Mein grösster Fehler: Stefan Marquard

Auch die Großen der Branche machen nicht alles richtig. Hier erzählen sie von ihren Fehltritten und Rückschlägen, davon, was sie daraus gelernt haben und wie sie es heute besser machen. Diesmal: Stefan Marquard.
August 13, 2018 | Text: Andrea Böhm | Fotos: Mike Krueger

Er ist eine der schrillsten Persönlichkeiten der Branche. Einer, der sich nie verbiegen ließ und es auch heute nicht tut, komme, was wolle. Die berufliche Laufbahn von Stefan Marquard liest sich wie ein spannender Roman. Der Metzgerlehrling, dem das nicht genug war und der daher die Lehre zum Koch dranhängte. Bald stellte sich heraus, was alles in ihm steckt, der Weg in die Haute Cuisine war geebnet.

Er war Mastermind und Chefkoch im besten italienischen Restaurant Deutschlands, wurde später selbst Unternehmer und schraubte sich und sein Tun ein wenig zurück, als der Nachwuchs da war. 2014 gründete er seine eigene Akademie, in der er Seminare für Köche, Gastronomen, Unternehmer und Kochbegeisterte anbietet. Ein Jahr darauf ruft er das Präventionsprogramm „Sterneküche macht Schule“ ins Leben. Fernsehauftritte meistert er mit links und für gute Ideen und neue Projekte ist der „Vater der JUNGEN WILDEN“ jederzeit zu haben.
Stefan Marquard
Und genau da liegt der Hund begraben. Wenn die Zutat „Begeisterung“ bei einer neuen Idee überwog, neigte Stefan Marquard dazu, alles andere zu übersehen. Das Fieber war entfacht, der Partner – weil Marquard alleine keinen Spaß hat – mit ins Boot geholt und sofort konnte Fahrt aufgenommen werden. „Ich bin voller Begeisterung und Ansporn in ein Projekt reingegangen.
Gleichzeitig aber auch völlig blauäugig.“ Die schlimme Erkenntnis traf den Bayern wie ein Blitz: „Bei Geld hört sich die Freundschaft auf“, ist sein bitteres Resümee und nun liegt ihm viel daran, alle, die in die gleiche Falle tappen könnten, zu warnen. „Wir waren sehr gute Freunde, hatten die gleichen Ziele, aber irgendwann gehen die Vorstellungen auseinander“, erinnert sich Marquard und erzählt weiter: „Oft reichen auch Kleinigkeiten.“

Er ist eine der schrillsten Persönlichkeiten der Branche. Einer, der sich nie verbiegen ließ und es auch heute nicht tut, komme, was wolle. Die berufliche Laufbahn von Stefan Marquard liest sich wie ein spannender Roman. Der Metzgerlehrling, dem das nicht genug war und der daher die Lehre zum Koch dranhängte. Bald stellte sich heraus, was alles in ihm steckt, der Weg in die Haute Cuisine war geebnet.

Er war Mastermind und Chefkoch im besten italienischen Restaurant Deutschlands, wurde später selbst Unternehmer und schraubte sich und sein Tun ein wenig zurück, als der Nachwuchs da war. 2014 gründete er seine eigene Akademie, in der er Seminare für Köche, Gastronomen, Unternehmer und Kochbegeisterte anbietet. Ein Jahr darauf ruft er das Präventionsprogramm „Sterneküche macht Schule“ ins Leben. Fernsehauftritte meistert er mit links und für gute Ideen und neue Projekte ist der „Vater der JUNGEN WILDEN“ jederzeit zu haben.
Stefan Marquard
Und genau da liegt der Hund begraben. Wenn die Zutat „Begeisterung“ bei einer neuen Idee überwog, neigte Stefan Marquard dazu, alles andere zu übersehen. Das Fieber war entfacht, der Partner – weil Marquard alleine keinen Spaß hat – mit ins Boot geholt und sofort konnte Fahrt aufgenommen werden. „Ich bin voller Begeisterung und Ansporn in ein Projekt reingegangen.

Gleichzeitig aber auch völlig blauäugig.“ Die schlimme Erkenntnis traf den Bayern wie ein Blitz: „Bei Geld hört sich die Freundschaft auf“, ist sein bitteres Resümee und nun liegt ihm viel daran, alle, die in die gleiche Falle tappen könnten, zu warnen. „Wir waren sehr gute Freunde, hatten die gleichen Ziele, aber irgendwann gehen die Vorstellungen auseinander“, erinnert sich Marquard und erzählt weiter: „Oft reichen auch Kleinigkeiten.“

Im Endeffekt kann man nicht einmal mehr sagen, wer der Schuldige ist, denn: „Es gehören immer zwei dazu.“ Der Spitzenkoch überwarf sich also mit seinem Partner, ehemals Freund, und verlor somit beides. „Hätte sich alles vermeiden lassen“, meint er heute und spricht dabei eine ganz einfache Lösung frei nach dem Motto „Vertrauen ist gut, Vertrag ist besser“ an: „Hätten wir zu Beginn unserer Partnerschaft einen Vertrag aufgesetzt, wäre alles gut gelaufen.“
Dabei geht es keinesfalls darum, seinem Partner nicht zu vertrauen, sondern darum, im Falle des Falles eine Rückversicherung zu haben, damit es gleich gar nicht zu Zerwürfnissen kommen kann. „Natürlich muss dieser Vertrag so aufgesetzt werden, dass alle Partner damit zufrieden sind“, betont Marquard, der auch hier zur Weitsicht rät. Sonst könnte auch der Vertrag ein Schuss nach hinten werden.

„Wenn man älter und somit reifer wird, wird man auch ein Stück weit vernünftiger“, sagt der 54-Jährige und hat Tipp Nummer zwei in dieser Causa parat: „Man sollte immer jemanden an seiner Seite haben, mit dem man Rücksprache halten kann.“ Das kann jede Person sein, zu der man vollstes Vertrauen hat. Stefan Marquard hat sich für seine Lebenspartnerin entschieden und sagt den Satz, von dem jede Ehefrau träumt: „Ich hätte von Anfang an mehr auf meine Frau hören sollen.“
Hätten wir zu Beginn unserer Partnerschaft einen Vertrag aufgesetzt, wäre alles gut gelaufen.
Stefan Marquard steht auf geregelte Verhältnisse

Fakt ist, dass außenstehende Menschen Situationen oder auch Projekte nüchterner betrachten können oder einfach aus einem anderen Blickwinkel. „Eine nicht beteiligte Person sieht das völlig wertfrei und kann sich rein auf ihr Bauchgefühl verlassen“, meint der Geläuterte und betont: „Der Bauch hat immer recht.“ Übrigens: Wenn Sie dieser Seelenstriptease des Tausendsassas noch immer nicht überzeugt hat – diese leidige Situation ist in Marquards Leben nicht nur einmal passiert.

Er weiß also, wovon er spricht, und hat somit die Schnauze gestrichen voll. „Wenn ich rückwirkend was gutmachen könnte, dann würde ich, trotz Begeisterung, eine Nacht darüber schlafen und dann mit nüchternem Kopf einen Vertrag abschließen, den ich dann hoffentlich nie brauchen werde. Hätte ich das in meiner Vergangenheit getan, hätte ich noch ein, zwei Freunde mehr.“ Keine Sorge, der Spitzenkoch mit seinem unverkennbaren Äußeren steckt nach diesen Erlebnissen nicht den betuchten Kopf in den Sand.

Es geht weiter, nur eben ein bisschen gereift. Auch wenn Stefan Marquard seriöserweise nicht die Namen seiner ehemaligen Partner und Freunde nennt, hofft er doch, dass die Zeit alle Wunden heilt. „Ich bin der Letzte, der eine Tür für immer verschließt“, erklärt er und bestätigt damit, dass eine Annäherung gewünscht ist. Und weil’s so schön ist, fällt ihm am Ende des Gesprächs noch ein letzter, sinnvoller Spruch ein, der seine positiven Gedanken für die Zukunft unterstreicht: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“
www.stefanmarquard.de

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