Deutschlands ältestes Bier wurde verkostet, und so schmeckt es

Forschende der Technischen Universität München haben ein Bier aus dem Jahr 1885 geöffnet. Und verkostet.
September 27, 2022 | Fotos: Privatbrauerei Barre

Wenn man eine 140 Jahre alte Bierflasche aufmacht, würde man nicht erwarten, dass der Inhalt noch trinkbar ist. Ein Forschungsteam der Technischen Universität München bewies kürzlich das Gegenteil. Sie öffneten eine historische Flasche aus der Kaiserzeit, das mit Korken, Draht und Wachs versiegelt war. Und siehe da: Das älteste Bier Deutschlands war noch in einem guten Zustand.

Wenn man eine 140 Jahre alte Bierflasche aufmacht, würde man nicht erwarten, dass der Inhalt noch trinkbar ist. Ein Forschungsteam der Technischen Universität München bewies kürzlich das Gegenteil. Sie öffneten eine historische Flasche aus der Kaiserzeit, das mit Korken, Draht und Wachs versiegelt war. Und siehe da: Das älteste Bier Deutschlands war noch in einem guten Zustand.

Noten von Sherry, Port und Pflaumen

„Es war sehr harmonisch im Gesamteindruck und in der Bitterkeit. Insgesamt ist es ein sehr schlankes, elegantes, harmonisches Bier, das immer noch ganz hervorragend richt und schmeckt“, fasst Martin Zarnkov vom Forschungszentrum Weihenstephan für Brau- und Lebensmittelqualität die Tasting Notes der Bierexperten zusammen, die zur Verkostung geladen wurden. Die Probe habe Noten von Sherry, Port und Pflaumen erhalten.

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Schon zur Kaiserzeit wurde das Bier nach dem Deutschen Reinheitsgebot gebraut und ist geschmacklich mit modernen Bieren zu vergleichen

Die Wissenschaftler:innen öffneten die Flasche aber nicht nur, um den Inhalt zu verkosten. Das Bier wurde auch auf sein molekulares Profil untersucht. Die Studie habe gezeigt, dass die Signatur des historischen Bieres mit modernen, industriell gebrauten Bieren vergleichbar ist. Die Forschenden verglichen die chemische Signatur der Bierprobe mit den molekularen Profilen von 400 modernen, nationalen und internationalen Bieren und ordneten die Probe als typisches helles Lagerbier ein.

Durch den Abgleich ist „eine Datenbank entstanden, die es nun ermöglicht, die Technologie hinter einem Produkt zu verstehen. Etwas, was wir schon lange machen aber bisher nicht auf so statistisch solide Basis stellen konnten“, so Zarnkow.

Durch die Untersuchung konnten die Forschenden spannende Rückschlüsse auf die Brauweise des 19. Jahrhunderts ziehen. Auch, dass damals schon nach dem Reinheitsgebot gebraut wurde, obwohl das Bier aus einer Region kommt, wo das Reinheitsgebot zu der Zeit noch nicht Pflicht war.

Zuerst 1516 in Bayern eingeführt, ist das Reinheitsgebot seit 1906 geltendes Recht in ganz Deutschland. Es schreibt vor, dass zur Bierherstellung nur Wasser, Malz, Hopfen und Hefe verwendet werden dürfen.

www.tum.de

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