Cruise-Job auf hoher See

Es ist ein beinharter Knochenjob, aber man kann dabei auch reich werden: Ein Cruising-Job bedeutet Monate hindurch 7 Tage die Woche Vollgas und damit keine Zeit zum Geldausgeben. Vom Abenteuer auf hoher See.
November 13, 2015

ein Cruise-Liner fährt in den Hafen von Sydney ein

Eins vorweg: Zuckerschlecken ist es keines. 10 Stunden pro Tag sind meist Minimum, und das 7 Tage die Woche hindurch, vier bis sechs Monate lang, durchschnittlich rund 300 Arbeitsstunden monatlich, freie Tage gibt es raktisch nicht. Aber diese Mühen machen sich bezahlt – sowohl in finanzieller als auch in erfahrungstechnischer Sicht. Kost und Logis sind frei, die Lebenshaltungskosten praktisch null, im Servicebereich beispielsweise kann man mit bis zu 4500 US-Dollar Gehalt rechnen, ein Küchenchef rund 4000 Euro, Hotelmanager kommen auf monatlich 8000 Euro netto und mehr. Dazu kommt die Möglichkeit, die Länder dieser Welt zu bereisen, mit Menschen aus verschiedensten Kulturen zusammenzuarbeiten und damit seinen Horizont zu erweitern. Kreuzfahrtschiffe verkehren an den schönsten Orten dieser Welt, Teams aus mehr als 40 Nationen sind keine Seltenheit. Aber Toni Neumeister, seines Zeichens Vice President Food & Beverage Operations bei Crystal Cruises, mahnt: „Wenn man eine Stelle auf einem Schiff hat, heißt das nicht, dass man einfach so durch die Welt gondelt, es ist ein harter Job. Die Gäste sind auf Urlaub, nicht die Crew.“

Jobs gibt es in allen Positionen, das Wachstum der Branche ist groß, „die Wachstumsraten betragen 8 bis 15 Prozent“, diagnostiziert Werner Cerutti, Hotelmanager auf der Carnival Liberty, die 3000 Gäste und 1200 Crewmitglieder beherbergt. Aida Cruises etwa erhält von 2009 bis 2012 jedes Jahr ein neues Schiff. Insgesamt investiert das Unternehmen mehr als 2 Milliarden Euro in das Neubauprogramm. In Summe gehören 2012 dann neun Clubschiffe zur Aida-Flotte. Besonders gefragt sind die Bereiche Bar, Küche, Restaurant, Provision, Rezeption, Purserei und erfahrene Führungskräfte aus der gehobenen Hotellerie.
Die Luxuscruiseline Seabourn erhöhe die Bettengesamtanzahl in nur drei Jahren um mehr als 270 Prozent, berichtet Christopher Prelog, Director Hotel Operations. Drei neue Schiffe für je 450 Gäste und 335 Crewmitglieder kommen in den nächsten drei Jahren dazu. Bewerber für Frontline- und Supervisorpositionen sind auch hier gefragt…

ein Cruise-Liner fährt in den Hafen von Sydney ein

Eins vorweg: Zuckerschlecken ist es keines. 10 Stunden pro Tag sind meist Minimum, und das 7 Tage die Woche hindurch, vier bis sechs Monate lang, durchschnittlich rund 300 Arbeitsstunden monatlich, freie Tage gibt es raktisch nicht. Aber diese Mühen machen sich bezahlt – sowohl in finanzieller als auch in erfahrungstechnischer Sicht. Kost und Logis sind frei, die Lebenshaltungskosten praktisch null, im Servicebereich beispielsweise kann man mit bis zu 4500 US-Dollar Gehalt rechnen, ein Küchenchef rund 4000 Euro, Hotelmanager kommen auf monatlich 8000 Euro netto und mehr. Dazu kommt die Möglichkeit, die Länder dieser Welt zu bereisen, mit Menschen aus verschiedensten Kulturen zusammenzuarbeiten und damit seinen Horizont zu erweitern. Kreuzfahrtschiffe verkehren an den schönsten Orten dieser Welt, Teams aus mehr als 40 Nationen sind keine Seltenheit. Aber Toni Neumeister, seines Zeichens Vice President Food & Beverage Operations bei Crystal Cruises, mahnt: „Wenn man eine Stelle auf einem Schiff hat, heißt das nicht, dass man einfach so durch die Welt gondelt, es ist ein harter Job. Die Gäste sind auf Urlaub, nicht die Crew.“

Jobs gibt es in allen Positionen, das Wachstum der Branche ist groß, „die Wachstumsraten betragen 8 bis 15 Prozent“, diagnostiziert Werner Cerutti, Hotelmanager auf der Carnival Liberty, die 3000 Gäste und 1200 Crewmitglieder beherbergt. Aida Cruises etwa erhält von 2009 bis 2012 jedes Jahr ein neues Schiff. Insgesamt investiert das Unternehmen mehr als 2 Milliarden Euro in das Neubauprogramm. In Summe gehören 2012 dann neun Clubschiffe zur Aida-Flotte. Besonders gefragt sind die Bereiche Bar, Küche, Restaurant, Provision, Rezeption, Purserei und erfahrene Führungskräfte aus der gehobenen Hotellerie.

Die Luxuscruiseline Seabourn erhöhe die Bettengesamtanzahl in nur drei Jahren um mehr als 270 Prozent, berichtet Christopher Prelog, Director Hotel Operations. Drei neue Schiffe für je 450 Gäste und 335 Crewmitglieder kommen in den nächsten drei Jahren dazu. Bewerber für Frontline- und Supervisorpositionen sind auch hier gefragt. Bei Costa Kreuzfahrten befinden sich 5 Schiffe in Bau, damit wird die Flotte auf 17 Schiffe erhöht, die Gesamtgästekapazität um 50 Prozent gesteigert.

Der AIDA Cruise Liner Vermittelt werden die Jobs über eigene Agenturen (siehe Infokasten), man kann sich aber auch direkt an das Unternehmen wenden. Gefragt sind mehrjährige Berufserfahrung (zumeist in der gehobenen Gastronomie und Hotellerie) und Fremdsprachenkenntnisse. Englisch ist oft Voraussetzung. „80 Prozent unserer Gäste sind Nordamerikaner, der zweit- und drittstärkste Markt sind Großbritannien und Japan“, berichtet Toni Neumeister. Zudem sind Teamgeist, Toleranz und Anpassungsfähigkeit von großer Bedeutung: „Einzelgänger und solche, die sich vor der Arbeit drücken, haben keinen Platz auf dem Schiff“, sagt Günter Steinbrunner, der als General Manager für Produktentwicklung und Hotelmanager auf der Seabourn Odyssey tätig ist. „Auf dem Schiff ist es wie bei einer kleinen UNO – alle Nationen haben ein Ziel, wir zeigen allen, dass es tatsächlich funktionieren kann.“

Die Umstellung auf ein Leben auf hoher See ist freilich nicht einfach: „Das Wichtigste ist, die ersten zwei bis drei Monate durchzuhalten. Es ist vergleichbar mit einem aufregenden Abenteuer, aber auch nicht für jeden geeignet“, so Steinbrunner. Der Seegang, das Leben auf kleinem Raum – in den unteren Hierarchieebenen teilt man eine Kabine zu zweit, nur in Führungspositionen gibt es Singlekabinen – Tag und Nacht auf hoher See, die geforderte Disziplin, all das macht vielen anfangs zu schaffen. Ist diese Zeit aber erst einmal überbrückt, sind viele bald vom Seefahrtsvirus infiziert. „Es ist wie eine Sucht, einmal Seefahrt,
immer Seefahrt“, bestätigt Olaf Knocke, der zuletzt mit Arosa Flusskreuzfahrtschiffen unterwegs war. Auch die Benefits für die Crew wurden in den letzten Jahren sukzessive ausgebaut: Landausflüge, Sportmöglichkeiten an Bord, Fortbildung, Partys dienen als Ausgleich zum intensiven Arbeitsalltag. „Jeder sollte unbedingt ein Ventil finden, um den Kopf nach dem Stress freizubekommen“, raten erfahrene Cruiser.

Ein Visum ist je nach Ursprungsland des Unternehmens erforderlich, das Seefahrtsbuch ist der Pass auf hoher See. Die Verträge laufen je nach Cruiseine durchschnittlich zwischen 4 und 8 Monaten 7 Tage die Woche, danach folgen 2 bis 4 Monate Urlaub. Zum täglichen Arbeitspensum von 10 bis 12 Stunden kommen noch Zeiten für Einschiffung, Rettungsübungen und Schulungen. Die Besatzung ist krankenversichert, die Kosten für Krankenhausbehandlungen sind gedeckt. Um die Rentenversicherung muss man sich jedoch selbst kümmern, maximal in Führungspositionen wird sie vom Unternehmen übernommen. Die Löhne werden in US-Dollar oder Euro ausbezahlt. Aufgrund der geringen Ausgaben ist es möglich, bis zu 80 Prozent des Einkommens zu sparen. Aber es ist nicht das Geld allein: „Just do it“, rät Günter Steinbrunner jedenfalls, „die Möglichkeiten, das aufregende Leben, die Erfahrung, das Gefühl von Freiheit – für jeden Grund, warum man es nicht tun sollte, gibt es eigentlich mindestens drei Gründe, warum man es tun sollte.“

das Deck eines Kreuzfahrtschiffes Der Karrierecheck

Arbeitsumfeld

Ständig auf dem Schiff zu leben, ist aufregend und anstrengend: Es bedeutet wenig Rückzugsmöglichkeiten, leben auf kleinem Raum, viele Arbeitsstunden, aber auch praktisch keine Ausgaben und die Möglichkeit, Länder in aller Welt und Menschen aus den verschiedensten Kulturen kennenzulernen.

Jobangebot

Offene Stellen gibt es auf allen Ebenen. Die Kreuzfahrtindustrie boomt, ständig werden neue Schiffe vom Stapel gelassen und damit auch Tausende neue Jobs geschaffen.

Karrierechancen

Für den Einstieg sollte man Berufs- und Auslandserfahrung mitbringen, dann stehen für den Weg nach oben aber alle Türen offen.

Benefits

Uniform, Kost und Logis sowie die Krankenversicherung sind im Vertrag inbegriffen. Je nach Cruiseline auch der Hin- und Rückflug.

Freizeitfaktor

An sieben Tagen in der Woche wird vier bis acht Monate lang rund zehn Stunden pro Tag gearbeitet. Für Crewmitglieder gibt es aber Events, Sportmöglichkeiten und mehr.



Günther Kroack„Das Leben an Bord verlangt Toleranz, Teamgeist und Respekt“

Günther Kroack ist mehrfach ausgezeichneter Chefkoch im Rossini Restaurant auf der Aidabella. Er kennt die Herausforderungen
an Bord.

ROLLING PIN: Der Job auf einem Kreuzfahrtschiff ist hart. Warum zahlt es sich auf alle Fälle aus, was ist besonders reizvoll daran?
Günther Kroack:
Der Lohn ist das Gefühl der großen weiten Welt, Besuche in Ländern und an Orten, die man sonst wahrscheinlich nie zu sehen bekommt. Natürlich gibt es schon den einen oder anderen Tag, an dem man seine Familie vermisst. Doch wir sind per Mail oder auch per Telefon in Kontakt. Und der nächste längere Landurlaub steht auch schon vor der Tür. Ich bin rundum glücklich, da mir meine Familie es ermöglicht, diesem Beruf mit all seinen Konsequenzen nachzugehen.

RP: Leben auf engem Raum und ohne größere Möglichkeit des Rückzugs – wie geht man damit um? Wie schafft man Ausgleich?
Günther Kroack:
Wenn die Mitarbeiter während der Hafenliegezeiten keinen Dienst haben und es nicht den schiffsbetrieblichen Notwendigkeiten widerspricht, können sie grundsätzlich an Land gehen. Es wurden auch viele Möglichkeiten geschaffen, damit die Crewmitglieder ihre Freizeit möglichst aktiv gestalten können. Dafür gibt es beispielsweise ein Fitnessstudio, ein Sonnendeck, eine Sauna und einen Freizeitraum sowie die Gelegenheit, TV und Videofilme je nach Programm in deutscher bzw. englischer Sprache zu sehen.

RP: Der Sprung ins kalte Wasser – was braucht ein Neueinsteiger, was erwartet ihn?
Günther Kroack:
Neue Mitarbeiter erhalten gezielte Trainings und Seminare, die den Grundstein für den Einstieg an Bord legen. Eine weitere Voraussetzung für die Arbeit an Bord ist ein gültiges Seediensttauglichkeitszeugnis, das vor dem Einstieg nachzuweisen ist. Um alle Mitarbeiter mit den Aida-Standards an Bord vertraut zu machen und sie für ihre Tätigkeit zu qualifizieren, erhalten sie bereichs- und fachspezifische Schulungen. Daneben haben wir ein Buddy-System mit dem Ziel eingeführt, Neueinsteigern den Einstieg an Bord so leicht wie möglich zu machen und sie schnellstmöglich ins Team zu integrieren. Es soll den ungezwungenen Austausch zwischen erfahrenen Mitarbeitern und Neueinsteigern fördern. Grundsätzlich verlangt die Arbeit in einem internationalen Team Toleranz, Teamfähigkeit und ein respektvolles Miteinander.

RP: Wie sehen die Karrierechancen aus?
Günther Kroack:
 In den kommenden Jahren wird die Aida-Flotte auf 9 Clubschiffe wachsen – und damit auch die vielseitigen Karrierechancen auf See und an Land. Als Unternehmen der Carnival-Gruppe mit Sitz in Rostock beschäftigt Aida Cruises derzeit 3200 Mitarbeiter aus 25 Nationen. Im Rahmen der weiteren Expansion wird das Unternehmen bis 2012 auf ca. 6000 Mitarbeiter wachsen und damit auch die Chancen und Herausforderungen für alle.

RP: Welche Anforderungen werden an Bewerber gestellt?
Günther Kroack:
 Sie sollten über eine Ausbildung und erste Berufserfahrungen in der Hotellerie oder Gastronomie, vorzugsweise in der gehobenen Vier- bis Fünf-sternekategorie, verfügen. Betriebswirtschaftliche oder fachliche Weiterbildungen sind von Vorteil. Darüber hinaus sind Eigenschaften wie Engagement, Weltoffenheit und Teamfähigkeit wichtig für einen Einstieg an Bord unserer Schiffe.

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