Arbeiten in der Karibik

Sonne, Strand und Meer – so kennen viele von uns die Dominikanische Republik. Wie aber ist es, dort zu arbeiten?
November 13, 2015

Die Dominikanische Republik ist in den letzten Jahren zu einem der beliebtesten Fernreiseziele der Europäer geworden. Das tropische Klima, kilometerlange Palmenstrände, glasklares Wasser, freundliche Menschen und noch immer recht moderate Preise locken jährlich fast drei Millionen Touristen auf die Karibikinsel, die für Devisen in der Höhe von fast drei Milliarden Euro sorgen. Die eine Hälfte der Urlauber stammt aus Nordamerika, die andere aus Europa – und hier wiederum vor allem aus Frankreich, Spanien, dem deutschsprachigen Raum, Großbritannien und Italien.
Als Reiseziel ist die „Domrep“ also unumstritten, doch wie attraktiv ist dieser Flecken Erde, wenn man dort arbeiten und leben möchte? Zunächst sollte man sich mit ein paar Fakten vertraut machen. Die Dominikanische Republik nimmt die östlichen zwei Drittel der Antilleninsel Hispaniola ein, während das westliche Drittel die Republik Haiti bildet. Mit einer Fläche von 48.700 Quadratkilometern ist das Land etwa so groß wie die Slowakei und wird von drei Gebirgszügen durchzogen, die im Pico Duarte mit 3175 m den höchsten Berg der Karibik aufweisen. Während die Temperaturen an der Küste bei durchschnittlich 27° C liegen und auch im Winter nie unter 15° C betragen, können sie im Gebirge durchaus unter den Gefrierpunkt sinken. Die Vegetation besteht zum überwiegenden Teil aus tropischen Regenwäldern.

endloser Sandstrand, strahlend blauer Himmel, tuerikisfarbenes Wasser und Palmen der Karibik sind zu sehen Ursprünglich von indianischen Völkern bewohnt, wurde die Insel Hispaniola 1492 von Kolumbus entdeckt und für die spanische Krone in Besitz genommen. Sowohl die spanischen Einwanderer als auch die im Westen siedelnden Franzosen holten afrikanische Sklaven ins Land. 1697 verzichtete Spanien zugunsten Frankreichs auf den westlichen Teil der Insel, der 1804 unter dem Namen Haiti unabhängig wurde und kurz darauf den Ostteil annektierte. Dieser erlange 1844 nach langen Kämpfen zwischen den Französisch und Spanisch sprechenden Bevölkerungsgruppen unter dem Namen Dominikanische Republik seine Unabhängigkeit, die angesichts anhaltender Rückeroberungsversuche durch Haiti aber erst 1865 endgültig wurde. Die nächsten 100 Jahre bescherten der Dominikanischen Republik eine Reihe von Diktatoren, die nur durch eine mehrjährige Besetzung durch die USA unterbrochen wurde. Von 1960 bis 1996 regierte mit kurzen Unterbrechungen Joaquín Balaguer als Präsident, und bei den Präsidentenwahlen 2004 kam sein Nachfolger, Leonel Fernández Reyna, ein weiteres Mal an die Macht.

Die knapp neun Millionen Einwohner stammen hauptsächlich von frühen europäischen Einwanderern spanischer Herkunft und deren Sklaven ab – im Gegensatz zu Haiti stellten die Sklaven hier nicht die Bevölkerungsmehrheit. Landessprache ist Spanisch, knapp 2% der Einwohner sind haitianischer Abstammung und sprechen haitianisches Kreolisch. Mehr als ein Viertel der größtenteils katholischen Bevölkerung lebt in der Hauptstadt Santo Domingo und ihren Vororten, daneben sind die größten Städte Santiago de los Caballeros und La Vega im Landesinneren, La Romana und San Pedro de Macorís im Süden sowie Puerto Plata im Norden.

Das Leben auf der Insel

hängende Betten unter einem Baldachin am Strand Die Wirtschaftslage in der Dominikanischen Republik gilt nicht gerade als rosig. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt um die 2500 Dollar pro Kopf – Österreich hält bei rund 33.000, Deutschland bei 30.000 und die Schweiz bei 35.000 Dollar. Besonders prekär ist die hohe Arbeitslosigkeit von fast 30%, so dass viele Dominikaner auf Transferzahlungen ihrer im Ausland lebenden Verwandten angewiesen sind. Etwa ein Fünftel der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze, ein Drittel davon kann als extrem arm eingestuft werden. Erstaunlicherweise manifestiert sich das Elend nicht auf den ersten Blick, doch war in den letzten Jahren ein deutlicher Anstieg der Kriminalitätsrate zu verzeichnen.

Für all jene, die über einen halbwegs gut dotierten Job verfügen, kann das Leben in der Dominikanischen Republik aber durchaus angenehm sein. In allen größeren Städten ist eine passable gesundheitliche Versorgung gegeben, doch sollte man bereits vor der Einreise für die nötigen Impfungen sorgen, vor allem Malaria, Hepatitis A und B, Typhus, Polio, Tetanus und Tollwut. Eine private Krankenversicherung ist generell anzuraten, zumal die staatliche Versicherung nur das Nötigste abdeckt. Das Verkehrsnetz wird laufend verbessert: Während ein überwiegend gut ausgebautes Fernstraßennetz existiert, lassen die kleineren Straßen oft zu wünschen übrig und sind oft nur mit Geländewagen befahrbar. Eine Eisenbahn für den Personenverkehr gibt es nicht, wohl aber stehen fünf internationale Airports und mehrere kleinere Inlandsflughäfen zur Verfügung.

Das Angebot an Wohnungen und Häusern ist relativ groß, qualitativ aber nicht immer hochwertig. Es gibt zahlreiche Maklerfirmen, der größte Anbieter ist Remax. Die Vertragsdauer bei Mieten ist unterschiedlich, für Häuser beträgt sie 1-2 Jahre, eine Kaution von zwei Monatsmieten ist üblich, die Miete wird monatlich und im Voraus bezahlt, sehr oft in US-Dollar. Ausländer können ohne Einschränkungen Immobilien erwerben, wobei der entsprechende Titulo im Original vorliegen muss und durch das Tribunal de Tierras und das Catàstro verifiziert werden und der Kaufvertrag von einem Notario Publico beglaubigt werden muss. Die Lebenshaltungskosten halten sich für europäische Verhältnisse in Grenzen: Die Speisen schlagen im bodenständigen Restaurant etwa mit der Hälfte des mitteleuropäischen Preises zu Buche, im Gourmettempel können sie durchaus unser Preisniveau erreichen. Ein Glas Bier kostet in der Kneipe ums Eck EUR 1,50, im eleganten Restaurant aber auch das Doppelte. Dafür ist auch das Einkommensniveau nicht mit dem europäischen oder amerikanischen zu vergleichen. Man geht nicht in die Dominikanische Republik, um reich zu werden…

Vor allem die touristische Infrastruktur ist sehr gut ausgebaut. Die touristischen Zentren befinden sich besonders an der Ostküste (Punta Cana, Bávaro), Südküste (Boca Chica, Juan Dolio, La Romana) und Nordküste (Puerto Plata, Sosúa, Cabarete, Río San Juan) sowie auf der Halbinsel Samaná (Las Terrenas, Samaná). Dort konzentrieren sich auch sämtliche Hotelanlagen. Auch abseits der Strände gibt es eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten: Die Heimat des Merengue bietet ein breites Spektrum an Naturschönheiten, kulturellen Denkmälern, Sportmöglichkeiten sowie attraktivem Nightlife. Weit verzweigte Höhlensysteme und Mangrovendickicht im Nationalpark Los Haitises, der Salzsee Lago Enriquillo und bunte Korallenbänke sind nur einige der vielfältigen Landschaftsformen auf engstem Raum. Aktivurlauber kommen an der Nord- und Ostküste beim Surfen, Tauchen, Segeln, Wandern, Rafting, Paragliding, Golfen, Biking und Reiten auf ihre Kosten. Die schönsten Ziele für Kulturinteressierte sind dagegen die Kirchen und Paläste in der Altstadt von Santo Domingo, der ältesten spanischen Metropole in der Neuen Welt.

Arbeiten in der Domrep

der Pool inklusive Sonnenliegen und das Poolhaus des Hotels sind sichtbar Eine Arbeitserlaubnis (Visa de Trabajo) und Aufenthaltsgenehmigung (Visa de Residencia) muss jeder ausländische Mitbürger, der sich länger als zwei Monate in der Domrep aufhalten will, bei einem General- oder Honorarkonsulat der Dominikanischen Republik in Deutschland, Österreich oder der Schweiz beantragen (Adressen siehe am Ende des Artikels). Hierzu wird das fünffach in spanischer Sprache maschinell ausgefüllte und vom Antragsteller bereits unterschriebene Antragsformular (Formulario 509) beim Konsulat eingereicht. Mit dem Formular sind folgende Dokumente einzureichen: Ein maschinell geschriebener Brief an den Außenminister der Dominikanischen Republik (mit der Begründung für den Aufenthalt), ein notariell beglaubigter Arbeitsvertrag (mit einer Firma in der Domrep), Geburtsurkunde, farbige Fotokopie des gesamten Reisepasses, polizeiliches Führungszeugnis, Urkunde über den aktuellen Familienstand (Heiratsurkunde, Ledigkeitsbescheinigung, Scheidungsurteil), ärztliches Attest sowie fünf Passfotos.

Zuerst wird eine Residencia Provisional ausgegeben, die für ein Jahr gültig ist und einen Personalausweis (Cedula) enthält, der gleichzeitig als Arbeitserlaubnis dient und zum Umschreiben des Führerscheins nötig ist. Es ist nicht einfach, alle Papiere zu beschaffen und sich auf allen Ämtern zurechtzufinden, da sich die Bestimmungen ständig ändern und man auch meist Probleme mit dem Spanisch hat. Nach der Residencia Provicional kann dann die Residencia Permanente beantragt werden. Sie gilt für drei Jahre und kann danach problemlos bei der Einwanderungsbehörde (Dirección General de Migración) in Santo Domingo verlängert werden.

Hauptarbeitgeber für Fachkräfte aus der Gastronomie und Hotellerie sind natürlich die vielen Hotels und Resorts entlang der Küste, die in erster Linie auf ausländische Urlaubsgäste ausgerichtet sind. Das Casa de Campo Resort in La Romana gehört zum Besten, was die Domrep zu bieten hat und dient Leuten wie Julio Iglesias als Domizil. Die mondäne Anlage ist im Stil eines mittelalterlichen Dorfes errichtet und hat enorme Ausmaße. Neben luxuriösen Zimmern und Villen verfügt das Casa del Campo Resort über 18 Restaurants & Bars, Jachtclub, mehrere Golfplätze, Reitstall, Pools, Spa und alle anderen Annehmlichkeiten, damit bei den anspruchsvollen Gästen keine Langeweile aufkommt.

Ein weiteres Highlight sind die Lifestyle Hacienda Resorts an der zwei Kilometer langen Cofresi Beach in Puerto Playa, die eigentlich aus vier Anlagen unterschiedlicher Preiskategorien bestehen: dem Lifestyle Tropical Beach Resort & Spa mit 511 Zimmern und 53 Suiten, dem Lifestyle Vitalis Garden Club mit 160 Zimmern und 40 Cottages, den Lifestyle Crown Residence Suites mit 92 Apartments in zwölf dreistöckigen Häusern und zu guter Letzt den 90 Lifestyle Crown Villas im Luxusseg-ment. Zusammen verfügen die Anlagen über acht Restaurants und Bars, ein gutes Dutzend Pools sowie umfangreiche Sport- und Freizeiteinrichtungen.

Geleitet werden die Lifestyle Hacienda Resorts von einem Österreicher – dem im oberösterreichischen Wels geborenen General Manager Herbert Schrodderböck: „Es arbeiten viel zu wenige Leute aus Österreich, Deutschland und der Schweiz in der Dominikanischen Republik. Wir suchen hier vor allem Leute im Front-Office-Bereich – mehr als im Küchen- und Servicebereich, da dies die Leute hier auch ganz gut können. Im Frontbereich ist es überhaupt nicht schwer einen Job zu bekommen und man rennt sozusagen offene Türen ein. Gutes Englisch ist zwar Voraussetzung, Spanisch muss man aber nicht zwangsläufig beherrschen.“

Nützliche Adressen:

Botschaft der Dominikanischen Republik
Dessauer Straße 28-29
D-10963 Berlin
Tel.: 030 25 75 77 60
Fax: 030 25 75 77 61

Generalkonsulate mit Visumerteilung:
Frankfurt/M.
(Tel.: 069 74 38 77 81)
Hamburg (Tel.: 040 47 40 84)

Honorarkonsulat der Dominikanischen Republik
(mit Visumerteilung)
Möllwaldplatz 5
A-1040 Wien
Tel.: 01 504 64 37
Fax: 01 505 32 36

Botschaft der Dominikanischen Republik
(mit Visumerteilung)
Postfach 22
CH-3000 Bern 15
Tel.: 031 351 15 85
Fax: 031 351 15 87

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
Tel.: +1809 542 89 50
Fax: +1809 542 89 55

Honorargeneralkonsulat der Republik Österreich
Tel.: +1809 508 07 09
Fax: +1809 532 56 03.

Generalkonsulat der Schweizerischen Eidgenossenschaft
Tel.: +1809 533 37 81
Fax: +1809 532 37 81

Hotels:

www.casadecampo.com.do
www.hacienda-resorts.com
www.occidentalhotels.com
www.vivaresorts.com
www.starzresorts.com
www.secretsresorts.com

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