Arbeiten in Down Under

Auch mit noch wenig Erfahrung haben Westeuropäer die besten Job-Chancen...
November 13, 2015

die Skyline einer australischen Stadt am Wasser ist zu sehen Australien ist einer der Orte, der die Herzen zivilisationsmüder Mitteleuropäer höher schlagen lässt. Das Land liegt auf der gegenübergesetzten Seite der Erdkugel, so weit von Europa entfernt, dass bestimmt keine unliebsame Verwandtschaft vorbeikommt. Dabei scheint es uns mit seinen Kängurus, Digeridoos und dem Barrier Riff wesentlich exotischer als z.B. die USA. Trotzdem wirkt es irgendwie noch europäisch, so dass man sich nicht wirklich fremd fühlt. In der Tat ist Australien ein erstaunliches Land – der Fläche nach mehr als doppelt so groß wie die EU, aber nach Einwohnerzahl kaum größer als Holland. Deutlich über die Hälfte der Australier lebt in den Ballungsräumen der fünf Millionenstädte Sydney, Melbourne, Brisbane, Perth und Adelaide. Der lange Küstenstreifen im Südosten von Adelaide bis Brisbane repräsentiert das moderne Australien. Generell ist gerade die Hotel- und Tourismusbranche in Australien sehr arbeitsstellenfreundlich. Weniger in den abgelegenen Orten, dafür aber umso mehr in den großen Städten und den typischen Touristen-Mekkas entlang der Goldküste und der Sunshine-Küste. Hier ist Noosa (www.noosa.com.au) besonders zu erwähnen. In Europa weniger bekannt, ist es innerhalb Australiens eines der Top-Touristenziele. Dementsprechend schießen Restaurants und Hotels aller Größen aus dem Boden. Im „St. Tropez“ Australiens entstehen derzeit neue exklusive Luxushotels. Dazu zählt das Noosa Springs Resort (www.noosasprings.com.au) – ein Golfhotel der Spitzenklasse inmitten des Noosa National Park. Neu ist auch die Ferienanlage der Viridian Noosa Residences (www.virdiannoosaresidences.com.au). Die modernen Design-Villen liegen nur wenige Meter von Noosas pulsierender Flaniermeile Hastings Street entfernt, in der einige der besten Restaurants der Region zu finden sind. Das mit Abstand umfangreichste Hotelprojekt in der Region ist The Edge Noosa. Die Region um Noosa ist vor allem bei Australiern ein beliebtes Urlaubsziel. Mit den neuen Hotels sollen nun auch verstärkt Gäste aus Übersee nach Noosa gelockt werden und das verlangt natürlich auch deutschsprachiges Personal. Auch an der Nordküste von New South Wales tut sich einiges. Die Region rund um den beliebten Küstenort Byron Bay wird immer beliebter. Die Zahl der Unterkünfte von derzeit rund 1800 soll in den nächsten zwei Jahren mehr als verdoppelt werden. Schon jetzt öffnen neue, einzigartige und luxuriöse Resorts ihre Pforten.
Die gebürtige Wienerin Adelheit Meissl hat das Buch „Australien – Das Paradies für Einwanderer?“ geschrieben und betrachtet darin ihre neue Heimat kritisch und konstruktiv. Wer sich also mit dem Gedanken spielt, in Australien sesshaft zu werden, sollte sich dieses Buch – bevor man sich in teure Auswanderungsberatungen stürzt – als „Pflichtlektüre“ vornehmen. Sie arbeitete selbst eine Zeit lang in der Hotel- und Tourismusbranche und sieht für Westeuropäer sehr gute Chancen einen Job zu bekommen. „Ein Dienstverhältnis wie in Europa bekommen Interessierte eher in renommierten Restaurants und Hotel. Die unzähligen Klein- und Mittelbetriebe stellen am liebsten Teilzeitkräfte ein. Bedingt durch die Arbeitsmoral der Australier, muss man sich einen fixen Vertrag quasi erst verdienen. Eine Großzahl der Australier wechselt den Arbeitsplatz sehr häufig und die von Europa gewohnte Loyalität findet man eher selten. Das wird für Deutsche, Österreicher und Schweizer zum Vorteil, weil sie in Australien für ihren Arbeitseifer und Enthusiasmus bekannt sind. Und so ist es relativ einfach, auch wenn man nur mit wenig Erfahrung aufwarten kann, eine Anstellung zu finden.

In Tourismusgebieten, in denen naturgemäß auch entsprechend viele Deutschsprachige anzutreffen sind, ist die Sprachkenntnis ein weiterer Bonus“, erläutert Meissl. „Das Gehaltsschema ist so facettenreich, wie die Gehaltsvorstellungen der Arbeitssuchenden selbst. Als Richtlinie kann man unter www.wageline.qld.gov.au die aktuellen Bezahlungskategorien erfragen. Trinkgelder sind in Australien eher unüblich, daher liegt das Gehalt etwas über dem Gewohnten. Genauere Angaben kann ich darüber leider keine machen, da diese stark variieren und auch lokal unterschiedlich sind“, so Meissl weiter. Die Lebenserhaltungskosten sind generell niedriger als in Europa, alleine schon wegen der Mieten. So zahlt man beispielsweise in Noosa 250 Australische Dollar (1 A$ = ca. 0,6 Euro) für ein Zwei-Schlafzimmer-Apartment pro Woche. In Sydney beginnen die Preise bei 350 A$ und in weniger besiedelten Orten berappt man für ein gleichwertiges Immobil lediglich 100 A$. Auch die Lebensmittel sind in beliebteren Orten etwas teurer und bei Benzin gilt: Umso weiter entfernt von einem Hafen/Raffinerie, um so teurer. Wobei der derzeitige Benzinpreis, trotz gewaltiger Erhöhungen in den letzten Monaten, mit ca. 1,4 A$ noch immer niedriger ist als in unseren Gefilden.

Einreise – Aufenthalt – Arbeitserlaubnis

Das Opern Haus in Sydney mit einem Schanigarten davor Wie andere Einwanderungsländer hat auch Australien ziemlich strenge Arbeits- und Aufenthaltsbestimmungen. Wer dauerhaft im Land leben und arbeiten möchte, muss zahlreiche Hürden überwinden. Deutlich einfacher haben es jene, die nur ein paar Monate jobben oder ein Praktikum absolvieren wollen. Für technische Fragen ist die australische Botschaft (www.australian-embassy.de oder www.australian-embassy.at) die kompetenteste Anlaufstelle. Und fachmännischen Beistand braucht man – es gibt ca. zwei Dutzend verschiedene Visumtypen mit jeweils unterschiedlichem Regelwerk. Im Internet bieten die Seiten des Department of Immigration and Multicultural (www.immi.gov.au) umfassende Infos. Wenn man ein paar Jahre regulär in Australien arbeiten will, ohne gleich einen kompletten Einwanderungsantrag zu stellen, ist man auf den Arbeitgeber angewiesen, der sie quasi bei den Einwanderungsbehörden anfordert. Bis zu vier Jahre kann so im Land gearbeitet werden und es besteht auch noch die Möglichkeit dieses Business (Long Stay) Visa zu verlängern.
Wer seinen Lebensmittelpunkt dauerhaft nach Australien verlegen möchte, kommt um einen Einwanderungsantrag nicht herum. Das ist der Weg zur unbegrenzten Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis. Im Zentrum der Zulassungsprozedur steht eine Punktewertung. Hierbei werden bestimme Eigenschaften und Fähigkeiten des Bewerbers in Punkte übersetzt, deren Summe Auskunft über die Eignung des Bewerbers geben soll. Bewertet werden z.B. Faktoren wie Schul- und Berufabschluss, Berufserfahrung, Alter, Vorliegen eines konkreten Stellenangebots, Ersparnisse, Niveau der Englischkenntnisse usw. Wie die einzelnen Angaben bewertet werden, richtet sich nach den jeweiligen Bedürfnissen der australischen Gesellschaft. Neben diesem Punktesystem gibt es noch andere Wege zur Bewilligung des Einwanderungsantrags. Wer beruflich hochqualifiziert ist und den ein Unternehmen unbedingt haben will, hat sehr gute Chancen auf eine unbefristete Arbeitserlaubnis. Selbstständige sind grundsätzlich gern gesehen und brauchen sich unter Umständen dem Punktesystem nicht zu stellen. Dann jedenfalls, wenn genügend Startkapital für die Unternehmensgründung mit ins Land gebracht wird und die nötige Berufserfahrung vorhanden ist. Empfehlenswert ist hier die Seite „Live in Australia“ (www.liveinaustralia.com), hinter der sich ein (kommerzieller) Einwanderungsservice verbirgt. Hier kann man unter anderem die Einwanderungschancen nach dem Punktesystem online schätzen lassen.

Bewerben in Australien

ein Koch füllt lächelnd eine Schüssel mit Essen an Es ist in Australien nicht üblich, derart umfangreiche und perfektionistische Bewerbungsdossiers zu verschicken wie hierzulande. Eine normale Bewerbung besteht – so in der Annonce nicht anders gefordert – lediglich aus einem Anschreiben und einem knappen Lebenslauf. Auch das bei uns obligatorische Foto auf dem Lebenslauf ist nicht üblich. Das Anschreiben (Cover Letter) unterscheidet sich im Grunde nicht von unserem Pedant. Wichtige Kriterien: Auf die Anforderungen der Annonce eingehen, sich engagiert, selbstbewusst und kompetent zeigen. Wichtig ist weiters einen konkreten Ansprechpartner namentlich ausfindig zu machen, an den der Brief adressiert wird. Der Lebenslauf (Résumé) ist meist nicht länger als zwei Seiten, bei Kurzbewerbungen reicht eine Seite. Sinnvoll ist eine Einteilung in Kategorien wie „Personal Details“, „Education“, Employment History, „Activities and Interests“, „Special Skills“ und „Referees“. Auch mit ehrenamtlichen Tätigkeiten soll nicht hinterm Berg gehalten werden, sie schinden Eindruck. Soweit eine zeitliche Einordnung sinnvoll ist, werden die Inhaltspunkte innerhalb der Kategorien meist in umgekehrter Chronologie aufgeführt.
Anders als bei uns spielen Referenzen in Australien eine wichtige Rolle. Arbeitszeugnisse in unserem Sinn gibt es nicht – stattdessen orientieren sich Personalverantwortliche gerne an Empfehlungsschreiben oder an mündlichen Empfehlungen. Referenzgeber (Referees) können Lehrer, frühere Arbeitgeber oder andere kompetente Personen sein, die Positives mitzuteilen haben. Referees sollten entweder ein englischsprachiges Empfehlungsschreiben verfassen oder sich zur telefonischen Nachfrage zur Verfügung stellen. Vertiefende Infos zum Thema „Bewerbung“ mit Beispielen sind im Internet leicht zugänglich. Fast alle Jobbörsen und Karriereportale haben Rubriken wie „Career Resources“, hinter denen sich meist Bewerbungstipps und Bewerbungstricks verbergen. Beispiele www.mycareer.com.au, www.careerone.com.au, www.gradlink.edu.au oder www.myfuture.edu.au.

Sozialversicherung und Steuern

In Australien gibt es ein duales System von staatlicher und privater Krankenversicherung. Die staatliche Krankenversicherung (Medicare) wird über Beiträge finanziert, die automatisch in die (Einkommens-) Steuersätze mit eingerechnet werden. Nach unseren Maßstäben sind die Beiträge sehr niedrig. Dafür sind die Leistungen von Medicare sehr eingeschränkt. Zahnarztbesuche und Krankentransporte sind z.B. überhaupt nicht inbegriffen, bei anderen Leistungen muss man z.T. kräftig dazuzahlen. Versichert sind alle die eine Daueraufenthaltsgenehmigung haben. Wer nur ein zeitlich begrenztes Visum hat, ist nicht über Medicare abgesichert und muss daher auch den Beitrag nicht zahlen. Die Versicherung über ein privates Versicherungsunternehmen ist auch Medicare-Berechtigten zu empfehlen. Für alle anderen ist eine private Absicherung ohnehin der einzige Weg. Offizielle Information zum australischen Gesundheitswesen bietet das Department of Heath and Ageing (www.health.gov.au).
Anders als bei uns ist das australische Sozialsystem steuerfinanziert. Es gibt keine separat zu zahlenden Sozialversicherungsbeiträge. Das heißt aber nicht, dass jeder, der Steuern zahlt, auch versichert ist. Ein Recht auf Sozialleistungen hat man nur, wenn man mindestens zwei Jahre im Land lebt und eine Daueraufenthaltsgenehmigung vorweisen kann. Ansonsten muss auf Beihilfen wie Arbeitslosenhilfe, Wohngeld, Kinder- oder Alleinerziehungsgeld und alle Arten von Renten verzichtet werden. Wer sich dauerhaft in Australien niederlassen will, sollte sich zusätzlich privat absichern, vor allem im Bezug auf die Altersversorgung. Offizielle Informationen zum Sozialsystem findet man bei Centrelink (www.centrelink.gov.au), einer Regierungsagentur in Verantwortung des Familien- und Sozialministeriums. Wer in Australien arbeitet, unterliegt der Einkommenssteuer. Auch Kurzzeitjobber müssen daher beim australischen Finanzamt eine Steuernummer beantragen. Diese kann übers Internet unter www.ato.gov.au angefordert werden. Die Steuer wird dann automatisch vom Lohn bzw. Einkommen einbehalten und vom Arbeitgeber an das Finanzamt abgeführt. Geringe Einkommen (bis 6000 A$) sind steuerfrei. Das gilt leider nicht, wenn man ein zeitlich befristetes Visum hat.

Hilfreiche Adressen:
www.australian-embassy.de
www.australian-embassy.at
www.wageline.qld.gov.au (Gehaltskategorien)
www.immi.gov.au (Visumtypen)
www.liveinaustralia.com (Einwanderungsservice)
www.mycareer.com.au (Jobportal)
www.careerone.com.au (Jobportal)
www.health.gov.au (Krankenversicherung)
www.centrelink.gov.au (Sozialleistungen)
www.ato.gov.au (Steuern)

Hoteladressen:
www.australia-hotels.net
www.holidaycity.com/australiahotels
www.needtoescape.com
www.hotel-reservation-australia.com
www.aha-nsw.asn.au
www.hotel.com.au

Restaurantadressen:
www.bestrestaurants.com.au
www.restaurant.org.au

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