Wolfgang Rosams jüngster Schlag:

Gäste bewerten Restaurants.
November 13, 2015

Wolfgang Rosam sitzt mit verschränkten Händen im Interview Der PR-Profi Wolfgang Rosam, „Feinschmecker des Jahres 2000“ und umtriebiger sowie wortgewandter Gastro-Kritiker, sprach mit Jürgen Pichler von Rolling Pin – Jobs&Business über sein Vorhaben in Österreich einen neuen Gastronomie-Führer zu etablieren. Alle Details wollte er noch nicht verraten, aber soviel sei einmal gesagt, es wird bewusst kein Ableger von Gault Millau sein und soll der Gastronomie durch die direkte Ansprache ihrer Zielgruppe erhebliche Vorteile bringen.

Rolling Pin: Herr Rosam, wann lüften Sie nun das Geheimnis über Ihren neuen Restaurantführer?

Wolfgang Rosam: Die Kick-off-Pressekonferenz wird es am 21. Juni 2004 geben, dabei wird die erste Publikumsbewertung mit dem ersten Publikumsführer Österreichs in allen Details bekannt gegeben.

RP: Man hat gerüchteweise gehört, Sie wollten Gault Millau kaufen. Wie kamen Sie nun auf die Idee eines Publikumführers?

WR: Der Plan mit einer Publikumsbewertung ist schon länger vorhanden gewesen als mein Wunsch mit Gault Millau zusammenzuarbeiten oder den Gault Millau zu erwerben. Es ging seinerzeit darum, dass ich mich für das Gault Millau-Magazin interessierte und dabei gerne mit Publikumsbewertung gearbeitet hätte. Damit war aber Gault Millau nicht einverstanden. Ich bin schon seit vielen Jahren der Meinung, dass eine Publikumsbewertung, wenn diese richtig durchgeführt wird – wie etwa bei „Zagat“ in Amerika – eine sehr erfolgreiche und für beide Seiten spannende Auseinandersetzung mit dieser Thematik sein kann. Es bringt vor allem viele Vorteile für die Gastronomie, weil dort jene Zielgruppe bewertet und zu Wort gebeten wird, welche die wichtigste für den Wirt ist, nämlich die Gäste selbst. Ich kenne die Meinung dutzender Wirte, die sagen: „Wenn mein Publikum mich bewertet, dann bin ich wirklich bewertet.“ Und das will ich dokumentieren und ermöglichen.

RP: Warum tun Sie sich das an?

WR: Ich glaube nicht, dass es eine Belastung ist. Es ist vielmehr eine Herausforderung und ich denke, dass die Grundidee unglaublich spannend ist. Wir haben ja selbst einen Zigarrenclub in der Agentur, der sehr elitär und erfolgreich arbeitet und organisiert ist. Aber hier geht es ja nicht um Clublokale oder kleine Dimensionen, sondern wir reden ja im Endeffekt von vielen tausend – wahrscheinlich 25.000 – Mitgliedern, die als Tester in Österreich unterwegs sein werden.

RP: O.K., ich sage, das interessiert mich. Kann ich mich also bei Ihnen als Tester bewerben und ist dies mit Kosten verbunden?

WR: Nein, es wird weder für den Wirt noch für den Tester mit Kosten verbunden sein. So leicht kann man aber nicht als Tester fungieren, weil das Ganze auf einen elitären Club ausgerichtet ist und deshalb nur auf Basis einer Einladung funktioniert. Eingeladen können Sie aber nur von den Betreibern werden. Das ist auf der einen Seite T-Mobile und auf der anderen die Erste Bank und Sparkasse. Man kann sich aber auf eine Warteliste setzen lassen und hat somit gute Chancen dran zu kommen. Es ist aber nicht so gedacht, dass einer sagt, ich esse und trinke gerne und bin deshalb Tester.

RP: Welche Rolle spielen die beiden großen Unternehmen?

WR: Eine ganz Wesentliche! Denn die besten Business-Kunden dieser Unternehmen werden die ersten Restaurantkritiker sein und die Leistungen dieser beiden Unternehmen werden sowohl im Zahlungsverkehr als auch im Votingverfahren eine wesentliche Rolle spielen.

RP: Also keine Partner, welche unmittelbar mit der Branche zu tun haben?

WR: Nein, wir wollen keinen Lobbyismus für irgendwelche Marken betreiben. Das Ziel kann nur eine neutrale und demokratisch ausgerichtete neue Sache sein.

RP: Sie wollen ohne Bewertungssymbole, weder Hauben noch Sterne auskommen. Wie wird also bewertet?

WR: Es wird eine Kombination aus einem Schulnoten- und einem Punktesystem sein. Wir werden es sehr simpel halten, jeder wird sich gleich auskennen.

RP: Es ist aber doch etwas anderes, wenn ich sage ich gehe in ein 3-Hauben-Lokal, als ich gehe z.B. zu einem 15-Punkte-Koch.

WR: Ja, das ist für Medien und dergleichen gut. Aber schauen Sie, wie viele Gäste bei einem 3- und 4-Hauben-Wirt sind und wo sich andererseits die Masse aufhält. Es gibt so viele Restaurants, die keine einzige Haube besitzen und trotzdem jeden Tag voll besetzt sind. Die besten von diesen werden in unserem Führer vertreten sein. Wir wollen nicht ein zweiter Gault Millau werden, weil ich denke, dass die Haubensymbolik besetzt ist. Was wirklich neu ist, ist die Bewertung durch das Publikum selbst. Ich will jetzt nicht Krönchen gegen Hauben oder Sterne gegen Hauben antreten lassen, denn bei uns geht es um andere Informationen, es geht darum, was das Publikum sagt.

RP: Kann ich mich als Tester im Lokal outen?

WR: Ja, das soll sogar so sein, denn wir wollen bewusst einen Dialog zwischen Patron und Gast bzw. Servicepersonal und Gast entstehen lassen. Das ist eine neue Dimension in der Service-Schulung und im Umgang mit Gästen.

RP: Wie melde ich mich als Gastronom an? Komme ich automatisch ins Ranking?

WR: Wir werden ca. 1200 Betriebe einladen. Im ersten Run rechnen wir einmal mit 800 Betrieben, die mitmachen. Diese müssen ein Zahlungsmittel akzeptieren, welches sehr günstig sein wird und müssen natürlich bereit sein, sich von ihren Gästen bewerten zu lassen. Es ist jeder Qualitätsbetrieb, der sich als solcher fühlt, eingeladen sich an uns zu wenden und mitzumachen. Es gibt keinerlei Eingrenzungen.

RP: Hat das Projekt schon einen Namen und welche besondere Verrechnungsart sprechen Sie an?

WR: Wir werden wahrscheinlich als „Gourmet-Club“ dieses Projekt umsetzen. Es gibt dafür die seinerzeitige Golden Gourmet Card als Vorbild. Diese hat ja bekannterweise nicht dauerhaft funktioniert, weil sie zu sehr ein Wirte-affines Mittel war. Ich denke, dass wir hier auf eine ganz andere Dimension gehen. Die Gourmet Card hatte eine Auflage von 2000 Stück und wir reden hier vom 10 bis 15-fachen.

RP: Was sind die Bewertungskriterien und wo scheinen sie auf?

WR: Es gibt fünf Bewertungskriterien, die ich aber jetzt noch nicht erläutern möchte. Das Voting erfolgt ganz einfach mit elektronischen Mitteln in nur zwei Minuten. Die Bewertungen werden nach einem Jahr in einem Printmedium publiziert und können auch schon vorher im Internet eingesehen werden. Wir werden vor allem eine völlig neue Dramaturgie in der Bewertung bekommen, denn die Rankings können sich ständig verändern! Auf alle Fälle leiten wir eine neue Ära in der Restaurant-Bewertung ein. Mehr kann ich ihnen beim besten Willen erst beim Kick-off-Meeting am 21. Juni verraten.

Wir leiten eine neue Ära in der Restaurant- Bewertung ein.

25.000 Gourmet-Tester werden in Österreich unterwegs sein.

Wolfgang Rosam Gesellschafter der publico public relations and lobbyingFACTS:

WOLFGANG M. ROSAM
Geschäftsführender Gesellschafter der Publico Public Relations & Lobbying Agentur
Gourmetjournalist bei Gault Millau, „Feinschmecker des Jahres 2000“, Universitätslektor für „PR-Konzeption“ am Institut für Publizistik, Universität Wien und Lektor an der Universität Klagenfurt

KONTAKT:

WOLFGANG M. ROSAM
Tel.: +43 (0)1-71786-0
Fax: +43 (0)1-71786-60
Email: office@ecc-publico.com
Internet: www.ecc-publico.at

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