„ICH SUCHE DIE HERAUSFORDERUNG“

Hoteldirektor der Superlative: Hans Olbertz eroberte die Welt, um letztendlich in Wien zur Ruhe zu kommen. Wie der Exildeutsche den spannenden Wiener Markt beleben will.
November 13, 2015

 Hans OlbertzFotos: Werner Krug

Wiener Blut geleckt

Mit riesenschritten schreitet der Hoteldirektor mit beeindruckender Statur durch seine Empfangshalle und erntet interessierte Blicke. Auch drei Monate nach der Eröffnung gibt es im Palais Hansen noch viel zu tun, doch Hans Olbertz nimmt sich ZWISCHEN STAFFMEETING UND KAFFEEPAUSE ganze 15 MINUTEN ZEIT, um über seine erstaunliche Karriere, Wien und Luxus zu philosophieren.

Im Juni des Vorjahres Pre-Opening, seit drei Monaten nun offiziell eröffnet: Wie waren die ersten Monate im Palais Hansen?
Hans Olbertz: Ich bin zwar mittlerweile ein alter Hase in diesem Business und habe schon einige Eröffnungen erlebt, aber so etwas ist natürlich immer wieder extrem aufregend. Auch für mich.

Wie kann man sich den Umstieg von einem der teuersten Hotels der Welt ins österreichische Wien vorstellen?
Olbertz: Es ist natürlich in gewisser Weise ein kultureller Flash. Aber ich bin…

 Hans OlbertzFotos: Werner Krug

Wiener Blut geleckt

Mit riesenschritten schreitet der Hoteldirektor mit beeindruckender Statur durch seine Empfangshalle und erntet interessierte Blicke. Auch drei Monate nach der Eröffnung gibt es im Palais Hansen noch viel zu tun, doch Hans Olbertz nimmt sich ZWISCHEN STAFFMEETING UND KAFFEEPAUSE ganze 15 MINUTEN ZEIT, um über seine erstaunliche Karriere, Wien und Luxus zu philosophieren.

Im Juni des Vorjahres Pre-Opening, seit drei Monaten nun offiziell eröffnet: Wie waren die ersten Monate im Palais Hansen?
Hans Olbertz: Ich bin zwar mittlerweile ein alter Hase in diesem Business und habe schon einige Eröffnungen erlebt, aber so etwas ist natürlich immer wieder extrem aufregend. Auch für mich.

Wie kann man sich den Umstieg von einem der teuersten Hotels der Welt ins österreichische Wien vorstellen?
Olbertz: Es ist natürlich in gewisser Weise ein kultureller Flash. Aber ich bin in meiner bisherigen Karriere bereits 17 Mal umgezogen und daher fällt einem die Anpassung nicht sehr schwer. Ehrlich gesagt haben wir uns als gebürtige Europäer eher wieder auf ein vertrautes Umfeld gefreut. Zudem war ich ja bereits 2002 im InterContinental in Wien. Es hat uns so gut gefallen, dass wir schon damals eine Wohnung gekauft haben und es eine Fügung des Schicksals war, dass Kempinski in unserem Wunschdomizil neu eröffnet. Da musste ich ganz einfach dieses Jobangebot einfordern.

Sie waren in so vielen unterschiedlichen Ländern beruflich tätig. Wie lautet Ihre Strategie für den Wiener Markt?
Olbertz: Kurz auf den Punkt gebracht: Wir bringen den Wienern endlich das Luxushotel im Palais Hansen, auf das sie ja bereits seit 1873 warten. Punkt. Wobei jede Destination natürlich ihre Eigenheiten hat. Ich habe vor allem darauf geachtet, wie ich das Personal zusammenstelle. Davon hängt nämlich die extrem wichtige Servicequalität ab.

Das heißt, Sie waren selbst sehr stark in die Rekrutierung involviert?
Olbertz: Natürlich. Wir sind zwar ein Luxushotel, aber haben einen äußerst modernen Touch kreiert. Und dementsprechend wichtig sind auch die passenden Mitarbeiter. Ich habe mein Managementteam schon einmal bei der Vorauswahl der über 3000 Bewerbungen auf eine bestimmte Richtung eingeschworen. Daraus haben sich 400 hervorragende Aspiranten ergeben, mit denen ich tolle Bewerbungsgespräche führen durfte. Bei gleicher Qualifikation habe ich mich dann jedoch eher für die lebenslustigeren, teilweise sogar tätowierten Bewerber entschieden, die durch Charme und Esprit überzeugten, nicht alleine durch Kompetenz.

Welche Ratschläge geben Sie Ihren Schützlingen, die eine ähnliche Karriere wie Sie anstreben?
Olbertz: Der wichtigste Punkt ist, flexibel zu sein. Vor allem in der Jugend. Da ist man noch ungebunden und sollte jede Chance nützen, ins Ausland zu gehen. Nur dort lernt man beinhart, wie man sich durchsetzt und muss auch immer wieder kreative Kompromisse eingehen, was einem in späteren Managementpositionen sehr hilfreich ist. Auch Mentoren sind wichtig. Ich frage meine Abteilungsleiter oft: „Wem haben Sie zu verdanken, dass Sie heute da sitzen? Ihren Eltern und den Leuten, die an Sie geglaubt haben. Und Ihr Mitarbeiter unter Ihnen hofft auch, dass Sie an ihn glauben!“

Sie haben viel gesehen: Gibt es einen weltweit einheitlichen Luxusbegriff, der von allen Gästen der 5-Sterne-Häuser eingefordert wird?
Olbertz: Diese Frage ist schwierig zu beantworten, da jede große Luxushotelkette eigene Parameter für sich definiert hat und diese bestmöglich umzusetzen versucht. Aber der Punkt, der meiner Ansicht nach bei jedem Gast zieht, hat eigentlich mit Luxus wenig zu tun: Es ist der Wiedererkennungswert. Die Menschen lieben es, wenn sie bei ihrer Ankunft mit dem Namen angesprochen werden. Dadurch wird nämlich das Ego gestreichelt. Und man muss auch Stammgäste immer wieder mit kleinen Innovationen oder Gadgets überraschen können.

Kapitalstarke Hotelketten haben sich in letzter Zeit in Wien niedergelassen. Was sind Ihre Pläne, um sich von der Konkurrenz abzuheben?
Olbertz: Um ehrlich zu sein, verspricht doch schon die Marke Kempinski Qualität und Luxus. Aber wir punkten natürlich durch ein wunderschönes Gebäude, das ein überwältigendes Flair zu bieten hat. Auch der Hitech-Level kann sich sehen lassen, da wir etwa in sämtlichen Zimmern iPod-Dockingstationen haben. Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis ist top und ich traue mich selbstbewusst zu sagen: Wir haben auch das genialste Frühstücksbuffet der Stadt.

Also liegt der Fokus auch darauf, die Wiener als Restaurantbesucher ins Hotel zu bekommen?
Olbertz: Das ist in der heutigen Zeit sogar ein unverzichtbarer Punkt und gelingt uns schon in den ersten Monaten ganz hervorragend.

Executive Chef ist ja Philipp Vogel. Inwieweit sind und waren Sie in die Planung des Kulinarik-Konzepts involviert?
Olbertz: Von Anfang an sehr stark. Ich habe ja ganze 15 Köche interviewt und bin mit der letztendlichen Wahl ausgesprochen zufrieden. Es stand auch kurz die Diskussion im Raum, einen Celebrity-Chef zu engagieren. Das ist bestimmt manchmal eine marketingstrategisch sinnvolle Sache, aber es birgt auch eine große Gefahr: Man macht sich vom Namen der Persönlichkeit abhängig. Geht der Koch, schwindet auch das Ansehen. Ich bin mir sicher, dieses Hotel ist auch in kulinarischer Hinsicht ein absoluter Gewinn für Wien.

Sie blicken auf jahrzehntelange Erfahrung im internationalen Hotelmanagement zurück. Wie lange wollen Sie noch arbeiten?
Olbertz: Eine gute Frage. Ich habe die für mich gesteckten Ziele erreicht und in meiner Karriere unglaublich viel gesehen. Aber es macht immer noch großen Spaß und ich liebe die Herausforderung. Deshalb könnte es schon sein, dass ich mich noch einmal auf ein neues Projekt stürze. Aber eines ist fix: Ich habe meine Karriere bei Kempinski begonnen und werde sie auch bei Kempinski beenden.

www.kempinski.com/wien

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