Reissprobe

An ihr wird gezerrt, sie wird verschwitzt, verschmutzt, gebleicht, gewaschen. Trotzdem muss man in ihr ausschauen wie aus dem Ei gepellt: Berufsbekleidung im ROLLING PIN-Härtetest.
November 13, 2015

Fotos: Werner Krug, Benedikt Loebell, Shutterstock
die Reissprobe der Berufsbekleidung

Für Berufsbekleidung gibt es kein Schonprogramm. Egal ob Rezeptionist, Servicekraft oder Küchenchef: Alle müssen damit auch das anpacken, wovon man mit normaler, schöner Bekleidung Abstand nimmt. Doch welchen Strapazen müssen diese alltäglichen Begleiter standhalten? „Die Kleidung muss viel aushalten. Damit werden auch Tische geschleppt, sie bekommt die ärgsten Flecken ab und wird irrsinnig oft gewaschen. Trotzdem muss sie immer schick aussehen“, bringt Sven Friedrich, Hoteldirektor des National Bamberg die Sache auf den Punkt. Ein Jahr lang sollten die Kochjacken und Anzüge mindestens halten, bevor das Material verschleißt oder die Anzüge zu glänzen beginnen.

Kurt Berndt
"Ein einheitlicher Look ist gerade in der Hotellerie wichtig und unterstreicht die Corporate Identity."
Kurt Berndt
GM Imperial Riding School Vienna

„Das Gewebe der Berufsbekleidung ist täglich auf dem Prüfstand,“ verrät Sabine Anton-Katzenbach, Pressesprecherin für den deutschen Bekleidungsriesen Greiff, der das Leben von Anzugträgern um einiges erleichtert hat. Denn in den 90er-Jahren entwickelte er den maschinenwaschbaren Anzug. Wäschereien klagten wegen des Arbeitverlustes, die Armee von arbeitsbedingten Anzugträgern, seien es Rezeptionisten, Pagen oder Servicekräfte, war aber hellauf begeistert. Ein weiterer Meilenstein ist mit dem treffenden Wort „pillingarm“ zusammenzufassen. Schluss mit…

Fotos: Werner Krug, Benedikt Loebell, Shutterstock
die Reissprobe der Berufsbekleidung

Für Berufsbekleidung gibt es kein Schonprogramm. Egal ob Rezeptionist, Servicekraft oder Küchenchef: Alle müssen damit auch das anpacken, wovon man mit normaler, schöner Bekleidung Abstand nimmt. Doch welchen Strapazen müssen diese alltäglichen Begleiter standhalten? „Die Kleidung muss viel aushalten. Damit werden auch Tische geschleppt, sie bekommt die ärgsten Flecken ab und wird irrsinnig oft gewaschen. Trotzdem muss sie immer schick aussehen“, bringt Sven Friedrich, Hoteldirektor des National Bamberg die Sache auf den Punkt. Ein Jahr lang sollten die Kochjacken und Anzüge mindestens halten, bevor das Material verschleißt oder die Anzüge zu glänzen beginnen.

Kurt Berndt
"Ein einheitlicher Look ist gerade in der Hotellerie wichtig und unterstreicht die Corporate Identity."
Kurt Berndt
GM Imperial Riding School Vienna

„Das Gewebe der Berufsbekleidung ist täglich auf dem Prüfstand,“ verrät Sabine Anton-Katzenbach, Pressesprecherin für den deutschen Bekleidungsriesen Greiff, der das Leben von Anzugträgern um einiges erleichtert hat. Denn in den 90er-Jahren entwickelte er den maschinenwaschbaren Anzug. Wäschereien klagten wegen des Arbeitverlustes, die Armee von arbeitsbedingten Anzugträgern, seien es Rezeptionisten, Pagen oder Servicekräfte, war aber hellauf begeistert. Ein weiterer Meilenstein ist mit dem treffenden Wort „pillingarm“ zusammenzufassen. Schluss mit …

>> Bekleidungscheck Teil 1
1 Anzüglich waschen Anzüge für Service oder Rezeptionspersonal sollten mit 30 Grad waschbar sein. Für die ständigen Begleiter ist Sauberkeit oberstes Gebot.
2 Flecken: nein danke!
Der Trend geht immer mehr in Richtung fleckenabweisend. Mit Nanotechnik sind Kochjacken bis zu einem halben Jahr dagegen geschützt.
3 Keine Knötchen mehr
Durch spezielles Weben können Fussel bei Anzügen bald der Vergangenheit angehören. In der Zukunft gibt es also keine Knötchenbildung mehr!
4 High Tech hinterm Herd
In den heißen Küchen ein Muss: High-Tech-Kochjacken mit funktionellem, atmungsaktivem Rückenteil aus netzartigem Gewebe.
5 Sonnenseite des Lebens
Spezielle Bekleidung mit Lichtechtheit für die Arbeit in der Sonne sollte man zwei Jahre lang jeden Tag tragen können, ohne dass die Farbe verblasst.
6 Schürzenjäger
Eine saubere Schürze ist schon der halbe Service. Weiße Schürzen müssen mit 95 Grad waschbar sein, bunte wegen der Farbechtheit mit 60.

… aufreibender Fussel- und Knötchenbildung. Der Anzug von heute hat mit unprofessionellen Fusseln nichts mehr am Hut, eine Portion Technologie kombiniert mit einer speziellen Webart macht‘s möglich.

Karlheinz Hauser
Unterschiedliche Arbeitskleidung in der Küche ist nicht mehr zeitgemäß. Die Köche müssen herzeigbar sein.Karlheinz Hauser
Sternekoch im Süllberg, Hamburg

Ein Knackpunkt in Sachen Berufsbekleidung ist auch die Lebensdauer. Wann ist eine Kochjacke, ein Businessanzug, eine Schürze totgewaschen? Hier scheiden sich die Geister, oder sollte man lieber sagen: Gepflogenheiten. „Natürlich kann man eine Kochjacke 300 Mal waschen. Wenn sie aber voller starker Flecken ist und man sich mit Chlor behilft, verkürzt dies eher die Einsatzdauer“, so Andrea Klammer von Erwin Müller, der neben der Hotelwäsche mit „Jobeline“ auch ein großes Sortiment an Berufsbekleidung anbietet.

Doch auch auf diesem Gebiet hat sich schon viel getan. Die Firma Lodis in Bad Ischl bietet viele kochfeste Jacken an. „Das ist der neueste Trend“, meint Geschäftsführerin Ilona Jaschek. Fleckenfrei auskochen und das nicht nur in Branchenweiß, sondern auch in den Trendfarben Schwarz und Bordeaux. Das macht die Kochjacken äußerst beanspruchbar und pflegeleicht. Richtige Revoluzzer sind die High-Tech-Kochjacken. Köche, die in südlicheren Gefilden ihrer Arbeit nachgehen, werden aufatmen: Durch funktionelle Materialien sind diese Kochjacken atmungsaktiv und weisen ähnlich angenehme Tragbarkeit auf, wie man sie bereits von Sportbekleidung kennt. Das netzartige Gewebe am Rücken lässt die Luft zirkulieren. Bei subtropischen Küchen-Temperaturen wie 50 Grad wird diese technische Errungenschaft wohl den einen oder anderen frohlocken lassen. Die Lebensdauer ist zwar nicht unendlich, bei täglicher Wäsche kann solch ein Wunderding dann aber doch zwei bis drei Saisonen überdauern, mit allen Extras und Vorzügen, versteht sich.

>> Bekleidungscheck Teil 2
7 Weiße Weste
Kochjacken bekommen im Laufe ihres Lebens alle möglichen und unmöglichen Flecken. Wenn man sie 5 Mal pro Woche wäscht, sollten sie mindestens ein Jahr, besser noch zwei, halten.
8 Sicherheit geht vor
Knöpfe machen zwar individueller, nicht alle haben aber eine Funktion, die ermöglicht, sich die Jacke im Notfall vom Leib zu reißen. Achtung!
9 Köche von heute
Selbst in der Küche muss nicht auf Modetrends verzichtet werden. Totenkopf- oder Camouflagemuster sind auch hinter dem Herd „in“.
10 350 Mal Bettgeflüster
Hotelbettwäsche sollte mindestens 350 Mal bei bis zu 95 Grad gewaschen werden können, bis sich Farbe oder Konsistenz verändern.

Was früher nur Plastiktischdecken konnten, ist nun auch in der Berufbekleidung gang und gäbe. „Durch Nanotechnik werden Flecken nicht so angenommen,“ erklärt Jaschek von Lonis. Wer immer brav mit 60 Grad wäscht, der kann sicher sein, dass ein halbes Jahr lang alles vom vom Kleidungsstück abperlt, was man nicht darauf haben möchte. Danach lässt diese Wirkung allerdings nach. Der Zauber ist vorbei, doch die Kochjacke kann durchaus noch zwei bis drei Saisonen weiterverwendet werden.

Erst nach zwei Jahren darf es sich zum Beispiel für Buntwäsche ausgezaubert haben. „Spezielle Farbstoffe bewirken eine hohe Lichtechtheit, damit die Bekleidung auch nach täglicher UV Bestrahlung nicht ausbleicht“, verrät Anton Katzenbach von Greiff. Vor allem für die Arbeit an Deck eines Kreuzfahrtschiffes sind solche Spezialstoffe (Lichtechtheit-Stufen 6-7) empfehlenswert.

Für viele, bei denen Berufbekleidung ein Muss ist. ist vor allem eines wichtig: ein wenig Individualität bewahren. Lonis hat hier eine Marktlücke entdeckt und bringt mit Totenkopf- und Camouflagemuster modernen Schwung in die Küche. „Wir fertigen auch auf Anfrage einzigartige Kochjacken an. Für Otto Koch haben wir eine Che Guevara-Jacke gemacht,“ ist Ilona Jaschek stolz. Doch auch, wenn nicht so viel Freiheit beim Outfit besteht, gibt es Lösungen. „Bunte Knöpfe bringen ein wenig Farbe in den weißen Alltag“, erklärt Andrea Klammer von Jobeline.

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