Fight Club am Pass – Das war das Junge Wilde-Vorfinale

Es waren sechs Ausnahmetalente, die im April auf der #essenz Flagship Messe von Transgourmet Deutschland in Augsburg beim Vorfinale der Jungen Willden gegeneinander antraten. Das Resultat: drei Finalisten, die im Finale zeigen werden, wie die Zukunft der Gastronomie aussehen kann.
Mai 21, 2026 | Text: Lucas Palm | Fotos: Julia Losbichler

Die Jungen Wilden sind seit 2005 die lauteste Bühne für die nächste Kochgeneration. Und sagen wir, wie’s ist: Dieser Challenge kommt in Zeiten des um sich greifenden Konformismus mehr denn je eine entscheidende Rolle in der brav gewordenen Welt der Gastronomie zu. Weil es nicht um altbewährte Rezepte und feines Handwerk geht, sondern um Mut, um das Ausloten kulinarischer Grenzen und um Überraschungen.

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Die drei Junge Wilde-Finalisten, die am 8. Juni 2026 auf der Rolling Pin.Convention in Graz gegen­einander antreten werden (v. l.): Dominik Tomschy, Adrian Fruh und Sebastian Rumpf.

Die Jungen Wilden sind seit 2005 die lauteste Bühne für die nächste Kochgeneration. Und sagen wir, wie’s ist: Dieser Challenge kommt in Zeiten des um sich greifenden Konformismus mehr denn je eine entscheidende Rolle in der brav gewordenen Welt der Gastronomie zu. Weil es nicht um altbewährte Rezepte und feines Handwerk geht, sondern um Mut, um das Ausloten kulinarischer Grenzen und um Überraschungen.

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Die drei Junge Wilde-Finalisten, die am 8. Juni 2026 auf der Rolling Pin.Convention in Graz gegen­einander antreten werden (v. l.): Dominik Tomschy, Adrian Fruh und Sebastian Rumpf.

Am 13. April 2026 war es soweit: Beim Vorfinale der Jungen Wilden wurde entschieden, wer ins große Finale einziehen wird – und der Schauplatz könnte nicht passender sein. Aus unzähligen Bewerbungen schafften es nur die besten sechs Anwärter zur Transgourmet ­#essenz Flagship Messe nach Augsburg. Die perfekte Arena für unsere Jungen Wilden, um unter den kritischen Augen der Jury – und der versammelten Branchenelite – über sich hinauszuwachsen. Und um zu beweisen, dass sie nicht nur auf dem Papier, sondern auch am Pass echte Draufgänger sind.

Kochen am Limit

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Wie Manuel Ulrich das meiste aus der Bio-Poularde holt: Mit Rigatoni, Morchel, Madeira, Spinat und Johanniskrautöl.

Die Challenge war wie immer kein Kindergeburtstag: Vier Stunden Zeit. Vier Gänge. Ein Warenkorb, der es in sich hatte. Und sechs Finalisten, die alles geben mussten, weil es um viel, sehr viel ging: die Teilnahme am großen Finale, das am 8. Juni 2026 auf der Rolling Pin.Convention in Graz stattfinden wird.

Und um den Titel „Junger Wilder“, der bekanntlich einiges bedeutet: eine eigene Coverstory im Rolling Pin-Magazin, eine Stage in einem der besten Restaurants der Welt und die Aufnahme in ein Netzwerk radikaler Vordenker der internationalen Gastronomie.

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Sebastian Rumpf (ganz links) überkamen bei der Qualifizierung die Emotionen
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Nour Eddin Abou Alchaar kommt aus Hamburg und bringt arabische Wurzeln mit, die seine kulinarische Perspektive prägen. Seit August 2025 arbeitet er als Chef de Partie Patisserie im Conrad Hotel Hamburg. Davor arbeitete er unter anderem im Nikkei Nine in Hamburg und absolvierte Praktika im Restaurant Haerlin sowie im 100/200
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Manuel Ulrich aus Tirol hat sein Handwerk in starken Häusern geschärft. Als ehemaliger Sous Chef in der Saziani Stub’n und heutiger Chef de Partie in der „Goldenen Birn“ in Graz bringt er Erfahrung aus gleich zwei steirischen Vier-Hauben-­Lokalen mit
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Voller Körpereinsatz mit Dampf und Klecksereien bei Sebastian Rumpf (oben) und Dominik Tomschy (unten).

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Dass dabei wirklich nur die Besten der Besten durchkamen, dafür sorgte eine Jury mit maximaler Wucht: Nina Meyer (Küchenchefin im Bio-Berghotel Ifenblick und ausgezeichnete Bio-Spitzenköchin), Markus Grein (bekannt aus der deutschen Event-Catering-Spitzenszene), Ralf Jakumeit (Kopf der Rocking Chefs und bekannt aus TV- und Liveshows), Christoph Fürnschuß (amtierender Junger Wilder 2025 mit Stationen in den besten Häusern der Welt), Simon Lang (Executive Chef des mit einem Michelin-Stern ausgezeichneten Sartory in Augsburg) und Hendrik Ketter (kreativer Kopf hinter dem Nose & Belly in Augsburg).

Danke an die Partner

Eine so schillernde Challenge wie die Jungen Wilden lebt von starken Partnerschaften – und der gemeinsamen Überzeugung, dass es einen starken Branchenzusammenhalt braucht, um der nächsten Kochgeneration die Bühne bieten zu können, die sie verdient. Wir bedanken uns bei unseren großartigen Partnern, ohne die die Jungen Wilden 2026 nicht möglich wären: Barilla, Dr. Becher, F. Dick, Frankl24, FrischeParadies, Hela, Le Nouveau Chef, Mondelez International Professional, Pacojet, Rational, S. Pellegrino Acqua Panna, Transgourmet Deutschland und Transgourmet Österreich.

 

Nur drei bleiben übrig

Vorauszusagen, wer sich für das große Finale qualifizieren würde, war zunächst ein Ding der Unmöglichkeit. Zu stark waren die Profile der kulinarischen Kämpfer, die da in den Ring stiegen.

Zu nennen wären etwa Viktoria Taubenberger, Chef de Gardemanger im Hotel Hirschen Schwarzenberg in Vorarlberg, Nour Eddin Abou Alchaar, Chef de Partie Patisserie im Conrad Hotel Hamburg, und Manuel Ulrich, Chef de Partie in der Goldenen Birn in Graz.

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Man erkennt den Pâtissier, der gerne mit Exotik experimentiert: Nour Eddin Abou Alchaars Tom Kha Cool mit Pilzen, Tomate und Buttermilch.

So vielversprechend diese Kandidaten auch waren: Sie verpassten das Finale knapp und mussten sich den anderen drei Mitbewerbern geschlagen geben. Das wirft die Frage auf: Was haben die Gewinner richtig gemacht? Wer sind sie? Und welche Gerichte haben im Jahr 2026 das Zeug, sich im Finale der Jungen Wilden durchzusetzen?

„Wir wollen irritieren, aber auch begeistern.“
Für Adrian Fruh sind die Jungen Wilden nicht nur Wettkampf, sondern auch die einzige ­echte Bühne für Kreativität in der Gastronomie.

Beginnen wir mit Adrian Fruh. Der 28-Jährige hat sich früh in starken Küchen bewiesen und steht seit 2025 als Küchenchef im Restaurant Malereck in Langenargen am Herd. Seine Kreation „Chicken Popcorn“ setzte die Benchmark für den ersten Gang hoch – das Motto „#AchtungExplosionsgefahr“ war dabei durchaus wörtlich zu nehmen.

„Wir wollen irritieren, aber auch begeistern, das eine muss mit dem anderen einhergehen“, sagte Fruh kurz vor Beginn des Wettkochens. Aus der Bio-Poularde von Transgourmet Ursprung machte der Vollblutkoch krachend knusprige Chicken Pops und kombinierte sie mit Schwarzwald-Miso, Erdnuss, Kaffee und Kukuruz. Wer sanft einsteigen wollte, war hier falsch: ein mutiges Statement voller Wucht.

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Adrian Fruhs Interpretation eines zeitgemäßen Steinbutt-Gerichts: T-Bone-Steak mit umami­reicher BBQ-Glaze, Sellerie-Tonkabohnenpürre, Kimchi – und essbarem Kieselstein.

Ein Dessert mit Ansage

Weiter geht‘s mit Sebastian Rumpf und einem ähnlich kompromisslosen Teller. Der 26-Jährige arbeitete sich vom Kochlehrling zum Küchenchef hoch, sammelte unter anderem im Hangar-7 in Salzburg Erfahrung und steht heute im Chalet N in Oberlech am Arlberg am Herd. Auszeichnungen von Gault Millau (zwei Hauben), Michelin (Bib Gourmand) und Rolling Pin sprechen für sich.

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Abschmecken mit dem Star: Frank Rosin gibt Nour Eddin Abou Alchaar die letzten Saucen-Tipps
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Nach mehreren Stationen in der Spitzengastronomie steht Adrian Fruh seit 2025 als Küchenchef im Restaurant Malereck in Langenargen am Herd
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Dominik Tomschy ist Sous Chef im Roots in Wolfsberg im Lavanttal – und hat sich vor allem aufgrund seiner mutigen Dessertkreation fürs Finale qualifiziert
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Hat sich fürs Finale qualifiziert: Sebastian Rumpf, der Küchenchef im Chalet N in Oberlech am Arlberg
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Viktoria Taubenberger, Chefin de Gardemanger im Hotel Hirschen Schwarzenberg in Vorarlberg, hat den Einzug ins Finale knapp verpasst

Besonders überzeugte sein gedämpftes Steinbutt-Kotelett von Frischeparadies mit Korean-BBQ-Lack von Hela, begleitet von einer herzhaften Tonkabohnen-Espuma und Blunzen-­Crumble mit Koriander. Auch Rumpf selbst schien damit sehr zufrieden zu sein: „Vielleicht wird das mein neuer Siganture Dish“, sagte er nach den hochemotionalen Stunden im Rampenlicht.

Und dann ist da noch Dominik Tomschy. Der 26-Jährige steht für ehrliches Handwerk, saubere Technik und den Anspruch, sich ständig weiterzuentwickeln. Neben dem Kochen schlägt sein Herz auch fürs Backen, außerdem findet er in der Acrylmalerei einen kreativen Ausgleich. Und wenn er nicht in der Küche steht, dreht sich bei ihm vieles um Fußball – direkt am Platz oder virtuell.

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Sebastian Rumpfs Wow-Dessert aus Knochenmark, Philadelphia und Lotus Biscoff.

Eine Kombination, die zeigt: Hier kam jemand mit Fokus, Ehrgeiz, echter Leidenschaft – und verdammt viel Lust, den Laden ordentlich durcheinanderzuwirbeln. Bestes Beispiel: das Dessert namens „Holunder und Horror“. Abgesehen davon, dass allein der Titel preisverdächtig ist, sorgte es auch geschmacklich für offene Kinnladen.

Dafür verantwortlich war Kalbsleber von Transgourmet Quality, die ihre Vielseitigkeit – auch texturlich – offenbar selbst in der süßen Stratosphäre behaupten kann. Kombiniert mit Blut, Holunder und Rhabarber entstand eine faszinierende Balance in dieser mutigen Kreation.

Damit wissen wir jedenfalls schon heute: Das Finale am 8. Juni auf der Rolling Pin.Convention in Graz wird knapp. Und spannender denn je.

www.junge-wilde.com

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