Arbeiten in Belgien

Das Königreich Belgien hat nicht nur über 800 Biersorten und Drei Amtssprachen zu bieten, sondern auch jede Menge Top-Jobs.
November 13, 2015 | Fotos: Aloft Brüssel, Martin‘s Hotels, Shutterstock, Hotel Bloom, Hotel Metropole, Wolfgang Hummer

Arbeiten in Belgien

Belgien ist speziell. Dort gibt es, wie man sagt, zum Beispiel keine Belgier. Dafür aber niederländisch sprechende Flamen, französisch sprechende Wallonen, deutschsprechende Deutsch-Belgier und alle drei und noch viel mehr Sprachen sprechende Brüsseler. Klingt verwirrend, ist aber für arbeitswillige Part-Time-Belgier alles andere als unlösbar. Und abgesehen davon sind die Belgier allesamt stolz, familienverbunden sowie absolute Genießer und Verfechter der großen kulinarischen Tradition ihres kleinen Landes.

Arbeiten in Belgien

Belgien ist speziell. Dort gibt es, wie man sagt, zum Beispiel keine Belgier. Dafür aber niederländisch sprechende Flamen, französisch sprechende Wallonen, deutschsprechende Deutsch-Belgier und alle drei und noch viel mehr Sprachen sprechende Brüsseler. Klingt verwirrend, ist aber für arbeitswillige Part-Time-Belgier alles andere als unlösbar. Und abgesehen davon sind die Belgier allesamt stolz, familienverbunden sowie absolute Genießer und Verfechter der großen kulinarischen Tradition ihres kleinen Landes.

Sprachgewirr und Sterne

Diese ausgeprägte Genusskultur drückt sich unter anderem durch die Dichte der Sterne-Restaurants aus, die nirgendwo auf der Welt so groß ist wie in Flandern. 3-Sterne-Köche wie Geert Van Hecke oder Peter Goossens bilden mit ihren Restaurants De Karmeliet und Hof van Cleeve nur die Spitze des Eisberges. Neben ihnen prägen viele oft sehr junge Teams die Szene. Im Gegensatz zu deutschen Top-Küchen geht es entspannter und lockerer zu – dass sich hier grundsätzlich jeder duzt, ist dabei kein Nachteil. Durch die Nähe zum gelobten Gourmetland Frankreich, der Küste und den großen Häfen bekommt man auch nahezu alle Produkte, die ambitionierte Kreationen verlangen. Kurzum: Belgien hat für aufstrebende Jungköche einiges zu bieten.

Das weiß auch Ulla Fenger, die 1998 von Deutschland nach Brüssel kam. Seit 2002 führt sie mit ihrer Kollegin Marika Hemme das Catering-Unternehmen Esstragon. Sie bieten unter anderem deutsche und österreichische Spezialitäten an, inklusive eines Pläuschchens auf Deutsch. In Brüssel, dem Sitz des EU-Parlaments mit rund 7500 Deutschen, geht dieser Businessplan auf. Allerdings ist man in Belgiens Hauptstadt mit Englisch und Französisch grundsätzlich besser bedient. „Möchte man sich in Belgien bewerben, sollte man unbedingt auf die jeweilige Sprache der Region achten und die Bewerbung darauf abstimmen“, rät Renger. Klappt’s dann mit dem Job, sollte man Grundkenntnisse in Französisch mitbringen und am besten einen Flämischkurs besuchen.

Karrierecheck in Belgiens Hotels
1 Versailles der Ardennen: Das Manoir de Lébioles unweit von Spa hat die deutsche Inhaberin Anne Lüssem mit großem Erfolg auf Vordermann gebracht 2 Tradition trifft Moderne: Im Hotel Metropole in Brüssel erlebt man das Flair der französischen Renaissance mit dem Komfort von zeitgemäßem Luxus 3 Mitten im europäischen Viertel: Das Aloft Brussels Schuman überzeugt mit Zimmern im Loft-Charakter und cool-urbanem Design 4 Mr. Nice Guy: Der sympathische Sternekoch Kobe Desramaults zählt zu den heißesten Eisen an Flanderns Herden

Hotelboom

Belgien hat auf nur 30.500 Quadratkilometern ordentlich was zu bieten. Das lockt auch Touristen: 2010 zählte man 5,4 Millionen internationale Einreisende. Also genug zu tun in der Hotel- und Gastrobranche – die Jobchancen stehen für Fachkräfte dementsprechend gut. Neben Brüssel hat sich Antwerpen zu einem der touristischen Zentren entwickelt. Aber auch Leuven, Brügge und Gent gelten als Hotspots. Die Nähe zu Deutschland macht Lüttich in der Wallonie sehr interessant.

Es sind nahezu alle großen Hotelketten im Land vertreten – für alle Ausbildungsgrade gibt es hier etwas zu tun. Zum Beispiel bei Penta-Hotels, wo bis Ende 2013 fünf neue belgische Hotels eröffnet werden. Aber auch viele kleinere Ketten und privat geführte Hotels prägen die belgische Hotellandschaft. Dabei sind nur 19 Prozent der über 4-Sterne-Betriebe in belgischem Besitz, internationales Personal ist dementsprechend gefragt.

Es macht übrigens auch durchaus Sinn sich in Belgien für Praktika oder Stages zu bewerben. Nur nicht davon abschrecken lassen, dass die meisten Top-Restaurants recht abgeschieden liegen – die Sorge um das Wohl der Mitarbeiter wiegt diesen verschmerzbaren Makel wieder mehr als auf. Dazu gehören meist zur Verfügung gestellte Unterkünfte, organisierte Team-Ausflüge und das kollegiale Klima.

Entlohnt wird in der Branche mit einem Durchschnittsbruttolohn von 2075 Euro, je nach Region verschieden versteht sich. Mit den Lebenshaltungskosten geht das ganz gut zusammen, sie sind allerdings etwas höher als in Deutschland. Unternehmerische Zusatzleistungen wie Dienstfahrzeug, Zuschüsse und Prämien sind dafür nicht unüblich.

Wenn das, neben der Aussicht auf großartige Pralinen, Gourmet-Tempel und die reiche Bier-Kultur nicht Grund genug ist, dem vielseitigen Benelux-Land eine Chance als berufliche Heimat zu geben …

Der Karrierecheck

Die wichtigsten Kriterien im Check
Das sollten Sie wissen, bevor Sie zu arbeiten beginnen.

Jobangebot

Die großartigen Ausbildungsmodelle im deutschsprachigen Raum überzeugen auch in Belgien – die persönlichen Sprachkenntnisse sind das Zünglein an der Waage.

Karrierechancen

Belgien ist zwar nicht das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, zu tun gibt es aber genug. Wer die Ärmel hochkrempelt und sich profiliert, steigt auch hier auf.

Arbeitsumfeld

Belgien besteht aus drei Teilen – das bedeutet auch aus drei Mentalitäten. Grundsätzlich ist das Klima gut und das positive Gemüt in der Dienstleisterbranche auch hier verbreitet.

Sprachbarrieren

Hängt von der Position und Region ab: Wenn man viel Kundenkontakt hat, ist es auf Dauer unumgänglich, neben Englisch auch Französisch oder Flämisch zu beherrschen.

Lebenshaltungskosten

Das Leben ist etwas teurer als in Deutschland oder Österreich, Milchprodukte zum Beispiel bis zu 50 Prozent. Aufpassen: Die Steuersätze sind hier höher.

Gehalt

Hier gilt es, gutes Verhandlungsgeschick zu beweisen, da der Fiskus mehr einkassiert. Sondervereinbarungen können das Leben diesbezüglich leichter und die Börse dicker machen.

Die Besten Jobadressen

Hier finden Sie den Traumjob:

Tophäuser und Hotelketten

www.starwoodhotels.com

www.martins-hotels.com

www.manoirdelebioles.com

www.hotelbloom.com

www.pentahotels.com

www.leonardo-hotels.de

www.indewulf.be

www.hofvancleve.com

www.blackrockcareers.com

Jan HenningsenDer-Lifestyle-GM

Der 45-jährige Hotelfachmann hat ursprünglich im Hotel Vier Jahreszeiten München seine Kochausbildung gemacht. Dann zog es ihn in die USA. die Erfahrungen, die er dort im Lifestyle-Hotel-Segment gemacht hat, sieht man im Hotel Bloom! in Brüssel heute an jeder Ecke.

ROLLING PIN: Sie sind vom Standard-Hotel in Downtown L.A. nach Brüssel gewechselt – was hat Sie dazu bewogen?

Jan Henningsen: Ich war 20 Jahre lang in den USA tätig. Meine Familie in Deutschland war dann vor einem Jahr der Grund für meine Rückkehr nach Europa – die Nähe Brüssels zu Deutschland hat es ausgemacht.

RP: Haben Sie sich in irgendeiner Form auf die Arbeit in Brüssel vorbereitet? Zum Beispiel Französisch gelernt?

Henningsen: Vorbereitet habe ich mich nicht. Als General Manager komme ich mit Englisch, Deutsch und Französisch gut durch. Flämisch wäre zwar praktisch, ist aber nicht in allen Positionen nötig.

RP: Sind Ihnen Unterschiede zwischen Ihren früheren Stationen und Belgien aufgefallen?

Henningsen: Im Arbeitsleben eigentlich kaum – ich denke es gibt einen generellen Menschentyp, der von der Arbeit in der Hotellerie angezogen wird. Dieser Menschentyp ist überall ähnlich, wie auch die positive und teamorientierte Atmosphäre. Im Alltag bekommt man hier aber den eher französischen Lebensstil mit – mit laissez faire tickt die Welt etwas anders.

RP: Wie steht es denn um das Jobangebot in Hotellerie und Gastro – gibt es Bedarf an qualifizierten Leuten?

Henningsen: Wenn man in dem Bereich qualifiziert und engagiert ist, schafft man es, denke ich, überall auf der Welt. Hier ist mir aber im Speziellen aufgefallen, dass Stellen im F&B-Management nicht einfach zu besetzen sind.

RP: Stichwort Lebenshaltungskosten – wie sieht es denn damit in Brüssel aus?

Weidlich: Die sind höher als in Deutschland. Und wenn man das Gehalt verhandelt, muss man sich im Klaren sein, dass hier die Steuer stärker zuschlägt!

www.hotelbloom.com

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