Der goldene Schnappschuss

Das perfekte Bewerbungsfoto bringt den Traumjob. Warum sie ohne Facelifting und mit Kochmütze den besten Eindruck machen.
November 13, 2015

Fotos: Shutterstock, Wolfgang Hummer
das richtige Bewerbungsfoto

Roland Trettl hat verzichtet. Als er einst bei Eckart Witzigmann arbeiten wollte, schnitzte er kein Selbstporträt in jenes Holzbrett, das er anstatt einer Bewerbung an den Starkoch schickte. Für alle Unkreativen gilt: Wer auf seinen Traumjob spitzt, braucht ein Bild in seiner Bewerbung. So weit die ungeschnittene Wahrheit, der optische Teufel liegt im Detail. Deshalb zeichnen wir hier den Weg für das Bild der Bilder nach: der ultimative Ratgeber für das perfekte Bewerbungsfoto.

01 Ohne Bild geht nicht
Weil es so wichtig ist, noch einmal zum An-die-Kochmütze-Heften: Ohne geht nicht. Der erste Blick zählt, und der entsteht über das Äußere. Die Welt ist unfair, Geilheit gewinnt und die richtige Optik entscheidet über den ersten Eindruck.

02 Kleider machen Traumjobs
Dass man das nicht falsch verstehen darf, beweist folgendes Beispiel aus den tiefsten Abgründen der schlechtesten Bewerbungsbilder der Welt: Stellen Sie sich einen Wellnessraum vor. Ein Mann mit Brusthaar, das er zu Zöpfen flechten könnte, lehnt nur mit Handtuch bedeckt über einem liegenden Geschlechtsgenossen. Letzterer ist von Schaum bedeckt und genießt die Massagekünste des Haarwunders. „Mein Kumpel“, zeigt ein Pfeil auf den Entspannten. „Ich“, beschreibt sich der Absender der Bewerbung.
Nein, das ist nicht gemeint, wenn man von einem guten Bewerbungsfoto spricht, das zum Beruf passt. Repräsentieren Sie mit Ihrem Foto die Stelle, die Sie anstreben – aber mit Stil. Hemd oder Bluse ist für eine Servicekraft eine gute Variante, für den…

Fotos: Shutterstock, Wolfgang Hummer
Der goldene Schnappschuss, das Bewerbungsfoto

Roland Trettl hat verzichtet. Als er einst bei Eckart Witzigmann arbeiten wollte, schnitzte er kein Selbstporträt in jenes Holzbrett, das er anstatt einer Bewerbung an den Starkoch schickte. Für alle Unkreativen gilt: Wer auf seinen Traumjob spitzt, braucht ein Bild in seiner Bewerbung. So weit die ungeschnittene Wahrheit, der optische Teufel liegt im Detail. Deshalb zeichnen wir hier den Weg für das Bild der Bilder nach: der ultimative Ratgeber für das perfekte Bewerbungsfoto.

01 Ohne Bild geht nicht
Weil es so wichtig ist, noch einmal zum An-die-Kochmütze-Heften: Ohne geht nicht. Der erste Blick zählt, und der entsteht über das Äußere. Die Welt ist unfair, Geilheit gewinnt und die richtige Optik entscheidet über den ersten Eindruck.

02 Kleider machen Traumjobs
Dass man das nicht falsch verstehen darf, beweist folgendes Beispiel aus den tiefsten Abgründen der schlechtesten Bewerbungsbilder der Welt: Stellen Sie sich einen Wellnessraum vor. Ein Mann mit Brusthaar, das er zu Zöpfen flechten könnte, lehnt nur mit Handtuch bedeckt über einem liegenden Geschlechtsgenossen. Letzterer ist von Schaum bedeckt und genießt die Massagekünste des Haarwunders. „Mein Kumpel“, zeigt ein Pfeil auf den Entspannten. „Ich“, beschreibt sich der Absender der Bewerbung.
Nein, das ist nicht gemeint, wenn man von einem guten Bewerbungsfoto spricht, das zum Beruf passt. Repräsentieren Sie mit Ihrem Foto die Stelle, die Sie anstreben – aber mit Stil. Hemd oder Bluse ist für eine Servicekraft eine gute Variante, für den veränderungswilligen Sous Chef kann die Kochschürze auch die richtige Wahl sein. Aber bitte ohne Flecken von der geronnenen Sauce Hollandaise vom Vorabend.

03 Gehen Sie zum Profi!
Um solche Fauxpas zu verhindern, gibt es aber ohnehin einen einfacheren Weg als das Kleiderwechseln: Am Foto probiert sich nicht der Lehrling mit seiner Diskonter-Spiegelreflex. Die schießt zwar nette Bilder von dessen Urlaub auf Mallorca, aber nicht das niveauvolle Bild für den Start in die neue Traumkarriere. Profi ist, wo Profi draufsteht, und da auch Sie von Ihrer Professionalität überzeugen wollen, wird Ihnen im Fotostudio mit Sicherheit geholfen. Personaler sind nämlich auch faire Menschen: Wer guten Willen zeigt, der sammelt Pluspunkte. Und so ein Bewerbungsfoto kostet nicht die Welt und kann außerdem meist für mehrere Jobbewerbungen verwendet werden.

04 Aktualität siegt
Stopp! Kommando zurück, da sind wir schon beim nächsten No-Go: Ein Foto hilft Ihnen nicht über Jahrzehnte. Bei drei Bewerbungen innerhalb von fünf Monaten dasselbe Foto: Ja, gerne. Schnell am Schreibtisch das alte Führerscheinfoto ausgraben, weil es damals fesch war? Nein, leider nicht. Also: Wer nach fünf Jahren beim Lehrbetrieb Veränderung sucht, der kann alle Bewerbungsbilder von Jugend- und Berufsschulzeiten getrost den ewigen Weiten der Müllentsorgungsbetriebe überlassen. Der Pagenschnitt ist nicht mehr aktuell und außerdem würde Sie der Personaler – sollte er Sie wirklich dennoch zum Bewerbungsgespräch einladen – gar nicht mehr erkennen. Und mal ehrlich: Sie haben es selbst nur mehr zur Belustigung Ihrer Bekanntschaft an heißen Sommerabenden verwendet. Und ohne den vielen Rotwein wäre es auch damals … Sie wissen schon.

Die Welt ist unfair, Geilheit gewinnt und die richtige Optik entscheidet über den ersten Eindruck.

05 Ihr Gesicht alleine ist schön genug!
Ach ja, Rotwein. Ihrem zukünftigen Arbeitgeber ist bewusst, dass auch Sie gerne auf den Putz hauen, und er findet es gut, dass Sie im Urlaub Sonnenbrillen tragen, um Ihre Augen zu schützen. Aber weder Privat- noch Partyfotos bringen Sie ans Ziel. Bierflaschen und Rotweingläser sind ebenso tabu wie berufsuntypische Hauben, Kappen oder Ohrringe. Ins Gesicht hängende Haare und Piercings übrigens genauso.

06 Photoshop mit Vorsicht genießen
Nun mag es vorkommen, dass Ihr Gesicht unter vorübergehender Entstellung leidet – vielleicht sogar just in dem Moment, in dem das neue Bewerbungsfoto fällig ist. Kein Problem, der ebenso berühmte wie berüchtigte Photoshop entfernt Pickel, Hautunreinheiten oder Solariumunfälle. Aber bitte auch in diesem Fall immer dran denken, dass Sie beim Vorstellungsgespräch möglichst so aussehen wie am Bewerbungsbild. Und außerdem immer realistisch und – wir haben es ebenfalls bereits erwähnt – authentisch bleiben. Soll heißen: Die Geheimratsecken können von Photoshop zwar ebenso befüllt werden wie die Gesichtsfalten entfernt, wem aber bis zum Vorstellungsgespräch das Kleingeld für Haartransplantation und Facelifting fehlt, der lässt von diesen Adaptierungen die Finger. Außer Frage steht: Selbstspielereien eines Laien enden bei Bildbearbeitungsprogrammen in einem Desaster. Nur das Fotostudio oder der Grafiker des Vertrauens nimmt solche Veränderungen vor.

Das richtige Bewerbungsbild

07 Bitte Lächeln!
Eine Sache, bei der selbst der beste Photoshop-Künstler der Welt vor seiner Maus kapituliert, ist die grundlegende Änderung eines vorhandenen Bildes. Also hier im Schnelldurchlauf die wichtigsten Fakten: Ihr Blick ist nach vorne oder etwas zur Seite gerichtet und Sie lächeln mit leicht geöffnetem Mund in die Kamera. Zu sehen ist Ihr gesamter Kopf bis zum oberen Hemd- oder Blusenknopf. Der Hintergrund ist neutral und ruhig. Ihr Foto – sagen wir es lieblich – strahlt Wärme aus.

08 Bringen Sie Farbe ins Spiel!
Das kann es am besten, wenn es farbig ist. Und es strahlt sich am besten von der rechten oberen Position des Lebenslaufs. Standard ist etwa eine Größe von vier mal sechs Zentimetern, also etwas größer als die altbekannten analogen Passfotos, die Sie beim Führerscheinabholen mitbringen mussten.

09 Digital ist normal
Analog ist ohnehin ein gutes Stichwort, immerhin ist diese Art der Fotografie nicht erst seit gestern nur mehr etwas für Liebhaber. Kein Human Resources-Verantwortlicher will mehr Bilder, die an den Lebenslauf geheftet sind und aufs Pflücken warten. Die meisten Bewerbungen sind ohnehin schon online abzugeben, aber bitte nicht die Original-Datei mit mehreren Megabyte dem Personaler zumuten. Wenn die Bewerbungsunterlagen das Mail-Postfach sprengen, hat der Entscheidungsträger wenig Lust, sich Ihnen zu widmen. Und auch für die noch verbliebenen Brieffreunde gilt: Digital ist normal. Das digitale oder im Notfall gescannte Foto wandert am Computer auf den Lebenslauf und landet mitsamt der restlichen Unterlagen im Briefkasten.

10 Das perfekte Foto reicht nicht
Genau, die restlichen Unterlagen. Das beste Foto hilft natürlich nicht, wenn man auf die anderen Kriterien vergisst, die eine gute Bewerbung ausmachen: formelles Anschreiben, Lebenslauf, klare Struktur, professioneller und einheitlicher Stil. Für das Gesamtkunstwerk Bewerbung ist nur das Beste gut genug und wenn Sie schon das perfekte Foto haben, soll der Traumjob nicht aufgrund anderer Fehler an den ungeliebten Kollegen von der ersten Lehrstelle gehen. Und wer auf Nummer sicher gehen will, der nimmt zusätzlich Anleihe an Roland Trettl. Ein Holzbrett mit geschnitztem Porträt überzeugt sicher jeden Eckart Witzigmann der Gegenwart. Oder vielleicht stehen Sergio Herman und Co. ja mehr auf Bewerbungsbratpfannen.

Die visuelle Pflicht
Christian SchweinzerChristian Schweinzer ist Geschäfstführer der Recruiting-Agentur Blackrock Careers. Er erklärt, warum Bewerbungen ohne Bild nur in Amerika funktionieren.

ROLLING PIN: Warum ist ein gutes Bewerbungsfoto von Bedeutung?
Christian Schweinzer: Der visuelle Ersteindruck entscheidet, ob eine Bewerbung erfolgreich sein kann oder nicht. Das Foto ist der Einstieg und ohne guten Einstieg wird der Lebenslauf nicht beachtet.

RP: Ein Foto ist also definitiv Pflicht?
Schweinzer: Für eine gute Bewerbung auf jeden Fall. Wobei man diese Aussage ergänzen muss. In Deutschland etwa wurde 2006 das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz eingeführt. Seitdem dürfen Personalabteilungen Fotos nicht mehr verpflichtend verlangen. In Amerika werden oft sogar nicht einmal das Geburtsdatum oder das Geschlecht angegeben. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Jeder Bewerber soll die gleichen Chancen haben. Die Qualifikationen allein sollen über die Qualität eines Bewerbers entscheiden.

RP: Wie oft bekommen Sie Bewerbungen ohne Bild?
Schweinzer: Gar nicht selten. Bei zwei von zehn Bewerbungen, die bei uns einlangen, fehlt das Bild. Aber diese Bewerbungen haben eigentlich keine Chance. Denn bei unseren Kunden gilt auf jeden Fall: Ein gutes Foto ist Pflicht.

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