Karriere in New York – The Big Challenge

New York fasziniert wie keine andere Stadt, aber nirgendwo sonst zerplatzen Träume so schnell wie hier. Wir zeigen, wie man es dennoch schafft, Karriere im Big Apple zu machen.
November 13, 2015 | Fotos: Shutterstock, Scarpetta, GR at the London, Vongerichten, Jürgen Skarwan/Red Bull Photofiles, Steven Freeman, Dovetail, The Plaza, Thomas Schauer, Mandarin Oriental Hotel Group, The Modern, The Empire Hotel, beigestellt

Karriere in New York - The Big Challenge

Was immer man sucht, man kann sicher sein, es in New York zu finden. Dazu zählen auch jede Menge toller Jobs in der Gastronomie und im Hotelbusiness, denn im Monat sperren etwa 40 neue Restaurants und etwa ein Dutzend neue Hotels auf. Die andere Seite der Medaille ist, dass dementsprechend viele Häuser und Läden zugedreht werden. „New York legt ein anderes Tempo vor“, weiß auch Wolfgang Ban, ein Österreicher und seit knapp zehn Jahren in der pulsierenden Metropole zu Hause. „Wer da nicht mithalten kann, der braucht erst gar nicht aus dem Flugzeug zu steigen. Das hat aber den Vorteil, dass hier wirklich die Crème de la créme des Business‘ zu finden ist.“ Ein anderer Grund ist wohl auch, dass jeder namhafte Restaurateur von Japan bis Spanien in New York eine Dependance eröffnet.

In der von Gordon Ramsay ist der gebürtige Oberösterreicher Markus Glocker Head Chef. „Österreicher und Deutsche sind hier gefragt. Unsere Ausbildung, die Arbeitsmoral und der Durchhaltewille der Expats sind die Eintrittskarte ins Big Business.“ Und wer Fuß fassen will, der braucht nicht unbedingt schon im gereiften Alter zu sein. „Die Karrierechancen sind höher als in Mitteleuropa. Viele junge Köche bekommen die Chance, sich hier zu beweisen“, weiß der 28-jährige Glocker.

Aber in Amerika regiert das Geld – wer sich nach kurzer Zeit nicht etabliert hat, der fliegt. Was gut ausgebildeten Leuten einen Bewerbungsvorteil verschafft. Wer bereits als Mâitre Erfahrungen hat oder in diesem Bereich eine fundierte Ausbildung aufweisen kann, dem stehen die Türen offen. „Der Beruf des Kellners hat in New York keine Lobby. Bedient wird man nur von verkannten Schauspielern, Tänzern und Sängern. Deswegen ist es in der Spitzengastronomie als ausgebildete Fachkraft leicht, einen wirklich gut bezahlten Job zu bekommen“, weiß Ban.

Ja, und ein gut bezahlter Job ist auch wichtig, um sich das Leben in der Acht-Millionen-Metropole leisten zu können. Denn die Lebenserhaltungskosten, und hier vor allem die Wohnkosten, sind gut doppelt bis dreimal so hoch wie in Deut
schland oder Österreich. Die Wohnung sieht man allerdings nicht so oft, denn wenn man den Job hier ernst nimmt, dann arbeitet man bis zu 16 Stunden am Tag, meistens 7 Tage die Woche. Der Grund ist das Bezahlungssystem: Gerne wird ein geringes Grundgehalt ausbezahlt, und der Rest läuft über Beteiligungen. Bei Kellnern liegt der Fall so, dass sie ihr Leben durch Trinkgeld finanzieren (das etwa 20 bis 25 Prozent des Konsumwerts ausmacht) und daher Doppelschichten machen. Küchenchefs und Top-Mâitres können mit etwa 90.000 bis 160.000 Euro jährlich rechnen.Der Run auf die wohl pulsierendste Stadt der Welt hat zur Folge, dass…

Karriere in New York - The Big Challenge

Was immer man sucht, man kann sicher sein, es in New York zu finden. Dazu zählen auch jede Menge toller Jobs in der Gastronomie und im Hotelbusiness, denn im Monat sperren etwa 40 neue Restaurants und etwa ein Dutzend neue Hotels auf. Die andere Seite der Medaille ist, dass dementsprechend viele Häuser und Läden zugedreht werden. „New York legt ein anderes Tempo vor“, weiß auch Wolfgang Ban, ein Österreicher und seit knapp zehn Jahren in der pulsierenden Metropole zu Hause. „Wer da nicht mithalten kann, der braucht erst gar nicht aus dem Flugzeug zu steigen. Das hat aber den Vorteil, dass hier wirklich die Crème de la créme des Business‘ zu finden ist.“ Ein anderer Grund ist wohl auch, dass jeder namhafte Restaurateur von Japan bis Spanien in New York eine Dependance eröffnet.

In der von Gordon Ramsay ist der gebürtige Oberösterreicher Markus Glocker Head Chef. „Österreicher und Deutsche sind hier gefragt. Unsere Ausbildung, die Arbeitsmoral und der Durchhaltewille der Expats sind die Eintrittskarte ins Big Business.“ Und wer Fuß fassen will, der braucht nicht unbedingt schon im gereiften Alter zu sein. „Die Karrierechancen sind höher als in Mitteleuropa. Viele junge Köche bekommen die Chance, sich hier zu beweisen“, weiß der 28-jährige Glocker.

Aber in Amerika regiert das Geld – wer sich nach kurzer Zeit nicht etabliert hat, der fliegt. Was gut ausgebildeten Leuten einen Bewerbungsvorteil verschafft. Wer bereits als Mâitre Erfahrungen hat oder in diesem Bereich eine fundierte Ausbildung aufweisen kann, dem stehen die Türen offen. „Der Beruf des Kellners hat in New York keine Lobby. Bedient wird man nur von verkannten Schauspielern, Tänzern und Sängern. Deswegen ist es in der Spitzengastronomie als ausgebildete Fachkraft leicht, einen wirklich gut bezahlten Job zu bekommen“, weiß Ban.

Ja, und ein gut bezahlter Job ist auch wichtig, um sich das Leben in der Acht-Millionen-Metropole leisten zu können. Denn die Lebenserhaltungskosten, und hier vor allem die Wohnkosten, sind gut doppelt bis dreimal so hoch wie in Deut
schland oder Österreich. Die Wohnung sieht man allerdings nicht so oft, denn wenn man den Job hier ernst nimmt, dann arbeitet man bis zu 16 Stunden am Tag, meistens 7 Tage die Woche. Der Grund ist das Bezahlungssystem: Gerne wird ein geringes Grundgehalt ausbezahlt, und der Rest läuft über Beteiligungen. Bei Kellnern liegt der Fall so, dass sie ihr Leben durch Trinkgeld finanzieren (das etwa 20 bis 25 Prozent des Konsumwerts ausmacht) und daher Doppelschichten machen. Küchenchefs und Top-Mâitres können mit etwa 90.000 bis 160.000 Euro jährlich rechnen.

Der Run auf die wohl pulsierendste Stadt der Welt hat zur Folge, dass man hier mit allen Nationalitäten zu tun hat. „Dieses Faktum ist einerseits eine Herausforderung und gleichzeitig der Reiz“, erklärt Ban. „Man entwickelt ein Feingefühl für Kulturen und lernt auch viele Dinge für den Job – wie neue Kochtechniken.“

So großartig New York auch sein mag, so schwierig ist es, hineinzukommen. Ohne Jobangebot, kein Arbeitsvisum.

Der Karrierecheck

Arbeitsumfeld

Das Arbeitsklima ist in New York sehr gut. Man respektiert einander und der Umgangston ist wesentlich höflicher als in Mitteleuropa. Was aber gleichzeitig auch eine Herausforderung ist.

Jobangebot

Aufgrund der vielen Neueröffnungen sehr gut. Eine Schwierigkeit ist allerdings, dass Amerika im Moment bei der Visa-Vergabe sehr strenge Richtlinien hat.

Karrierechancen

Als gut ausgebildete Fachkraft ist der Einstieg leicht, es werden auch sofort höhere Verantwortungsbereiche übergeben. Wer sich beweisen kann, der steigt auch schnell auf. Wer dem Druck nicht standhält, der fliegt aber auch schnell raus. Aber Kündigungen sind in Amerika nicht unbedingt ein negatives Kriterium im Lebenslauf.

Benefits

Steuerlich gibt es keine. Doch verhandeln Unternehmen oft Beteiligungen aus, die bei Arbeitserfolg viel Zusatzverdienst bedeuten.

Freizeitfaktor

80 Arbeitsstunden sind normal. Berufseinsteiger haben in den ersten beiden Jahren häufig keinen bis kaum Urlaub, später sind drei Wochen Jahresurlaub üblich.
Markus Glocker

Markus Glocker

Head Chef bei Gordon Ramsay at The London, New York
Geboren: 24. März 1981
Stationen: Marriott Linz (Lehre, 1996-2000), Vier Jahreszeiten München (Commis, 2000-2001), Gordon Ramsay at Claridges London (Chef de Partie, 2002-2003), Eckart Witzigmann Berlin (Sous Chef, 2003-2004), Charlie Trotter’s Chicago (2004-2006, Sous Chef), Steirereck Wien (Chef Tournant, 2006-2007), Gordon Ramsay at The London New York (Head Chef)

„New York City ist der ultimative Test“

ROLLING PIN: New York ist ein Schmelztiegel der Kulturen. Wirkt sich das auf die Arbeit aus?

Markus Glocker: Ja, denn in keiner anderen Stadt muss man die Eigenheiten so vieler Kulturen zu einem harmonischen Ganzen koordinieren. Südamerikaner, Japaner, Australier und natürlich auch Deutsche haben eine unterschiedliche Auffassung von der Art des Umgangs miteinander.

RP: Was meinen Sie damit genau?

Glocker: Die Herausforderungen liegen definitiv darin, dass wir Mitteleuropäer gewohnt sind, sehr direkt zu kommunizieren. In Amerika kommt man aber so nicht weit. Hier ist es manchmal echt schwierig, einem Koch in angenehmer Weise klar zu machen, was eigentlich sein Job ist.

RP: Welche Hürden sind noch zu nehmen?

Glocker: Der Druck, unter dem man arbeitet, ist hier bestimmt größer als in Österreich und Deutschland. Denn einerseits ist man durch die Presse und die privaten Food-Blogger wesentlich exponierter, und andererseits gibt es viele Leute, die an solchen Jobs wie meinem interessiert sind. Man muss jeden Tag bis ans Limit gehen. New York ist der ultimative Test!

RP: Welche Tipps würden Sie dann jemandem geben, der nach NYC gehen möchte?

Glocker: Er sollte sich eine dicke Haut zulegen, viel Energie an den Tag legen und vor allem nicht arrogant sein.

RP: Gäbe es Gründe dafür arrogant zu sein?

Glocker: Arrogant nicht, aber Europäer genießen eigentlich eine bessere gastronomische Ausbildung. Das wird honoriert, und ein guter Koch in New York zu sein, wird auch sehr respektiert. Darauf kann man stolz sein, aber man sollte sich nichts darauf einbilden. Denn es kann auch schnell vorbei sein.

RP: Warum?

Glocker: New York wartet auf niemanden. Man muss immer up to date sein und die neuesten Skills beherrschen. Jeden Tag kann und muss man etwas Neues lernen und sich beweisen. Diese Stadt ist Lebenserfahrung pur!

Kontakt

Gordon Ramsay at The London
151 West 54th Street
NY 10019
Tel.: +1 (0) 212 468 88 89
www.gordonramsay.com
markusglocker@gordonramsay.com

Wolfgang Ban

Chef de Cuisine und Besitzer des „Seasonal“
www.seasonalnyc.com
eat@seasonalnyc.com

Ihr Lieblingsort in New York?

Definitiv der Central Park. Und dort bin ich am liebsten auf der Sheep Meadow.

Was vermissen Sie am meisten?

Meine Familie.

Ihr Spitzname?

Wolfgang from the East.

Würden Sie noch einmal hierher auswandern?

Auf jeden Fall.

Würden Sie etwas anders machen?

Ich denke, so wie es gelaufen ist, war das schon ganz gut. Besser kann man es immer machen, aber es war nicht schlecht.

Ihre Lieblingslokal?

Momofucu! Dorthin nehme ich alle meine Bekannten und Freude mit, wenn sie mich besuchen kommen.

Die größte Überraschung?

Der 11. September 2001. Unser neu aufgesperrtes Geschäft wurde komplett zerstört. Da mussten wir mit einer neuen Strategie neu durchstarten.

Wie viel kostet ein Kaffee in NYC?

Von 2,50 Dollar bis zu 12 Dollar ist alles drin. Es kommt immer darauf an, wo man hingeht.

Was bringen Sie auf Partys mit?

Flüssiges: Wein oder Wodka. Und Sachen aus dem Restaurant.

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