Teufels-Kerl im Engel

Zwischen Himmel und Elbe: Tarik Rose setzt im Restaurant Engel ein großes Küchenvermächtnis sowie ein Stück TV-Geschichte fort.
Jänner 20, 2016 | Text: Georg Hoffelner | Fotos: Helge O. Sommer

Beelzebuben 

Rach. Mälzer. Rose. Drei Beelzebuben, die den Engel an der Landeanlage Teufelsbrück als Sprungbrett ins kulinarische Paradies genutzt haben. Christian Rach formte auf seinem Erfolgsweg das Schiffsrestaurant von 1997 bis 2007, Tim Mälzer als Rachs Küchenchef von 1999 bis 2001. Seit 2004 Tarik Rose. Und wie seine Vorgänger auch startete Rose vor einigen Jahren äußerst erfolgreich eine TV-Karriere.
„Zurzeit läuft es sehr gut. In der neuen Serie ,Iss besser!‘ koche ich gemeinsam mit Ernährungs-Doc Anne Fleck im NDR“, sprudelt es aus dem immer unter Strom stehenden Küchenchef heraus. Dabei wollte der gebürtige Kieler am Beginn seiner Karriere die Gastronomie an den Nagel hängen: „Ich bin nach Hamburg gezogen und wollte eigentlich gar nicht mehr wirklich kochen. Ich habe in Schleswig-Holstein viele negative Erfahrungen mit der gehobenen Küche gemacht.“
Das teilweise nicht ehrliche Business ging Rose irgendwann mächtig gegen den Strich. Auf der Suche nach einem Nebenjob für das Studium in Hamburg ist er dann irgendwann doch wieder aufs Kochen gestoßen. Und über das idyllische Schiffsrestaurant gestolpert. „Christian Rach habe ich zuerst gar nicht mit dem Engel assoziiert“, erinnert sich Rose an den Tag, als er über die Schwelle des berühmten TV-Kochs schritt…

Beelzebuben

Rach. Mälzer. Rose. Drei Beelzebuben, die den Engel an der Landeanlage Teufelsbrück als Sprungbrett ins kulinarische Paradies genutzt haben. Christian Rach formte auf seinem Erfolgsweg das Schiffsrestaurant von 1997 bis 2007, Tim Mälzer als Rachs Küchenchef von 1999 bis 2001. Seit 2004 Tarik Rose. Und wie seine Vorgänger auch startete Rose vor einigen Jahren äußerst erfolgreich eine TV-Karriere.
„Zurzeit läuft es sehr gut. In der neuen Serie ,Iss besser!‘ koche ich gemeinsam mit Ernährungs-Doc Anne Fleck im NDR“, sprudelt es aus dem immer unter Strom stehenden Küchenchef heraus. Dabei wollte der gebürtige Kieler am Beginn seiner Karriere die Gastronomie an den Nagel hängen: „Ich bin nach Hamburg gezogen und wollte eigentlich gar nicht mehr wirklich kochen. Ich habe in Schleswig-Holstein viele negative Erfahrungen mit der gehobenen Küche gemacht.“ Das teilweise nicht ehrliche Business ging Rose irgendwann mächtig gegen den Strich. Auf der Suche nach einem Nebenjob für das Studium in Hamburg ist er dann irgendwann doch wieder aufs Kochen gestoßen. Und über das idyllische Schiffsrestaurant gestolpert. „Christian Rach habe ich zuerst gar nicht mit dem Engel assoziiert“, erinnert sich Rose an den Tag, als er über die Schwelle des berühmten TV-Kochs schritt.
Doch gleich nach dem ersten Treffen war Rach klar: „Meinen Segen haben Sie.“ Rose startete im Engel und schon nach zwei Wochen wurde ihm vom Sternekoch und RTL-Restauranttester die Position des Küchenchefs angeboten. Seit 2004 ist er also Chefkoch, seit 2007 auch Geschäftsführer. „Da ist Rach aus dem Laden ausgestiegen und die ursprünglichen Besitzer haben den Engel wieder übernommen. Ich mache seither mit ihnen gemeinsam die Restaurantleitung.“ Und das sehr erfolgreich. Der Laden brummt. Das Restaurant am besten Platz zwischen Himmel und Elbe hat viele unterschiedliche Fans.

Tarik Rose
Da gibt es diejenigen, die die Aussicht lieben. Das Schiffsrestaurant wurde ja in den Fluss hineingebaut und bietet einen fantastischen 360-Grad-Ausblick mit plätscherndem Wasser drumherum. Andere schätzen die puristische Art des Kochens. Viele kommen wiederum nur wegen der Fischsuppe und immer mehr Gäste auch, weil sie einmal beim Beef Buddie aus dem TV gegessen haben wollen.
„Wir kochen im Engel nach dem Kiss-Prinzip: Keep it small and simpel. Wir machen uns nichts aus Spielereien.“ Rose lässt viel lieber das Produkt im Vordergrund stehen, sucht permanent nach den besten Zutaten. Am ehesten könnte man die Küchenlinie noch als mediterranen Stil mit regionalen Bezugsquellen einordnen. „Manchmal verleihe ich den Gerichten aber auch noch gerne eine orientalische Note.“ Kurz: klare, simple Gerichte. Sehr puristisch. Internationale Klassiker im norddeutschen Gewand. Als Koch ist man laut Rose ja ständig Einflüssen ausgesetzt: „Ob jetzt am Markt oder beim Dreh: Es kommt immer wieder Inspiration daher. Wenn ich jedoch vor einem leeren Blatt Papier sitze, dann tue ich mir extrem schwer, Ideen niederzuschreiben.“

Rezepte von Tarik Rose

Mini-Küche

Wenn der Laden richtig voll ist, dann gehen im Engel schon einmal 120 Kuverts raus. Was in der Mini-Küche natürlich auch zur Herausforderung wird. Da muss dann alles wie bei einem Ballett ineinandergreifen. Einfach so durch die Gegend laufen geht da nicht. Jedes der fünf Crewmitglieder hat seinen Platz und bewegt sich in seinem Mini-Quadranten: „Stehst du da nur einen Meter vor dem Herd, ist es so, als ob man gegen eine Wand laufen würde. Es ist so heiß, dass man fast am Ausrasten ist. Da wirst du fast selbst mitgegrillt“, schildert Rose die extremen Bedingungen.
Aktuell steht der gebürtige Kieler, da der Sous Chef gerade sechs Wochen Urlaub macht, sieben Tage die Woche in der Küche. „Wenn alles normal läuft, bin ich jedoch auch fünf bis sechs Tage im Laden.“ Natürlich gehen dann für gewisse Drehs schon einige Tage drauf: „Für die Produktion der Beef Buddies etwa könnte man sagen, dass ich da meinen Urlaub vor der Kamera verbracht habe.“
Ungewöhnlich übrigens sein Start ins TV-Genre. Zwei Mädels vom NDR waren im Restaurant essen und haben im Laufe des Abends etwas mit Rose herumgeschäkert. Irgendwann meinten sie dann: „Wir suchen da noch ein neues Format und auch Köche, wobei, den Koch haben wir anscheinend gerade gefunden.“
Daraufhin wurde Rose tatsächlich dem NDR vorgeschlagen und kurz danach begann seine Laufbahn als TV-Koch. Aktuell ist er alternierend mit Michael Kempf festes Mitglied im „ARD-Buffet“-Team, alle drei Wochen montags im NDR-Format „Mein Nachmittag“, dreht nebenbei mit Carlo von Tiedemann „Kochchaos“, ist beim „NDR-Markt“ Experte für Ernährung und gestaltet für den gleichen Sender auch die neue Serie „Iss besser!“ sowie Online-Tutorials. Anfragen gibt es laut Rose immer wieder, aber es soll eben schon passen: „Ich sehe mich nicht so sehr in der Rolle, nur als Jurykopf irgendwo zu sitzen. Man muss sich natürlich auch im Fernsehen immer wieder verändern, dabei aber authentisch bleiben. Tim Mälzer hat das sehr gut geschafft.“
TV macht Rose nach wie vor teuflisch Spaß. Er liebt es, an neuen Ideen und Konzepten zu tüfteln, um Zusehern auch nachhaltig etwas weiterzugeben. „Ich koche ja auch nicht für andere Köche, sondern für Gäste. Und so sehe ich das auch beim TV: Ich mach das nicht, um Branchenkollegen zu beeindrucken, sondern weil ich Zusehern etwas vermitteln möchte.“ Deshalb empfindet er es als wichtig, ohne erhobenen Zeigefinger aufzuklären. Das Ganze aber eben auch mit Spaß, „denn nur dann erreicht man die Leute“.

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