„Schnell Umsatz machen kann jeder“

Neo-Rezidor-CEO Wolfgang M. Neumann hat Branchenlegende Kurt Ritter abgelöst. Der Österreicher über neue Märkte und den Versuch, schwarze Zahlen zu schreiben.
November 13, 2015

Foto: Rezidor Hotel Group

Sie sind im Mai 2011 zu Rezidor gewechselt. War eigentlich schon damals geplant, dass Sie die Hotelgesellschaft von Kurt Ritter übernehmen werden?
Wolfgang M. Neumann: Es war auf jeden Fall bereits Teil des Gesprächs. Wenn jemand schon 65 Jahre alt ist und vor allem auch bereits so lange fürs Unternehmen tätig war wie Kurt Ritter, dann ist so ein Schritt bestimmt absehbar gewesen.

Kurt Ritter wird sehr oft als Branchenlegende bezeichnet. Unter seiner Ägide ist Rezidor um mehr als 430 Hotels weltweit gewachsen. Was werden Sie anders machen als er?
Neumann: Da haben Sie recht. Kurt ist tatsächlich eine Legende. Wir haben im vergangenen Jahr wirklich sehr eng zusammengearbeitet und gemeinsam Strategien ausgetüftelt. Es wird also…

Foto: Rezidor Hotel Group

Sie sind im Mai 2011 zu Rezidor gewechselt. War eigentlich schon damals geplant, dass Sie die Hotelgesellschaft von Kurt Ritter übernehmen werden?
Wolfgang M. Neumann: Es war auf jeden Fall bereits Teil des Gesprächs. Wenn jemand schon 65 Jahre alt ist und vor allem auch bereits so lange fürs Unternehmen tätig war wie Kurt Ritter, dann ist so ein Schritt bestimmt absehbar gewesen.

Kurt Ritter wird sehr oft als Branchenlegende bezeichnet. Unter seiner Ägide ist Rezidor um mehr als 430 Hotels weltweit gewachsen. Was werden Sie anders machen als er?
Neumann: Da haben Sie recht. Kurt ist tatsächlich eine Legende. Wir haben im vergangenen Jahr wirklich sehr eng zusammengearbeitet und gemeinsam Strategien ausgetüftelt. Es wird also definitiv keine abrupten kurzfristigen Änderungen geben. Man muss neben aller Wirtschaftlichkeit immer auch langfristig denken. Schnell Umsatz machen kann jeder.

Dem gegenüber steht jedoch, dass Rezidor im ersten Halbjahr 2012 einen Verlust von 7,9 Millionen Euro hatte. Werden Sie das Expansionstempo Ihres Vorgängers etwas drosseln?
Neumann: Das erste Halbjahr ist immer etwas schwächer. Wir werden uns daher strikt an unsere Route 2015 halten. Hauptziel wird dabei auch sein, die Revenue Generation auszubauen sowie die Carlsson-Partnerschaft zu intensivieren. Weiters ist geplant, im Segment der Online-Distribution aufzuholen, die Kunden-Loyalität auszubauen und das Booking-Verhalten zu verbessern.

Ende 2011 haben Sie die angesprochene Strategie Route 2015 gestartet. Was kann man sich genau darunter vorstellen?
Neumann: Dadurch wollen wir versuchen, unsere EBITDA-Marge (Anm. d. Red.: Das EBITDA ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die eine Angabe zur Rentabilität eines Unternehmens macht) bis 2015 um sechs bis acht Prozent zu steigern. Vorrangig durch Initiativen zur Kosteneinsparung, beschleunigte Programme beim Asset-Management und durch weiteres Wachstum des Portfolios. Dabei konzentriert sich diese Strategie schwerpunktmäßig auf neue und aufstrebende Märkte wie Russland/GUS und Afrika.

Wie schwer wird es sein, die am schnellsten expandierende Hotelgruppe auch in die schwarzen Zahlen zu führen?
Neumann: Äußerst wichtig ist es dabei, das Vertrauen der Aktionäre wie Immobilienpartner der Carlson Group zu festigen. Natürlich müssen neue Hotels her, aber nicht mehr um jeden Preis. Außerdem haben wir uns gerade von sieben Park Inn Hotels mit ingesamt 700 Betten in Frankreich getrennt. Die anhaltend unprofitablen Häuser in B-Standorten wurden für 11,5 Millionen Euro an Hiberna France verkauft. Die Hotels werden vorerst von Rezidor als Managementbetriebe weiterhin geführt.

Was sind die nächsten großen Eröffnungen?
Neumann: Die aktuell größte Baustelle ist bestimmt Sotschi, wo 2014 die Olympischen Winterspiele stattfinden werden. Wir bauen gerade das Radisson Blu Resort & Congress Hotel Sotschi. Rezidor betreibt hier ja bereits das Radisson Lazurnaya Hotel. Projektiert sind zudem ein Radisson und ein Park Inn by Radisson im nahen Skigebiet Rosa Khutor sowie zwei Park Inn by Radisson Hotels in der Innenstadt von Sotschi. Aber auch in Afrika, Lille oder London wird bald eröffnet.

Sind Sie jetzt an Ihrem Karrierehöhepunkt angekommen?
Neumann: Ich habe eigentlich nie geplant, was der nächste Schritt sein muss. Aber ich denke, viel Besseres wird da wahrscheinlich nicht mehr kommen.

Internationaler Leitwolf

Wolfgang M. Neumann wurde in Österreich geboren. Der 50-Jährige besuchte das Institut für Hotel und Tourismus Management in Klessheim und belegte Unternehmensführungsseminare an der INSEAD Management School in Frankreich und der Cornell University in Ithaca, N.Y. Mehr als 20 Jahre war er für Hilton Hotels & Resorts tätig und hatte dort verschiedene betriebliche und unternehmerische Posten inne. Er war etwa Präsident für die Region Großbritannien und Irland sowie Präsident für die Regionen Europa und Afrika. Vor seinem Wechsel zu Rezidor arbeitete Neumann als CEO für die Arabella Hospitality Group in München. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

www.rezidor.com

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