Ausgabe 041, Arbeiten im Ausland

Arbeiten in Dubai Teil 6

Eldorado des 21. Jahrhunderts. Keine Stadt zum Lernen. Dort werden Wissen und Fortschritt eingekauft.


Das Hotel Burj Al Arab in der Dämmerung Um genug Verdienst und Spaß mit dem Arbeitgeber zu haben, muss man ein hohes Potenzial an Fachwissen und Flexibilität mitbringen!
Text: Alexander Jakabb Wer Perlen wünscht, muss in die Tiefe des Meeres tauchen, dann erst kann er Ansehen und Reichtum erwerben. Wer aber Hoheit und Ansehen wünscht, ohne mit Kraft danach zu streben, der verliert sein Leben in unerfüllbaren Wünschen“, wurde schon in den Geschichten aus „Tausendundeiner Nacht“ orakelt.
Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Und doch hat das schwarze Gold, das Erdöl, der Herrscherfamilie des zweitgrößten Scheichtums der Vereinigten Arabischen Emirate (V.A.E.) und ihren Dubais bis vor wenigen Jahren schier unerschöpflichen Wohlstand und Reichtum beschert. Wie wir wissen, kann jede Quelle einmal versiegen, und das steht laut kompetenter Meinung innerhalb der nächsten drei Jahrzehnte in Dubai an. Was dann?
Wonach sehnt sich eine Vielzahl der Erdenbürger, auch wenn es nur für eine kurze Zeit sein soll? Nach Meer, Sonne und Lebensqualität. Die Küste des Arabischen Golfs bietet die besten Voraussetzungen, denn 360 Tage im Jahr Sonnenschein erfüllen die Sehnsüchte der reisefreudigen Touristen und Kurzurlauber.
Nicht lange reden und diskutieren, einfach umsetzen. So hat sich Dubai ein Standbein aufgebaut, das heute nicht mehr das zweite, sondern das erste des Staates ist. 26 % der Einnahmen kommen aus dem Tourismus.
Ein Bauboom sondergleichen war die Folge. Im Wettrennen mit der Zeit werden Küsten erweitert, Inseln aufgeschüttet, ein höheres Gebäude nach dem anderen errichtet und neue Luxushotels wollen die vorhandenen übertrumpfen. Ja, sogar Donald Trump lässt in Dubai seiner Investitionsfreude vollen Lauf. Prominente aus Film und Sport – Tom Cruise, David Beckham & Co. – wollen ebenfalls auf diesem Fleck Erde nichts versäumen. Das verdiente Geld muss ja wieder unter die Leute gebracht werden.
Dubai – ein angesagtes Ziel. Nicht nur für Superreiche, sondern auch für den Massentourismus. Je nach Fluglinie und Angebot kann man schon ab 500 Euro ins neue gelobte Land mit Sonnengarantie reisen.
In der Zeit nach Entdeckung der Erdölvorkommen waren es Asiaten – meist aus Indien, von den Philippinen und aus Thailand –, die man als preiswerte Arbeitskräfte ins Land holte. Als Führungskräfte wurden und werden weiterhin hauptsächlich Europäer und Amerikaner eingesetzt.
Durch das enorme Wachstum des Landes hat sich der Bedarf an gut ausgebildetem und kompetentem Personal vervielfacht. Internationale Konzerne, Hotelgruppen, Freizeitunternehmen und Dienstleister setzen vorzugsweise Mitarbeiter aus den eigenen Reihen ein, aber das reicht kapazitätsmäßig noch lange nicht aus.
Der Arbeitsmarkt in Europa ist in den letzten Jahren nicht gerade rosig. Aufstrebende innovative Märkte sind ein neues Pflaster, um sich beruflich etablieren zu können.
Allerdings: Gar so einfach ist das auch wieder nicht. In den Emiraten, und das gilt nicht nur für Dubai, wird von europäischen Kräften sehr viel erwartet. Das Hauptinteresse liegt darin, Einheimische oder assimilierte Asiaten so auszubilden, dass sie eines Tages selbst eine Führungsposition übernehmen können, um nach und nach europäischen Standard zu erreichen. Ein „neues Stadtzentrum“ glänzt derzeit mit einer der größten Ansammlungen von Baukränen weltweit und verändert sein Aussehen wöchentlich. Um diese „neue Stadt“ mit dem ursprünglichen Stadtzentrum zu verbinden, wird seit kurzem intensiv am Bau einer Straßenbahn/U-Bahn im Wert von knapp einer Milliarde Euro gearbeitet. Riesige Shopping-Center entstehen, wie z. B. die „Mall of the Emirates“ im Wert von mehr als 100 Millionen Euro, die außer Geschäften auch die Schihalle „Ski Dubai“ mit künstlicher Schipiste anbietet. Immer neue Attraktionen locken Touristenströme an.
Damit in der Hitze des Baugefechts gar nichts ausgelassen wird, soll das Megaprojekt „Dubailand“ als orientalisches Disneyland den Wüstenstaat noch mehr Einzigartigkeit verleihen. Und so kennt der Bauboom noch lange kein Ende – Dubai wird zur „Bauhauptstadt“ im Arabischen Golf gekürt.
Im Zuge der Diversifizierung der lokalen Wirtschaft fördert die Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate den Tourismussektor, indem neue Projekte für Infrastruktur, Festivals, Konferenzen und andere Veranstaltungen ausgeschrieben werden. Unter 179 Ländern nehmen die V.A.E. schon heute Rang 39 als Tourismusdestination ein.
Ständig steigende Touristenzahlen machen die Erhöhung der Hotelkapazitäten erforderlich. Im Bereich Tourismus stehen ausländischen Unternehmen zukunftsträchtige Geschäftsfelder offen.
In verschiedensten Hotel-, Wohn-, und Freizeitprojekten werden ausländische Experten in nächster Zukunft gute Karrieremöglichkeiten vorfinden.

Matthias Gfrörer in weißer Kochjacke, den Kopf in den Arm gestützt In den Emiraten haben sich bereits mehr als 500 deutsche Unternehmen niedergelassen. Rund 2000 Deutsche leben und arbeiten in Dubai.
Einer von ihnen ist der 28-jährige Hamburger Chef de Cuisine Matthias Gfrörer, der nach seinen Wanderjahren in Küchen wie „Margaux“, Berlin, beim spanischen Drei­stern-Michelinbetrieb „Santi Santamaria“ – „El raco de can fabes“, Barcelona, oder Olivier Streiff – „Chevre d­‘Or“ an der Côte d‘Azur reichlich Erfahrung sammeln konnte. Gfrörer hat sich entschlossen, seinen Horizont zu erweitern. Das reizvolle Angebot eines deutschen Unternehmens, nach Dubai zu gehen...

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08.09.2006