Arbeiten in Thailand

Das Königreich Thailand: Arbeiten im Land des Lächelns.
November 13, 2015

ein Sandstrand und türkisblaues Meer, ein Berg und ein rosa-blauer Himmel in der DämmerungDas Königreich Thailand, bis zum Jahre 1939 Siam genannt, war als einziges südostasiatisches Land zu keinem Zeitpunkt Kolonie. Hierauf sind die Thais besonders stolz und man sollte dies bei Gesprächen berücksichtigen. Der gesellschaftliche Umgang der Thais untereinander ist durch förmliche Höflichkeitsbeziehungen geprägt, bei denen Alter und Stellung die entscheidende Rolle spielen. Dem Ausländer begegnen sie mit Freundlichkeit, jedoch in aller Regel auch mit innerer Zurückhaltung. Das sprichwörtliche Thai-Lächeln kann – anders als bei uns – auch negative Emotionen ausdrücken wie Verlegenheit oder Scham. Empfindlich reagieren die Thais auf Kritik und sei sie auch wohlgemeint sowie auf manche Erscheinungen westlicher Lebensart. Ohne entsprechende Vorbereitung kann man im sozialen Umgang mit Thais sehr oft ins Fettnäpfchen treten, obwohl die Einheimischen gegenüber Ausländern tolerant sind und über begangene Fehler mit einem „Mai Pen Rai“ (Macht doch nichts) hinwegsehen.

Hier einige Beispiele für den Umgang mit Thais: An Charme nicht zu überbieten ist das Grußzeremoniell. Dabei werden die Hände flach wie zur Andacht gefaltet, der Kopf leicht nach vorne gesenkt und ein freundliches Lächeln auf das Gesicht gezaubert. Die Haltung der Hände signalisiert etwas über die soziale Stellung und das Alter des Gegenübers. Führt man die Hände zusätzlich an die Stirnhöhe oder darüber, so ist dies eine besondere Respektbezeugung. Generell grüßt der Jüngere, der Ältere antwortet auf die gleiche Weise.
Die freundliche Gelassenheit der Thais verliert sich auch in extremen Situationen genauso wenig, wie ihnen Ungeduld fremd ist. Kleine Widrigkeiten des Alltags – wie z.B. das lange Stehen in einer Schlange – sind kein Anlass zur Aufregung. Denn nach ihrer Lebensphilosophie ist nichts so dramatisch, dass es die gute Laune oder den Spaß am Leben verderben könnte. Dieses Lebensgefühl beherrscht das Alltagsleben und man muss sich ganz einfach anpassen.

Unter allen Umständen sollte man vermeiden, einen Thai am Kopf zu berühren. Er ist Sitz der Seele und somit der heiligste Teil des Körpers. Selbst ein liebevoll gemeintes Streicheln über das Oberhaupt eines Kindes bewirkt oft das Gegenteil. Auch sollte man eigentlich niemals auf den Kopf eines anderen herabsehen, was sich allerdings von den normalerweise hochgewachsenen Europäern nicht immer vermeiden lässt. Der Fuß hingegen ist schmutzig, unwürdig und deshalb auch beleidigend. Sogar das bei uns übliche Übereinanderschlagen der Beine wird allenfalls in der Verborgenheit unter dem Tisch toleriert. Denn schließlich könnte die Sohle ja aus Versehen auf das Gegenüber zeigen und ihn damit beleidigen.

Vor dem Betreten des Andachtsraumes eines Tempels oder Wohnraumes eines Privathauses ist es Sitte, die Schuhe auszuziehen. Bei einem Besuch von religiösen Stätten sollte bei der Kleidung und im Benehmen die gleiche Umsicht wie in anderen Ländern geboten sein. Auch buddhistische Mönche, Buddhastatuen und andere religiöse Symbole sollten mit dem gebührenden Respekt behandelt werden. Zudem ist es dringend anzuraten, jede kritische Bemerkung über das hoch angesehene Königshaus zu vermeiden. Der König wird niemals karikiert oder bewitzelt. Wenn im Kino, vor dem Hauptfilm, ein Portrait des Königs gezeigt und die Nationalhymne gespielt wird, sollte man wie die Einheimischen aufstehen und die Hochachtung vor dem König bezeugen. Auf den Boden fallende Geldscheine oder Münzen dürfen nicht mit den Füßen aufgehalten werden, weil auf ihnen ein Abbild des Königs zu sehen ist.

Kaum zu glauben ist, dass Zärtlichkeiten zwischen Mann und Frau in Gegenwart anderer – auch wenn es die eigenen Kinder sind – nicht üblich sind. Selbst junge verliebte Pärchen werden in der Öffentlichkeit nicht Händchen halten. Auch ist es für thailändische Männer nicht denkbar, Frauen in der Öffentlichkeit den Hof zu machen. Deshalb brauchen europäische Frauen auch nicht befürchten permanent von einheimischen Männern angesprochen zu werden. Wenn man mit jemanden sprechen möchte, ruft man dezent mit einer kleinen Handbewegung. Niemals klatschen oder mit den Fingern schnippen, sondern mit der ausgestreckten Hand, mit der Handfläche nach unten, die ausgestreckten Finger wellenartig bewegen. Auf Gegenstände und Tiere kann man mit den Fingern zeigen, niemals aber auf Menschen.

Thailand-Tourismus

eine liegende Buddha statue mit Opfergaben davorDas Königreich präsentiert sich nach der verheerenden Flutkatastrophe nicht nur als Stranddestination, sondern zunehmend auch als Mekka für Gesundheits- und Medizintourismus. „Es gibt ein riesiges Tourismuspotential, das noch längst nicht ausgeschöpft ist“, zeigt sich Anupharp Thirarath, Direktor der Tourism-Authority-of-Thailand-Vertretung in Frankfurt, überzeugt. Dabei boomt insbesondere der Gesundheitstourismus mit einem umfangreichen Medizin-, Wellness- und Antiaging-Angebot. Die Touristik-Branche rechnet in den nächsten Jahren weiter mit einem deutlichen Zuwachs in diesem Sektor. Schon im Vorjahr haben mehr als eine Million der rund 12 Millionen Besucher die Angebote der thailändischen Kliniken genutzt. Bis zum Jahr 2010 rechnet die Private Hospital Association of Thailand mit mehr als 200 privaten Krankenhäusern mit einer Verdoppelung der Patientenzahl. Dann will Thailand klarer Marktführer beim Gesundheitstourismus in Asien sein.

Wie es in Thailand üblich ist, setzt man auf eine möglichst unbürokratische, aber sehr effiziente Zusammenarbeit der für Tourismus, Hotels, Gesundheitswesen, Service, Einreise und Einwanderung sowie Exportwerbung zuständigen Behörden. Klar ist den Thailändern nämlich auch, dass die Konkurrenz nicht schläft: Singapur, Hongkong und Malaysia aber auch Indien setzen auf die neuen Trends. Der große Vorteil Thailands ist aber, dass es die komplette Palette des Health-Tourismus offeriert. Dazu gehören nicht nur Spa und Wellness, Fitness- und Antiaging-Programme, sondern auch jede Art medizinischer Behandlung, egal ob ambulant oder mit Klinikaufenthalt. Die Schönheitschirurgie bildet dabei nur ein kleines Segment. Der Standard in den privaten Top-Kliniken des Landes ist hoch und international anerkannt. Die Preise liegen weit unter denen in den Industrie-ländern.

Arbeiten in Thailand

Um in Thailand arbeiten zu dürfen, müssen Ausländer unbedingt im Besitz einer Arbeitsgenehmigung (Work Permit) sein. Diese wird allerdings nur dann bewilligt, wenn der Ausländer über eine in Thailand gefragte Qualifikation verfügt. Einzelheiten sind im „Alien Employment Act“ beschrieben. Es besteht eine lange ausführliche Liste mit für Ausländer verbotenen Berufen. Mit Ausnahme von Reiseleitern haben alle Bewerber aus Hotellerie und Tourismus eine sehr gute Chance einen Job zu bekommen. „Auch für Fachkräfte ohne Studienabschluss aus der Gastronomie und Hotellerie bieten sich vor allem in den Tourismuszentren des Landes und in Bangkok Arbeitsmöglichkeiten“, so Stefan Bürkle, Leiter Business Economics and Advisory Division der Deutsch-Thailändischen Handelskammer. Voraussetzung für die Erteilung einer Arbeitserlaubnis ist ein bestehendes „Non-Immigrant Visum Type B“ oder eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis „Residence Permit“. Die erteilte Arbeitsgenehmigung ist an Tätigkeit und Arbeitsplatz gebunden. In der Praxis muss also zuerst der Arbeitgeber gefunden werden, und erst dann kann für genau diesen Arbeitsplatz eine Arbeitsgenehmigung beantragt werden. Wer einen Job gefunden hat, kann in der Regel davon ausgehen, dass der Arbeitgeber sich um seine Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung kümmert. Bei einem Wechsel des Arbeitsplatzes muss, auch wenn es sich um eine gleichartige Beschäftigung handelt, auf jeden Fall eine neue Arbeitsgenehmigung beantragt werden.

ein religiöses Fest in Thailand mit Mönchen in traditionellem Gewand Inhaber eines Jahresvisums müssen sich alle 90 Tage bei der Immigration melden und ein Meldeformular ausfüllen. Eine Nichtbeachtung kann hohe Strafen nach sich ziehen. Auch müssen Besitzer eines Jahresvisas vor der Ausreise ein „Re-Entry-Permit“ beantragen. Ohne diese Beantragung verfällt das Jahresvisa. Nach drei erteilten Jahresvisa kann ein dauerhaftes Residence Permit beantragt werden. Die Ausstellung erfolgt nur bei der Ausländer Behörde (Immigration Büro) in Bangkok. Jährlich wird neu ein Abgabezeitpunkt für die Beantragung festgelegt. Ein wichtiger Hinweis: Kontrollieren Sie unbedingt direkt bei der Passkontrolle den soeben eingefügten Stempel. Zu diesem Zeitpunkt sind Fehler noch problemlos abzuändern. Wenn zum Beispiel bei einem Non-Immigrant-Visa irrtümlich nur ein 60-Tage-Stempel eingesetzt wurde, ist später mit Scherereien zu rechnen. Vermeiden Sie unbedingt die Aufenthaltsdauer Ihres Visums zu überschreiten. Ein einzelner Tag wird bei der Ausreise eventuell noch toleriert. Für jeden überschrittenen Tag wird eine Gebühr fällig und ein Eintrag im Reisepass gemacht, der bei späteren Visaanträgen zu Problemen führen kann. Wenn Sie bei einer Polizeikontrolle mit abgelaufenem Visum angetroffen werden, können Sie mit Haft und Abschiebung rechnen. Längerfristige Überschreitungen führen zu hohen Geldstrafen bzw. Haftstrafen.
Vor dem Start nach Thailand sollte man sich unbedingt gegen Tetanus, Diphtherie, Polio und Hepatitis A impfen lassen, bei einem Aufenthalt von mehr als drei Monaten auch gegen Hepatitis B. Zum Teil kann auch ein Impfschutz gegen Tollwut, Thypus und Japanische Enzephalitis sinnvoll sein. Am besten mehrere Monate vor der Abreise mit dem Arzt besprechen.

Interview mit Timo Reuss

Rolling Pin hat Timo Reuss, Executive Chef vom Plaza Athenee A Royal Meridien Hotel Bangkok, zu seinen Erfahrungen befragt. Erfolgslorbeeren sammelte er unter anderem bei Mosimann`s London, im Tantris München sowie im Hilton Bangkok.

Rolling Pin: Herr Reuss, wie kann man sich einen typischen Arbeitsalltag von Ihnen vorstellen?

Timo Reuss: Los geht es um 7.30 Uhr, bei einem normalen Arbeitstag arbeite ich bis 9 Uhr abends. Aber das hängt natürlich von den Aufgaben, die zu erledigen sind, ab. Bei einer 6 Tage Woche sieht ein Durchschnittstag etwa so aus: Ich starte mit dem Check, ob beim Frühstücksbuffet alles nach Plan läuft. Danach koordiniere ich Essensbestellungen, die über den ganzen Tag laufen. Bankettüberprüfungen, F & B-Briefing und schließlich die Besprechung mit den jeweiligen Chefs folgen. Wenn dann die ersten Nahrungsmittellieferungen ankommen, werden für das Restaurant Mittag- und Abendessenpläne zusammengestellt. Zwischendurch empfange ich Gäste. Nachdem das Essen verkostet wurde, mache ich mich an administrative Arbeiten, bis es dann an die Vorbereitung des Abendessens geht. Die größte Aufgabe besteht immer darin alles zu organisieren und zu kontrollieren.

R.P.: Wie schaffen Sie es Ihre Mitarbeiter zu managen?

T.R.: Dafür gibt es Schlüsselelemente, wenn man die beachtet, kann auch bei einem riesigen Team von über 100 Köchen alles bestens koordiniert werden. Kommunikation, als gutes Beispiel vorangehen, gute Administration leisten und die richtigen Leute an den richtigen Positionen zu haben, sowie kontrollieren, kontrollieren und nochmals kontrollieren, sind wichtig.

R.P.: Hätten auch Leute aus Österreich, Deutschland oder der Schweiz die Chance bei Ihnen einen Job zu bekommen, wenn ja wie und wo können sie sich bewerben?

T.R.: Die Nationalität ist nicht so wichtig, wenn wir den richtigen Kandidaten aussuchen. Erfahrung, Referenzen, Persönlichkeit und die richtige Einstellung sind von Bedeutung. Der Restaurant Chef von unserem French fine dining Restaurant ist zum Beispiel Deutscher. Der Pastry Chef ist Franzose. Sie sehen, die richtige Qualifikation und Einstellung zum Beruf zählen. Wer gerne bei uns arbeiten möchte, schickt am Besten seine Bewerbung an den Director of Human Resources. Voraussetzung ist natürlich, dass die gewünschte Stelle frei ist. Normalerweise sind Management-Positionen von Ausländern besetzt. Es gibt allerdings eine Limitierung von Arbeitsvisas in jedem Hotel. Die Chancen und der Erfolg hängen natürlich wieder von Qualifikation und Erfahrung ab.

R.P.: Wieviel verdient ein durchschnittlicher Kellner, wie viel jemand in einer Managementposition in Bangkok?

T.R.: Ein Kellner verdient in etwa 6500 Baht (1 US-Dollar entspricht etwa 41 Baht) und zwischen 10.000 und 15.000 Baht Service Charge. Manager kommen auf 30.000 bis zu 45.000 Baht monatlich, Service Charge hängt dabei von der Position ab.

eine buddhistische Tempelanlage in Thailandwas kostet was:
Cappuccino im Café:
180 Baht (Starbucks 80 Baht)
Glas Bier im Restaurant: 180 Baht
Abendessen für zwei Personen: 1600 Baht
Diskoeintritt: wenn Eintritt verlangt wird, kostet es zwischen 300 und 500 Baht

Infos:
Hilfreiche Internetadressen:
www.thaiimmigration.com
www.thaivisa.com
www.work-in-asia.com/de
www.thailand-tourismus.de
www.tourismthailand.org

Jobs:
Zeitungen mit Stelleninseraten:
Bangkok Post
www.bangkokpost.net
The Nation
www.nationmultimedia.com
The Phuket Gazette
www.phuketgazette.net
Pattaya Blatt
www.pattayablatt.com

Botschaften:
Botschaft des Königreichs Thailand
Lepsisusstr. 64 – 66
D – 12163 Berlin
Tel.: 0 30 – 7 94 81 – 0
Fax: 0 30 – 79 48 15 11

Thailändische Botschaft
Kirchstraße 56
CH – 3097 Bern/Liebefeld
Tel.: +41 – (031) 970 30 30
Fax: +41 – (031) 970 30 35

Thailändische Botschaft
Cottagegasse 48
A – 1180 Wien
Tel.: +43 – (01) 478 27 97
Fax: +43 – (01) 478 29 07

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