Lipstick Revolution

Die wachsende Zahl der Business-Ladies stellt besondere Ansprüche an ihre Hotels – und gibt dafür gerne etwas mehr aus. So werden Sie für die neue Zielgruppe attraktiv!
November 13, 2015

Fotos: Leonardo Royal Hotel München/Leonardo Hotels, Shutterstock, Andreas Neudahm, Grange Hotels, Grand Hotel Oslo /Rica Hotels, beigestellt
Lipstick Revolution

Sie sind auf dem Vormarsch: In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Zahl der allein reisenden Geschäftsfrauen verdoppelt. Jede vierte Frau in Deutschland und 50 Prozent der Geschäftsfrauen in den USA sind regelmäßig auf Reisen. Tendenz steigend. Seit etwa drei Jahren spricht man von einer „Frauen-Business-Bewegung“, die, mit dem richtigen Angebot und Marketing, vor allem den Hotels zugute kommt.

Denn die Frauen der Businesswelt sind liquid und investieren gerne in das gewisse Etwas. Sie stellen besondere Ansprüche an ihre Unterkünfte und erwarten Zuwendungen in Form von besonderen Packages. Andreas Neudahm, international renommierter „Hotel Interior Designer“, kennt die kleinen, aber wichtigen Unterschiede zwischen Männern und Frauen und plädiert für ein stimmiges Designkonzept. Frauen hätten nämlich nicht nur die größere Reisetasche, sondern benützen Hotelzimmer auch anders. Ihre Aufmerksamkeit gelte vor allem der Textur und Haptik der verwendeten Materialien im Zimmer…

Fotos: Leonardo Royal Hotel München/Leonardo Hotels, Shutterstock, Andreas Neudahm, Grange Hotels, Grand Hotel Oslo /Rica Hotels, beigestellt
Lipstick Revolution

Sie sind auf dem Vormarsch: In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Zahl der allein reisenden Geschäftsfrauen verdoppelt. Jede vierte Frau in Deutschland und 50 Prozent der Geschäftsfrauen in den USA sind regelmäßig auf Reisen. Tendenz steigend. Seit etwa drei Jahren spricht man von einer „Frauen-Business-Bewegung“, die, mit dem richtigen Angebot und Marketing, vor allem den Hotels zugute kommt.

Denn die Frauen der Businesswelt sind liquid und investieren gerne in das gewisse Etwas. Sie stellen besondere Ansprüche an ihre Unterkünfte und erwarten Zuwendungen in Form von besonderen Packages. Andreas Neudahm, international renommierter „Hotel Interior Designer“, kennt die kleinen, aber wichtigen Unterschiede zwischen Männern und Frauen und plädiert für ein stimmiges Designkonzept. Frauen hätten nämlich nicht nur die größere Reisetasche, sondern benützen Hotelzimmer auch anders. Ihre Aufmerksamkeit gelte vor allem der Textur und Haptik der verwendeten Materialien im Zimmer.

Luxusoase Hotelzimmer

Luxusoasen, wie das „W Chicago Lakeshore“, „The Grange Hotels“ oder auch das „Peninsula Hotel Tokyo“ reagieren mit speziell auf die Bedürfnisse der Frauen zugeschnittenen Zimmern und Angeboten auf die Bewegung. Grange Hotels Assistent Director of Sales and Marketing Barry Wishart weiß, welches Potenzial in der neuen Zielgruppe steckt: „Indem wir auf die Bedürfnisse der wachsenden Zahl der Geschäftsfrauen eingehen, haben wir einen entscheidenden Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Gefällt einer Frau ein Hotel, so wird sie dort mit hoher Wahrscheinlichkeit Stammkundin.

„Women-friendly-Hotels haben einen entscheidenden Vorsprung.“

Außerdem sind Frauen gesprächiger und empfehlen Hotels viel intensiver weiter, als das bei Männern der Fall ist. Wir haben dadurch einen derart hohen Zuspruch, dass wir das Konzept in anderen Hotels ebenfalls übernommen haben.“ Ins gleiche Horn bläst auch „Marriott International“, die im neu eröffneten „JW Marriott in Grand Rapids“ nicht nur so- genannte „Women-friendly-rooms“, sondern gleich eine ganze Etage Business-Frauen zur Verfügung stellt. Laut Corporate Director of Marketing bei „JW Marriott“ in „Grand Rapids Chad LeRoux“ nehmen 90 Prozent der Frauen das Angebot des Etagenkonzepts an.

Frauenzimmer
Im Durchschnitt kostet ein „Women-friendly-room“ in der Entwicklung um 20 Prozent mehr als ein normales Hotelzimmer, dafür kann der Zimmerpreis eben durchaus etwas höher ausfallen. Ausschlaggebend für den Erfolg ist der Umfang der besonderen Annehmlichkeiten. In der Top-Hotellerie werden diesbezüglich keine Kosten und Mühen gescheut: Von luxuriösen Kosmetik- und Badeprodukten zur freien Verfügung über spezielle Fruchtriegel und Säfte in der Minibar und private Yogakurse bis hin zu Sicherheitspersonal, das Frauen auf dem Weg zwischen Hotelzimmer und Parkgarage begleitet.

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Andreas Neudahm„Frauen benutzen Hotelzimmer anders: Ihnen ist vor allem die Verarbeitung der Stoffe und die Atmosphäre wichtig.“

Andreas Neudahm
Hotel Interior Designer
www.neudahmgruppe.de

Hotel Interior Designer

Das „Grand Hotel Oslo“ bietet sogar einen seperaten Flur für Frauen, der von Frauen entwickelt wurde. 13 Räume sind einigen der talentiertesten Norwegerinnen gewidmet und beeindrucken mit außergewöhnlichem Design. Abgerundet wird das Angebot durch spezielle Luxusartikel, wie die Produktserien von L’Occitane und extra leichte Menüs, die sich Frau ganz einfach in das Zimmer bestellen kann. Ebenso luxuriös ergeht es den weiblichen Gästen des „Peninsula Hotel“ in Tokio.

Hier werden nämlich nicht nur die üblichen Annehmlichkeiten der Top-Hotellerie angeboten, wie spezielle Gesichts- und Kosmetikbehandlungen. In diesem Luxushotel bedienen ausschließlich weibliche Butler die Business-Ladies, frei nach dem Motto: „Frauen wissen am besten, wie Frauen behandelt werden möchten.“ Erfolg haben diese Konzepte der gehobenen Hotellerie aber nicht nur bei den weiblichen Geschäftsreisenden. Auch die männlichen Gäste schätzen vor allem die neue Ausstattung. Nicht selten buchen daher auch Männer diese speziellen Zimmer.

Weniger ist oft mehr
Es muss jedoch nicht eine riesige Investition aufgebracht werden, um sich als „Women-friendly-Hotel“ zu etablieren. Jeder Betrieb gewinnt an Bonuspunkten, wenn bereits auf Kleinigkeiten geachtet wird.
So fehlen in den Zimmern oftmals große Spiegel oder Kleiderbügel für Röcke und Kostüme. Auch der Stauraum wird von den meisten Frauen als zu klein empfunden. Die Möglichkeit, sein Geschäftsoutfit nochmals kurz aufzubügeln, bringt dem Hotel ein weiteres großes Plus. Dies sind alles keine Investitionen, die ein Millionen-Budget brauchen, aber sie erleichtern Geschäftsfrauen den Hotelalltag und bringen Ihnen im Handumdrehen einen neuen Stammkunden.

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Der Umsatz liegt im Detail: Die Basics für die neue Zielgruppe
Mit sechs Tipps zum „Women-friendly-Hotel“.

Sicherheit
Klingt veraltert, ist aber so: Frauen haben ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis. Dunkle und abgelegene Parkgaragen, Türen ohne Spion oder auch das unangebrachte Herausposaunen der Zimmernummer an der Rezeption sind für Frauen ein Grund, das Hotel nie mehr aufzusuchen.

Herzlich Willkommen
Für Frauen ist das Hotelzimmer ein zweites Zuhause, in dem sie sich nach einem anstrengenden Geschäftstermin ausruhen wollen. Helle Räume, edle Stoffe und vor allem genügend Stauraum für Kostüm und Co sind ein absolutes Muss, um wirklich zu punkten.

Wellness-Oase
Steht ein wichtiger Geschäftstermin an, ist erst einmal volles Beauty-Programm angesagt. Daher sind die Ansprüche an das Bad sehr hoch: Große Handtücher, bewegliche Kosmetikspiegel und vor allem ein Föhn mit Power sind ein Muss. Als Krönung bereiten auch Pflegeprodukte, wie Nagelfeilen, große Freude.

Aus Mini- mach Maxigenuss
Wenn der kleine Hunger kommt, greifen Frauen, statistisch gesehen, lieber in die Minibar, als den Zimmerservice zu rufen. Eine leckere Auswahl an frischen Joghurts, Salaten, Müsliriegeln oder auch Fruchtsäften findet daher mehr Zuspruch als Süßigkeiten und Hochprozentiges.

Indirekte Beleuchtung
Es ist und bleibt ein unumstößliches Faktum: Frauen sind keine Freunde einer grellen Neonbeleuchtung und schon gar nicht, wenn diese im Bad ist. Indirekt und warm sollte es sein, denn das vermittelt Wärme und Geborgenheit. Ist das Licht noch dimmbar, haben Sie einen Pluspunkt sicher.

Aufmerksamkeit
Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft: Deshalb ist es sicherlich keine Fehlinvestition, wenn in den Zimmern Frauenzeitschriften, Schlafmaske und vielleicht ein Schmuckständer für die Kostbarkeiten zur Verfügung steht. Frau wird diese sicherlich nicht vergessen.

 Jan HeringaZur Person

Jan Heringa
General Manager, Leonardo Royal Hotel, München

Bereits knapp ein Jahr vor der Eröffnung des Leonardo Royal Hotels, im Jänner 2011, war der gebürtige Niederländer aktiv an der Entwicklung des neuen Konzepts dieses Luxushotels beteiligt. Heute leitet er das Haus als General Manager.

„Kosten-Nutzen-Verhältnis absolut positiv“
Frauen schätzen den Zusatzservice im „Leonardo Royal Hotel“ und werden zu Stammgästen.

Frauen-Versteher – Erst seit wenigen Monaten eröffnet, und bereits eine beachtliche Zahl an weiblichen Stammgästen. In die Bedürfnisse der Frauen zu investieren, hat sich bezahlt gemacht. Jan Heringa weiß, was Frauen wollen, und ist mit seinem Konzept am Puls der Zeit.

ROLLING PIN: Warum ist es heute wichtig, als Hotel „Women-friendly“ zu sein?
Jan Heringa: Eigentlich ist dieses Thema nicht neu.
Die Bedürfnisse von Männern und Frauen

>> Kontakt
Leonardo Royal Hotel

Moosacher Straße 90

D-80809 München

Tel.: +49 (0) 89/288 53 80

info.royalmunich@leonardo-hotels.com

www.leonardo-hotels.de

sind seit jeher unterschiedlich. Natürlich, auch in Bezug auf den Aufenthalt im Hotel. In den letzten Jahren als Hotelier konnte ich einen markanten Anstieg an Buchungen durch allein- meist geschäftlichreisende Frauen vermerken. Wir hatten das große Glück, diese Thematik im „Leonardo Royal Hotel München“ bereits in der Bauphase mitzuberücksichtigen und umzusetzen.

RP: Wie kann man die Umsetzung dieser Thematik in der Praxis verstehen?
Heringa: Unser „Women-friendly“-Konzept lässt sich in drei Schwerpunkte einteilen. Zum einen legen Frauen großen Wert auf den sogenannten Wohlfühlfaktor. Für sie ist es gerade nach einem kräfteraubenden Geschäftstag besonders wichtig, im Hotelzimmer auch wirklich ausspannen zu können. In unserem Haus spiegelt sich das in hochwertigen Stoffen und großen, kuscheligen Kissen wider, denn die Haptik hat bei Frauen einen hohen Stellenwert. Nächster Schwerpunkt ist das Angebot. Hier gehen wir auf die Bedürfnisse der Frauen mit zusätzlichen Illustrierten, Turbo-Föhn und einem adaptierten Mini-Bar-Sortiment ein. Dritter wesentlicher Bestandteil ist das Sicherheitsbedürfnis unserer weiblichen Gäste. Erhöhte Diskretion beim Check-in sowie Parken des Wagens sind Standard.

RP: Inwiefern spiegelt sich dieser Service in der Gewinn- und Verlustrechnung wider?
Heringa: Das hängt natürlich immer vom Ausmaß der Zusatzservice ab. In unserem Fall sind die Investitionskosten natürlich dementsprechend höher, da wir auch baulich, vor allem in puncto Design, auf die Bedürfnisse der Frauen reagiert haben. Aber sogar hier ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis absolut positiv. Wenn man als Hotelier nur bei den kleinen Zusatzdetails, wie beispielsweise einer adaptierten Mini-Bar-Ausstattung ansetzt, sind die Kosten dafür verschwindend gering. Der Zusatznutzen für die Frau und die Auswirkung auf die Buchungslage aber ungleich höher.

„Wir hatten den Vorteil dieses Geschäftsfeld bereits in der Bauphase einzuplanen.“

RP: Umso ungewöhnlicher, dass bisher nur vereinzelt Hoteliers auf diesen Zusatzservice setzen. Sind Sie Ihrer Zeit voraus?
Heringa: Das denke ich nicht. Es ist seit jeher das oberste Ziel der Hotellerie, die Bedürfnisse der Gäste so perfekt wie möglich zu erfüllen. Ändern sich diese, ist es die erste logische Konsequenz, auch als Hotel auf neue Anforderungen zu reagieren. Es ist schön zu sehen, dass uns der Erfolg in unseren Ansichten bestätigt.

RP: Also würden Sie diese Angebotsanpassung auch anderen Hoteliers empfehlen?
Heringa: Die Basis für ein erfolgreiches Haus liegt darin, seine Zielgruppen genau zu kennen. Jemandem, der in einer Großstadt ein auf Business-Kunden fokussiertes Hotel führt, würde ich diesen Schritt definitiv empfehlen. Ein Familienhotel auf dem Land wird damit wohl an den Bedürfnissen seiner Zielgruppe vorbeiplanen.

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