Ausgabe 128, Management-Tipps

Moralo fatalo

CSI Gastronomie: Wie die verschärften Kontrollen der Branche schaden.

Foto: Shutterstock, Wolfgang Hummer
Moralo fatalo

Die Welt in Gut und Böse einzuteilen, ist manchmal verdammt schwer, aber nicht immer. In letzte Kategorie fällt jedenfalls jenes Schicksal, das Marius Kneyder, ehemaligem Sous Chef des Salzburger Nobellokals Schmederer, widerfahren ist. Im April 2011 suchten Kneyder sowie 15 weitere Angestellte des Restaurants bei der Arbeiterkammer Salzburg um Rechtshilfe wegen Hunderter unbezahlter Überstunden an – in Kneyders Fall waren das 800 innerhalb eines Jahres, wovon die Hälfte nicht bezahlt wurde. Horrorberichte von nicht existenten Ruhezeiten und sieben Wochen durchgängiger Arbeit füllten Zeitungen, es wurde auf Arbeitnehmer- wie Arbeitgeberseite viel diskutiert, aber so schnell und gewaltig, wie die Causa über die Salzburger Gastronomieszene hereinbrach, so rasch wurde es auch wieder still.

Der Fall Kneyder ist eines der wohl krassesten Negativbeispiele, die es in puncto Arbeitnehmerschutz in der heimischen Gastronomie gibt – und hier gibt es auch keinen Spielraum hinsichtlich der Frage, ob diese Arbeitsbedingungen vertretbar sind oder nicht. Wer die Gastronomie- und Hotelleriebranche allerdings sowohl von Arbeitgeber- als auch Arbeitnehmerseite aus nüchtern in ihrer Gesamtheit betrachtet, dem muss klar sein, dass die Grenzen...

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14.11.2015