Der Traumjob ruft!

Machen auch Sie Karriere auf hoher See! Rolling Pin-Jobs & Business hilft Ihnen dabei! Im vierten Teil sehen wir uns die rechtlichen Bedingungen der Arbeit an Bord an.
November 13, 2015

ein passagierschiff auf hoher see Wenn Sie Ihren Job an Bord bekommen, so sollten Sie sich gleich im Vorfeld über die arbeitsrechtlichen Aspekte des Dienstverhältnisses im Klaren sein. Dies beginnt bereits beim Zeitfaktor: Die Vertragsdauer richtet sich nach der jeweiligen Position, wobei die Verträge bei den meisten Jobs für sechs bis neun Monate und einem bis zwei Monate Urlaub gelten. Für leitende Positionen können sie aber auch länger gelten. Um sicherzugehen, dass Sie der Richtige für den neuen Job sind, setzen die meisten Cruise-Lines eine Einführungszeit von 30 bis 60 Tagen fest, die von der Vertragsdauer abhängt, aber grundsätzlich für alle Positionen an Bord besteht.
Die Wochenstundenzahl ist an Bord eines Kreuzfahrtschiffes höher als bei vergleichbaren Positionen an Land. Zwar hängt auch sie von der Art der Tätigkeit ab – durchschnittlich muss man aber mit 70 bis 80 Stunden pro Woche rechnen. Dafür ist der Urlaubsanspruch verhältnismäßig hoch. Dieser richtet sich nach Position und Vertragslänge, wobei manche Kreuzfahrtlinien erwarten, dass die Mitarbeiter eine bestimmte Zeit lang gearbeitet haben, bevor sie Urlaub nehmen.
Achten Sie auf die Versicherungen! Die Crew ist nach internationalem Seerecht durch eine Schiffshaftpflichtversicherung ("P & I Medical Coverage" oder "Protection & Indemnity Medical Coverage") abgesichert. Diese Pflichtversicherung des Reeders deckt das Schiff samt Besatzung gegen Unglücksfälle ab und kommt bei Unfall, Krankheit oder Tod zur Auszahlung. Sie ist aber nur eine Basisversorgung und weicht spürbar von einer mitteleuropäischen Krankenversicherung ab. So sind Zahnbehandlungen oder Unfälle bei privaten Landausflügen nicht abgedeckt. Da die P & I mit dem Tag der Abrüstung endet, empfiehlt sich vor Arbeitsantritt der Abschluss einer privaten Kranken- und Unfallversicherung. Für die Rentenversicherung gilt Ähnliches: Da Sie in der Zeit an Bord nichts in die staatliche Pensionsversicherung einzahlen, sollten Sie an eine private Rentenvorsorge denken!

Die Pflichten der Mitarbeiter

Um an Bord zu dürfen, müssen auch die Crewmitglieder einen gültigen Reisepass vorweisen. In amerikanischen Häfen benötigt man zudem ein spezielles Visum für Seefahrer, das vom amerikanischen Konsulat im jeweiligen Heimatland ausgestellt wird. Vor Arbeitsantritt sind im "Head Office" neben dem Reisepass auch Arbeitsvertrag, Impfpass sowie etwaige ärztliche Bestätigungen vorzulegen. Zur Identifikation gegenüber den Passagieren erhält jedes Staffmitglied am ersten Arbeitstag einen "Crew Pass" mit Namen und Foto, der nach Ende des Vertrages wieder abgegeben werden muss. Auch eine vollständige Zollerklärung ist Pflicht für jedes Crewmitglied: Sie sollten daher Rechnungen gut aufbewahren! Die Aufteilung der Personalkabinen, die sich in den untersten Decks befinden, erfolgt nach dem Platzangebot, ein Tausch muss vorher genehmigt werden. Die Kabinen werden regelmäßig auf Sauberkeit kontrolliert – bei Beanstandungen muss man mit Strafen bis zu 50 Euro rechnen. Das Betreten von Gästekabinen ist strengstens verboten – außer zu Service- und Reinigungszwecken. Auch das Benützen einer für die Passagiere bestimmten Gangway ist untersagt. Wirft ein Mitarbeiter Abfall über Bord – und sei es nur eine Zigarettenkippe –, so muss er mit seiner sofortigen Entlassung rechnen! Das liegt daran, dass die Reedereien für Umweltverschmutzung enorm hohe Geldstrafen zu entrichten haben. Tiere und Pflanzen sind wegen der strengen Hygienerichtlinien, Gefahrengut oder Waffen wegen der Sicherheitsvorschriften auf jedem Schiff verboten. Auch bei Drogenbesitz ist ein Verweis vom Schiff unabdingbar. Sämtliche Gesetzesüb-ertretungen führen zur sofortigen Entlassung, schwerere Gesetzesbrüche ziehen auch eine strafrechtliche Verfolgung nach sich. In diesem Fall wird der Betreffende den Behörden in der nächsten Hafenstadt übergeben, selbst wenn dort die Strafen rigoros sind!

Die Rechte der Crew-Mitglieder

Die Bezahlung an Bord ist meist höher als bei vergleichbaren Positionen an Land und man erspart sich einen Großteil der üblichen Lebenshaltungskosten. Je nach Position bekommt man ein festes Gehalt oder ein Fixum, zu dem eine Umsatzbeteiligung oder Trinkgelder hinzukommen. Da die meisten Kreuzfahrtlinien ihren Sitz in den USA haben, erfolgt die Zahlung der Gehälter zumeist in US-Dollar. Normalerweise bekommt man zwei Schecks pro Monat, die man bei Bedarf im Crew Office an Bord einlösen kann.
Wie die Kabinen stehen auch die Mahlzeiten gratis zur Verfügung, doch hängt der Ort der Einnahme ebenfalls vom Rang ab. Leitende Positionen speisen mit den Passagieren, die mittlere Führungsebene in der Offiziersmesse und die Mannschaften in der Mannschaftsmesse. Auf großen Cruiselinern verfügt das Crewdeck über einen kleinen Swimmingpool, einen Freizeitbereich mit Sport- und Fitnesseinrichtungen sowie eine Crew-Bar. Weiters gibt es Freizeitaktivitäten wie Themenpartys, Discoabende, Filmvorführungen oder Spieleabende. Wer dienstfrei hat, kann in den angelaufenen Häfen eine Shopping- oder Sightseeingtour machen oder sich im Shore Excursion Office als Begleiter für Landausflüge eintragen lassen. Als Begleitperson muss man zwar ein paar Aufgaben erfüllen, bekommt aber alle Kosten ersetzt!
Die Korrespondenz mit der Heimat ist nicht schwer: Im Crew Office kann man Briefpapier und Briefmarken kaufen, Post abgeben und Post empfangen, wenn der Absender die Adressen der jeweiligen Port Agents kennt. Über Satellitentelefone kann man von Bord Anrufe an jeden Ort der Welt tätigen – auch wenn dies noch immer teuer ist. Umgekehrt kann man auch an Bord angerufen werden, wenn der Anrufer den Satellite Area Code für die jeweilige Schiffsposition und die Telefonnummer des Schiffes kennt. Auf den meisten Schiffen gibt es ein Business-Center mit einer Satelliten-Internetverbindung, die zu wenig frequentierten Zeiten auch Mitarbeiter benutzen dürfen. Das Versenden von E-Mails ist zwar ebenfalls teuer, das Empfangen dagegen gratis: Sie brauchen dem Absender nur die E-Mail-Adresse des Terminals anzugeben …

Infos:

Pflichten:
• 1 – 2 Monate Probezeit
• 70 – 80 Wochenstunden
• Private Versicherung ratsam
• Reisepass, Impfpass
• Seefahrervisum, Zolldeklaration
• Instandhaltung der Kabine
• Keine Tiere und Pflanzen
• Keine Drogen

Rechte:
• Arbeitsvertrag meist 6 – 9 Monate
• Urlaubsanspruch 1 – 2 Monate
• Versicherung "P & I Medical Coverage"
• Kabine und Verpflegung gratis
• Gute Bezahlung
• Freizeiteinrichtungen an Bord
• Landausflüge
• Korrespondenz

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