Streit muß sein!

Ein „Nein!“ zur richtigen Zeit verschafft Respekt. Schüchterne und Mutlose müssen dafür positive Aggression einsetzen! Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich besser durchsetzen und damit im Nu die Karriereleiter erklimmen.
November 13, 2015

Fotos: Shutterstock, Werner Krug, Thomas Duffé, DMAX
Durchsetzungsvermögen am Arbeitsplatz

>> Mattias Roock
Executive Chef
„Kempinski Grand Hotel des Bains”
www.kempinski-stmoritz.com

Mattias Roock

"Ich sage, wo es langgeht. Aber wir arbeiten und schwitzen im Team und genießen auch unsere Erfolge zusammen."

Sie kochen innerlich vor Wut, aber arbeiten ruhig weiter? Am liebsten würden Sie laut fluchen, weil Sie wieder die Schicht eines Kollegen übernommen haben. Sie waren zu feig, um Nein zu sagen. Jeder kennt diese Situation, aber nur wenige ändern sie.

Ganz anders Mattias Roock, der mit seinen 28 Jahren der jüngste Küchenchef der Kempinski-Hotelgruppe ist. Er setzte sich schon als Schüler des Küchenraubeins Gordon Ramsay durch und war mutig genug, sein Ziel, erfolgreich zu werden, kompromisslos zu verfolgen.

„Biss und Durchsetzungsvermögen sind in meinem Job elementar! Ich habe klare Vorstellungen und setze diese auch um.“

Während Ihr Kollege genüsslich mit Freunden sein Feierabendbier genießt, verrichten Sie widerwillig, aber gewissenhaft Dienst…

Fotos: Shutterstock, Werner Krug, Thomas Duffé, DMAX
Durchsetzungsvermögen am Arbeitsplatz

>> Mattias Roock
Executive Chef
„Kempinski Grand Hotel des Bains”
www.kempinski-stmoritz.com

Mattias Roock

"Ich sage, wo es langgeht. Aber wir arbeiten und schwitzen im Team und genießen auch unsere Erfolge zusammen."

Sie kochen innerlich vor Wut, aber arbeiten ruhig weiter? Am liebsten würden Sie laut fluchen, weil Sie wieder die Schicht eines Kollegen übernommen haben. Sie waren zu feig, um Nein zu sagen. Jeder kennt diese Situation, aber nur wenige ändern sie.

Ganz anders Mattias Roock, der mit seinen 28 Jahren der jüngste Küchenchef der Kempinski-Hotelgruppe ist. Er setzte sich schon als Schüler des Küchenraubeins Gordon Ramsay durch und war mutig genug, sein Ziel, erfolgreich zu werden, kompromisslos zu verfolgen.

„Biss und Durchsetzungsvermögen sind in meinem Job elementar! Ich habe klare Vorstellungen und setze diese auch um.“

Während Ihr Kollege genüsslich mit Freunden sein Feierabendbier genießt, verrichten Sie widerwillig, aber gewissenhaft Dienst. Sie gehören zu den Gutmenschen, wollen beliebt sein, sind konfliktscheu und spielen allen vor, dass Sie zufrieden sind mit Ihrer Situation. Ihr Grundsatz lautet: Funktionieren! So haben Sie aber keine Chance auf der Karriereleiter nach oben zu kommen.

>> Jens Weidner
Professor, Kriminologe und Autor
www.prof-jens-weidner.de

Jens Weidner

"Für Erfolg ist es notwendig, positiv aggressiv zu sein, denn Respekt bekommen Sie nicht, wenn Sie bloß höflich sind."

„Wer Erfolg will, muss böse sein!“

Gordon Ramsay: ein Paradebeispiel für eine Karriere mit Biss.

Der selbstbewusste Roock hat es geschafft! Mittlerweile ist er Exekutive Chef der vier Restaurants im „Kempinski Grand Hotel des Bains“ in St. Moritz. „Wenn ich an mein Jahr bei Gordon Ramsay denke, habe ich sehr viel gelernt. Ich habe jede Chance ergriffen, neue Positionen zu übernehmen und dem Ton standgehalten“, erzählt Roock. Er hat in einem Restaurant während seiner Karriere jedoch auch das Gegenteil kennengelernt. Hier war der Umgang immer sehr auf Harmonie bedacht. Sein Erfolgsrezept: „Meinen Weg gehe ich dazwischen. Wir haben sehr viel Spaß, aber wenn es ans Schicken geht, dann erwarte ich 100 Prozent Konzentration – auf den Punkt, ohne Diskussion“, so Roock. Für ihn als Chef ist es wichtig, dass sein Team selbstständig denkt und handelt.

Einer, der sich wissenschaftlich mit diesem Thema auseinandersetzt, ist Jens Weidner, Professor für Erziehungswissenschaft und Kriminologie. Laut ihm besteht die große Gefahr für chronische „Ja-Sager“ darin, dass sie sich nicht positionieren. „Wenn Sie nie ‚Nein‘ sagen, werden Sie im Business mit Arbeit überhäuft, bis hin zum Burn-out“, erklärt Weidner. Er hat eine Methode entwickelt, die Berufstätigen mehr Durchsetzungskraft verleiht. Seiner Meinung nach ist ein gewisses Maß an positiver Aggression unbedingt notwendig, um erfolgreich zu sein. „Sie liegt irgendwo zwischen Ellbogentechnik und Duckmäusertum“, beschreibt Weidner positive Aggression.

Die Gemeinen austricksen
Um erfolgreich zu werden, sollten Arbeitnehmer sich weder von Kollegen noch von ihrem Chef alles gefallen lassen. Höflichkeit und Zurückhaltung werden oft mit Schwäche verwechselt. Auch Roock musste das am Beginn seiner Karriere lernen. „Dass man mich anfangs ein wenig unterschätzt hat, hat mich eher angespornt“, erklärt Roock.
Um das also zu ändern, gehört leider dazu, dass man selbst mal mit der Faust auf den Tisch schlägt und aggressives Selbstmarketing betreibt. Viele Opfer tun sich aber dabei schwer. Zuerst sei gesagt, dass Liebe ins Privatleben gehört und am Arbeitsplatz nichts zu suchen hat. Wer von seinen Kollegen oder Führungskräften geliebt werden will, sollte sich schnell von dieser Vorstellung verabschieden. Nur mit Respekt kommt man weiter, nicht mit Höflichkeit oder Unterwerfung!
„Jeder muss für sich selbst sein Rückgrat entwickeln und sollte früh lernen ‚Ja‘ und ‚Nein‘ sagen zu können“, sagt Roock. Sind die Karriereziele klar definiert, kann eine Positionierung stattfinden. Jetzt ist Konfliktbereitschaft gefragt: ein höfliches, aber bestimmtes „Nein!“ unter vier Augen. Zu Beginn wird es Unmut auslösen, da das Schäfchen nun in die Rolle des Wolfs schlüpft und sich jeder Beteiligte erst an die neue Situation gewöhnen muss. Wird durchgehalten, wandelt sich dieser Widerwille nach einiger Zeit in Respekt um. Das „Nein“ sollte aber unbegründet bleiben, da der andere genau weiß, warum dieser Gefallen auf Gegenwind stoßen könnte.
In 90 Prozent der Fälle funktioniert es und Respekt ist der Dank. Hier steht einer steilen Karriere nichts mehr im Wege. Bei den anderen 10 Prozent, sollte es also bei einem fiesen Kollegen oder Vorgesetzten nicht klappen, muss mit ihm leben gelernt werden. Die Erwartungen an ihn erfüllen sich aber dennoch: Er ist einfach ein Arsch! Auch damit kann umgegangen werden. Versuchen Sie einfach so gut wie möglich, ihm aus dem Weg zu gehen.

>> zur Person
Gordon Ramsay
Sternekoch, TV-Star und
Multigastronom

Gordon Ramsay

Der gebürtige Schotte begann seine Karriere 1993 im „Aubergine” und erkochte sich innerhalb von drei Jahren zwei Sterne. Mittlerweile hat er über 20 Restaurants weltweit, unzählige Pubs und eine Kochschule.
www.gordonramsay.com

Der Wolf in der Küche

Gordon Ramsay ist bekannt dafür, einer der „härtesten Köche der Welt” zu sein. Sein Erfolg kommt aber nicht von ungefähr: Er besitzt Stärke, Durchsetzungskraft und genügend Biss!

ROLLING PIN: Sind Sie aufgrund Ihrer rauen Art ein Vorbild?
Gordon Ramsay: Ich sage es, wie es ist: Das, was man sieht, das bekommt man auch! Ich bin für brutale Ehrlichkeit und habe keine Zeit, um herumzuscheißen. Ich will auch niemanden ein falsches Bild vermitteln.

RP: Sie gelten als einer der härtesten Köche der Welt. Wie wurden Sie so erfolgreich?
Ramsay: Hinter dem glamourösen Image eines Kochs steckt harte Arbeit. Es gibt nur zwei Wege in der Küche: Entweder du führst die Küche oder die Küche führt dich! Ich habe mich für Ersteres entschieden. Es geht in der Küche um Teamwork, aber noch wichtiger ist ein Anführer. Wenn du keinen hast, dann bist du am Arsch!

RP: Wie läuft das in Ihrer Küche?
Ramsay: Sie müssen sich das vorstellen wie bei einem heißen Fußballspiel: Das Stadion bebt. Der Ball wird nicht getroffen. Die Stimmung heizt sich auf und die Spieler stehen unter Druck. Genauso ist es in der Küche. Wenn da was falsch läuft, dann sagt man nicht höflich: Bitte sei so lieb und hol mir das oder jenes. Da geht zu viel Zeit dabei drauf. Nach der Arbeit können wir immer noch die besten Freunde sein.

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