Sind die Erbsen schuld?

Österreich ist raus beim Bocuse-d’Or. Und jetzt brodelt es gewaltig: Sind etwa Zuckererbsen der Grund für den verpassten Einzug Österreichs?
Mai 13, 2016 | Fotos: Etienne Heimermann

Jährlich grüßt das Bocuse-Murmeltier

Kein Bocuse d’Or-Wettbewerb, ohne dass irgendjemand Schiebung schreit. Bei der Europaausscheidung ist es diesmal das österreichische Komitee. Es geht dabei um die Erbse. Nämlich die von Kevin Michelis auf seinem Fischgang. Die haben nämlich angeblich für 50 Punkte weniger beim Endpunktestand geführt. Aufgrund eines Punkteabzugs bleibt Österreich die Finalteilnahme verwehrt. Hätte Michelis Team die 50 Punkte behalten, wäre es knapp vor Estland auf dem 11. Platz gelandet.
Warum konnte bis dato niemand so genau sagen. Ob es ein Verstoß gegen das Regelwerk des Warenkorbes war, konnte trotz Rückfrage nicht befriedigend beantwortet werden. Erlaubt sind nach den Statuten: " Für jeweils 14 Portionen Fischgericht: 1 Stück Zuchtstör – ca. 3-5 kg, 1 Glas AKI Caviar – ca. 30 g inkl. zwei Garnituren und einer Sauce."
"Als hätte Österreich ein Dauerabo auf den verflixten 13. Platz. Auch wir wissen und verfolgen die Diskussion um die Strafpunkte, ohne die wir ins Finale weitergekommen wären. Sobald es ein offizielles Statement dazu gibt werden wir euch umgehend informieren!" Steht seit 12. Mai um 09:24 auf der Bocuse d’Or Austria-Facebookseite.
Rudi Obauer, Präsident des Bocuse-dOr-Kommitees Österreich, zeigt sich ebenso erstaunt, denn die Jury und allen voran Jonny Boer, hätten großartiges Feedback auf die Gerichte gegeben, sie seien sogar unter den Top-3 aller Performances. Umso größer natürlich nun der Jammer um den verpassten Einzug.
"Man kann immer Fehler finden, wenn man möchte", ist sich Obauer sicher und meint vermutlich damit, dass der Wettbewerb auch politische Seiten und Freuderlwirtschaft unterstützt. Ein weiterer Punkt: "Ich bin mir nicht sicher, wie ich weiterhin junge Leute für diesen Bewerb motivieren kann, wenn trotz außerordentlicher Leistung kein passender Rang dabei herausschaut."
Ob die Erbsen-Causa noch weitere Kreise ziehen wird, zeigt die Zukunft.

Die Gewinner der Ausscheidung

Gastgeber Ungarn hat das Finale des Bocuse-d’Or-Europafinales in Budapest gewonnen. Ein fulminanter Heimsieg für Tamás Széll, Küchenchef des Restaurants Onyx in Ungarns Hauptstadt. Auf Platz 2 und 3 landeten die Teams aus Norwegen und Schweden. Széll konnte die Jury mit seinen beiden Hauptgerichten überzeugen: Junger Hirsch mit ungarischen Gewürzen und geräuchertem Wollschwein sowie beim Fischgang Sterlet aus der Donau an Jakobsmuschel und Kaiserhummer mit Bärlauchsamen und Kerbel.
Deutschlands Kandidat Marvin Böhm konnte nur den undankbaren zwölften Platz erreichen. Die ersten elf Teams haben sich somit für das Finale Anfang kommenden Jahres in Lyon qualifiziert. Neben Ungarn, das den Wettbewerb vor den Norwegern und Schweden gewann, sind das die Teams aus Frankreich, Island, Finnland, den Niederlanden, der Schweiz, Belgien, Dänemark und Estland.
Böhm erreichte immerhin 1042 Punkte, acht Punkte mehr und er hätte die Teilnehmer aus Estland vom letzten Finalplatz verdrängt. Ebenfalls nicht im Europafinale in Lyon dabei ist Österreich. 

1 Ungarn 1335
2 Norwegen 1282
3 Schweden 1272
4 Frankreich 1265
5 Island 1226
6 Finnland 1197
7 Holland 1171
8 Schweiz 1158
9 Belgien 1126
10 Dänemark 1110
11 Estland 1049
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12 Deutschland 1042
13 Österreich 1039
14 Italien 1027
15 Türkei 996
16 Spanien 971
17 UK 968
18 Russland 834
19 Kroatien 818
20 Bulgarien 798

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