Teure Kost: Warum das Essen in Restaurants teurer werden muss

Experten rechnen mit einem weiteren Anstieg der Lebensmittelpreise in vielen Ländern. Die Corona-Krise ist nur einer der Gründe.
Jänner 27, 2022 | Text: Niko Zoltan | Fotos: Shutterstock/Denys Kurbatov

Im vergangenen Jahr sind die Nahrungsmittel weltweit deutlich teurer geworden. Auch im Jahr 2022 haben Experten der Weltnährungsorganisation wenig Hoffnung, dass sich die Lage entspannen wird. Das betrifft vor allem die ärmsten Länder der Welt, aber auch in der Europäischen Union spüren Verbraucher den Anstieg der Lebensmittelpreise.

In Deutschland stieg die Inflation Ende des vergangenen Jahres auf den höchsten Stand seit beinahe 30 Jahren. Besonders tief mussten die Deutschen im Dezember für Energie in die Taschen greifen. Doch auch die Preise für Lebensmittel sind im innerhalb eines Jahres um sechs Prozent gestiegen. Neben andauernden Lieferengpässen hat die Energiepreiskrise starke Auswirkungen auf die Agrarbranche. Etwa die Kosten für Erdgas haben sich in Europa seit dem Sommer mehr als verfünffacht.

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Lebensmittel werden immer teurer: Herstellungskosten steigen unter anderem wegen anhaltenden Lieferengpässen und höheren Kosten für Energie

Im vergangenen Jahr sind die Nahrungsmittel weltweit deutlich teurer geworden. Auch im Jahr 2022 haben Experten der Weltnährungsorganisation wenig Hoffnung, dass sich die Lage entspannen wird. Das betrifft vor allem die ärmsten Länder der Welt, aber auch in der Europäischen Union spüren Verbraucher den Anstieg der Lebensmittelpreise.

In Deutschland stieg die Inflation Ende des vergangenen Jahres auf den höchsten Stand seit beinahe 30 Jahren. Besonders tief mussten die Deutschen im Dezember für Energie in die Taschen greifen. Doch auch die Preise für Lebensmittel sind im innerhalb eines Jahres um sechs Prozent gestiegen. Neben andauernden Lieferengpässen hat die Energiepreiskrise starke Auswirkungen auf die Agrarbranche. Etwa die Kosten für Erdgas haben sich in Europa seit dem Sommer mehr als verfünffacht.

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Lebensmittel werden immer teurer: Herstellungskosten steigen unter anderem wegen anhaltenden Lieferengpässen und höheren Kosten für Energie

In Frankreich wollte zuletzt eine Supermarktkette mit Dumping-Preisen für Baguettes der Kaufkraft der Franzosen unter die Arme greifen. Allein: Die Aktion ging nach hinten los und löste einen von Medien als „Baguette-Krieg“ betitelten Streit zwischen Erzeugern und Einzelhandel aus.

Logistikprobleme treiben Preise in die Höhe

Weltweit hat die Corona-Pandemie Versorgungsprobleme zur Folge. Eine echte Versorgungskrise sei laut Experten nicht zu befürchten, doch mangels funktionierender Lieferketten kämen die Lebensmittel oft nicht rechtzeitig an. Anekdoten wie die „Pommes-Krise in Japan“ beweisen, dass es vereinzelt zu Schwierigkeiten kommen kann, Restaurants mit Grundnahrungsmitteln wie Kartoffeln zu versorgen. Ende des Vorjahres musste McDonald’s in Japan die Pommes-Portionen verkleinern, weil es Nachschubprobleme gab.

Die Preise müssen steigen
WKO-Josef Domschitz warnt vor der dramatischen Lage heimischer Erzeuger

Auch in den Vereinigten Staaten und Großbritannien kommt es immer wieder zu Lebensmittel-Engpässen. Österreich ist noch nicht davon betroffen, und auch die Inflation bei Lebensmitteln blieb vergleichsweise gering. Das liege, wie Josef Domschitz vom Fachverband der Nahrungs- und Genussmittelindustrie der Presse erklärte, an der Macht der Lebensmittelhändler. Diese hätten höhere Preise von heimischen Produzenten einfach nicht akzeptiert. „Die Preise müssen steigen“, fordert er – die Situation für heimische Erzeuger sei dramatisch. Für viele Produzenten sei es schon länger sehr schwierig, die Kosten für die teureren Rohstoffe zu stemmen, meint er.

Zum Beispiel Getreide wird aufgrund der hohen Nachfrage im In- und Ausland um einiges teurer. Weichweizen kostete zuletzt um 63 Prozent mehr als im Jahr zuvor, der Preis für Mais stieg um 48 Prozent. Das wirkt sich auch auf Futtermittelpreise aus, wodurch wiederum die Ausgaben für Hühner- oder Schweinemastbetriebe stiegen. 2022 erwarten Experten einen weiteren Anstieg.

Streit um Ramschpreise

Deutschlands grüner Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir lehnt Ramschpreise für Lebensmittel ab. Vor kurzem löste er eine breite Diskussion über den Wert von Nahrungsmitteln aus. Damit stieß er vor allem bei Verbrauchern auf taube Ohren – Inflation und Coronakrise machen es nicht leicht, gerade jetzt noch höhere Preise zu fordern. Doch Özdemir predigt nur, wofür die Agrarbranche schon lange kämpft. Über kurz oder lang wird es unvermeidbar sein, Lebensmitteln wieder einen höheren Wert zu bemessen.

Und am Ende der „Nahrungskette“ steht die Gastronomie, die durch steigende Lebensmittelkosten mit immer niedrigeren Deckungsbeiträgen arbeiten muss. Hinzu kommen hier auch noch steigende Löhne für Mitarbeiter und schwindende Reserven durch Lockdowns.

Als sich österreichische Gaststätten und Hotels im vergangenen Jahr um 4,4 Prozent verteuerten, ernteten sie scharfe Kritik vonseiten der Arbeiterkammer. Von „schamloser Ausnutzung“ der Wiederöffnung nach dem Lockdown war die Rede. Und kürzlich wurde die Frage aufgeworfen, ob die Corona-Hilfen für Gastronomiebetriebe nicht zu hoch wären. Auch in Deutschland ernteten 2021 einzelne Restaurants Schelte für angehobene Preise. Doch wie soll die Gastronomie auf höhere Lebensmittelkosten reagieren, wenn nicht mit Preiserhöhungen? Es bleibt nur das Fazit: Die Gratwanderung geht weiter.

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