Karriere-Start-up – Die ersten 100 Tage im neuen Job

Beim Jobantritt steht man unter intensiver Beobachtung der neuen Kollegen und des Chefs. ROLLING PIN zeigt, wie Sie die entscheidenden ersten Auftritte im Unternehmen mit Bravour meistern.
November 13, 2015

Fotos: Werner Krug, Restaurant la vie

Die Kleidung sitzt, die Frisur auch und auf dem Weg zur Arbeit kommt bereits das Kribbeln im Bauch. Die ersten Tage im neuen Job sind meist recht aufregend. Es ist ein Schritt über eine Schwelle, die den Lebensalltag entscheidend verändern und neu strukturieren wird. Am besten präsentiert man sich natürlich von seiner Schokoladenseite. Da auch die zukünftigen Kollegen auf den neuen Mitarbeiter gespannt sind, steht man in der nächsten Zeit im Rampenlicht. Der erste Eindruck zählt, für den gibt es nämlich keine zweite Möglichkeit. Ist einmal ein Bild entstanden, ist es nur mit viel Zeit und Energie möglich, es zu korrigieren.

„Man muss als Neueinsteiger vor allem durch Leistung überzeugen“

Unzählige spannende Erfahrungen in Spitzen-Restaurants hat Shooting-Star Max Aichinger erlebt. Die vielen Stationen, die der Oberösterreicher in den letzten Jahren durchlaufen oder besser gesagt durchkocht hat, zeugen von starker Neugier und kaum zu bändigendem Willen. Im Gmundener „Schlosshotel Freisitz Roith“ ist Aichinger seit Mai 2011 Küchenchef und hat für alle Newcomer heiße Tipps: „Durch Höflichkeit und Respekt kommt man am weitesten. Step by step lautet an jedem neuen Arbeitsplatz meine Devise. Mit Teamgeist, Ehrgeiz und Kreativität holt man sich am besten den Respekt der neuen Arbeitskollegen und des Chefs.“

Die oftmals nur kurze Eingewöhnungsphase…

Fotos: Werner Krug, Restaurant la vie

Die Kleidung sitzt, die Frisur auch und auf dem Weg zur Arbeit kommt bereits das Kribbeln im Bauch. Die ersten Tage im neuen Job sind meist recht aufregend. Es ist ein Schritt über eine Schwelle, die den Lebensalltag entscheidend verändern und neu strukturieren wird. Am besten präsentiert man sich natürlich von seiner Schokoladenseite. Da auch die zukünftigen Kollegen auf den neuen Mitarbeiter gespannt sind, steht man in der nächsten Zeit im Rampenlicht. Der erste Eindruck zählt, für den gibt es nämlich keine zweite Möglichkeit. Ist einmal ein Bild entstanden, ist es nur mit viel Zeit und Energie möglich, es zu korrigieren.

„Man muss als Neueinsteiger vor allem durch Leistung überzeugen“

Unzählige spannende Erfahrungen in Spitzen-Restaurants hat Shooting-Star Max Aichinger erlebt. Die vielen Stationen, die der Oberösterreicher in den letzten Jahren durchlaufen oder besser gesagt durchkocht hat, zeugen von starker Neugier und kaum zu bändigendem Willen. Im Gmundener „Schlosshotel Freisitz Roith“ ist Aichinger seit Mai 2011 Küchenchef und hat für alle Newcomer heiße Tipps: „Durch Höflichkeit und Respekt kommt man am weitesten. Step by step lautet an jedem neuen Arbeitsplatz meine Devise. Mit Teamgeist, Ehrgeiz und Kreativität holt man sich am besten den Respekt der neuen Arbeitskollegen und des Chefs.“

Die oftmals nur kurze Eingewöhnungsphase lässt allerdings nur wenig Spielraum für Fehler. Die ersten 100 Tage entscheiden darüber, ob man seiner Position gerecht wird oder nicht. Andrea Hanschman ist Director of Human Resources im „Hilton Hotel Dresden“ und weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig es ist, sich schnell in die vorherrschenden Unternehmensstrukturen einzufügen: „Man sollte als Newcomer von Anfang an aktiv mitarbeiten. Besserwisserei ist nie förderlich. Man muss durch Leistung überzeugen und nicht durch Gerede!“

Die zwei wichtigsten Grundregeln für Berufsstarter sind also: Beobachten und fragen, sobald etwas unklar ist.

Als Neuer muss man möglichst schnell herausfinden, welche Spielregeln im Unternehmen gelten. Man sollte genau beobachten, wessen Wort Gewicht hat, wer kooperativ ist und wer als Außenseiter gilt. Küchenchef Aichinger warnt vor der Gefahr: „Man muss als Neu-Einsteiger tierisch aufpassen, wie die sozialen Strukturen und Hierarchien im neuen Betrieb ausschauen. Mobbing ist dabei in Küchen kein Fremdwort! Mit zwischenmenschlichem Geschick kann man aber unangenehme Situationen meist vorbeugen.“ Solange die Rollen der Kollegen nicht sicher eingeschätzt werden können, fährt man mit Zurückhaltung am besten.

Mit einer vorschnellen Bemerkung beim falschen Kollegen hat man seinen Neuling-Bonus auch ziemlich schnell wieder verspielt. Hat man als Jobwechsler dann ein Gespür für Kultur und Gefüge der Organisation entwickelt, lauert allerdings bereits die nächste Falle: Man darf sich nicht unkritisch einfügen, sondern muss die Balance zwischen Anpassung und ersten eigenen Veränderungsimpulsen finden. Dass vor allem neue Mitarbeiter in Führungspositionen oft gegen Windmühlen rennen, hat Hanschmann im Laufe der Jahre mehrmals erlebt: „Die Macht des Teams wird von neuen Führungskräften sehr oft unterschätzt. Will man Dinge zu rigoros umsetzen, überfordert man dadurch eine eingespielte Mannschaft und es bildet sich von Beginn an Abneigung. Sich langsam anzupassen, ist hier mehr als förderlich.“

Durch soziales Geschick, hohe Motivation und harte Arbeit verschafft man sich Respekt.

Max Aichinger

Für einen „frischen“ Manager gilt es also, in den ersten 100 Tagen vor allem die Akzeptanz bei den Mitarbeitern und dem Chef zu schaffen. Weiters ist es wichtig, einen umfassenden Überblick über den Verantwortungsbereich und alle Aufgabenbereiche zu bekommen, Kompetenz aufzubauen und die ersten Handlungsfelder zu definieren. Es geht keinesfalls darum, von der ersten Stunde an alles anders machen zu müssen.

Die Strukturen eines neuen Arbeitsumfeldes findet man am einfachsten durch Fragen heraus. Wichtig ist, sich bei Unklarheiten immer sofort zu melden. Denn manche Fragen zum Unternehmen kann man nach einem halben Jahr nicht mehr stellen, ohne vom Arbeitskollegen schief angeschaut zu werden.

Thomas Bühner„Gefragt sind nur Teamplayer“
Punkten Sie durch fachliches und soziales Wissen.

Zur Person

Thomas Bühner
Sterne-Koch im Restaurant „la vie“ in Osnabrück
Der 49-Jährige wurde mit zwei Michelin-Sternen, 19 Punkten und als „Koch des Jahres 2006“ von Gault Millau ausgezeichnet. Er legt besonderen Wert darauf, Kochkultur und Lebensart in Einklang zu bringen.
www.restaurant-lavie.de

Passionierter Chef – Der von allen Gourmet-Führern hochdekorierte Küchenchef Thomas Bühner versteht Kochen als kreativen Prozess. Neben Kreativität erwartet er von seinen Mitarbeitern vor allem Kollegia-lität, Freundlichkeit und Loyalität.

ROLLING PIN: Der Einstieg in ein Sterne-Restaurant ist für viele bestimmt eine aufregende Angelegenheit! Wie verhalte ich mich an meinem ersten Tag am neuen Arbeitsplatz?
Thomas Bühner: Man sollte sich ganz einfach auf sich selbst konzentrieren und so sein, wie man ist. Wir hatten vor Kurzem einen Neueinsteiger, der hat am ersten Tag gezittert wie Espenlaub. Dafür gibt es keinen Grund. Ich bin kein autoritärer Typ, bei uns herrscht eine ausgesprochen familiäre Atmosphäre.

RP: Welche Fehler sollte man vor allem in den ersten Tagen in einem neuen Arbeitsumfeld nicht begehen?
Bühner: Wenn man Fehler begeht, sollte man dazu stehen und es später doppelt so gut machen. Für mich allerdings absolut wichtig: saubere Klamotten! Dass Mitarbeiter in Kleidung erscheinen, die aussieht, als hätte man drei Tage darin geschlafen, das geht gar nicht.

RP: Worauf sollte man sich als Neuling in den ersten 100 Tagen ganz besonders konzentrieren, damit einen die zukünftigen Kollegen schnellstmöglich akzeptieren?
Bühner: Ich bin der Meinung, dass man 180 Tage, also ein halbes Jahr braucht, um sich so richtig in ein neues Team zu integrieren. Prinzipiell gilt bei uns für alle Neuankömmlinge: Der Älteste am Posten hat das Sagen. Durch Zuverlässigkeit und Lernbereitschaft hat man allerdings immer die Chance, sich zu profilieren und in weiterer Folge die Möglichkeit, auch aufzusteigen.

RP: Welche Verhaltensweisen sind bei Ihnen innerhalb der Küchenmannschaft absolut tabu?
Bühner: Ich brauche in meiner Küche Teamplayer und keine Einzelspieler! Ich würde es zum Beispiel nie dulden, dass Kollegen gemobbt werden. Wir hatten unter anderem auch Mitarbeiter, die aus Küchen mit 18 oder 19 Gault-Millau-Punkten kamen. Die waren fachlich natürlich top aufgestellt, menschlich aber Arschlöcher.

RP: Noch ein Tipp, wie man sich möglichst rasch im neuen Betrieb einleben kann und soziale Kontakte knüpft.
Bühner: Ich rate meinen Neuzugängen immer, sich eine Unterkunft in der Nähe zu suchen! Ein Spitzen-Restaurant ist ein Mikrokosmos in sich, da man nach der Arbeit natürlich auch mit Arbeitskollegen gerne auf ein gepflegtes Bier geht.

Achtung! So machen sie alles richtig

Sie haben sich durch den Bewerbungs-Marathon durchgearbeitet und erhalten die neue Arbeitsstelle. Die ersten 100 Tage im neuen Unternehmen sind jetzt ausgesprochen entscheidend!

Das erleichtert den Start:
– Informieren Sie sich über die Sitten in Ihrer Abteilung. Wenn ein Einstand Brauch ist, geben Sie auch einen.
– Lernen Sie durch Zuhören und durch Fragen Ihrer Kollegen. Seien Sie aber nicht zu neugierig. Zeigen Sie sich lernwillig.
– Fragen Sie Ihre Kollegen oder Vorgesetzten nach Feedback. Wie beurteilen die Ihre Arbeit?
Merken Sie sich die Namen Ihrer Kollegen.
– Stellen Sie viele aktive Fragen zu beruflichen Themen, um Ihr Wissen zu verbessern. Damit sind Sie so schnell wie möglich für Ihre Firma nützlich.
Fragen Sie nach fälliger Arbeit. Diese Kollegialität ist sehr sinnvoll, um das Eis zu brechen. Einen Einsatz für Kollegen sollten Sie auch später immer bringen.

So schaden Sie sich selbst:
– Reden Sie nicht über Urlaub und freie Tage in den allerersten Tagen.
Duzen Sie erst, wenn Sie die Betriebssitten kennen und diese das erlauben. Oder wenn jemand es Ihnen anbietet.
Arbeiten Sie nicht wie ein Workaholic, um dabei positiv aufzufallen. Das macht den Anfang bei Ihren Kollegen nicht einfacher.
– Man sollte zu Beginn nicht alles allein machen. Lassen Sie sich helfen.
– Benehmen Sie sich nicht überheblich oder imponierend. Tragen Sie Ihre Ideen nur bei passender Gelegenheit vor und stempeln Sie keinen als Dummkopf ab.
– Werden Sie kritisiert, nehmen Sie es ernst, aber auf die leichte Schulter. Am Anfang machen alle Fehler. Kritik zu ertragen, ist eine gute Eigenschaft!

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