Kulinarik am Wiener Opernball: Mehr als nur Würstel

Ja, das Sacher-Würstel bleibt weiterhin fixer Bestandteil der Opernball-Verpflegung. Aber darüberhinaus gibt es ein Gourmet-Angebot auf Sterneniveau – dafür sorgt unter anderem Birgit Reitbauer.
Feber 6, 2026 | Text: Redaktion | Fotos: Katharina Schiffl

Tanzen macht hungrig – und auch wenn man zum Opernball hauptsächlich geht, um sich zu amüsieren und gesehen zu werden, darf das kulinarische Angebot nicht zur Nebensache werden. Bevor es am 12. Februar 2026 wieder heißt: „Alles Walzer“, werden nicht nur die Lackschuhe poliert, sondern auch die Kochmesser gewetzt. Wir haben Birgit Reitbauer, Steirereck-Chefin und Mitorganisatorin des Opernballs, gefragt, wie es hinter den Kulissen zugeht.

Tanzen macht hungrig – und auch wenn man zum Opernball hauptsächlich geht, um sich zu amüsieren und gesehen zu werden, darf das kulinarische Angebot nicht zur Nebensache werden. Bevor es am 12. Februar 2026 wieder heißt: „Alles Walzer“, werden nicht nur die Lackschuhe poliert, sondern auch die Kochmesser gewetzt. Wir haben Birgit Reitbauer, Steirereck-Chefin und Mitorganisatorin des Opernballs, gefragt, wie es hinter den Kulissen zugeht.

Was kostet ein Opernball-Würstel?

Für Klassiker wie die Opernballwürsteln, die als Mitternachtssnack nicht fehlen dürfen, sorgt seit 1869 der offizielle Catering-Partner der Staatsoper, Gerstner. Außerdem auf der Karte: Gerstners Gulaschuppe sowie Brötchen mit Roastbeef, Lachsforelle oder Fluskrebs werden heutzutage ergänzt mit veganen und vegetarischen Speisen.

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Am 12. Februar steigt der 68. Wiener Opernball – Foto: Katharina Schiffl

Die Preise haben es übrigens in sich: Das Opernball-Würstel mit Handsemmel kostet laut Medienberichten in diesem Jahr 18 Euro, zwei Euro mehr als im Vorjahr. Wer sich dazu noch ein kleines Bier gönnen möchte, brennt für den kleinen Snack schon über 30 Euro. Bei einem Event, bei dem die reguläre Eintrittskarte schon ab 410 Euro kostet, ein Schnäppchen.

Neben Gerstner schlagen heuer mehrere bekannte Wiener Lokale ihre Zelte in der Staatsoper auf, unter anderem das Schwarze Kameel mit einer Campari-Bar, die American Bar Tür 7 oder der Club Kleinod, für Süßes sorgen Bäckerei Ströck und Eis-Greissler.

Steirereck & Friends

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Susanne Athanasiadis, Maryam Yeganehfar, Staatsoper-Direktor Bogdan Roščić, Birgit Reitbauer – Foto: Katharina Schiffl

Richtig spannend für Feinschmecker wird es aber im 1. Souterrain. Steirereck-Chefin Birgit Reitbauer zählt seit einigen Jahren gemeinsam mit Staatsoper-Marketingchefin Susanne Athanasiadis und Eventmanagerin Maryam Yeganehfar zum Opernball-Komitee um Direktor Bogdan Roščic.

„Der Opernball ist ein Aushängeschild für Österreich und eine großartige Veranstaltung“, sagt Reitbauer, „und es ist schön, dass man da dabei sein darf.“

Für das gastronomische Konzept „Steirereck & Friends“, das nach großem Erfolg im vergangenen Jahr in die zweite Runde geht, holt die Gastgeberin des Wiener 3-Sterne-Restaurants in diesem Jahr prominente Verstärkung ins Boot: Thomas Dorfer (Landhaus Bacher) und Josef Floh (Gastwirtschaft Floh). Gemeinsam servieren sie in der Orchestergarderobe eine gemeinsame Menükarte mit sechs unterschiedlichen Signature Dishes.

Schwein im Ballkleid und Luxus-Treatment für Kasnudln

Kleiner Vorgeschmack: Aus dem Steirereck-Repertoire gibt es „Poguschhaus Schwein im Ballkleid“. Der Kärntner Fünf-Hauben-Koch und Rolling Pin Koch des Jahres 2025 Thomas Dorfer interpretiert ein Gericht seiner Heimat neu: Kärntner Nudeln mit brauner Butter, Trüffeln und Rahmbummerlsalat. Und auch Josef Floh, der Alleskönner aus Langenlebarn, serviert mit Krautrouladen einen bodenständigen Klassiker mit festlichem Twist.

„Der Fokus liegt natürlich immer auf österreichischer Küche und heimischen Produkten, aber trotzdem neu und modern interpretiert“, erklärt Reitbauer. „Den Ballgästen geht es nicht darum, ein mehrgängiges Menü zu essen. Wir wollen ihnen einfach ein breiteres Angebot geben, wenn spätabends ein Gusto aufkommt – zusätzlich zum klassischen Würstel.“

Birgit Reitbauer war 2023 erstmals ehrenamtlich als eine der Organisatorinnen des Opernballs tätig. „Egal, wie groß die Sorgen für uns alle in der Welt sind, es braucht auch schöne Momente im Leben wie den Opernball, um Leben, Lachen und Freude ins Leben zu bringen“, sagte sie damals.

Das Ballkomitee und die unzähligen Mitarbeiter:innen stehen schon in den Startlöchern, doch erst einmal heißt es: Warten. Erst am Montag nach der letzten Opernvorstellung beginnt der große Umbau der Oper. „Der Auf- und Abbau des Opernballes ist ein unglaubliches organisatorisches Meisterwerk. Da ist ein großes, eingespieltes Team dahinter und es läuft auf guten Schienen“, zeigt sich Reitbauer zuversichtlich.

Zum 68. Wiener Opernball werden rund 5000 Gäste in der Staatsoper erwartet. Unter anderem kommen Hollywood-Star Fran Drescher, Model Adriana Karembeu oder Oliver Pocher.

 

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