10 Food-Trends, die die Gastronomie 2026 prägen
Schon wieder Foodtrends zum Jahreswechsel? Verständlich, wenn der erste Impuls ein Augenrollen ist. Viele Hypes verschwinden schnell wieder im Rückspiegel – auch, wenn manche sich länger halten, als man gerne hätte. Ja, wir meinen dich, Dubai-Schokolade. Trotzdem: Der Blick nach vorne lohnt sich. Nicht, weil jedes virale Rezept sofort auf die Karte muss, sondern weil Trends in der Praxis bei sehr konkreten Fragen helfen: Was erwarten Gäste gerade? Welche Formate funktionieren? Und wie lassen sich Angebot, Preisgestaltung und Auslastung klüger steuern?

Schon wieder Foodtrends zum Jahreswechsel? Verständlich, wenn der erste Impuls ein Augenrollen ist. Viele Hypes verschwinden schnell wieder im Rückspiegel – auch, wenn manche sich länger halten, als man gerne hätte. Ja, wir meinen dich, Dubai-Schokolade. Trotzdem: Der Blick nach vorne lohnt sich. Nicht, weil jedes virale Rezept sofort auf die Karte muss, sondern weil Trends in der Praxis bei sehr konkreten Fragen helfen: Was erwarten Gäste gerade? Welche Formate funktionieren? Und wie lassen sich Angebot, Preisgestaltung und Auslastung klüger steuern?

1) Erlebnis statt Alltag
Wie sich Nachfrage und Gewohnheiten verschieben, zeigt zum Beispiel der Restaurant Trend Report von OpenTable, der eigene Reservierungsdaten mit einer Umfrage kombiniert. Restauranterlebnisse legten im Jahresvergleich demnach um 62 Prozent zu, und 37 Prozent der Befragten wünschen sich mehr Erlebnisgastronomie. Für Betriebe heißt das: Das Produkt ist nicht nur das Essen, sondern der gesamte Ablauf. Wer sein Konzept klar erzählt und konsequent umsetzt, hat im Zweifel die besseren Argumente für höhere Durchschnittsbonwerte.
2) Spontanität ist Trumpf
Wartelisten-Benachrichtigungen stiegen um 118 Prozent, und Gäste sind im Schnitt 29 Minuten bereit zu warten. Das stärkt Formate, die ohne monatelange Vorlaufplanung funktionieren: Barplätze, kleine Karten, schnelle Rotationen – und ein wartelistenfähiges Setup, das nicht improvisiert wirkt.
3) Preis-Leistung
Restaurantbesuche am späten Nachmittag (zwischen 16:00 und 16:59 Uhr) stiegen um 7 Prozent, und 38 Prozent wünschen sich mehr Happy Hours oder Sonderangebote. Wer 2026 mehr Frequenz will, braucht Angebote, die als Mehrwert wahrgenommen werden, nicht als Abverkauf. Klare Zeitfenster, Bundles und nachvollziehbare Preispunkte werden wichtiger.
4) Gruppen & Sharing
Besuche in Gruppen ab sechs Personen stiegen um 7 Prozent. Gleichzeitig geben 76 Prozent an, dass Restaurants Menschen zusammenbringen und Verbindungen stärken. Das passt zu Menüs für Gruppen, Sharing-Plates und Family-Style-Konzepten – nicht als Trendspielerei, sondern als Antwort auf Anlassgastronomie und soziale Treffpunkte.
5) Sensorik & Sichtbarkeit
Für 44 Prozent spielt Social-Media-Tauglichkeit bei der Restaurantwahl eine Rolle, für 10 Prozent ist sie extrem wichtig. Das ist weniger ein Aufruf zur Teller-Akrobatik als ein Hinweis auf Erwartungshaltungen: Präsentation, Licht, Raum und Wiedererkennung müssen stimmen – sonst wird aus einem guten Gericht kein Grund, wiederzukommen oder es weiterzuerzählen.
6) Nostalgie

Der Wunsch nach nostalgisch inspirierten Gerichten wird explizit genannt, von Kürbiscremesuppe bis Franzbrötchen. Klassiker funktionieren 2026 vor allem dann, wenn sie sauber gekocht sind, in ein zeitgemäßes Format passen und nicht nach „wie früher“ klingen müssen, um gut zu sein.
7) Weltküche
Suchanfragen bzw. Restaurantbesuche stiegen unter anderem bei koreanischer Küche um 46 Prozent und bei indischer Küche um 23 Prozent. International bleibt damit ein Wachstumstreiber. Gleichzeitig steigt die Erwartung an Profil und Glaubwürdigkeit: Wer eine Küche spielt, sollte sie ernst nehmen – bei Technik, Produkten, Würzung und der Art, wie man sie erklärt.
8) Plant-forward
In der ProVeg-Bedarfsumfrage 2025 prognostizieren 8 von 10 Betrieben eine steigende Nachfrage nach pflanzlichen Alternativen. Für die Praxis heißt das: pflanzliche Gerichte so planen, dass sie regelmäßig verkauft werden können – in Portionsgrößen, Preislogik und Mise-en-place, die zum Betrieb passen.
9) Zero-Proof wird erwachsen
Alkoholfreie Getränke entwickeln sich vom Ersatz zur eigenen Kategorie – ein spätestens seit der Pandemie bekannter Trend, der weiterhin anhält und voraussichtlich noch stärker wird. Gurkerl meldet für alkoholfreie Getränke ein Plus von 40 Prozent im Jahresvergleich. Das spricht für Karten, die mehr bieten als „Cola oder alkoholfreies Bier“: eigene Drinks, klare Pairing-Ideen, nachvollziehbare Preise.
10) KI als Türöffner
Die Restaurantwahl wird stärker über digitale Empfehlungen und Suchsysteme geprägt. Laut Zahlen von TheFork tätigen Nutzer:innen, die Empfehlungen teilen, 25 Prozent mehr Reservierungen, und KI-gestützte dialogbasierte Suchanfragen sollen bis 2026 70 Prozent der Nutzeranfragen abdecken. Übersetzt: Wer 2026 gefunden werden will, braucht nicht nur gutes Essen, sondern auch klare Signale nach außen – verständliche Beschreibung, eindeutige Küchen-Keywords, konsistente Online-Infos und Bilder, die dem entsprechen, was am Tisch passiert.