Pimp your profile

Wo der künftige Chef hinklickt: Auf der Suche nach Top-Jobs sollte man auf kompromittierende Einträge in privaten Netzwerken verzichten und strategisch ein positives Profil aufbauen.
November 13, 2015

Fotos: Svenja Hofert, Shutterstock
positives social media Profil

Partyfotos, Beziehungsfrust, Büro-Lästereien: Auf Facebook, Xing und Co. vermischt sich leicht Berufliches mit Privatem. Als Mitarbeiter und Jobsuchender sollte man also besonders Acht geben, wie viel Privates man preisgibt. Sonst kann es vor Chefs oder Personalern peinlich werden und unter Umständen sogar das vorzeitige Karriere-Aus bedeuten. Soziale Netzwerke liegen nach wie vor im Trend: Allein Facebook ist für mehr als 900 Millionen Menschen weltweit die erste Wahl, um mit Freunden, Bekannten, aber auch mit Fremden zu teilen, was in ihrem Privatleben gerade passiert.

Dass aber, wenn man bei seinen Sicherheitseinstellungen nicht vorsichtig ist, auch Personalchefs und Vorgesetzte mitlesen, bestätigt Natalie Gradistanac, Personalleiterin im The Ritz-Carlton in Wolfsburg: „Mitarbeiter oder Bewerber sollten sich bei der Nutzung von sozialen Netzwerken immer darüber Gedanken machen, was sie…

Fotos: Svenja Hofert, Shutterstock
positives social media Profil

Partyfotos, Beziehungsfrust, Büro-Lästereien: Auf Facebook, Xing und Co. vermischt sich leicht Berufliches mit Privatem. Als Mitarbeiter und Jobsuchender sollte man also besonders Acht geben, wie viel Privates man preisgibt. Sonst kann es vor Chefs oder Personalern peinlich werden und unter Umständen sogar das vorzeitige Karriere-Aus bedeuten. Soziale Netzwerke liegen nach wie vor im Trend: Allein Facebook ist für mehr als 900 Millionen Menschen weltweit die erste Wahl, um mit Freunden, Bekannten, aber auch mit Fremden zu teilen, was in ihrem Privatleben gerade passiert.

Dass aber, wenn man bei seinen Sicherheitseinstellungen nicht vorsichtig ist, auch Personalchefs und Vorgesetzte mitlesen, bestätigt Natalie Gradistanac, Personalleiterin im The Ritz-Carlton in Wolfsburg: „Mitarbeiter oder Bewerber sollten sich bei der Nutzung von sozialen Netzwerken immer darüber Gedanken machen, was sie über sich preisgeben oder veröffentlichen. Hierbei ist es wichtig sich darüber im Klaren zu sein, dass man eine berufliche und private Botschafter-Funktion für das jetzige oder zukünftige Unternehmen hat. Dies erachte ich in diesem Fall als nicht trennbar.“ Daher ist Vorsicht geboten: Nicht jeder Kommentar ist erwünscht und nicht jedes Partyfoto für die Augen der Öffentlichkeit gedacht.

Aber wie kann man vorbeugen, dass nicht nur die Freunde über den virtuellen Exhibitionismus lachen, sondern vielleicht sogar die eigene Karriere in Gefahr gerät? Die einfachste Lösung lautet natürlich: Gar nicht erst kritische Texte oder Bilder veröffentlichen. Das Internet ist ein Glashaus, der Nutzer sollte daher nicht mit Steinen werfen. Falls man sich aber nicht mehr so sicher ist, was denn so alles im Netz herumschwirrt, sollte das so genannte Ego-Googlen für Bewerber zum Standard gehören. So sieht man selbst auf einen Blick, was auch der Personaler zu Gesicht bekommt. Gelistet wird schließlich alles, was mit dem eigenen Namen gekennzeichnet ist: Forenbeiträge, eigene private Websites und der Facebook-Account. Sind wirklich kritische Bilder oder Beiträge zu sehen, sollte man diese schleunigst wieder löschen, um kein falsches Bild von sich selbst zu vermitteln.

Besonders aufpassen müssen Mitglieder von Social Networks bei ihren Statusmeldungen und Kommentaren, wenn diese den Chef oder das eigene Unternehmen betreffen. Arbeitgeber schauen nämlich immer genauer hin, wie sich Bewerber im Internet präsentieren. Mehr als ein Viertel aller Unternehmen durchleuchten systematisch die persönlichen Daten der Kandidaten in sozialen Netzwerken wie Facebook und LinkedIn. Vor allem wird nach Party-Fotos, Rechtschreibfehlern, Hinweisen über Hobbies und Vorlieben gesucht. Durch ergänzende Informationen aus dem Internet wird die Personalentscheidung um eine neue Ebene erweitert. Wichtig ist daher, einen vorteilhaften Internetauftritt zu gestalten und nicht jede Information für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Potenzial von Social Networks
Walter Junger ist Geschäftsführer der Consulting-Agentur Walter Junger and Friends und weist auf die unglaubliche virale Wirkung der großen sozialen Online-Netzwerke hin: „Das Internet bietet die einmalige Möglichkeit, durch wenig bis keinen Kapitaleinsatz, aber durch Kreativität, Intelligenz und Witz die Welt auf sich aufmerksam zu machen. Es hat sich in den letzten Jahren ganz einfach zu einem integralen Part eines gesamten Selbstvermarktungs-Tools entwickelt, auf das man auf keinen Fall verzichten sollte!“ Ein vollständiges Profil in einem sozialen Netzwerk ist tatsächlich Werbung in eigener Sache mit vergleichsweise wenig Aufwand.

Mit den richtigen Schlagworten wird man schnell gefunden, statt zeitaufwändig selbst zu suchen. Wie das am besten funktioniert, erfahren Sie in unseren Top-5-Web-2.0-Tipps auf der linken Seite. In jedem Fall sollte man sich überlegen: Welches Netzwerk ist das richtige für mich? Netzwerke wie Xing oder LinkedIn sind explizit für das Knüpfen von Geschäftskontakten gedacht, denn hier sind alle Branchen vertreten. Interessanter als Xing oder LinkedIn sind für die meisten Personaler jedoch private Netzwerke wie Facebook oder StudiVZ. Dort, so die Vermutung, verrät man etwas mehr über seine Interessen oder auch Persönlichkeit und damit läßt sich feststellen, ob man in ein Unternehmen passt oder nicht.

Social Media Content

Content is King
Auf einen weiteren wichtigen Punkt weist Social Media Experte Ewald Pichler, Geschäftsführer der dmcgroup, hin: „Es ist dringendst zu berücksichtigen, dass es manchmal wirklich besser ist, keinen Social-Network-Auftritt zu haben als einen schlecht gewarteten.“ Denn vor allem Business-Netzwerke sind reiche Fischgründe für Headhunter, Personalverantwortliche und Recruiter. Und für diese gilt im realen wie auch im virtuellen Leben: Der erste Eindruck zählt! Denn erblicken Personalchefs auf den ersten Klick ein uninteressantes Profilfoto oder ein schlecht umrissenes Berufsprofil, wird das die Chancen für den erhofften neuen Job schneller zunichte machen als man Schade sagen kann. Aber auch als bereits jahrelanger Mitarbeiter sollte man mit seinen sozialen Netzwerk-Profilen und Postings vorsichtig umgehen! Falsch genutzt können sie den Job kosten.

Selbst wer strenge private Sicherheitseinstellungen wählt, ist nicht davor gefeit, dass Einträge Füße bekommen: Sie könnten weitergesagt oder in andere Profile weitergeleitet werden. Sternekoch Gregor Hauer warnt deshalb eindringlich davor, allzu freizügig mit seinen Kommentaren im Web umzugehen, denn wie ein Beispiel in seinem Resort Die Wutzschleife zeigt, kommt früher oder später meist alles ans Tageslicht: „Es haben sich vor Jahren Mitarbeiter über eine ältere Dame im Haus, die immer tatkräftig mithalf, lustig gemacht. Das hat uns natürlich nicht gefallen, dass Mitarbeiter sich auf diese Weise profilieren müssen.“ Über mögliche Konsequenzen, die unbedachte Postings nach sich ziehen, sollte man daher besser vorher nachdenken, als sich danach einen neuen Job suchen zu müssen.

Trend zum Zweitprofil
21,9 Prozent aller Jobsuchenden verzichten laut einer Umfrage der Internet-Job-Börse Stepstone unter 4500 Fach- und Führungskräften auf eine Mitgliedschaft in sozialen Netzwerken. Der Grund: Sie haben Angst, durch zu private Inhalte wie Partybilder ihrer Karriere zu schaden. Hinter einer solchen Entscheidung steht oft das Gerücht, dass Personaler über Software verfügen, mit denen sie selbst Profile lesen können, die nur für die jeweiligen direkten Kontakte zugänglich gemacht wurden. Wie gesagt: ein Gerücht. Heißer Tipp für alle Karriere-Tiger die aber auch hin und wieder gern die Korken knallen lassen: Unter Pseudonymen wie Tomatenkönig oder Senfkaiser kann man im privaten Kreis flirten, lästern und posten was das Zeug hält, während man sich im beruflichen Profil von der braven und seriösen Seite zeigt. Denn eines sollte man nie vergessen: Auch der Personaler oder Chef hat mit Sicherheit einen
Internetanschluss!

„So präsentieren Sie sich richtig!“
Profi-Hilfe für eine positive Web-Präsenz.

Die 5 Web 2.0 Tipps
Arbeitgeber erwarten von ihren zukünftigen Mitarbeitern Web-Kompetenz. So zeigen sie diese:

01 Soziale Aktivitäten anführen. Denn Mitarbeiter, die sich nicht nur um das eigene Wohl kümmern sondern auch oder im Sinne vieler handeln, bringen die gesamte Unternehmung stärker nach vorne als egoistisch handelnde Angestellte.

02 Posten Siekluge Beiträge in Blogs oder Foren, mit dem Sie Ihr Expertenwissen zeigen. Denn mit Kompetenz kann man ausgezeichnet bei potenziellen Arbeitgebern punkten.

03 Interessante Hobbys listen. Risiko-Sportarten kommen bei Personalern nicht sehr gut an. Sie wollen Ihre Mitarbeiter am Arbeitsplatz und nicht im Krankenhaus. Manche Hobbies wie etwa Jugendtrainer einer Handballmannschaft lassen Verantwortungsbewusstsein und soziale Kompetenz erkennen.

04 Ein einheitliches, klar umrissenes berufliches Profil ist essenziell. Stellen Sie sich folgende Fragen: Erkennt man Ihre beruflichen Highlights sofort? Enthalten Ihre Profile alle relevanten Suchwörter wie etwa Küchenchef, Koch, Chef de Rang, F&B-Director oder Hotelmanager?

05 Ein Profi-Foto oder ein professionelles Video. Verbissenes Kampflächeln, Strubbelfrisur oder ein allzu tiefes Dekolleté: schon fliegt man aus dem Kandidatenkarussell. Auch bei seinen Web 2.0-Profilen kann man durch tolle Fotos oder Videos punkten.

Svenja HofertWeb 2.0-Koryphäe
Svenja Hofert ist Expertin für neue karrieren und seit vielen Jahren auf IT und Medien spezialisiert. sie hat mehr als 20 bücher geschrieben.
www.svenja-hofert.de

Wie baut man seine Präsenz im Web 2.0 am besten positiv aus?
Svenja Hofert: Man sollte im Internet Persönlichkeit zeigen. Jedoch mit Bedacht und vor allem authentisch bleiben. So können Hobbys ein Hingucker für potentielle Arbeitgeber sein, doch nicht jeder ist zum Fallschirmspringer geboren. Auch mit Aktivitäten bei sozialen Organisationen, der Feuerwehr oder einem Kinderhilfswerk können Bewerber Pluspunkte sammeln, wenn es richtig dosiert ist.

Sehr gefragt bei potentiellen Arbeitgebern ist natürlich die berufliche Kompetenz. Mit welchen Aktivitäten kann man diese im Internet bestmöglich demonstrieren?
Hofert: Wer über Expertenwissen verfügt, kann es mit klugen Blogbeiträgen unter Beweis stellen. Oder sein Knowhow mit Einträgen auf Xing oder der eigenen Webseite dokumentieren. Wichtig ist außerdem, dass Bewerber ein einheitliches Berufsprofil aufbauen. Wer gleich fünf verschiedene Betätigungsfelder anbietet, wirkt weniger professionell als der Kandidat, der beispielsweise nur Pâtissier anführt.

Worauf sollte man ganz besonders achten, damit man seine Online-Präsenz im Griff hat und nichts Verwerfliches preisgibt?
Hofert: Ganz wichtig: einen Anspruch auf Löschung haben Urheber bei selbst verfassten Beiträgen nicht. Und in vielen sozialen Netzwerken, etwa Xing, StudiVZ und Facebook, können Mitglieder den Zugang bis zu einem gewissen Grad individuell einstellen. So lässt sich etwa bei Xing ausschließen, dass das Profil über Google findbar ist und fremde Personen ins Gästebuch schreiben. Das erfordert allerdings Know-how über diese Möglichkeiten, die sich oft im Kleingedruckten verstecken.

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