Eugen Block: King of Beef

Eugen Block ist der Steakpionier auf dem deutschen Markt und hat sich mit autoritärem Führungsstil nicht immer nur Freunde gemacht. Warum er trotzdem stets nach seinen Grundsätzen handelte und so zur Legende wurde, verrät er im exklusiven Interview.
November 2, 2016 | Text: Georg Hoffelner | Fotos: Helge O. Sommer, beigestellt

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1968 gründete Eugen Block sein erstes Steakhaus, heute sind es stolze 47 Filialen. Ganze 17 Unternehmen gehören zur Firmengruppe, die mehr als 2300 Mitarbeiter beschäftigt und 2015 satte 360 Millionen Euro umsetzte. Bei den ROLLING PIN-Awards wurde er unter Standing Ovations für sein Lebenswerk ausgezeichnet, auch wenn er jetzt mit 76 Jahren doch kürzertreten will. Warum man ihm das noch nicht ganz glauben will, verrät das Interview mit dem erfolgreichen Kontrollfreak.

Gleich vorweg: Wie erklären Sie sich selbst Ihren Erfolg?
Eugen Block: Hartnäckigkeit. Nachdem ich 1968 den Sprung in die Selbständigkeit gewagt hatte, übrigens der ganz entscheidende Schritt, habe ich mein Leben lang jeden Tag beharrlich und fleißig darum gerungen, das beste Produkt auf den Tisch zu bringen.

Haben Sie eigentlich an Ihrer Karriere gezielt gearbeitet oder hat die Liebe zu Ihrer Arbeit letztendlich zu Ihrer außergewöhnlichen Karriere geführt? 
Block: Nicht die Karriere war mir wichtig, ich habe mich immer auf das Ziel gefreut. Ich glaube ohne Eitelkeit.

Wollten Sie schon immer Unternehmer werden? 
Block: Unternehmer zu sein, ist ein großer Anspruch. Ich wollte frei sein, selbstverantwortlich handeln und für mein Auskommen und letztlich meine Rente selbst sorgen.

Welcher Augenblick in Ihrem Leben ist für Sie rückblickend der emotionalste? Beruflich gesehen. 
Block: Als ich 1972 den Fuß in das ganz neue Block House in Hamburg-Wandsbek gesetzt habe, war ich von der urgemütlichen Schönheit begeistert. Kein Wunder, dass der neue Betrieb von Anfang an brummte und ich am dritten Tag gesagt habe: „Ich glaube, jetzt werde ich Millionär!“

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1968 gründete Eugen Block sein erstes Steakhaus, heute sind es stolze 47 Filialen. Ganze 17 Unternehmen gehören zur Firmengruppe, die mehr als 2300 Mitarbeiter beschäftigt und 2015 satte 360 Millionen Euro umsetzte. Bei den ROLLING PIN-Awards wurde er unter Standing Ovations für sein Lebenswerk ausgezeichnet, auch wenn er jetzt mit 76 Jahren doch kürzertreten will. Warum man ihm das noch nicht ganz glauben will, verrät das Interview mit dem erfolgreichen Kontrollfreak.

Gleich vorweg: Wie erklären Sie sich selbst Ihren Erfolg?
Eugen Block: Hartnäckigkeit. Nachdem ich 1968 den Sprung in die Selbständigkeit gewagt hatte, übrigens der ganz entscheidende Schritt, habe ich mein Leben lang jeden Tag beharrlich und fleißig darum gerungen, das beste Produkt auf den Tisch zu bringen.

Haben Sie eigentlich an Ihrer Karriere gezielt gearbeitet oder hat die Liebe zu Ihrer Arbeit letztendlich zu Ihrer außergewöhnlichen Karriere geführt?
Block: Nicht die Karriere war mir wichtig, ich habe mich immer auf das Ziel gefreut. Ich glaube ohne Eitelkeit.

Wollten Sie schon immer Unternehmer werden?
Block: Unternehmer zu sein, ist ein großer Anspruch. Ich wollte frei sein, selbstverantwortlich handeln und für mein Auskommen und letztlich meine Rente selbst sorgen.

Welcher Augenblick in Ihrem Leben ist für Sie rückblickend der emotionalste? Beruflich gesehen.
Block: Als ich 1972 den Fuß in das ganz neue Block House in Hamburg-Wandsbek gesetzt habe, war ich von der urgemütlichen Schönheit begeistert. Kein Wunder, dass der neue Betrieb von Anfang an brummte und ich am dritten Tag gesagt habe: „Ich glaube, jetzt werde ich Millionär!“

Da haben Sie Steaks salonfähig gemacht, noch lange bevor der Boom hier überhaupt eingesetzt hat. Sind Jim Block und sein Burgerkonzept heute ähnlich erfolgreich?
Block: Ja, Jim Block ist erfolgreich, muss sich aber noch tüchtig anstrengen, um Block House zu überholen.

 Ich dachte am dritten Tag: „Ich glaube, ich werde Millionär!“
Eugen Block über den fulminanten Start seines ersten Block House

Wenn man im Internet recherchiert, liest man in Artikeln immer von Eugen Block, dem Kontrollfreak. Sehen Sie das selbst eigentlich auch so? 
Block: Kontrolle ist immer gut. Denn Kontrolle erfolgt des Lobes wegen. Wer nicht kontrolliert, auch mit Zwischenkontrollen, kann eine Entwicklung nicht weiterbringen.

Wie viele Stunden in der Woche sind Sie jetzt noch in der Zentrale?
Block: Drei Mal in der Woche, für einen halben Tag. Wie schwierig ist und war es loszulassen, bestimmte Aufgaben zu delegieren? Block: In Gründungstagen fiel es mir schwer, meinen Stellvertreter zu benennen. Das habe ich im Laufe der Jahre, mit Gründung der verschiedenen Firmen, üben müssen. Wissen Sie, Aufgaben zu übertagen und zu delegieren, ist eine Frage des Vertrauens. Loslassen habe ich häufig geübt. Ich bin vertrauensvoll. Ich habe in meinem Leben anderen Menschen eher zu viel Vertrauen entgegengebracht.

Welche Bereiche gestalten Sie noch aktiv mit?
Block: Ich bin Unternehmer und ein organisatorischer Mensch, folglich kümmere ich mich um den Aufbau der Organisation und die baulichen Entwicklungen. Was sich im Markt tut, kriegt man auch noch mit.

Der ungerechtfertigte Erfolg eines Konkurrenten oder der eigene ungerechtfertigte Misserfolg – was ärgert Sie mehr?
Block: Mich ärgert natürlich der eigene ungerechtfertigte Misserfolg mehr. Dabei darf man sich nicht verleiten lassen, die Schuld auf andere zu schieben.

Sie sind ein Mann, der vehement seinen Standpunkt vertritt und Ideale hochhält. Das haben Sie immer wieder bewiesen und etwa auch Hotel-Buchungsportalen den Krieg erklärt. Ist so eine Einstellung wichtig, um nachhaltig Erfolg zu haben?
Block: Wie kann man Buchungsportale, die als Trittbrettfahrer 15 bis 20 Prozent Provision kassieren, gut finden? Buchungsportale sind nur Adressbücher, ohne irgendein Produkt für den Gast. Nur Hotels können die Reservierung und die arbeitsintensive Dienstleistung im Haus bieten. Eine angemessene Provision für die Adressbücher betrüge zwei Prozent. Ja, das ist die richtige Einstellung beim fleißigen Ringen um das Gästewohl.

Einen guten Hoteldirektor zu finden, kostet Nerven.
Eugen Block über 17 Hoteldirektoren in 30 Jahren im Grand Elysée

Wie viel Prozent Ihres Jobs würden Sie auch gerne ausüben, wenn Sie dafür kein Geld bekämen?
Block: 100 Prozent. Heute ist mein Ziel, so unabhängig wie möglich zu werden. Die Hauptaufgabe besteht darin, den jungen Leuten den Weg zu weisen und nachfolgende Generationen mit bestmöglichem Rat zu begleiten.

Sie haben von Mitarbeitern in Führungspositionen grafologische Gutachten eingeholt. Worauf haben Sie da besonders geachtet?
Block: Grafologische Gutachten für leitende Führungsmitarbeiter haben mir sehr geholfen. Erstaunlich, wie viele und welche besonderen Eigenschaften der menschliche Charakter darstellt, auf die man beim ersten Gespräch nicht geachtet hat. Beim zweiten Gespräch habe ich die kritischen Charaktermerkmale besonders angesprochen. Sie glauben gar nicht, wie viel der Grafologe in der Unterschrift sehen kann.

Was zeichnet einen guten Manager aus?
Block: Zunächst die Grundtugenden: Herzensgröße, Ehrlichkeit, Fleiß und Führungswillen. Management-Know-how besteht in der richtigen Einschätzung, was man von Mitarbeitern erwarten kann und was nicht. Oft erkennen die Manager den Punkt nicht, wann sie selbst ranmüssen.

Und was einen guten Menschen?
Block: Dass man sich auf ihn verlassen kann. Und dass er ein Friedensstifter ist.

In 30 Jahren haben Sie 17 Hoteldirektoren entlassen. Also im Schnitt alle zwei Jahre einen.Waren Sie entnervt, im Grand Elysée im Laufe der Jahre regelmäßig neue Hotelmanager zu suchen? 
Block: Einen guten Hoteldirektor zu finden, ist eine besondere Herausforderung, sie kostet Nerven. Er muss 100 gute Eigenschaften mitbringen, denn ein Hotel zu führen, ist nicht leicht. Zunächst muss er die Vielfältigkeit und die damit verbundene Arbeit in einem Hotel sehen, er muss ein vertriebsstarker Kaufmann sein, der mit Geld umgehen kann, und vor allem eine ausgewogene Führungspersönlichkeit.

Demnächst eröffnen Sie ja auch ein Block House in Wien: Wie groß würden Sie denn Ihr Block-House-Imperium gerne sehen? 
Block: Größe an sich kann nie unser Ziel sein. Deshalb ist es für uns kein Zwang, mit dem 50-jährigen Bestehen im Jahr 2018 50 Block-House-Restaurants zu haben. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir die Zahl 50 übertreffen werden.

Die Block Foods AG distribuiert die Produkte des Unternehmens in den Lebensmitteleinzelhandel, den Großhandel sowie in die Gastronomie und Hotellerie. Wie ist hier die Entwicklung und gibt es da Veränderungen oder gar Expansionspläne? 
Block: Die Block Foods AG ist in drei GmbHs gegliedert. Alle Unternehmen wachsen und haben ein gesundes Wachstum. Im Handel öffnen sich die Türen bei verschiedenen Lebensmittelketten.

In welcher Sparte Ihres Imperiums fühlen Sie sich eigentlich am wohlsten? 
Block: Das Elysée war immer meine Herausforderung. Es war mein Leben über 30 Jahre. Das Elysée ist eine Hotelwelt voller Vielfalt und ereignisreicher Momente.

Mit Hamburg Airlines haben Sie aber einmal in der Karriere auch eine Bruchlandung hingelegt.Was würden Sie da zurückblickend heute anders machen? 
Block: Ja, das war eine harte Landung, die viel Geld gekostet hat. Eine Bruchlandung war es nicht, weil wir keinem etwas schuldig geblieben sind. Ich würde es gerne wieder machen, dann aber nicht als Marketingmann, sondern als Controller, denn so ist das Airline-Geschäft. Die Idee war richtig, denn aus Hamburg heraus gibt es noch heute viele Verbindungen, die fehlen. Ich bin stolz, weil wir für Hamburg etwas Gutes getan haben. Als wir begonnen haben Ende der 1980er gab es 32 Direktverbindungen aus Hamburg. Zehn Jahre später, als wir aufgehört haben, gab es 64 Direktverbindungen. Die Geschäftsführung damals war zu schwach. Wenn ich selbst am Flughafen gewesen wäre, dann hätte das Kind eine gute Chance gehabt.

Das Unterfangen Hamburg Airlines war eine harte Landung.
Eugen Block über die größte Pleite seiner Karriere

Sind Sie mit der Regelung der Nachfolge in Ihrem Unternehmen mittlerweile zufrieden? Wie haben Sie die Zukunft geregelt?
Block: Ich fühle mich mit der jetzigen Regelung bestätigt: der sechsköpfige Aufsichtsrat mit Fremden und meinen drei Kindern, als Gesellschaftern funktioniert. Die Geschichte lehrt, für das langfristige Bestehen einer komplexen Firmen-Gruppe sorgen Gremien-Entscheidungen für mehr Sicherheit als die Führung durch Einzelnachfolger.

Haben Sie manchmal das Gefühl, Sie müssten sich für Ihr Glück rechtfertigen? 
Block: Nein, warum? Ich hatte beim Aufbau des Unternehmens ein erfülltes Leben. Heute bin ich dankbar und empfinde Glück, dass der liebe Gott es gut mit mir gemeint hat.

Wenn Ihr Leben verfilmt würde, wie wäre der Titel dieses Films und wen wünschen Sie sich in der Hauptrolle?
Block: „Der Gründer und Firmenchef unterwegs“. Ich kenne mich in der Branche aber ehrlich gesagt zu wenig aus, vielleicht am ehesten Tobias Moretti oder Robert Atzorn.

Wenn Sie sich vom Alltagsstress oder beruflicher Hektik erholen möchten, was ist dann Ihr Lieblingsort in Hamburg?
Block: Da, wo ich heute lebe, in Hamburg-Poppenbüttel, im wunderschönen Alstertal.

Bei Ihrer Laudatio bei den ROLLING PIN-Awards wurde immer wieder auf Ihre vorbildliche christliche Lebensweise hingewiesen. Glauben Sie, dass Gott oder eine andere Instanz Sie lenkt oder dass Sie Ihr Schicksal selbst gestalten? 
Block: Man kann sein Schicksal nur begrenzt gestalten, in entscheidendenLebensphasen ist es immer göttliche Vorhersehung.

Und wenn Sie abschließend einem aufstrebenden Menschen einen guten Rat mitgeben könnten: Was wäre der wichtigste Tipp, den Sie für eine erfolgreiche gastronomische Karriere verraten könnten?
Block: Sein Konzept und seinen Gast genau zu kennen und dann beharrlich und fleißig darum zu ringen, seinen Gast immer wieder zu begeistern.

www.block-gruppe.de

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