Arbeiten in Tel Aviv

Pulsierend, kosmopolitisch und verrückt-kreativ: In Tel Aviv, der israelischen Metropole am Mittelmeer, steppt mit seiner Weltenküche nicht nur kulinarisch der Bär. Die Stadt bietet viele Verlockungen für Expats – Wenn man es sich leisten kann.
Juni 29, 2017 | Text: Daniela Almer | Fotos: Kolarik, Zepra, Anatoly Michaello, Claudio Martinuzzi, Amit Giron, Haim Yosef, Daniel Lailah, Shutterstock

C’est l’ Aviv …

… ist das gelebte Motto in New Yorks kleiner Schwester am Mittelmeer, Tel Aviv. Mit durchschnittlich 8,9 Sonnenstunden täglich im Jahr, dem kilometerlangen Strand vor der Haustür, dem Ruf als Partyhauptstadt des gesamten Nahen Ostens und einer enormen kulinarischen wie gastronomischen Vielfalt bietet die Stadt für Expats die Erfüllung des (Israeli) Way of Life.
Tel Aviv bei Nacht
„Tel Aviv ist laut, hektisch und dynamisch. Es ist eine Stadt für junge Leute und Junggebliebene“, erzählt die Wiener Multigastronomin Haya Molcho lachend, die erfolgreich ihr Neni-Familien-Imperium in Europa als Marke etabliert hat und ihre Heimatstadt fünfmal im Jahr besucht.
Aber Israel gilt ohnehin als Besuchermagnet. Laut einer Publikation des Israelischen Statistischen Büros pilgerten 2016 3,1 Millionen Touristen aus aller Welt ins Heilige Land, fast die Hälfte davon reiste nach Tel Aviv. Keine Frage, neben der Hochtechnologie, dem Finanzsektor, der Textil- und Nahrungsmittelindustrie spielt der Tourismus für die Wirtschaft Tel Avivs eine zentrale Rolle.

Das heißt, die Jobchancen in der Gas­troszene sind hier richtig gut. Darum verwundert es umso mehr, dass man in der Tel Aviver Gastronomie und Hotellerie kaum Europäer antrifft. Dabei ist die Stadt der Schmelztiegel für internationale Kulinarik, bei dem jeder für sich das Beste herausholen kann.

Denn die meisten Bewohner Israels stammen von jüdischen Einwanderern ab (die Araber stellen lediglich 20 Prozent der israelischen Bevölkerung), die seit über einem Jahrhundert aus allen Teilen der Welt ins Land migrierten. Und mit ihren europäischen, asiatischen, amerikanischen und afrikanischen Kulinarik-Wurzeln die ursprünglich reduzierte israelische Küche, die sehr stark auf Gemüse basierte, kreativ beeinflussten. Wer sich in Tel Aviv bewirbt, muss also tolerant und aufgeschlossen gegenüber anderen Kulturen und Sprachen sein. In Israel leben nämlich mittlerweile 8,6 Millionen Menschen unterschiedlicher Herkunft, knapp 433.000 zählt allein Tel Aviv, das gerade mal über eine Fläche von 70 Quadratkilometern verfügt. Einer der Gründe, warum das Leben in der Mittelmeerstadt teuer ist und für europäische Expats wenig attraktiv erscheint. Für kleine Apartments mit einem bis maximal zwei Zimmern muss man mit 1000 Euro Miete monatlich und mehr rechnen. Wer günstiger leben will, muss in Orte außerhalb Tel Avivs ziehen, die aber etwa eine bis eineinhalb Autostunden entfernt liegen.

C’est l’ Aviv …

… ist das gelebte Motto in New Yorks kleiner Schwester am Mittelmeer, Tel Aviv. Mit durchschnittlich 8,9 Sonnenstunden täglich im Jahr, dem kilometerlangen Strand vor der Haustür, dem Ruf als Partyhauptstadt des gesamten Nahen Ostens und einer enormen kulinarischen wie gastronomischen Vielfalt bietet die Stadt für Expats die Erfüllung des (Israeli) Way of Life.
Tel Aviv bei Nacht
„Tel Aviv ist laut, hektisch und dynamisch. Es ist eine Stadt für junge Leute und Junggebliebene“, erzählt die Wiener Multigastronomin Haya Molcho lachend, die erfolgreich ihr Neni-Familien-Imperium in Europa als Marke etabliert hat und ihre Heimatstadt fünfmal im Jahr besucht.
Aber Israel gilt ohnehin als Besuchermagnet. Laut einer Publikation des Israelischen Statistischen Büros pilgerten 2016 3,1 Millionen Touristen aus aller Welt ins Heilige Land, fast die Hälfte davon reiste nach Tel Aviv. Keine Frage, neben der Hochtechnologie, dem Finanzsektor, der Textil- und Nahrungsmittelindustrie spielt der Tourismus für die Wirtschaft Tel Avivs eine zentrale Rolle.

Das heißt, die Jobchancen in der Gas­troszene sind hier richtig gut. Darum verwundert es umso mehr, dass man in der Tel Aviver Gastronomie und Hotellerie kaum Europäer antrifft. Dabei ist die Stadt der Schmelztiegel für internationale Kulinarik, bei dem jeder für sich das Beste herausholen kann.
Denn die meisten Bewohner Israels stammen von jüdischen Einwanderern ab (die Araber stellen lediglich 20 Prozent der israelischen Bevölkerung), die seit über einem Jahrhundert aus allen Teilen der Welt ins Land migrierten. Und mit ihren europäischen, asiatischen, amerikanischen und afrikanischen Kulinarik-Wurzeln die ursprünglich reduzierte israelische Küche, die sehr stark auf Gemüse basierte, kreativ beeinflussten.
In Tel Aviv vermisst du kulinarisch nichts.
Haya Molcho über die Weltenküche in Israels Mittelmeer-Metropole

Wer sich in Tel Aviv bewirbt, muss also tolerant und aufgeschlossen gegenüber anderen Kulturen und Sprachen sein. In Israel leben nämlich mittlerweile 8,6 Millionen Menschen unterschiedlicher Herkunft, knapp 433.000 zählt allein Tel Aviv, das gerade mal über eine Fläche von 70 Quadratkilometern verfügt.
Einer der Gründe, warum das Leben in der Mittelmeerstadt teuer ist und für europäische Expats wenig attraktiv erscheint. Für kleine Apartments mit einem bis maximal zwei Zimmern muss man mit 1000 Euro Miete monatlich und mehr rechnen. Wer günstiger leben will, muss in Orte außerhalb Tel Avivs ziehen, die aber etwa eine bis eineinhalb Autostunden entfernt liegen.
Eine Möglichkeit für billigere Unterkünfte in der Mittelmeer-Metropole selbst sind Wohngemeinschaften mit anderen Expats oder über ein soziales Netzwerk vor Ort, aber trotz geteilter Miete muss man pro WG-Zimmer zwischen 600 und 700 Euro berappen.

Nicht nur die Wohnungen, sondern auch die Lebenshaltungskosten liegen über dem Durchschnitt und das bei Gehältern in der Gastronomie, die mit den europäischen vergleichbar sind. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille, die andere ist: Die Stadt verfügt über eine kulinarische Vielfalt, die das Spektrum der gastronomischen Konzepte angefangen vom Streetfood bis hin zur Fine-Dining-Szene bereichert.

Alles koscher, oder was?

Wenn man in Tel Aviv arbeiten will, verschafft man sich am besten einen Überblick über Gastronomie und Hotellerie vor Ort. Wer sich von der großen Bandbreite an Produkten inspirieren lassen oder einfach nur richtig geiles Streetfood essen will, besucht einen der Märkte in Tel Aviv, wie den Sarona-, Carmel- oder Levinsky-Markt. Absolut empfehlenswert: Eyal Shanis Pita-Lokal Miznon, das neben Paris und Wien mit drei Dependancen in Tel Aviv vertreten ist. Shani hat mit seinen einfachen, aber genialen Signature-Gerichten wie dem gebratenen Karfiol oder Brokkoli und mit seinen kreativ gefüllten Pitas Streetfood auf ein neues Level gehoben.

Die Range der Restaurants reicht in Tel Aviv von alteingesessenen traditionellen arabischen oder israelischen Restaurants über Lokale, in denen die jeweils landestypische Küche ihrer Betreiber angeboten wird, bis hin zu mannigfaltigen Fusionsküchen.
Die Restaurantszene wird zu einem großen Teil von jungen, experimentierfreudigen Gastronomen und Köchen dominiert, die von steifer Etikette wenig halten. Lässig-leger und urban-trendig lautet hier das Credo, das gerne mit hippen Anstrichen versehen wird und den Spirit der Stadt in der Küche und mit dem Interieur widerspiegeln soll.

Tel Aviv wird zwar von seinen Bewohnern als progressive, modern-westliche und tolerante „Blase“ im Vergleich zu Jerusalem empfunden – das nur 50 Autominuten entfernt liegt und von den Einheimischen gerne als schlecht beleuchtetes Freilichtmuseum bezeichnet wird –, aber trotzdem müssen die internationalen Hotelketten in Tel Aviv koschere Küche anbieten.
Das hat laut Haya Molcho einen einfachen Grund: „Sehr viele reiche orthodoxe Juden aus den USA nächtigen in den großen Hotels, wenn sie nach Israel kommen, wo sie sicher sein können, dass der Rabbi den Segen gegeben hat.“
Einen Namen hat sich hierbei der in Israel und den USA gefeierte Küchenchef Meir Adoni gemacht, der unter anderem in seinen Restaurants Blue Sky und Lumina im Carlton Tel Aviv Hotel koscher in den Fine-Dining-Himmel erhoben hat. Neben den Big Playern der Hotellerie haben aber in den letzten Jahren auch immer mehr kleine, aber feine Boutiquehotels in Tel Aviv Einzug gehalten, die nicht verpflichtet sind, koscher zu kochen.

Neben dem unvergleichlichen Streetfood, den multikulturellen Restaurants und der gehobenen Gastronomie ist Tel Aviv bekannt für seine Clubs und Cocktailbars, die der Stadt den Ruf als Partyhauptstadt Nummer eins im gesamten Nahen Osten bescherten und Vergleiche mit New York nicht zu scheuen brauchen. Alles in allem jedenfalls ein breit gefächertes Angebot der Gastronomie und Hotellerie, das eindeutig Bedarf an Mitarbeitern hat. Aber welche Arbeitsanforderungen muss man in Tel Aviv erfüllen? Andere, als man vielleicht glaubt.
Es ist frei und sexy– einfach eine andere Art zu arbeiten.
Haya Molcho darüber, was europäische Expats in Tel Aviv erwartet

Denn in der Mittelmeer-Metropole ist weniger bislang Erlerntes – Basic Skills ausgenommen – gefragt als vielmehr Neugierde, Leidenschaft, gute Englischkenntnisse und eine Hands-on-Mentalität.
„Das Perfektionsstreben, das man von Chefköchen aus Europa kennt, und diese hierarchischen Strukturen gibt es nur in wenigen Lokalen in Tel Aviv. Ein Koch muss sein Messer auspacken und mitmachen und dann sieht man sofort, ob er gut ist oder nicht“, erklärt Haya Molcho.Es gilt die Devise, dass auch kein gelernter Koch der beste sein kann, und umgekehrt natürlich genauso.
Das Land, in dem einst Milch und Honig geflossen sein sollen, macht jedoch nicht nur mit seiner Weltenküche und seinem multikulturellem Spirit von sich reden, auch die Sicherheit ist hier vor dem Hintergrund des langwierigen Nahostkonflikts natürlich Thema. Der Staat Israel hat aber gelernt, sich gegen Bedrohungen zu verteidigen.
„In Israel fühle ich mich sicherer als anderswo, weil es hier viel mehr Überwachung gibt. Selbst wenn du in einen kleinen Supermarkt gehst, wirst du vorher kontrolliert“, berichtet Haya Molcho. In Tel Aviv wird aufgrund dieser belasteten Vergangenheit das Leben laut der Neni-Gastronomin viel intensiver zelebriert als in anderen Städten mit Metropol-Charakter.
Wer also nicht auf der Suche nach dem finanziellen, sondern dem unbezahlbaren Erfahrungsreichtum ist, sollte den Israeli Way of Life probieren. In diesem Sinne: Ein herzliches Shalom, Expats!

Karrierechance

Wer die große Kohle scheffeln will …

… sollte nicht in Tel Aviv arbeiten, denn die Lebenshaltungskosten sind hier sehr hoch. Die Stadt bietet dafür etwas Unbezahlbares: ein Erfahrungsspektrum, das nichts weniger als die Weltenküche vereint an einem Ort abdeckt. Europäer sind hier gerne gesehen!

Mentalität

Lebensfrohe Willkommenskultur

Die Israelis in Tel Aviv sind für ihre Weltoffenheit, Hilfsbereitschaft und Lebensfreude bekannt. Ihr selbstbewusstes und authentisches Auftreten kann manchmal mit Arroganz verwechselt werden, aber der Eindruck täuscht bei näherem Kennenlernen.

Lebenshaltungskosten

Schwer leistbar

Wohnen und Leben sind in Tel Aviv sehr teuer. Tipp: Entweder man wohnt außerhalb der Stadt und nimmt eine Pendelzeit in Kauf oder man tut sich mit anderen für eine Wohngemeinschaft zusammen.

Freizeit

Für jeden Geschmack etwas dabei

Angefangen von zahlreichen sportlichen Möglichkeiten über ein großes kulturelles Angebot bis hin zu einem vibrierenden Nachtleben mit Weltruf.

Die besten Jobadressen

www.rollingpin.com/jobs
www.hiltonhotels.de/israel
www.sheratontelaviv.com/de
www.carlton.co.il/en
www.thenorman.com/careers
www.browntlv.com

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