Ausgabe 073, F&B Know-how

Die Wasser Falle

Das heikle Geschäft mit den Mineralwässern: Vom Umsatzplus zum Gästeminus ist es oft nur ein kleiner Schritt. ROLLING PIN zeigt, aus welchen Flaschen das Geld direkt in Ihre Taschen fließt.

Fotos: Werner Krug

Die Gewinnspanne beim Verkauf von Mineralwässern ist längst noch nicht ausgereizt. Das zeigte jüngst eine Untersuchung des österreichischen Mineralwasser-Marktführers Vöslauer. 77 Millionen Euro lassen sich die österreichischen Gastronomen im Jahr entgehen, weil sie kostenlos Leitungswasser ausschenken, anstatt dem Gast aktiv Mineralwasser anzubieten.

Das gute Geschäft mit dem kühlen Nass hat man zum Beispiel im Wiener Designhotel Le Méridien gewittert: Dort erleichtert eine eigene Wasserkarte, gefüllt mit 28 Edeltropfen aus aller Welt, die Entscheidung. Bis zu 95 Euro hoch sind die Preise, wie zum Beispiel für „bling“, ein Wasser aus den Bergen von Tennessee. Zum Vergleich: 45 Euro kostet diese mit Swarovski-Steinen besetzte 0,75-Liter-Flasche im Einkauf. „Für exotische Wässer gibt der Gast gerne Geld aus. Er kauft das Erlebnis mit“, sagt Le-Méridien-Sommelier Andreas Neuwirth.

Allerdings darf man nicht der Versuchung erliegen, die Preise leichtfertig in die Höhe zu treiben. Fühlt sich der Gast geneppt, ist die Gefahr hoch, dass er nie wieder kommt. So wird aus dem Umsatzplus schnell ein Minus.
Das Verkaufsgeheimnis liegt im ausgeklügelten Marketing: „bling“ fiel bei einer Verkostung des Magazins „GourmetReise“ zwar glatt durch (Ranking siehe nächste Seite), der Reiz, dieses Wasser trotzdem zu bestellen, liegt in der edlen Aufmachung der Flasche. Oder „Cape Grim“, das als Regenwasser aus Tasmanien alles andere als ein Ladenhüter, im Geschmackstest trotzdem nur an vorletzter Stelle zu finden ist.

„Führen Sie die Werbeargumente der teuren Mineralwässer...

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28.10.2008