Die Chefredakteurin – Ich warte auf den nächsten Skandal

Katharina Wolschner, die ROLLING PIN-Chefredakteurin, schreibt über jene Themen, die die Branche bewegen.
November 13, 2015

Katharina Wolschner Könnte es sein, dass das Sommerloch der Medien einfach zugeregnet wurde? Denn seit mehr als vier Wochen habe ich keine Zeile gelesen von bösen Früchtchen, verseuchten Schweinen oder krebserregenden Stoffen in angeblich biologisch einwandfrei angebautem Gemüse.

Verstehen Sie mich hier nicht falsch: Gut, dass es die ehrlichen, kritischen Reporter gibt, die der Wichtigkeit einer nachhaltigen und korrekten Aufzucht von Pflanze und Tier nachgehen und anderes anprangern – schlecht hingegen finde ich die angeblich investigative Journaille, die wahllos und vor allem faktenlos Fiktionen für bare Münze verkauft. Und diese wird dann leider vom Leser und ergo dessen vom potenziellen Gast als solche ins Börsel gesteckt und nicht mehr ins Restaurant getragen.

Fakt ist jedoch: Hört man sich um in der hochklassigen Gastronomie, ist es eigentlich immer häufiger der Fall, dass Koch und Produzent in einer engen Beziehung zueinander stehen. Wenn ein Lieferant dazwischengeschaltet wird, dann nur einer, dem man vertraut. Kein vernünftiger Gastronom kauft seine Ware von Händlern, wo die Herkunft der Produkte ungewiss ist. Dass ein gewisses Restrisiko besteht, davon muss man ausgehen.

Deswegen: Lass’ es einfach noch ein wenig regnen. Dann sind die Gastgärten zwar leer, aber die Branche hat zumindest Zeit, sich von EHEC und Co zu erholen.

Feedback zur Kolumne von Katharina Wolschner an:
katharina.wolschner@rollingpin.eu

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