Let’s Talk

Wie Boss und Mitarbeiter beim Jahresgespräch profitieren.
November 13, 2015

JahresgesprächFoto: Shutterstock, beigestellt

Die Knie sind weich wie Pudding, Schweißströme fließen von der Achsel bis zur Taille, die eigene Stimme reiht mechanisch Sätze aneinander. Man ist also bereits mittendrin, im Mitarbeitergespräch mit dem Boss. Chefs wie Mitarbeiter kostet es Überwindung, sich unter vier Augen miteinander auseinanderzusetzen. Eine gute Vorbereitung kann helfen, Ängste abzubauen und sachlich zu kommunizieren. Darum: nie auf gut Glück in ein solches Gespräch gehen, das kann nämlich nur als riesiges Debakel enden! Entscheidend für den Erfolg von Mitarbeitergesprächen ist die Art der Kommunikation. Mitarbeiter empfinden es nämlich vor allem dann als erfolgreich, wenn sie viel Raum hatten, ihre Meinung zu äußern und sich inhaltlich einbringen konnten.
Sie bewerten es hingegen negativ, wenn es ausschließlich oder vor allem von den Kommunikations­wünschen des Chefs gelenkt wird. Dann verschärft sich der Eindruck, dass alleine das Jahresgespräch entscheidend für die Gesamtbewertung der Arbeitsleistung ist. Die Mitarbeiter fühlen sich ausgeliefert. Führungskräfte sollten im Vorfeld vor allem folgende Fragen beantworten:

Man muss vor allem beim Thema Gehalt die Karten offen auf den Tisch legen.
Nicole Kobjoll, Geschäftsführerin Hotel Schindlerhof

Wurden die vereinbarten Ziele aus dem Vorjahr erreicht? Hat sich die Leistung verbessert? Wo hat der Mitarbeiter noch Entwicklungspotenzial? Direkte Vergleiche mit anderen Kollegen…

JahresgesprächFoto: Shutterstock, beigestellt

Die Knie sind weich wie Pudding, Schweißströme fließen von der Achsel bis zur Taille, die eigene Stimme reiht mechanisch Sätze aneinander. Man ist also bereits mittendrin, im Mitarbeitergespräch mit dem Boss. Chefs wie Mitarbeiter kostet es Überwindung, sich unter vier Augen miteinander auseinanderzusetzen. Eine gute Vorbereitung kann helfen, Ängste abzubauen und sachlich zu kommunizieren. Darum: nie auf gut Glück in ein solches Gespräch gehen, das kann nämlich nur als riesiges Debakel enden! Entscheidend für den Erfolg von Mitarbeitergesprächen ist die Art der Kommunikation. Mitarbeiter empfinden es nämlich vor allem dann als erfolgreich, wenn sie viel Raum hatten, ihre Meinung zu äußern und sich inhaltlich einbringen konnten.
Sie bewerten es hingegen negativ, wenn es ausschließlich oder vor allem von den Kommunikations­wünschen des Chefs gelenkt wird. Dann verschärft sich der Eindruck, dass alleine das Jahresgespräch entscheidend für die Gesamtbewertung der Arbeitsleistung ist. Die Mitarbeiter fühlen sich ausgeliefert. Führungskräfte sollten im Vorfeld vor allem folgende Fragen beantworten:

Man muss vor allem beim Thema Gehalt die Karten offen auf den Tisch legen.
Nicole Kobjoll, Geschäftsführerin Hotel Schindlerhof

Wurden die vereinbarten Ziele aus dem Vorjahr erreicht? Hat sich die Leistung verbessert? Wo hat der Mitarbeiter noch Entwicklungspotenzial? Direkte Vergleiche mit anderen Kollegen im Gespräch sind absolut tabu! Sind an das Gespräch auch eine Gehaltsverhandlung oder eine konkrete Personalentwicklung geknüpft, sollte man zuvor unbedingt den möglichen Spielraum ausloten. Es kann auch vorkommen, dass Kritik geäußert wird. Diese sollte ruhig und sachlich beantwortet werden. Wenn die Kritik berechtigt ist, hilft ein Eingeständnis mehr als irgendwelche Rechtfertigungen. Fehler können passieren. Man sollte zu ihnen stehen und aus ihnen lernen. Wenn das gelingt, ist das für die persönliche Entwicklung gut. Aber auch das Unternehmen profitiert, wenn ein Mitarbeiter bereit ist, sich zu entwickeln.

Motivieren, nicht demolieren!
Schlechte Vorbereitung, keine Gesprächsstruktur, unsachliche Äußerungen – die Liste der typischen Fehler, die ein Vorgesetzter dabei machen kann, ist lang. Die Folge: Frust auf beiden Seiten. Die Motivation von Mitarbeitern ist aber das Allerwichtigste bei einem solchen Gespräch. Danach sollte ein Mitarbeiter wissen, wo er steht, und mit erhobenem Kopf den Raum verlassen können. Eine strukturierte Vorbereitung hilft, dieses Ziel zu erreichen. Arbeitnehmer sind wiederum gut beraten, sich mindestens drei gute Argumente für mehr Gehalt oder andere Aufgaben zurechtzulegen.

Ein Mitarbeitergespräch ist keine Strafe. Das übergeordnete Ziel ist es, die Abläufe im Unternehmen zu verbessern. Dies kommt letztlich auch jedem einzelnen Mitarbeiter zugute, denn in allen Jobs ist es wichtig, ein gutes Arbeitsumfeld zu haben. Entscheidend ist, dass die Argumente dem Unternehmen und dem Vorgesetzten einen Vorteil bringen. Darüber hinaus sollte man sich freilich peu à peu schon auf das nächste Gespräch mit dem Chef vorbereiten. Denn nach dem Mitarbeitergespräch ist vor dem Mitarbeitergespräch. Und das kommt alle Jahre wieder.

Nicole KobjollNicole Kobjoll

Nicole Kobjoll ist die zweite Generation im Schindlerhof und führt das Unternehmen erfolgreich weiter. Der Schindlerhof ist nicht nur Restaurant und Hotel, sondern eine Unternehmerschule für zukünftige Entrepreneure. das beweisen jährlich unzählige auszeichnungen.
www.schindlerhof.de

Wie oft im Jahr gibt es im Schindlerhof ein längeres Mitarbeitergespräch?
Nicole Kobjoll: Einmal im Jahr führe ich Gespräche mit allen Teamleadern. Alle anderen Teammitglieder führen auch einmal im Jahr mit ihren Teamleitern ein Gespräch. Einmal im Jahr ist ja nicht so oft, deshalb haben wir mit unserem Mitarbeiter-Aktienindex (MAX) die Möglichkeit, dass die Mitarbeiter monatlich selbst in den Spiegel sehen. Jeder Mitarbeiter erhält zu Beginn einen Aktien-Nennwert von 1000 Pixel. Dieser wird monatlich neu berechnet und spiegelt den aktuellen Kurs des Mitarbeiters wider. Der Kurswert kann steigen oder fallen. Damit ermöglicht der MAX eine regelmäßige persönliche Stärken-Schwächen-Analyse.

Wie bereiten Sie sich auf solche Gespräche vor?
Kobjoll: Ich beachte dabei: Wie steht der Mitarbeiter im MAX? Wie war die 360-Grad-Bewertung durch die Mitarbeiter bei der Mitarbeiterbefragung? Wie ist das Gehalt? Wie sieht die aktuelle Hauptaufgabenliste aus? Danach frage ich den Mitarbeiter nach seinen Wünschen, ob er sich wohl im Unternehmen fühlt und wie lange er noch zu bleiben plant.

Wie geht man dabei am besten mit Kritik um?
Kobjoll: Kritik ist ja gut, eine Chance, sich zu verbessern und so gehen wir auch damit um. Wer seine Rolle als Vorgesetzter wirklich ernst nimmt, muss sich immer wieder auch um Details der Arbeit seiner Mitarbeiter kümmern.

Also lernt man hier wirklich von den Besten?
Ja, ich finde schon. Die Vortragenden wissen wirklich, wovon sie sprechen. Es sind aber nicht nur die Vortragenden, die einem Tipps und Tricks verraten, sondern auch erfolgreiche Unternehmer. Der Kurs hat nämlich in fünf verschiedenen Städten stattgefunden und wir waren zum Beispiel im Steirereck zu Gast. Hier lernt man Dinge, die in keiner Theorie zu finden sind.

Was ist der Vorteil eines Mitarbeitergesprächs?
Kobjoll: Der Mitarbeiter muss wissen, wo er steht, was seine Stärken sind und wo er sich gegebenenfalls noch verbessern kann. Außerdem stärkt ein solches Gespräch auch meist das Verhältnis zwischen Teamleiter und Mitarbeiter.

5 Tipps für Mitarbeiter

Interesse
Sagen Sie Ihrem Chef, was Ihnen Spaß macht und machen Sie deutlich, wie Ihre Interessen für die Weiterentwicklung des Unternehmens in der Zukunft genutzt werden können.

Loyalität beweisen
Machen Sie Ihrem Vorgesetzten bewusst, dass Sie Einsatz für das
Unternehmen zeigen und voll hinter seinen Zielen stehen.

Kritik vorbereiten
Chefs wollen auch Feedback von ihren
Mitarbeitern: Also gut vorbereitet kurz die positiven und negativen Wahrnehmungen vom Vorgesetzen umreißen.

Kritikfähig sein
Wenn man auf mögliche Kritik vorbereitet ist, läuft man nicht Gefahr, zu emotional und damit unprofessionell darauf zu reagieren.

Konkret werden
Im Gespräch mit dem Chef kann man die eigenen Stärken hervorheben und aufzeigen, dass man ein Gewinn für das Unternehmen sind.

5 Tipps für Chefs

Atmosphäre
Mit einem guten und lockeren
Einstieg schaffen Sie eine positive
Stimmung, mit der Sie Ihr Gegenüber öffnen und dessen Kritikfähigkeit wecken können.

Probleme ansprechen
Dazu braucht es Mut. Nur übertreiben Sie es nicht damit. Ein goldener Mittelweg und Fingerspitzengefühl haben langfristig die besseren Effekte.

Fairness zeigen
Wie bei jedem guten Feedback sollte man zuerst positive Dinge und Stärken ansprechen und erst danach auf die Fehler des Mitarbeiters eingehen.

Transparenz herstellen
Zeigen Sie Mitarbeitern, wie Sie zu Ihrer
Meinung oder einem Urteil gekommen sind. Das ist bei der Beurteilung von Angestellten von besonderer Bedeutung.

Ziele definieren
Ziele zu setzen gehört in jedes Gespräch. Vorgaben geben Ihren Leuten einen Ankerpunkt, den Sie während der Arbeit vor Augen haben.

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