Lafite ein Coke bestellte, hat er uns nicht verraten.

www.steirereck.at

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